Rückblick · erstellt am · Rennen vom 7. September 2014

GP Italien 2014: Hamilton siegt nach Rosbergs Patzer in Monza

Lewis Hamilton gewinnt in Monza trotz Startproblem, weil Nico Rosberg zweimal in der ersten Schikane patzt. Felipe Massa feiert sein erstes Podium seit 2013.

GP Italien 2014 in Monza: Hamilton gewinnt das Mercedes-Duell

Lewis Hamilton gewann den Großen Preis von Italien 2014 vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg und Felipe Massa im Williams. Am Start ließ Hamilton die Pole-Position liegen. Entschieden wurde das Rennen in Runde 29: Rosberg verbremste sich zum zweiten Mal in der ersten Schikane des Autodromo Nazionale di Monza und musste über den Notausgang fahren. Hamilton übernahm die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab.

Der Start: Hamiltons Startproblem, Rosberg in Führung

Eigentlich sah alles nach einem perfekten Wochenende für Hamilton aus. Er stand auf der Pole, Rosberg neben ihm. Doch beim Start kam Hamilton kaum vom Fleck. Laut Autosport hing sein Auto im falschen Motormodus fest. Das Team sprach laut FIA von einem Durcheinander in der Startsoftware. Bis zur ersten Schikane war Hamilton auf Platz vier zurückgefallen, hinter Rosberg, Kevin Magnussen im McLaren und Massa.

Noch schlimmer erwischte es Valtteri Bottas. Der Finne war von Startplatz drei losgefahren, hatte zu viel Wheelspin und lag nach der ersten Runde nicht mehr unter den ersten Zehn. Auch Daniel Ricciardo im Red Bull verlor Boden: Er rutschte in der ersten Schikane durch die Auslaufzone und fiel laut FIA von Rang neun auf Rang zwölf zurück.

Hamilton fand schnell wieder seinen Rhythmus. In Runde fünf überholte Massa Magnussen in der zweiten Schikane, und Hamilton folgte ihm in der ersten Lesmo-Kurve auf Platz drei. In Runde zehn ging er außen an Massa vorbei und war Zweiter (Autosport, grandprix.com).

Rosbergs Fehler in der ersten Schikane entscheiden das Rennen

Rosberg hatte die Führung, doch die Bremszone vor der ersten Schikane wurde ihm zum Verhängnis. Schon um Runde neun oder zehn blockierten seine Räder, und er musste durch den Notausgang. Er blieb vorn, aber sein Vorsprung schrumpfte deutlich. Autosport berichtet, er habe sich dabei halbiert, ausgehend von 3,6 Sekunden.

Die Mercedes-Fahrer kamen kurz nacheinander zum einzigen Boxenstopp: Rosberg in Runde 24, Hamilton in Runde 25. Beide brauchten etwa 24,5 Sekunden für die Durchfahrt durch die Boxengasse. In diesen zwei Runden lag Hamilton kurz vorn, nach seinem Stopp hatte Rosberg die Führung ab Runde 26 wieder zurück. Hamilton war ihm nun aber dicht auf den Fersen.

In Runde 29 kam es zur Entscheidung. Rosberg bremste wieder zu spät, verbremste sich und fuhr erneut gerade durch die Schikane. Hamilton zog vorbei und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Er fuhr außerdem die schnellste Rennrunde. Laut Autosport betrug sein Vorsprung im Ziel 3,175 Sekunden. Für Hamilton war es der sechste Saisonsieg (FIA) und der 28. Sieg seiner Karriere (Wikipedia).

Williams-Comeback: Massa auf dem Podium, Bottas' Aufholjagd

Massa lag lange auf Platz drei. Er fuhr nach seinem Stopp in Runde 23 sicher ins Ziel und holte sein erstes Podium seit dem GP Spanien 2013. Bottas lieferte hinter ihm eines der besten Rennen des Tages. Im Windschatten auf den langen Geraden in Monza überholte er laut Wikipedia nacheinander Kimi Räikkönen, Sergio Pérez, Fernando Alonso, Jenson Button, Magnussen und schließlich Sebastian Vettel. Am Ende war er Vierter.

Ricciardo setzte auf einen langen ersten Stint und stoppte erst in Runde 26. Mit frischeren Reifen ging er im Schlussdrittel an Button, Pérez und Magnussen vorbei. Fünf Runden vor dem Ende überholte er in der zweiten Schikane auch seinen Teamkollegen Vettel, den amtierenden Weltmeister. Ricciardo wurde Fünfter, Vettel Sechster. Dahinter kamen Pérez im Force India, Button, Räikkönen im Ferrari und Magnussen.

Ausfälle und Strafen: Alonso, Chilton und Magnussen

  • Fernando Alonso (Ferrari): Offiziell schied er wegen eines Motorschadens nach 28 Runden aus. Laut Autosport und Wikipedia fiel das Energierückgewinnungssystem (ERS) aus. Alonso stellte den Wagen in der Auslaufzone der ersten Schikane ab. Laut Autosport war es sein erster technisch bedingter Ausfall seit fünf Jahren und der erste in seiner Ferrari-Zeit. Ausgerechnet beim Heimrennen der Scuderia.
  • Max Chilton (Marussia): Er war nach fünf Runden durch einen Unfall raus. In der zweiten Schikane, der Variante della Roggia, war er zu schnell, traf die Randsteine und landete in der Begrenzung. Ein Safety-Car war nicht nötig (Wikipedia, grandprix.com).
  • Kevin Magnussen (McLaren): Bei einem Zweikampf in der ersten Schikane drängte er Bottas von der Strecke. Dafür bekam er eine Fünf-Sekunden-Strafe, die ihm auf seine Rennzeit aufgeschlagen wurde. Er fiel dadurch laut Autosport von Platz sieben auf Platz zehn zurück.

Gewinner und Verlierer des GP Italien 2014

Gewinner: Die meisten Plätze machte Daniil Kvyat gut. Der Toro-Rosso-Pilot startete als 21. und kam als Elfter ins Ziel, zehn Positionen weiter vorn. Für Punkte reichte es knapp nicht. Ricciardo gewann vier Plätze und war damit bester Red-Bull-Fahrer. Williams war mit Platz drei und vier das zweitstärkste Team des Tages.

Verlierer: Am bittersten war der Tag für Alonso: Er fiel aus und wurde als 21. gewertet, 14 Plätze hinter seinem Startplatz. Magnussen startete als Fünfter, wurde aber nur Zehnter. Eine Mitschuld daran trug seine Strafe. Und Rosberg holte zwar 18 Punkte, verschenkte aber durch eigene Fehler den Sieg.

WM-Stand nach Monza: Hamilton verkürzt auf 22 Punkte

Nach 13 Rennen führte Rosberg die Fahrer-WM 2014 mit 238 Punkten an, Hamilton hatte 216. Das Duell der Mercedes-Fahrer war damit wieder offen, der Abstand betrug nur noch 22 Punkte. Ricciardo blieb Dritter mit 166 Zählern. Bottas schob sich mit 122 Punkten an Alonso (121) vorbei auf Platz vier.

Bei den Konstrukteuren baute Mercedes seine Führung auf 454 Punkte aus, Red Bull hatte 272. Den größten Sprung machte Williams: Mit 177 Punkten überholte das Team Ferrari (162) und war nun Dritter. Für das Traditionsteam aus Grove war Monza ein weiterer Beleg für den Aufschwung in der ersten Saison der Turbo-Hybrid-Ära. Für Ferrari war es dagegen ein enttäuschendes Heimrennen.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Italien 2014 – formel-1-livestream.de
  2. 2014 Italian Grand Prix – Wikipedia
  3. Italian GP 2014 – Race notes: Hamilton wins Italian Grand Prix over Rosberg – grandprix.com
  4. Italian GP: Lewis Hamilton wins from Nico Rosberg at Monza – Autosport
  5. Hamilton victorious in Monza ahead of Rosberg – FIA

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