Rückblick · erstellt am · Rennen vom 22. Juni 2014

GP Österreich 2014: Rosberg siegt, Bottas erstmals auf dem Podium

Nico Rosberg gewann das Comeback-Rennen in Spielberg vor Hamilton, der von Platz 9 kam. Williams startete aus Reihe eins, Bottas holte sein erstes Podium.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Österreich 2014: Rosberg gewinnt, Williams auf dem Podium

Nico Rosberg gewann den GP Österreich 2014 auf dem Red Bull Ring in Spielberg vor seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton. Dritter wurde Valtteri Bottas im Williams. Williams hatte die erste Startreihe belegt, aber in der ersten Boxenstopp-Phase zog Mercedes per Undercut an beiden Williams vorbei. Ins Ziel kam Rosberg 1,9 Sekunden vor Hamilton. Für Rosberg war es der dritte Saisonsieg.

Qualifying in Spielberg: Williams in Reihe eins, Hamilton nur Neunter

Zum ersten Mal seit 2003 fuhr die Formel 1 wieder in Österreich. Schon die Startaufstellung war eine Überraschung. Felipe Massa holte die Pole-Position, seine erste seit dem GP Brasilien 2008. Daneben stand Bottas. Damit standen zum ersten Mal seit 2003 beide Williams in der ersten Reihe. Massas Pole war außerdem die erste in dieser Saison, die nicht an Hamilton oder Rosberg ging.

Hamilton blieb im Q3 ohne Zeit. Seine erste schnelle Runde wurde gestrichen, weil er die Streckenbegrenzung überfahren hatte. Im zweiten Versuch blockierten in Kurve 2 die Hinterräder, und er drehte sich. So startete er von Platz 9, Rosberg von Platz 3. Sergio Pérez ging nach seiner Strafe für die Kollision mit Massa beim GP Kanada von Platz 15 ins Rennen. Romain Grosjean startete nach Änderungen an Getriebe und Abstimmung aus der Boxengasse.

Rennverlauf: Der Undercut bringt Mercedes nach vorn

Massa behielt beim Start die Führung. Rosberg ging in Kurve 1 kurz an Bottas vorbei, doch der Finne holte sich Platz 2 auf der nächsten Geraden zurück. Hamilton gewann in der ersten Runde fünf Plätze. Er überholte unter anderem Kevin Magnussen und Fernando Alonso und lag nach einer Runde schon auf Platz 4. Er selbst sprach von „a rocket start“.

Die Supersoft-Reifen bauten schnell ab, deshalb begannen die Boxenstopps früh. Rosberg kam in Runde 11 an die Box, Hamilton in Runde 13. Williams wartete bis Runde 14 (Massa) und Runde 15 (Bottas). Das kostete die Führung: Langsame In- und Out-Laps, Verkehr und kalte Reifen warfen Massa auf Platz 4 zurück. Pérez war auf der härteren Mischung gestartet, fuhr noch keinen Stopp und übernahm in Runde 16 die Führung. Er lag bis Runde 26 vorn. In Runde 27 überholte Rosberg ihn in Kurve 2, Bottas folgte. Pérez stoppte erst in Runde 29.

In der zweiten Stopp-Phase ging es um Platz 2. Hamilton kam in Runde 39, Rosberg in Runde 40. Bottas brauchte in Runde 41 laut FIA 3,4 Sekunden Standzeit, dadurch rückte Hamilton auf Platz 2 vor. Weil die Stopps versetzt kamen, führten kurz noch Bottas, Massa und von Runde 43 bis 47 Alonso. Ab Runde 48 lag wieder Rosberg vorn.

Bremsen am Limit: Das Mercedes-Duell bis zur letzten Runde

Beide Mercedes kämpften fast das ganze Rennen mit überhitzten Bremsen. Die Fahrer konnten deshalb nicht voll attackieren. Hamilton verlor zudem bei seinen Stopps insgesamt Zeit auf Rosberg. Der Deutsche leistete sich in Runde 30 einen Fehler, als er in Kurve 1 weit rausgetragen wurde, fing sich aber wieder.

Am Ende wurde es noch eng. Hamilton ging mit 1,1 Sekunden Rückstand in die letzte Runde und versuchte es mit DRS, kam aber nicht vorbei. Rosberg siegte mit 1,9 Sekunden Vorsprung. Bottas lag als Dritter 8,1 Sekunden zurück und stand zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Podium. Massa wurde Vierter, Alonso Fünfter. Der Spanier lag nur knapp hinter Massa und nannte es sein bislang bestes Rennen der Saison.

Ausfälle und Strafen: Vettel, Kvyat, Vergne, Gutiérrez

Für Red Bull wurde das Heimrennen zum Debakel. Weltmeister Sebastian Vettel startete von Platz 12. Zu Beginn der zweiten Runde verlor sein Auto den Antrieb. Danach lief der Wagen wieder, aber Vettel lag eine Runde zurück. Später beschädigte er sich beim Überholen von Esteban Gutiérrez den Frontflügel. Nach 34 Runden stellte Red Bull das Auto ab, offiziell wegen eines Elektrikproblems. Daniel Ricciardo kam in der ersten Runde in Kurve 1 über einen hohen Randstein von der Strecke ab und fiel zurück. Er holte sich erst in der letzten Runde Platz 8 gegen Nico Hülkenberg.

Auch Toro Rosso hatte Pech. Daniil Kvyat war von Platz 7 gestartet und landete nach 24 Runden offenbar wegen eines Defekts hinten rechts an der Radaufhängung im Kies. Jean-Éric Vergne gab nach 59 Runden mit Bremsproblemen auf.

Bei Gutiérrez ging der erste Stopp schief. Das rechte Hinterrad war nicht richtig befestigt, als der Sauber losfuhr. Die Mechaniker mussten das Auto zurück in die Box schieben. Für die unsichere Freigabe bekam er eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe. Am Ende wurde er Neunzehnter.

Gewinner und Verlierer des GP Österreich 2014

  • Sergio Pérez: Er gewann von Platz 15 aus neun Plätze, so viele wie sonst niemand. Er führte elf Runden lang und fuhr die schnellste Runde des Rennens. Am Ende wurde der Force India-Pilot Sechster.
  • Lewis Hamilton: Er fuhr von Platz 9 auf Platz 2 und machte sieben Plätze gut. Damit begrenzte er den Schaden aus dem Qualifying.
  • Romain Grosjean: Der Lotus F1-Fahrer startete aus der Boxengasse und wurde Vierzehnter. Das waren acht Plätze, aber keine Punkte.
  • Williams: Bottas und Massa holten zusammen 27 Punkte. Der Sieg war gegen Mercedes aber nicht drin, wie Massa einräumte.
  • Verlierer: Kvyat fiel nach seinem Ausfall von Platz 7 auf 22 zurück, Vettel verlor neun Plätze. Kimi Räikkönen kämpfte schon ab Runde 2 mit überhitzten Bremsen. Er rettete im Ferrari als Zehnter einen Punkt. Jenson Button blieb im McLaren als Elfter ohne Punkte, Magnussen holte als Siebter sechs Punkte.

WM-Stand nach dem GP Österreich 2014 und Einordnung

Nach acht von 19 Rennen führte Rosberg die WM-Wertung 2014 mit 165 Punkten an. Hamilton hatte 136 Punkte. Mit 29 Punkten war Rosbergs Vorsprung so groß wie noch nie in dieser Saison. Dahinter folgten Ricciardo mit 83, Alonso mit 79 und Vettel mit 60 Punkten. Hülkenberg hatte 59 Punkte und hatte in jedem Saisonrennen gepunktet. Bottas kletterte mit 55 Punkten auf Platz 7.

In der Teamwertung hatte Mercedes 301 Punkte, mehr als doppelt so viele wie Red Bull mit 143. Danach kamen Ferrari (98), Force India (87) und Williams (85). Nach dem starken Wochenende lag Williams nur noch zwei Punkte hinter Force India.

Das Rennen zeigte zweierlei. Williams war mit dem Mercedes-Motor wieder ein Kandidat für die Startreihe eins. Und die Silberpfeile gewannen auch, wenn sie nicht von vorn starteten. Für Massa sollte es die letzte Pole-Position seiner Karriere bleiben.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
11020304050607071RundeROSHAMBOTMASALOPERMAGRICHULRAI

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Nico Rosberg1 (140)165
2Lewis Hamilton2 (118)136
3Daniel Ricciardo3 (79)83
4Fernando Alonso4 (69)79
5Sebastian Vettel5 (60)60
6Nico Hülkenberg6 (57)59
7Valtteri Bottas8 (40)55
8Jenson Button7 (43)43
9Felipe Massa11 (18)30
10Kevin Magnussen9 (23)29

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Österreich 2014 – formel-1-livestream.de
  2. Austrian GP 2014 – Race Report: The 4 M Club – GrandPrix.com
  3. Rosberg victorious at Red Bull Ring – FIA
  4. Rosberg's points lead hits new high after Austria win – RaceFans
  5. Race Notes – Rosberg takes Mercedes one-two at Austrian GP – GrandPrix.com
  6. 2014 Austrian Grand Prix – Wikipedia

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