GP Italien 2010: Alonso schlägt Button beim Boxenstopp
Fernando Alonso gewann in Monza für Ferrari vor Jenson Button und Felipe Massa. Entschieden wurde das Duell an der Box, Hamilton schied in Runde 1 aus.
GP Italien 2010 in Monza: Alonso siegt vor Button und Massa
Fernando Alonso startete von der Pole und gewann den Großen Preis von Italien 2010 auf dem Autodromo Nazionale di Monza. Damit holte er für Ferrari einen Heimsieg vor den Tifosi. Zweiter wurde Jenson Button im McLaren, Dritter Alonsos Teamkollege Felipe Massa. Entschieden wurde das Rennen nicht auf der Strecke, sondern beim einzigen Boxenstopp: Ferrari ließ Alonso eine Runde länger draußen als Button, und das reichte. Im Ziel lag Button knapp 2,9 Sekunden zurück.
Das komplette Ergebnis und alle Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Italien 2010.
Der Start in Monza: Button überrumpelt Alonso, Hamilton scheidet aus
Alonso stand auf der Pole, doch Button kam besser weg und ging schon in der ersten Schikane an ihm vorbei. Alonso fuhr dort Seite an Seite mit Massa und berührte dabei das Heck des McLaren. Der Schaden an Buttons Auto blieb laut Wikipedia gering. In der zweiten Schikane, der Roggia, sicherte sich Alonso Platz zwei vor Massa.
Direkt dahinter war das Rennen für Lewis Hamilton gelaufen. Er war als WM-Führender nach Monza gekommen und wollte innen an Massa vorbei. Dabei kam es zur Berührung mit dem Ferrari. Vorne rechts brach die Aufhängung, und in der Lesmo-Kurve rutschte Hamilton ins Kiesbett. Massa fuhr ohne Schaden weiter.
Auch Kamui Kobayashi schaffte keine einzige Runde, denn sein Sauber fiel mit Getriebeschaden aus. Am meisten profitierte vom Start Nico Rosberg: Laut RaceFans fuhr er mit seinem Mercedes in der ersten Runde von Rang sieben auf Rang vier.
Abtrieb gegen Topspeed: das Duell um die Führung
McLaren hatte Buttons Auto für Monza mit ungewöhnlich viel Abtrieb abgestimmt. Das brachte ihm Vorteile in den Kurven, kostete aber auf den langen Geraden. Laut RaceFans war Alonso dort rund 14 km/h schneller. Deshalb konnte sich Button nie richtig absetzen: Laut grandprix.com lag er in Runde 13 nur 1,6 Sekunden vorn. Bis Runde 24 war Alonso auf eine halbe Sekunde herangefahren.
Auf der Strecke fand der Ferrari trotzdem keinen Weg vorbei. Du konntest förmlich sehen, wie sich das Duell auf die Boxenstopps zuspitzte. Massa folgte als Dritter, verlor aber laut grandprix.com in Runde 19 etwa eine Sekunde. Er war beim Anbremsen der Ascari-Schikane ins Rutschen gekommen und musste abkürzen.
Boxenstopp-Krimi: Hier wurde der GP Italien 2010 entschieden
Die Entscheidung fiel bei den Pflichtstopps. McLaren holte Button zuerst herein, Ferrari ließ Alonso noch eine Runde fahren. Laut unseren Daten führte Alonso ab Runde 36. Während er an der Box war, lag Massa ab Runde 37 für zwei Runden vorn, ab Runde 39 führte wieder Alonso. Bei den Stopprunden zählen die Quellen unterschiedlich: Wikipedia und RaceFans nennen für Button Runde 36, grandprix.com Runde 37.
Nach einem schnellen Stopp kam Alonso nur knapp vor Button zurück auf die Strecke. Er hielt bis in die erste Schikane die Ideallinie, und das war der entscheidende Moment des Rennens. Danach war die Sache klar. Alonso fuhr mehrere schnellste Runden, baute seinen Vorsprung laut grandprix.com auf 3,7 Sekunden aus und holte in Runde 52 mit 1:24,139 Minuten die schnellste Rennrunde (Wikipedia). Einen kleinen Schreckmoment gab es noch: In Runde 50 fuhr er über die Innenseite der ersten Schikane, konnte aber weiterfahren. Massa kam nach seinem Stopp hinter Button zurück und blieb Dritter.
Vettels Poker und Webbers Frust im Verfolgerfeld
Sebastian Vettel erlebte ein Rennen mit vielen Wendungen. Um Runde 20 meldete er Probleme mit dem Renault-Motor seines Red Bull und verlor Zeit. Sein Teamkollege Mark Webber ging an ihm vorbei. Danach war das Problem plötzlich weg. Red Bull schob Vettels Pflichtstopp bis zum Ende der 52. Runde hinaus, also bis kurz vor die letzte Runde. Laut grandprix.com behielt er dabei seine Position. So wurde er Vierter, vor Rosberg und Webber, und machte gegenüber seinem sechsten Startplatz zwei Plätze gut.
Webber hatte einen zähen Nachmittag. In Runde 6 überholte er Michael Schumacher, hing danach aber lange hinter Nico Hülkenberg fest. Der Williams-Pilot kürzte beim Verteidigen mehrmals Schikanen ab und wurde dafür nicht bestraft. Webber beschwerte sich darüber per Funk. Laut grandprix.com kam er erst in Runde 50 vorbei. Am Ende wurde der Australier Sechster und damit zwei Plätze schlechter als sein Startplatz.
Hülkenberg holte als Siebter Punkte vor Robert Kubica im Renault. Laut RaceFans ging Kubicas früher Stopp nicht auf, er fiel hinter Hülkenberg und Webber zurück. Schumacher wurde Neunter, Rubens Barrichello holte im zweiten Williams den letzten Punkt.
Ausfälle, Gewinner und Verlierer des Großen Preises von Italien
Die Ausfälle in Monza:
- Lewis Hamilton (McLaren): Kollision mit Massa in der ersten Runde, keine Runde gewertet
- Kamui Kobayashi (Sauber): Getriebeschaden, keine Runde absolviert
- Bruno Senna (HRT): Aufgabe nach 11 Runden, laut Wikipedia wegen eines Hydraulikdefekts
- Jarno Trulli (Lotus): Motorschaden nach 46 Runden, laut grandprix.com stellte er den Lotus qualmend ab
Die meisten Plätze gutgemacht haben drei Fahrer, jeweils sieben: Vitantonio Liuzzi (Force India) fuhr von Startplatz 19 auf Rang 12, Vitaly Petrov von 20 auf 13 und Timo Glock (Virgin) von 24 auf 17. Petrov war laut Wikipedia in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt worden, weil er Glock behindert hatte. Laut RaceFans fuhr er dann einen langen Stint auf harten Reifen und stoppte erst sehr spät.
Größter Verlierer war Hamilton mit 18 verlorenen Plätzen. Auch für Adrian Sutil lief es schlecht: Laut grandprix.com kam er schon in Runde 3 an die Box, laut RaceFans für einen frühen Wechsel auf harte Reifen. Er fiel von Startplatz 11 auf Rang 16 zurück. Jaime Alguersuari (Toro Rosso) bekam eine Durchfahrtsstrafe, weil er sich durch das Abkürzen der zweiten Schikane einen Vorteil verschafft hatte, und wurde 15. Sein Teamkollege Sébastien Buemi verpasste als Elfter knapp die Punkte.
Pedro de la Rosa wurde 14., Heikki Kovalainen 18. und Lucas di Grassi mit 50 Runden 20. Beim Boxenstopp von Sakon Yamamoto wurde ein Mechaniker angefahren. Laut grandprix.com kam er ansprechbar ins Medical Center. Yamamoto wurde 19.
WM-Stand nach dem GP Italien 2010: Webber wieder vorn, Alonso zurück im Titelkampf
Weil Hamilton keine Punkte holte, übernahm Webber mit 187 Punkten wieder die WM-Führung. Hamilton folgte mit 182 Punkten. Alonso rückte mit 166 Punkten auf Rang drei vor, vor Button (165) und Vettel (163). Massa war mit 124 Punkten Sechster. Fünf Fahrer lagen damit innerhalb von 24 Punkten, und es standen noch fünf Rennen aus. Bei den Teams führte Red Bull mit 350 Punkten nur noch drei Zähler vor McLaren (347), Ferrari folgte mit 290. Den kompletten WM-Stand 2010 findest du bei uns.
Für Ferrari war es der erste Heimsieg in Monza seit 2006. Für Alonso war es laut grandprix.com der dritte Saisonsieg und der 24. Sieg seiner Karriere, und das in seinem ersten Jahr bei Ferrari. Kurz vor dem Rennen hatte der FIA-Weltrat Ferrari wegen Stallorder vorgeladen, aber keine weiteren Strafen verhängt (Wikipedia). Nach Monza war Alonso wieder voll im Titelkampf.
Im Rückblick: Es sollte für fast ein Jahrzehnt Ferraris letzter Sieg in Monza bleiben, der nächste kam laut Wikipedia erst 2019.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Italien 2010 – formel-1-livestream.de
- 2010 Italian Grand Prix – Wikipedia
- Italian GP 2010 – Race notes: Alonso wins Italian GP for Ferrari – grandprix.com
- 2010 Italian Grand Prix race report – RaceFans