Rückblick · erstellt am · Rennen vom 20. Juli 2008

GP Deutschland 2008: Hamilton siegt trotz Safety-Car-Poker

Lewis Hamilton gewann den GP Deutschland 2008 trotz Strategie-Risiko unter Safety Car. Nelson Piquet Jr. fuhr von Startplatz 17 auf Rang zwei.

GP Deutschland 2008 in Hockenheim: Hamilton gewinnt nach Aufholjagd

Lewis Hamilton gewann den GP Deutschland 2008 auf dem Hockenheimring von der Pole-Position aus für McLaren. Leicht machte er es sich dabei nicht. Nach einer riskanten Strategie unter dem Safety Car musste er sich in den letzten Runden auf der Strecke wieder nach vorn kämpfen. Zweiter wurde überraschend Nelson Piquet Jr. im Renault, der von Startplatz 17 losgefahren war. Felipe Massa komplettierte im Ferrari das Podium.

Start und erste Stints: Hamilton fährt allen davon

Hamilton behielt beim Start die Führung, Massa und Heikki Kovalainen im zweiten McLaren folgten auf ihren Startplätzen. Danach setzte sich Hamilton Runde für Runde ab. Nach Angaben von grandprix.com führte er in Runde 16 bereits mit 10,4 Sekunden vor Massa.

Dahinter war mehr los. Robert Kubica ging im BMW Sauber am Start an Kimi Räikkönen vorbei und überholte danach in der Haarnadel auch Fernando Alonso und Jarno Trulli im Toyota. So lag er zeitweise auf Platz vier. Alonso blieb früh hinter Trulli hängen, und Räikkönen nutzte das, um am Renault vorbeizugehen.

In der ersten Runde der Boxenstopps kam Hamilton in Runde 18 als Erster der Spitzengruppe herein. Kurz danach führten Massa ab Runde 19 und Kovalainen ab Runde 21 das Rennen an. Ab Runde 22 lag Hamilton wieder vorn. Zur Rennhälfte hatte er laut Wikipedia rund elf Sekunden Vorsprung auf Massa.

Glocks Unfall und das Safety Car: McLarens riskante Taktik

In Runde 36 brach an Timo Glocks Toyota beim Herausfahren aus der letzten Kurve die rechte Hinterradaufhängung. Der Wagen drehte sich und schlug rückwärts in die Boxenmauer ein, die Trümmer verteilten sich über die Strecke. Glock stieg benommen aus und wurde ins Medical Center gebracht. Die Quellen berichten übereinstimmend, dass er sich nicht schwer verletzt hatte. Offizieller Ausfallgrund ist die Aufhängung („Suspension“).

Das Safety Car kam auf die Strecke, und sobald die Boxengasse geöffnet war, holten fast alle Spitzenfahrer ihren zweiten Stopp nach. McLaren ließ Hamilton jedoch draußen. Das Team ging davon aus, dass die Safety-Car-Phase kurz bleiben würde und Hamilton danach genug Zeit hätte, sich ein Polster für seinen letzten Stopp herauszufahren. Doch die Aufräumarbeiten dauerten länger. Laut Wikipedia ging das Safety Car erst in Runde 42 wieder an die Box. Damit fehlte Hamilton die Zeit, um sich den nötigen Vorsprung zu erarbeiten.

Der große Nutznießer war Piquet. Er fuhr mit nur einem Stopp und war kurz vor der Safety-Car-Phase an der Box gewesen, hatte also schon genug Sprit bis ins Ziel. Als die anderen nachtankten, rückte er weit nach vorn.

Hamiltons Überholmanöver gegen Massa und Piquet

Hamilton kam in Runde 50 zu seinem letzten Stopp und fuhr als Fünfter wieder auf die Strecke. Nun übernahm Nick Heidfeld die Führung, zur Freude der Zuschauer an seinem Heimrennen. Heidfeld musste allerdings selbst noch einmal tanken und stoppte nach Runde 53. Ab Runde 54 führte damit Piquet das Rennen an.

Hamilton war mit frischen Reifen und wenig Sprit deutlich schneller als die Konkurrenz. Teamkollege Kovalainen ließ ihn in der Haarnadel vorbei. In Runde 57 ging Hamilton an derselben Stelle an Massa vorbei. Piquet verteidigte sich laut Wikipedia hartnäckiger als Massa, doch in Runde 60 setzte sich Hamilton mit einem Manöver innen in der Haarnadel durch und holte sich die Führung endgültig zurück. Nach Wikipedia lag er im Ziel rund 5,5 Sekunden vor Piquet.

Um Platz drei wurde es noch einmal eng. Heidfeld drückte nach seinem späten Stopp auf Massa, kam aber nicht mehr vorbei. Immerhin fuhr er die schnellste Runde des Rennens, laut Wikipedia eine 1:15,987 in Runde 52.

Ausfälle und Strafen beim GP Deutschland 2008

Es gab nur drei Ausfälle:

  • Timo Glock (Toyota): Aufhängungsbruch, Unfall in Runde 36 (siehe oben).
  • Mark Webber (Red Bull): Er schied nach 40 Runden mit Motorschaden aus. Laut Wikipedia hatte sich sein Wagen mit Trümmern von Glocks Unfall ein Ölleck eingefangen, und crash.net berichtet, dass sein Motor beim Verlassen der Box rauchte.
  • Rubens Barrichello (Honda): Er kämpfte mit David Coulthard um Platz 13, als die beiden kollidierten. Laut crash.net drängte Coulthard ihn dabei von der Strecke. Beide mussten zur Reparatur an die Box, und Barrichello gab nach 50 Runden auf.

Auch eine Strafe ist überliefert. Giancarlo Fisichella (Force India) bekam laut Wikipedia 25 Sekunden aufgebrummt, weil er sich unter dem Safety Car selbst zurückgerundet hatte. Er fiel dadurch auf Platz 16 zurück.

Am Ende kamen laut Wikipedia 16 Fahrer in der Führungsrunde ins Ziel. Das war damals Rekord.

Gewinner und Verlierer in Hockenheim

Gewinner des Tages war klar Piquet. Von Startplatz 17 aus machte er 15 Plätze gut und stand laut grandprix.com zum ersten Mal auf dem Podium. Das Safety Car kam ihm zwar gelegen, doch er machte das Beste daraus. Mit Piquet und Massa standen außerdem laut Wikipedia zum ersten Mal seit dem GP Belgien 1991 wieder zwei Brasilianer gemeinsam auf dem Podium.

Heidfeld fuhr von Startplatz 12 auf Platz vier, gewann also acht Plätze. Dazu kamen die schnellste Runde und ein paar Runden in Führung bei seinem Heimrennen. Sebastian Vettel holte im Toro Rosso als Achter einen Punkt. Nico Rosberg machte im Williams drei Plätze gut, ging als Zehnter aber leer aus.

Verlierer waren Alonso und Trulli. Alonso fiel von Startplatz fünf auf Rang elf zurück, unter anderem nach einem späten Dreher, bei dem er laut grandprix.com einen Platz an Rosberg verlor. Trulli startete als Vierter und kam nur als Neunter ins Ziel. Räikkönen kam als Sechster ins Ziel, also genau auf seinem Startplatz. Er überholte erst spät noch Trulli, Vettel und Kubica und blieb trotzdem blass.

WM-Stand 2008 nach dem GP Deutschland

Hamilton holte laut crash.net seinen vierten Saisonsieg, und nach dem GP Großbritannien war es sein zweiter Sieg in Folge. Damit brach er den Gleichstand an der Spitze auf. Vor dem Rennen hatten Hamilton, Massa und Räikkönen gleich viele Punkte, danach führte Hamilton mit 58 Punkten vor Massa (54) und Räikkönen (51). Kubica folgte mit 48 Punkten, Heidfeld mit 41.

In der Konstrukteurswertung lag Ferrari mit 105 Punkten weiter vorn. Dahinter folgten BMW Sauber mit 89 und McLaren mit 86 Punkten. Nach zehn von 18 Rennen blieb der Titelkampf damit offen. Den vollständigen Stand findest du im WM-Stand 2008.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Deutschland 2008 – formel-1-livestream.de
  2. 2008 German Grand Prix – Wikipedia
  3. German GP 2008 – Race notes: Hamilton wins German GP – grandprix.com
  4. Germany 2008: Hamilton beats the clock – crash.net

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