Rückblick · erstellt am · Rennen vom 16. September 2007

GP Belgien 2007: Räikkönens Spa-Hattrick, Ferrari holt Teamtitel

Kimi Räikkönen gewann in Spa vor Felipe Massa und sicherte Ferrari den Konstrukteurstitel. Alonso drängte Hamilton beim Start in La Source ab.

Die Strecke Circuit de Spa-Francorchamps in unserer 3D-Umgebung, ohne Fahrzeuge
Bild: Szene aus unserer 3D-Wiedergabe

GP Belgien 2007 im Überblick: Ferrari-Doppelsieg in Spa

Kimi Räikkönen startete beim GP Belgien 2007 von der Pole-Position und gewann vor seinem Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa. Dahinter wurden die beiden McLaren-Piloten Fernando Alonso und Lewis Hamilton Dritter und Vierter. Die Top 4 kamen damit genau in ihrer Startreihenfolge ins Ziel. Entschieden war das Rennen eigentlich schon in der ersten Kurve: Die Ferrari setzten sich vorne ab, während sich Alonso und Hamilton auf dem Weg zur Eau Rouge ein hartes Duell lieferten.

Für Räikkönen war es der dritte Sieg in Folge auf dem Circuit de Spa-Francorchamps und der vierte der Saison. 2006 hatte kein Rennen in Belgien stattgefunden, 2007 kehrte die Formel 1 zurück. Ferrari hatte nach dem Rennen den Konstrukteurstitel sicher.

Start in Spa: Alonso gegen Hamilton in La Source und Eau Rouge

Im Qualifying hatte Räikkönen mit 1:45,994 Minuten die Bestzeit gesetzt. Ferrari stellte damit die komplette erste Reihe, Alonso und Hamilton standen in der zweiten. Beim Start versuchte Massa kurz, außen an Räikkönen vorbeizugehen, reihte sich dann aber als Zweiter ein.

Die Musik spielte eine Reihe dahinter. Alonso kam langsam weg und zog nach links, um Hamilton zu blockieren. Der Rookie hatte außen mehr Schwung, doch in La Source drängte Alonso ihn auf die asphaltierte Auslaufzone. Hamilton fand wieder Grip und zog bergab gleichauf. Alonso hielt sich außen durch den ersten Teil der Eau Rouge und hatte den dritten Platz sicher, als die Strecke nach rechts abknickte. Hinterher gab es zwei Versionen: Alonso sagte, er habe wegen des langsamen Massa ausweichen müssen. Hamilton warf seinem Teamkollegen dagegen vor, er habe ihn „pushed me wide quite deliberately“ (laut grandprix.com), also absichtlich nach außen gedrängt. Das Verhältnis der beiden Titelrivalen im selben Team war ohnehin schon angespannt, und dieser Moment machte es nicht besser.

Rennverlauf und Strategie: Räikkönen kontrolliert, Massa holt schnellste Runde

Danach dominierte Räikkönen das Rennen. Er führte mit rund vier Sekunden vor Massa und hielt diesen Abstand praktisch bis zum Ende. Die Führung gab er nur zweimal ab, jeweils für eine Runde während seiner Boxenstopps: In Runde 16 und in Runde 32 lag Massa kurz vorne, eine Runde später war wieder Räikkönen an der Spitze. Laut crash.net kam Räikkönen bei beiden Stopps zuerst an die Box, Massa jeweils eine Runde später.

McLaren setzte auf längere Stints, konnte das Ferrari-Tempo damit aber nicht mitgehen. Im mittleren Rennabschnitt verloren die Silberpfeile rund 20 Sekunden. Hamilton fuhr vor dem zweiten Stopp vier Runden länger als Alonso, doch der Spanier war auf frischen Reifen schneller. Hamilton kam sechs Sekunden hinter ihm wieder auf die Strecke und rutschte bei der Verfolgung in Pouhon von der Bahn (laut autosport.com).

Im Ziel lag Massa 4,695 Sekunden hinter Räikkönen, nachdem er in der letzten Runde Tempo herausgenommen hatte. Alonso hatte 14,343 Sekunden Rückstand, Hamilton 23,615 Sekunden. Die schnellste Runde fuhr Massa mit 1:48,036 Minuten in Runde 34.

Mittelfeld: Kubicas Aufholjagd, Heidfeld bester Verfolger

Nick Heidfeld war als Fünfter für BMW Sauber der Beste hinter den vier Topautos, lag aber 51,879 Sekunden hinter dem Sieger. Mit einer längeren Strategie war er zur Rennmitte an Nico Rosberg vorbeigezogen. Rosberg wurde für Williams Sechster. Dahinter kam Mark Webber für Red Bull auf Platz 7, und das in seinem 100. Grand Prix. Heikki Kovalainen holte als Achter mit einer Ein-Stopp-Strategie den letzten Punkt für Renault.

Gewinner des Tages waren Robert Kubica und Adrian Sutil mit je fünf gutgemachten Plätzen. Kubica war wegen eines Motorwechsels um zehn Plätze zurückversetzt worden und startete nur als 14. Schon in der Anfangsphase überholte er mehrere Autos und ging laut crash.net in Runde 11 in der Bus-Stop-Schikane an Kovalainen vorbei. Nach den Stopps lag er aber wieder hinter dem Finnen und kam als Neunter knapp ohne Punkte ins Ziel. Sutil fuhr für Spyker von Startplatz 19 auf Rang 14.

Ralf Schumacher und Jarno Trulli wurden für Toyota Zehnter und Elfter. Trulli verlor drei Plätze, so viele wie kein anderer Fahrer, der ins Ziel kam. Vitantonio Liuzzi holte als Zwölfter sein bis dahin bestes Saisonergebnis für Toro Rosso. Danach folgten Rubens Barrichello (Honda), Takuma Sato und Anthony Davidson für Super Aguri sowie Sakon Yamamoto (Spyker).

Ausfälle beim GP Belgien 2007: Fisichella, Vettel, Coulthard, Wurz, Button

Fünf Fahrer kamen nicht ins Ziel:

  • Giancarlo Fisichella (Renault) musste wegen eines Motorwechsels nach dem Qualifying vom Ende des Feldes starten. Er schied nach nur einer Runde mit einem Defekt an der Radaufhängung aus.
  • Sebastian Vettel (Toro Rosso) stellte sein Auto nach acht Runden ab. Offizieller Grund war die Lenkung.
  • David Coulthard (Red Bull) fiel nach 29 Runden mit einem Hydraulikschaden aus. Mit neun verlorenen Plätzen gegenüber dem Start war er der große Verlierer des Tages.
  • Alexander Wurz (Williams) drehte sich früh im Rennen und fiel ans Ende des Feldes zurück. Nach 34 Runden war wegen eines Problems mit dem Benzindruck Schluss.
  • Jenson Button (Honda) schied nach 36 Runden ebenfalls mit einem Hydraulikdefekt aus.

WM-Stand nach Spa: Hamilton vorn, Ferrari Konstrukteursweltmeister

Im WM-Stand 2007 führte Hamilton nach Spa mit 97 Punkten, nur zwei Zähler vor Alonso mit 95. Räikkönen lag mit 84 Punkten 13 Zähler zurück, Massa mit 77 Punkten 20. Drei Rennen standen noch aus, es waren also noch 30 Punkte zu holen. Damit hatten alle vier Fahrer der beiden Topteams noch eine Chance auf den Titel.

In der Konstrukteurswertung lag Ferrari mit 161 Punkten deutlich vor BMW Sauber mit 90. Das reichte für den Titel, denn McLaren war wenige Tage zuvor wegen der Spionage-Affäre aus der Wertung genommen worden und stand bei null Punkten. Autosport bezeichnete Ferrari deshalb als Weltmeister, solange McLaren keinen Einspruch einlegte.

Überschattet wurde das Wochenende vom Tod des früheren Rallye-Weltmeisters Colin McRae, der am Samstag bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen war.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Belgien 2007 – formel-1-livestream.de
  2. 2007 Belgian Grand Prix – Wikipedia
  3. Belgian GP 2007 – Race report: Two by two – grandprix.com
  4. Raikkonen takes third straight Spa win – Autosport
  5. Belgium 2007: Kimi cruises at Spa – crash.net

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