Rückblick · erstellt am · Rennen vom 30. Juli 2006

GP Deutschland 2006: Schumacher führt Ferrari-Doppelsieg an

Michael Schumacher gewann in Hockenheim vor Felipe Massa. Pole-Mann Kimi Räikkönen verlor die Führung schon nach zehn Runden durch einen verpatzten Stopp.

Jacques Villeneuve geht beim GP Deutschland 2006 neben seinem verunfallten BMW Sauber im Kiesbett, daneben ein Streckenposten.
Foto: Wikimedia Commons, Oom Agent (gemeinfrei (PD-self))

GP Deutschland 2006 in Hockenheim: Ferrari-Doppelsieg

Michael Schumacher gewann den Großen Preis von Deutschland 2006 auf dem Hockenheimring von Startplatz 2 aus. Sein Teamkollege Felipe Massa wurde Zweiter, so dass Ferrari einen Doppelsieg feierte. Den dritten Platz holte Kimi Räikkönen im McLaren. Er war von der Pole Position gestartet, doch das Rennen entschied sich früh: Räikkönen musste nach nur zehn Runden zum Tanken, und der Stopp verlief nicht wie geplant. Von da an lagen die beiden roten Autos vorne.

Rennverlauf: Räikkönens kurzer Auftakt, Schumachers Kontrolle

Räikkönen behielt am Start die Führung. Hinter ihm berührten sich in der ersten Runde David Coulthard im Red Bull und Ralf Schumacher im Toyota. Nico Rosberg drehte sich im Williams in die Begrenzung und schied aus, ohne eine Runde beendet zu haben.

McLaren hatte Räikkönen mit sehr wenig Benzin ins Rennen geschickt, deshalb kam er schon in Runde 10 an die Box. Laut den Rennberichten hakte es beim Wechsel des rechten Hinterreifens, und der Stopp dauerte deutlich zu lange. Damit war das Rennen für Schumacher praktisch offen. Er übernahm die Führung und gab sie bis zur Zielflagge nicht mehr ab. Auch bei seinem eigenen ersten Stopp verlor er die Spitze nicht. Massa folgte ihm die ganze Zeit wie ein Schatten.

Im Ziel lagen nur 0,720 Sekunden zwischen den beiden Ferrari. Räikkönen kam mit 13,206 Sekunden Rückstand auf den Sieger ins Ziel. Schumacher fuhr außerdem die schnellste Runde des Rennens, eine 1:16,357 Minuten in Runde 17 (Zeiten laut Wikipedia). Es war sein fünfter Saisonsieg und der 89. Sieg seiner Karriere.

Strategie: Nachtanken, Räikkönens Aufholjagd und das Renault-Duell

Nach seinem frühen Stopp fiel Räikkönen hinter die Verfolger zurück. Vorne in dieser Gruppe lag Jenson Button im Honda, dahinter die beiden Renault von Giancarlo Fisichella und Fernando Alonso. Wikipedia zufolge kam Räikkönen ein drittes Mal an die Box, was so nicht geplant war. Danach holte er auf, überholte erst Mark Webber und dann Button und eroberte so Platz 3. Button wurde Vierter, wie er auch gestartet war.

Renault hatte schon vor dem Rennen einen Rückschlag erlitten. Die FIA ging gegen die Entscheidung ihrer eigenen Sportkommissare in Berufung, die den umstrittenen Massendämpfer zugelassen hatten. Daraufhin baute Renault das System nach dem Freitagstraining aus. Alonso startete nur von Platz 7. In der zweiten Runde der Boxenstopps kam Fisichella von der Strecke ab, und Alonso zog an ihm vorbei. In Runde 61 rutschte auch Alonso neben die Strecke, blieb aber vor seinem Teamkollegen. Die beiden Renault wurden Fünfter und Sechster.

Ausfälle und Strafen: Villeneuves letztes Rennen, MF1 disqualifiziert

Zehn Fahrer wurden nicht gewertet:

  • Nico Rosberg (Williams): Unfall in der ersten Runde.
  • Sakon Yamamoto (Super Aguri): Nach einem Chassiswechsel startete er aus der Boxengasse und schied nach einer Runde mit Antriebswellendefekt aus.
  • Pedro de la Rosa (McLaren): Benzinpumpe nach zwei Runden.
  • Nick Heidfeld (BMW Sauber): Bremsen nach neun Runden. Das Heimrennen endete für ihn also früh.
  • Rubens Barrichello (Honda): Motorschaden nach 18 Runden. Kurz nach seinem Boxenstopp fing das Heck seines Autos Feuer.
  • Jacques Villeneuve (BMW Sauber): Nach 30 Runden verunglückte er heftig in der letzten Kurve, stieg aber unverletzt aus.
  • Takuma Sato (Super Aguri): Getriebe nach 38 Runden.
  • Mark Webber (Williams): Er war von Platz 11 gestartet und lag auf Rang 5, als er nach 59 Runden wegen eines Wasserlecks aufgeben musste.

Dazu kamen die beiden MF1. Christijan Albers und Tiago Monteiro hatten das Ziel erreicht, wurden aber nachträglich disqualifiziert. Bei der technischen Abnahme nach dem Rennen bogen sich die unteren Elemente ihrer Heckflügel unzulässig stark.

Ralf Schumacher musste in Runde 35 eine Durchfahrtsstrafe antreten, weil er in der Boxengasse zu schnell gefahren war. Er wurde Neunter.

Einordnung: Villeneuve fuhr in Hockenheim sein letztes Formel-1-Rennen. Für den Rest der Saison übernahm Robert Kubica sein Cockpit bei BMW Sauber.

Gewinner und Verlierer des Hockenheim-Rennens

Größter Gewinner des Tages war Jarno Trulli. Wegen eines Motorwechsels hatte er zehn Startplätze verloren und musste von Rang 20 losfahren. Er kam als Siebter ins Ziel, 13 Plätze weiter vorn, und holte zwei Punkte für Toyota. Christian Klien machte vier Plätze gut und sicherte Red Bull als Achter den letzten Punkt. Ohne Punkte, aber mit deutlichen Fortschritten kamen die beiden Toro Rosso ins Ziel: Vitantonio Liuzzi wurde Zehnter (sechs Plätze gewonnen), Scott Speed Zwölfter (sieben Plätze gewonnen).

Auf der Verliererseite stand vor allem Barrichello. Er war als Sechster gestartet, und sein Ausfall kostete ihn zehn Plätze. Pedro de la Rosa verlor neun Plätze, und McLaren erlebte insgesamt einen bitteren Tag: Von der Pole Position blieb am Ende nur Platz 3 übrig. Auch BMW Sauber hatte ein Heimrennen zum Vergessen, denn keines der beiden Autos sah das Ziel.

WM-Stand 2006 nach dem GP Deutschland: Schumacher rückt näher

Alonso holte nur vier Punkte, Schumacher dagegen zehn. Damit schrumpfte der Vorsprung des Spaniers in der Fahrer-WM 2006 um sechs Punkte. Alonso führte jetzt mit 100 Punkten vor Schumacher mit 89. Massa sprang mit 50 Punkten auf Platz 3. Dahinter folgten Fisichella und Räikkönen mit jeweils 49 Punkten.

Auch in der Konstrukteurswertung wurde es enger. Renault lag mit 149 Punkten noch vorne, Ferrari hatte mit 139 Punkten aber bis auf zehn Zähler aufgeschlossen. McLaren war mit 77 Punkten Dritter, vor Honda (37) und Toyota (23).

In Hockenheim hatte Ferrari das klar schnellste Paket, während Renault ohne den Massendämpfer offenbar an Tempo verlor. Sechs Rennen vor Saisonende war der Titelkampf damit wieder völlig offen. Nächste Station war der GP Ungarn.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Deutschland 2006 – formel-1-livestream.de
  2. 2006 German Grand Prix – Wikipedia
  3. German GP 2006 – Race notes: Schumacher wins German GP – grandprix.com
  4. 2006 German Grand Prix – Formula One History
  5. Midland disqualified over flexi wings – Autosport

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