GP Frankreich 2006: Schumachers achter Sieg in Magny-Cours
Michael Schumacher gewann den GP Frankreich 2006 mit drei Boxenstopps von der Pole. Alonso wurde dank zwei Stopps Zweiter und hielt Massa hinter sich.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Frankreich 2006: Schumacher siegt, Alonso begrenzt den Schaden
Den GP Frankreich 2006 auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours gewann Michael Schumacher im Ferrari von der Pole-Position. Er hatte das Rennen fest im Griff. Hinter ihm kam Fernando Alonso im Renault ins Ziel. Der Weltmeister fuhr mit nur zwei Boxenstopps und schob sich so noch vor Felipe Massa, der als Dritter das Podium komplettierte. Entschieden wurde das Rennen in der Box: Ferrari setzte auf drei Stopps, Renault auf zwei.
Start und erste Phase: Massa hält Alonso auf
Bei sommerlicher Hitze von 34 °C ging es über 70 Runden. Gleich in der ersten Haarnadel versuchte es Alonso innen gegen Massa, verbremste sich aber. Der Brasilianer behielt Platz zwei. Damit hatte er seine Aufgabe erfüllt: Schumacher konnte vorne ungestört davonziehen, während Alonso hinter dem zweiten Ferrari festhing.
Schumacher reihte schnelle Runden aneinander und lag rund acht Sekunden vor Alonso, als Massa in Runde 16 als Erster der Spitzengruppe an die Box kam. Alonso stoppte eine Runde später, Schumacher in Runde 18. Während der Boxenstopps lagen kurz andere Fahrer in Führung: Jarno Trulli in den Runden 19 und 20, danach Ralf Schumacher in den Runden 21 und 22. Beide fuhren für Toyota und mit mehr Sprit an Bord. Ab Runde 23 führte wieder Michael Schumacher. Nach Runde 25 hatte er laut grandprix.com 5,8 Sekunden Vorsprung auf Massa, Alonso lag weitere fünf Sekunden zurück.
In Runde 26 ging Kimi Räikkönen im McLaren am Ausgang der Adelaide-Haarnadel an Trulli vorbei und übernahm Platz vier.
Strategie in Magny-Cours: drei Ferrari-Stopps gegen zwei bei Renault
Hier fiel die Entscheidung über die Plätze hinter dem Sieger. Laut den Rennnotizen von grandprix.com stoppte Schumacher in den Runden 18, 38 und 55, Massa in den Runden 16, 34 und 53. Alonso kam dagegen nur in den Runden 17 und 42 an die Box.
Im zweiten Stint verlor Alonso Zeit hinter Überrundeten. Als Schumacher zum zweiten Mal stoppte, lag der Spanier schon rund 16 Sekunden zurück. Weil sein zweiter Stopp später kam, führte Alonso von Runde 39 bis 41 das Rennen an. Ab Runde 42 lag wieder Schumacher vorne und gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab.
Nach Runde 50 führte Schumacher mit 20 Sekunden vor Massa, Alonso folgte weitere zehn Sekunden dahinter. Mit Massas drittem Stopp in Runde 53 drehte sich das Bild: Alonso kam an ihm vorbei und schonte seine Reifen bis zur Zielflagge. Schumacher ließ es nach seinem letzten Stopp ruhiger angehen. Trotzdem fuhr er in Runde 46 mit 1:17,111 Minuten die schnellste Runde des Rennens. Im Ziel lag er 10,1 Sekunden vor Alonso, Massa hatte 22,5 Sekunden Rückstand.
Ausfälle: Trullis Bremsen, Webbers Felge, Hondas Pech
Sechs Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Takuma Sato (Super Aguri) war schon in der ersten Runde mit einem Getriebeschaden draußen.
- Tiago Monteiro (MF1) schied nach 11 Runden aus. Offiziell wird ein technischer Defekt angegeben.
- Rubens Barrichello (Honda) stellte seinen Wagen nach 28 Runden mit Motorschaden ab.
- Jarno Trulli fuhr stark und war schon an der Spitze gewesen. In Runde 40 musste er dann von Platz vier aus mit einem Bremsdefekt aufgeben.
- Mark Webber (Williams) hatte ein schwieriges Rennen. Laut grandprix.com drehte er sich in Runde 39 bei hohem Tempo, offenbar wegen eines Reifenproblems. Crash.net berichtet, dass Karosserieteile am Hinterreifen schliffen und zwei Reifenschäden auslösten. Nach 55 Runden war Schluss, offizieller Grund: Defekt an der Felge.
- Jenson Button fiel neun Runden vor Schluss, nach 61 Runden, mit einem technischen Defekt aus. Crash.net nennt Motorprobleme. Damit kam keiner der beiden Honda ins Ziel.
Gewinner und Verlierer des Tages
Gewinner: Ralf Schumacher brachte den Toyota TF106B von Startplatz fünf auf Rang vier ins Ziel. Mit diesen fünf Punkten zog Toyota in der Teamwertung knapp an BMW Sauber vorbei. Die meisten Plätze machte Vitantonio Liuzzi im Toro Rosso gut. Nach einer Strafe von zehn Startplätzen für einen Motorwechsel ging er von Platz 22 ins Rennen und wurde Dreizehnter, neun Plätze weiter vorne. Die gleiche Strafe hatte auch Nico Rosberg bekommen. Er kam vom 18. auf den 14. Platz. Jacques Villeneuve gewann als Elfter fünf Plätze, sein Teamkollege Nick Heidfeld fuhr von Startplatz elf auf Rang acht und holte den letzten Punkt.
Dahinter wurden David Coulthard (Red Bull) Neunter und Scott Speed Zehnter. Christian Klien kam als Zwölfter ins Ziel, Christijan Albers als 15. und Franck Montagny als 16. mit drei Runden Rückstand. Giancarlo Fisichella holte als Sechster Punkte für Renault. Bei McLaren fuhr Pedro de la Rosa als Ersatz für Juan Pablo Montoya und wurde Siebter, obwohl er nach einem schwachen Start lange hinter Webber feststeckte.
Verlierer: Trulli verlor durch seinen Ausfall 15 Plätze gegenüber dem Start und das schon sicher scheinende Punkteergebnis. Für Honda war es ein Wochenende zum Vergessen: Beide Fahrer schieden schon im ersten Qualifying-Abschnitt aus, und im Rennen fielen beide Autos aus.
WM-Stand 2006 nach dem GP Frankreich
Im WM-Stand 2006 bleibt Alonso mit 96 Punkten vorne. Michael Schumacher folgt mit 79 Punkten, der Abstand ist damit von 19 auf 17 Punkte geschrumpft. Fisichella liegt mit 46 Punkten auf Platz drei vor Räikkönen (43) und Massa (42). Ralf Schumacher verbessert sich mit 13 Punkten um zwei Plätze auf Rang neun.
Bei den Konstrukteuren führt Renault mit 142 Punkten vor Ferrari mit 121. Ferrari holte in Magny-Cours 16 Punkte, Renault 11, und rückte damit um fünf Punkte näher heran.
Einordnung: Rekordsieg zum 100. Geburtstag des Grand Prix
Das Rennen fiel auf ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre nach dem ersten Grand Prix von Frankreich 1906. Michael Schumacher feierte es mit einer Bestmarke. Er gewann zum achten Mal den GP Frankreich und war damit der erste Fahrer, der achtmal denselben Grand Prix gewann. Für ihn war es der 88. Grand-Prix-Sieg und der vierte der Saison. Nach Indianapolis hatte er nun zwei Rennen in Folge gewonnen. Mit Pole, Sieg und schnellster Runde schaffte er außerdem seinen 22. Hattrick, auch das ein Rekord.
Rückblickend war es auch ein Abschied: Seine 68. Pole-Position in Magny-Cours sollte die letzte seiner Karriere bleiben.
Für die Saison zeigte Frankreich, dass Ferrari in diesem Sommer das schnellere Paket hatte. Alonso hielt mit klugem Fahren und der passenden Strategie den Schaden gering. Der Zweikampf um den Titel war damit endgültig eröffnet.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Vitantonio Liuzzi | 22 | 13 | +9 |
| Jacques Villeneuve | 16 | 11 | +5 |
| Scott Speed | 14 | 10 | +4 |
| Nico Rosberg | 18 | 14 | +4 |
| Franck Montagny | 20 | 16 | +4 |
| Nick Heidfeld | 11 | 8 | +3 |
| Fernando Alonso | 3 | 2 | +1 |
| Ralf Schumacher | 5 | 4 | +1 |
| Kimi Räikkönen | 6 | 5 | +1 |
| Giancarlo Fisichella | 7 | 6 | +1 |
| Pedro de la Rosa | 8 | 7 | +1 |
| Michael Schumacher | 1 | 1 | 0 |
| David Coulthard | 9 | 9 | 0 |
| Christian Klien | 12 | 12 | 0 |
| Christijan Albers | 15 | 15 | 0 |
| Felipe Massa | 2 | 3 | −1 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Fernando Alonso | 1 (88) | 96 |
| 2 | Michael Schumacher | 2 (69) | 79 |
| 3 | Giancarlo Fisichella | 3 (43) | 46 |
| 4 | Kimi Räikkönen | 4 (39) | 43 |
| 5 | Felipe Massa | 5 (36) | 42 |
| 6 | Juan Pablo Montoya | 6 (26) | 26 |
| 7 | Jenson Button | 7 (16) | 16 |
| 8 | Rubens Barrichello | 8 (16) | 16 |
| 9 | Ralf Schumacher | 11 (8) | 13 |
| 10 | Nick Heidfeld | 9 (12) | 13 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Frankreich 2006 – formel-1-livestream.de
- French GP 2006 – Race notes: Schumacher wins French GP – grandprix.com
- France 2006: Momentum stays with Schumacher – Crash.net
- 2006 French Grand Prix – Wikipedia
- 2006 French Grand Prix – Formula One History


