Rückblick · erstellt am · Rennen vom 28. Mai 2006

GP Monaco 2006: Alonso siegt, Schumacher fährt von 22 auf 5

Alonso gewann in Monaco 2006 vor Montoya und Coulthard, der Red Bull das erste Podium schenkte. Schumacher fuhr nach der Rascasse-Affäre auf Platz 5.

GP Monaco 2006 im Überblick: Alonso gewinnt von der Pole

Den Großen Preis von Monaco 2006, Lauf 7 der WM, gewann Fernando Alonso im Renault vom ersten Startplatz aus. Zweiter wurde Juan Pablo Montoya im McLaren, Dritter David Coulthard, der Red Bull das erste Podium der Teamgeschichte bescherte. Entschieden wurde das Rennen in der Safety-Car-Phase nach Runde 48: Erst stellte Alonsos Verfolger Mark Webber seinen Williams brennend ab, kurz danach schied auch Kimi Räikkönen mit einem Feuer am Hitzeschild aus. Dazu kam noch Michael Schumacher, der nach dem Skandal im Qualifying aus der Boxengasse (Startplatz 22) bis auf Rang 5 vorfuhr.

Die Rascasse-Affäre: Schumacher und Massa starten vom Ende des Feldes

Schon vor dem Start gab es nur ein Thema. Im Qualifying lag Schumacher vorläufig auf der Pole, Alonso fehlten nach dem ersten Versuch nur 0,064 Sekunden. Auf seiner letzten schnellen Runde verbremste sich der Ferrari-Pilot in der Rascasse und stellte sein Auto quer zur Ausfahrt. Es kamen gelbe Flaggen, und Alonso konnte seine letzte Runde nicht zu Ende fahren. Laut Schumacher war sein Versuch nur „unfortunately just a touch too much“ (formula1.com). Die Rennkommissare sahen darin Absicht, strichen ihm die Pole und schickten ihn ans Ende des Feldes. So rückte Alonso auf den ersten Startplatz vor.

Auch beim zweiten Ferrari lief es schlecht: Felipe Massa war im ersten Qualifying-Abschnitt am Casino verunfallt und blieb ohne Zeit. Damit gingen Massa von Startplatz 21 und Schumacher von 22 als Letzte ins Rennen, Schumacher laut Wikipedia sogar aus der Boxengasse.

Rennverlauf: Webber und Räikkönen jagen Alonso

Alonso kam vor Webber im Williams, Räikkönen und Montoya als Erster in die erste Kurve. Dahinter fuhr Nico Rosberg stark los und überholte vor Sainte Dévote Jarno Trulli und Coulthard. In Runde 2 bremste Webber in Sainte Dévote zu spät (grandprix.com: „got on the brakes a sniff late“), und Räikkönen schlüpfte an ihm vorbei auf Platz 2. Im MF1-Team kollidierten Tiago Monteiro und Christijan Albers leicht, Monteiro verlor dabei seinen Frontflügel.

Im ersten Stint machte Räikkönen Druck auf Alonso, Webber wiederum auf Räikkönen. Nach Darstellung von grandprix.com ließ es Alonso dabei aber ruhig angehen. Räikkönen kam in Runde 22 als Erster des Spitzentrios zum Nachtanken, Alonso zwei Runden später. Dadurch führte Webber in Runde 24 für eine Runde, ab Runde 25 lag wieder Alonso vorn. Nach seinem Stopp kam Webber hinter Räikkönen auf die Strecke zurück und fuhr dank seiner gut funktionierenden Bridgestone-Reifen eine starke Pace.

Die Wende: Feuer bei Webber und Räikkönen, Safety Car in Monaco

Nach 48 Runden rauchte es am Heck von Webbers Williams. Die Auspuffgase hatten Kabelstränge durchgeschmort, und am Ende der Boxenausfahrt brannte das Auto. Webber war „very disappointed“, die Zuverlässigkeit habe sie im Stich gelassen (crash.net). Um den Williams zu bergen, kam das Safety Car auf die Strecke. Fast das ganze Feld nutzte die Gelegenheit zum zweiten Stopp.

Dann erwischte es Räikkönen. Ein Hitzeschild, das schon im ersten Training gebrannt hatte, fing wieder Feuer und beschädigte die Verkabelung. Nach 50 Runden stellte der Finne seinen McLaren hinter dem Safety Car ab. „Things just didn't go my way today“, sagte er hinterher (crash.net). Kurz darauf schied auch Rosberg aus: Nach Angaben von grandprix.com blieb bei ihm wegen Problemen mit den Abgasen das Gas hängen, und der Williams landete in der letzten Kurve mit der Nase voraus in den Reifenstapeln. Offiziell wird sein Ausfall nach 51 Runden als Unfall geführt.

Von nun an fuhr Alonso allein an der Spitze. Montoya war plötzlich Zweiter, kam aber nicht mehr an den Renault heran. Im Ziel fehlten ihm laut Wikipedia 14,567 Sekunden.

Strafen und späte Ausfälle: Coulthard erbt das Podium

Hinter den beiden Ersten ging es in der Schlussphase noch hoch her. Christian Klien schied nach 56 Runden mit einem Getriebeschaden aus. Jacques Villeneuve im BMW Sauber bekam laut Wikipedia eine Durchfahrtsstrafe, weil er unter dem Safety Car überholt hatte. Schwerer traf es Rubens Barrichello im Honda: Er war im Pitlane zu schnell gefahren und musste ebenfalls durch die Boxengasse. Damit lag Trulli im Toyota auf Podiumskurs.

Doch nach 72 Runden blieb Trulli nahe dem Casino mit einem Hydraulikdefekt stehen. So rückte Coulthard auf Platz 3 vor. Bei der Siegerehrung trug er sogar ein Superman-Cape, denn Red Bull warb an diesem Wochenende für den Film „Superman Returns“ (Wikipedia). Barrichello rettete den vierten Platz. Bereits nach 46 Runden war Takuma Sato im Super Aguri mit einem Elektrikproblem ausgefallen.

Gewinner und Verlierer: Schumachers Aufholjagd mit schnellster Runde

Die meisten Plätze machte Schumacher gut: 17, von Startplatz 22 auf Rang 5. Laut Wikipedia bog er erst in Runde 36 zu seinem einzigen Stopp ab. Mit der langen ersten Stint-Phase und der Safety-Car-Phase rückte er nach vorn. Am Ende fuhr er die schnellste Rennrunde und saß Barrichello noch im Nacken, kam aber nicht vorbei. Massa gewann 12 Plätze, wurde Neunter und blieb damit ohne Punkte. Nick Heidfeld machte acht Positionen gut und holte als Siebter zwei Punkte. Den letzten Punkt sicherte sich Ralf Schumacher als Achter. Giancarlo Fisichella wurde im zweiten Renault Sechster.

Die großen Verlierer waren Webber, der von Startplatz 2 aus ausfiel, und Räikkönen, der sich laut Eurosport schon auf Siegkurs sah. Die übrigen Fahrer (Vitantonio Liuzzi und Scott Speed im Toro Rosso, Jenson Button, Albers, Villeneuve, Monteiro und Franck Montagny) kamen auf den Plätzen 10 bis 16 ins Ziel.

WM-Stand nach Monaco 2006: Alonso baut die Führung aus

Für Alonso war es der erste Sieg in Monaco und ein wichtiger Schritt Richtung Titelverteidigung. Im WM-Stand 2006 hatte er 64 Punkte, Schumacher folgte mit 43 Punkten, also 21 Zähler dahinter. Fisichella und Räikkönen lagen mit je 27 Punkten gleichauf, Montoya verbesserte sich mit 23 Punkten auf Rang 5. In der Konstrukteurswertung führte Renault mit 91 Punkten klar vor Ferrari (63) und McLaren (50). Red Bull kam mit Coulthards Podium auf 8 Punkte.

Auch nach Monaco 2006 hieß der Mann der Saison Alonso. Schumacher hatte an diesem Wochenende viel Ansehen verloren, mit seiner Fahrt im Rennen aber Schadensbegrenzung betrieben. Alle Daten zum Rennen findest du auf unserer Seite zum Circuit de Monaco und in der Ergebnisübersicht.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Monaco 2006 – formel-1-livestream.de
  2. 2006 Monaco Grand Prix – Wikipedia
  3. Monaco GP 2006 – Race report: On the waterfront – grandprix.com
  4. Do you remember: Schumacher's Rascasse antics spark outcry – formula1.com
  5. Webber and Räikkönen rue loss of podium – crash.net
  6. Alonso grabs first win at Monaco – Mail & Guardian
  7. Kimi: 'I would have won' – Eurosport

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