Rückblick · erstellt am · Rennen vom 12. März 2006

GP Bahrain 2006: Alonso schlägt Schumacher im Boxenduell

Fernando Alonso gewann den Saisonauftakt 2006 in Bahrain knapp vor Michael Schumacher. Kimi Räikkönen fuhr von Startplatz 22 bis aufs Podium.

Martin Whitmarsh im weißen McLaren-Mercedes-Hemd im Fahrerlager des Bahrain International Circuit
Foto: Wikimedia Commons, Paddy Briggs (gemeinfrei (PD-self))

GP Bahrain 2006 im Überblick: Alonso siegt zum Auftakt

Die Saison 2006 begann mit einem Duell zwischen dem Weltmeister und dem Rekordchampion. Fernando Alonso gewann im Renault den GP Bahrain 2006 vor Pole-Setter Michael Schumacher im Ferrari. Den Ausschlag gab der zweite Boxenstopp: Alonso fuhr Seite an Seite mit Schumacher aus der Boxengasse und behauptete sich in der ersten Kurve. Dritter wurde Kimi Räikkönen im McLaren, und zwar vom letzten Startplatz aus.

Auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir standen gleich zwei Premieren an. Zum ersten Mal fuhr das Feld mit den neuen 2,4-Liter-V8-Motoren, und auch das Knockout-Qualifying in drei Abschnitten war neu. Nur Toro Rosso setzte noch einen V10 ein.

Rennverlauf: Schumacher führt, Alonso lauert

Schumacher startete von der Pole und behielt die Führung. Felipe Massa war Zweiter gestartet, doch Alonso ging noch in der ersten Runde an ihm vorbei auf Platz zwei. In der Anfangsphase verlor Massa beim Anbremsen der ersten Kurve das Heck und drehte sich, Alonso kam dabei nur knapp an ihm vorbei. Danach brauchte Massa neue Reifen. Weil ein Schlagschrauber ausfiel, stand er rund 46 Sekunden an der Box und fiel ans Ende des Feldes zurück.

An der Spitze waren Schumacher und Alonso fast gleich schnell. Schumacher kam in Runde 15 zum ersten Stopp, Alonso erst in Runde 19. Dadurch lag Alonso ab Runde 16 vorn. Danach führte ab Runde 20 kurz Juan Pablo Montoya und ab Runde 24 wieder Schumacher. Nach dem ersten Stopp lag Alonso also weiter dicht hinter dem Ferrari, und die Entscheidung fiel erst bei den zweiten Stopps.

Die Entscheidung: Alonsos zweiter Boxenstopp

Schumacher kam in Runde 36 zum zweiten Mal an die Box, Alonso drei Runden später. Laut Autosport stand der Renault rund 7,7 Sekunden und damit etwa eine Sekunde kürzer als der Ferrari. Das reichte: Alonso kam neben Schumacher auf die Strecke zurück, nahm die Innenbahn in Kurve 1 und drückte den Ferrari an die Randsteine. In Kurve 4 verbremste sich Schumacher, und Alonso konnte sich etwas absetzen.

Jenson Button musste noch einmal stoppen und führte deshalb in Runde 40 kurz. Ab Runde 41 lag Alonso wieder vorn und gab die Spitze nicht mehr ab. Schumacher griff in der Schlussphase an, kam aber nie vorbei. Am Ende fehlten ihm 1,246 Sekunden.

Räikkönens Aufholjagd und Rosbergs starkes Debüt

Der Mann des Tages war Räikkönen, der 19 Plätze gutmachte. Im Qualifying war ihm schon auf der ersten gezeiteten Runde die rechte hintere Radaufhängung gebrochen, laut Wikipedia wegen eines Fertigungsfehlers. Dadurch blieb er ohne Zeit und musste von Platz 22 starten. Im Rennen setzte McLaren auf nur einen Stopp in Runde 30. Danach war Räikkönen schneller als sein Teamkollege Montoya, obwohl er deutlich mehr Sprit an Bord hatte, und sicherte sich Platz drei.

Button musste lange um Rang drei kämpfen. Von Startplatz drei kam der Honda schlecht weg, Autosport vermutet ein Problem mit der Kupplung. Dadurch verlor er zunächst Plätze. Dann arbeitete er sich wieder nach vorn und überholte dabei auch Montoya. Nach seinem ersten Boxenstopp verlor er aber im Verkehr Zeit und wurde Vierter, nur 0,632 Sekunden hinter Räikkönen.

Nico Rosberg fuhr sein erstes Rennen in der Formel 1 und machte im Williams gleich auf sich aufmerksam. Nach einer Berührung mit Nick Heidfeld in der ersten Kurve kämpfte er sich von Startplatz zwölf nach vorn. In Runde 49 überholte er David Coulthard, in Runde 56 dann Christian Klien im Red Bull. Damit holte er als Siebter seine ersten WM-Punkte. Dazu kam die schnellste Runde des Rennens, eine 1:32,408 in Runde 42. Mit 20 Jahren und 258 Tagen war er damals der jüngste Fahrer, der je eine schnellste Runde gefahren war. Den alten Rekord hatte Alonso gehalten. Teamkollege Mark Webber wurde Sechster.

Ausfälle beim GP Bahrain 2006

Vier Fahrer kamen nicht ins Ziel:

Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem Auftakt

Gewinner: Räikkönen machte von allen Fahrern die meisten Plätze gut. Rosberg gewann fünf Positionen und holte bei seinem Debüt Punkte. Alonso gewann zum Auftakt seiner Titelverteidigung, Startnummer 1 auf dem Auto.

Verlierer: Fisichella fiel aus, nachdem er von Platz neun gestartet war. Massa ging von Startplatz zwei ins Rennen und wurde nur Neunter, sieben Plätze schlechter. Rubens Barrichello erlebte einen schwierigen Einstand bei Honda: Er startete als Sechster und kam mit einer Runde Rückstand als Fünfzehnter ins Ziel.

Im WM-Stand 2006 führte Alonso mit 10 Punkten vor Schumacher mit 8 und Räikkönen mit 6. Bei den Teams lagen Renault und McLaren mit je 10 Punkten gleichauf, Ferrari folgte mit 8. Honda und Williams hatten je 5 Punkte.

Einordnung: Schon das erste Rennen der V8-Ära war ein enges Duell zwischen Alonso und Schumacher. Die beiden Teams fuhren auf fast gleichem Niveau, und die Boxenstopps gaben den Ausschlag. Alle Ergebnisse und Daten findest du auf der Rennseite.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Bahrain 2006 – formel-1-livestream.de
  2. Bahrain GP 2006 – Race notes: Alonso wins Bahrain GP – grandprix.com
  3. The Complete 2006 Bahrain GP Review – Autosport
  4. 2006 Bahrain Grand Prix – Wikipedia

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