GP China 2005: Alonso siegt, Renault holt den Konstrukteurstitel
Fernando Alonso gewann in Shanghai von der Pole und sicherte Renault den ersten Konstrukteurstitel. Zwei Safety-Car-Phasen machten Ralf Schumacher zum Dritten.
GP China 2005: Alonso führt jede Runde, Renault ist Konstrukteursweltmeister
Beim Saisonfinale 2005 auf dem Shanghai International Circuit setzte sich Fernando Alonso von der Pole-Position durch und führte das Rennen über alle 56 Runden an. Zweiter wurde Kimi Räikkönen im McLaren, Dritter Ralf Schumacher im Toyota. Entschieden wurde der Tag durch zwei Safety-Car-Phasen. Mit Alonsos Sieg und Platz vier von Giancarlo Fisichella gewann Renault die Konstrukteurswertung vor McLaren. Alle Zeiten und Platzierungen findest du auf unserer Rennseite zum GP China 2005.
Rennverlauf in Shanghai: Kollision vor dem Start, Alonso zieht davon
Schon vor dem Start gab es Ärger. Auf dem Weg in die Startaufstellung kollidierte Michael Schumacher mit dem Minardi von Christijan Albers. Laut Wikipedia war Schumacher vor dem schnelleren Albers nach links gezogen. Beide Autos waren stark beschädigt, deshalb gingen beide Fahrer aus der Boxengasse ins Rennen, offenbar in ihren Ersatzautos. Schumacher war eigentlich als Sechster und Albers als 18. qualifiziert. Nach dem Rennen bekam Schumacher von den Kommissaren eine Verwarnung.
Alonso kam am besten weg und lag nach der ersten Runde laut grandprix.com zwei Sekunden vor seinem Teamkollegen Fisichella, der von Startplatz zwei aus die McLaren hinter sich hielt. Juan Pablo Montoya ging in der ersten Kurve an Jenson Button vorbei. Takuma Sato im BAR hatte einen Frühstart und musste eine Durchfahrtsstrafe antreten. Danach fuhr Alonso allen davon: Sein Vorsprung wuchs nach grandprix.com von sechs Sekunden in Runde 5 auf 15,7 Sekunden in Runde 15.
Der Gullydeckel und das erste Safety Car: Montoya und Michael Schumacher scheiden aus
In Runde 17 überfuhr Montoya am Ausgang der letzten Kurve einen losen Gullydeckel. Nach grandprix.com beschädigte er sich dabei einen Reifen, nach crash.net auch den Unterboden. Damit die Streckenposten die Trümmer beseitigen konnten, kam das Safety Car auf die Strecke. Für Alonso war damit der ganze Vorsprung weg. Fast das gesamte Feld nutzte die Neutralisation zum Boxenstopp. Montoya musste zweimal an die Box und fiel bis auf Platz 14 zurück. Laut crash.net blieb das Safety Car fast eine Viertelstunde draußen.
Hinter dem Safety Car drehte sich Michael Schumacher von der Strecke. Nach 20 Runden war seine Saison vorbei. Montoya gab nach 24 Runden auf. Offiziell lautete der Grund Motorschaden, laut crash.net waren die Motortemperaturen gestiegen. Damit ruhten McLarens Hoffnungen auf den Konstrukteurstitel allein auf Räikkönen.
Karthikeyans Unfall und das zweite Safety Car: Ralf Schumachers Strategie geht auf
Beim Neustart lag Alonso wieder vorn, Räikkönen saß Fisichella im Nacken. Laut grandprix.com verunglückte Narain Karthikeyan im Jordan dann in Runde 29 bei hohem Tempo. Crash.net zufolge hatte er noch kalte Reifen. Sein Auto rutschte über die Strecke zurück und verteilte Trümmer, Jacques Villeneuve konnte dem Jordan nur knapp ausweichen. Offiziell steht beim Inder nach 28 Runden „Accident“, also Unfall.
Das Safety Car kam ein zweites Mal, und diese Phase entschied über das restliche Podium. Die meisten Fahrer kamen erneut an die Box. Räikkönen ging in dieser Phase an Fisichella vorbei. Toyota, Red Bull und Sauber ließen dagegen Ralf Schumacher, Christian Klien und Felipe Massa draußen und gewannen so Positionen auf der Strecke. In Runde 40 lag Ralf Schumacher laut grandprix.com drei Sekunden hinter Alonso auf Platz zwei, dahinter folgten Massa, Klien, Räikkönen und Fisichella. Bis zum Schluss reichte das Benzin aber nicht: Massa stoppte in Runde 44, Klien in Runde 45 und Ralf Schumacher in Runde 46. Der Toyota-Pilot kam als Vierter zurück auf die Strecke.
Fisichellas Strafe: Podium geht an Ralf Schumacher
Für Fisichella wurde das Ende bitter. In Runde 52 bekam er nach grandprix.com eine Durchfahrtsstrafe, weil er bei den Boxenstopps in der zweiten Safety-Car-Phase das Feld aufgehalten hatte. Crash.net beschreibt den Vorwurf so, er habe das Feld unerlaubt zusammengeschoben. Der Italiener fiel von Platz drei auf vier zurück und kam laut crash.net nur 0,7 Sekunden hinter Ralf Schumacher ins Ziel. So stand Toyota auf dem Podium.
Vorne fuhr Alonso nach dem letzten Neustart wieder einen Vorsprung heraus. In Runde 50 lag er nach grandprix.com 11,8 Sekunden vor Räikkönen. Laut crash.net betrug der Abstand im Ziel nur noch rund vier Sekunden. Räikkönen fuhr die schnellste Runde des Rennens, nach Wikipedia eine 1:33,242 min in der letzten Runde. Laut Wikipedia war es seine zehnte schnellste Runde der Saison, und damit stellte er einen Rekord ein. Für Alonso war es laut crash.net der siebte Saisonsieg.
Gewinner und Verlierer beim GP China 2005
Gewinner des Tages:
- Christian Klien: Der Österreicher machte von Startplatz 14 aus neun Plätze gut, mehr als jeder andere, und wurde Fünfter. Laut Wikipedia war das sein bisher bestes Ergebnis.
- Ralf Schumacher: Er fuhr von Startplatz neun aufs Podium (sechs Plätze gewonnen) und überholte damit in der WM seinen Teamkollegen Jarno Trulli. Trulli kam als 15. mit einer Runde Rückstand ins Ziel.
- Felipe Massa wurde von Startplatz elf aus Sechster, Tiago Monteiro holte mit dem Jordan von Startplatz 19 aus acht Plätze und wurde Elfter.
- Mark Webber (Williams) holte als Siebter zwei Punkte, Button als Achter einen. Nach crash.net hatte das Trio Webber, Button und David Coulthard in einer entscheidenden Safety-Car-Phase hinter Rubens Barrichello festgesteckt.
Verlierer des Tages:
- Michael Schumacher und Montoya: Beide verloren 14 Plätze und fielen aus.
- Rubens Barrichello: Laut grandprix.com verlor der Ferrari-Pilot nach einem Verbremser zwei Plätze und brauchte in Runde 46 einen neuen linken Vorderreifen. Am Ende wurde er nur Zwölfter.
- Weitere Ausfälle: Sato gab nach 34 Runden mit Getriebeschaden auf. Albers schied nach 50 Runden wegen einer Radmutter aus. Antônio Pizzonia hatte nach 55 Runden einen Reifenschaden, und Robert Doornbos ging kurz vor Schluss das Benzin aus. Beide wurden trotzdem als 13. und 14. gewertet.
WM-Stand 2005 und Einordnung: Renaults Double
Alonso stand schon vor Shanghai als Fahrerweltmeister fest. Er beendete die Saison mit 133 Punkten vor Räikkönen (112) und Michael Schumacher (62). Dahinter folgten Montoya mit 60 und Fisichella mit 58 Punkten. Spannend war bis zum Schluss die Teamwertung: Renault holte in China 15 Punkte, McLaren acht. Am Ende lag Renault mit 191 Punkten vor McLaren mit 182. Ferrari wurde Dritter mit 100, Toyota Vierter mit 88 Punkten. Den kompletten WM-Stand 2005 findest du bei uns.
Für Renault war es der erste Konstrukteurstitel und damit das Double aus Fahrer- und Teamtitel. Außerdem war Shanghai ein Abschied: Laut Wikipedia fuhren BAR, Minardi und Jordan hier ihr letztes Rennen unter diesem Namen. Spätere Einordnung: Alonsos Sieg sollte laut Wikipedia der letzte Erfolg eines Autos mit V10-Motor und Sechsganggetriebe bleiben.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP China 2005 – formel-1-livestream.de
- Chinese GP 2005 – Race notes: Alonso wins Chinese GP, Renault takes championship – grandprix.com
- China 2005: Alonso win gives Renault its title – crash.net
- 2005 Chinese Grand Prix – Wikipedia