GP San Marino 2005: Alonso hält Schumacher in Imola hinter sich
Fernando Alonso siegte in Imola 0,215 Sekunden vor Michael Schumacher, der von Startplatz 13 kam. Alexander Wurz erbte später Rang drei.
GP San Marino 2005: Alonso gewinnt das Duell mit Schumacher
Beim GP San Marino 2005 feierte Fernando Alonso im Renault seinen dritten Saisonsieg in Folge. Im Ziel lag er nur 0,215 Sekunden vor Michael Schumacher im Ferrari. Entschieden wurde das Rennen in den letzten zwölf Runden: Schumacher griff immer wieder an, doch Alonso wehrte jede Attacke ab. Auf dem Podium stand am Ende Alexander Wurz im McLaren. Er rückte allerdings erst nach der späteren Disqualifikation beider BAR-Autos auf Rang drei vor.
Start in Imola: Räikkönen führt, bis die Antriebswelle bricht
Kimi Räikkönen ging von der Pole-Position ins Rennen und behauptete die Führung beim Start gegen Alonso, der von Startplatz 2 kam. Laut Motorsport.com hatte der Finne sogar Sprit für ein paar Runden mehr an Bord als der Renault-Pilot. Nach 9 Runden war sein Rennen aber vorbei, weil die Antriebswelle gebrochen war. Ab Runde 9 führte Alonso, und Räikkönen fiel mit 15 verlorenen Plätzen auf Rang 16 der Wertung zurück.
Für Renault lief es nicht nur gut. Giancarlo Fisichella war von Startplatz 12 losgefahren und schied nach 5 Runden nach einem Unfall aus. Danach fielen weitere Fahrer aus:
- Patrick Friesacher (Minardi): Kupplungsschaden nach 8 Runden
- Rubens Barrichello (Ferrari): Elektrikdefekt nach 18 Runden
- Christijan Albers (Minardi): Hydraulikproblem nach 20 Runden
Schumachers Aufholjagd von Startplatz 13
In der Qualifikation, die 2005 noch aus zwei addierten Durchgängen bestand, hatte sich Schumacher einen Fehler geleistet und war neben die Strecke gerutscht. Deshalb startete er nur von Platz 13. Im ersten Rennteil hing er in einer Kolonne hinter dem Toyota von Jarno Trulli fest. Als Trulli an die Box fuhr, hatte Schumacher freie Bahn und fuhr Runden auf Qualifikationsniveau. Über die Boxenstopps arbeitete er sich danach weiter nach vorne.
Alonso tankte laut Motorsport.com in den Runden 23 und 42. Nach jedem dieser Stopps übernahm Jenson Button im BAR kurz die Führung, ab Runde 24 und ab Runde 43. In Runde 47 ging Schumacher an Button vorbei und lag selbst in Führung. Nach seinem letzten Stopp kam er hinter Alonso auf die Strecke zurück, und ab Runde 50 führte wieder der Spanier. Laut Motorsport Magazine hatte Schumacher auf seiner Jagd einen Rückstand von rund 20 Sekunden in nur 13 Runden aufgeholt. Er fuhr auch die schnellste Runde des Rennens (1:21,858 Minuten in Runde 48).
Die letzten zwölf Runden: Alonso hält dem Druck stand
Zwölf Runden lang fuhr der amtierende Weltmeister direkt hinter dem WM-Spitzenreiter. Schumacher versuchte es unter anderem an der Acque Minerali und kurz vor Schluss mit einem späten Angriff in die Tosa-Haarnadel. Alonso setzte die Traktion seines Renault aus den langsamen Kurven geschickt ein und ließ keine Lücke. Renault-Stratege Pat Symonds nannte seinen Fahrer „an exceptionally difficult driver to pass“ (Motorsport Magazine).
Alonso hatte dabei sogar mit einem Handicap zu kämpfen. Nach dem GP Bahrain hatte Renault an einem Kolben seines Motors Spuren von Klopfen gefunden. Das Team simulierte in einem Prüfstandstest ein komplettes Imola-Rennen mit einem vergleichbar beschädigten Motor. Der Motor hielt im Test, durfte im Rennen aber nur mit vorsichtigeren Einstellungen laufen. Symonds sagte dazu: „We had to set lower limits, and we couldn't change them.“ (Motorsport.com)
BAR-Disqualifikation: Wurz erbt das Podium in Imola
Auf der Strecke war Button Dritter und sein Teamkollege Takuma Sato Fünfter geworden. Buttons Auto war ohne Treibstoff 4,99 Kilogramm leichter als das Mindestgewicht. Hinter einer Trennwand im Chassis fanden die Kontrolleure eine zusätzliche Tankkammer. Zunächst ließen die Stewards das Ergebnis stehen, die FIA ging aber in Berufung. Erst später fiel das Urteil: Das Internationale Berufungsgericht verhandelte am 4. Mai 2005 und schloss am 5. Mai beide BAR-Autos aus der Wertung aus, auch Satos, obwohl sein Auto nicht zu leicht gewesen war. Dazu sperrte es das Team für die beiden nächsten Rennen, den GP Spanien und den GP Monaco. Einen absichtlichen Betrug sah das Gericht nicht als erwiesen an.
Davon profitierte vor allem Wurz. Er vertrat den an der Schulter verletzten Juan Pablo Montoya und bestritt sein erstes Rennen seit dem GP Malaysia 2000. Am Ende stand er als Dritter in der Wertung. Dahinter kamen Jacques Villeneuve im Sauber als Vierter, Trulli als Fünfter, Nick Heidfeld als Sechster und Mark Webber, beide Williams, als Siebter. Den letzten Punkt holte Vitantonio Liuzzi im Red Bull bei seinem Grand-Prix-Debüt.
Ralf Schumacher ging leer aus. Toyota hatte ihn bei einem Boxenstopp direkt vor Heidfeld auf die Strecke geschickt, und dafür bekam er eine Zeitstrafe von 25 Sekunden. Er wurde Neunter.
Gewinner und Verlierer des GP San Marino 2005
Gewinner:
- Michael Schumacher machte von Startplatz 13 auf Rang 2 elf Plätze gut, so viele wie kein anderer, und fuhr die schnellste Runde.
- Felipe Massa startete als 18. und kam als Zehnter ins Ziel, acht Plätze besser.
- Villeneuve und Liuzzi gewannen je sieben Plätze. Für Sauber und Red Bull gab es dafür Punkte.
- Alonso gewann zum dritten Mal hintereinander, obwohl er seinen Motor schonen musste.
Verlierer:
- Räikkönen verlor durch den Defekt einen möglichen Sieg von der Pole-Position.
- Fisichella schied früh aus, Renault blieb damit bei einem einzigen Auto in der Wertung.
- BAR verlor nachträglich alle Punkte aus Imola und wurde für zwei Rennen gesperrt.
- Webber startete als Vierter und wurde nur Siebter, drei Plätze schlechter.
WM-Stand nach Imola: Alonso baut die Führung aus
Im WM-Stand 2005 nach der endgültigen Wertung führte Alonso mit 36 Punkten deutlich vor Trulli mit 20 Punkten. Fisichella und Michael Schumacher hatten je 10 Punkte, Schumacher war damit um zehn Plätze auf Rang 4 nach vorne gesprungen. Bei den Konstrukteuren lag Renault mit 46 Punkten vor Toyota (29) und McLaren (25). Ferrari und Williams folgten mit je 18 Punkten.
Für die Zeit war das Rennen ein starkes Signal. Ferrari hatte die vergangenen Jahre dominiert und war in Imola mit Schumacher wieder ganz vorne dabei. Trotzdem hatte der junge Alonso den Rekordweltmeister im direkten Zweikampf auf der Strecke von Imola geschlagen, und das vor dessen Tifosi.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP San Marino 2005 – formel-1-livestream.de
- 2005 San Marino Grand Prix: Alonso and Schumacher's epic showdown – Motor Sport Magazine
- The day Alonso gave Schumacher a masterclass – Motorsport.com
- San Marino GP 2005 – Race notes: Alonso wins San Marino by a hair – GrandPrix.com
- Two race ban for BAR – Crash.net
- 2005 San Marino Grand Prix – Wikipedia
- May 4, 2005 – BAR hearing at the FIA Court of Appeal – GrandPrix.com