GP Italien 2004: Barrichello siegt, Schumacher stürmt auf P2
Rubens Barrichello gewann 2004 in Monza vor Michael Schumacher, der nach einem Dreher in Runde 1 von Platz 15 bis auf Rang 2 fuhr. Button wurde Dritter.
GP Italien 2004 in Monza: Ferrari-Doppelsieg vor den Tifosi
Rubens Barrichello gewann den Großen Preis von Italien 2004 von der Pole-Position. Sein Ferrari-Teamkollege Michael Schumacher wurde Zweiter, Jenson Button im BAR-Honda Dritter. Entschieden wurde das Rennen auf dem Autodromo Nazionale di Monza durch die Reifenwahl auf der abtrocknenden Strecke: Barrichello verlor früh seine Führung, holte sie mit einem zusätzlichen Boxenstopp aber zurück. Schumacher drehte sich in der ersten Runde und fiel auf Platz 15 zurück, kämpfte sich danach aber bis auf Rang 2 nach vorn. Barrichellos Vorsprung im Ziel betrug 1,3 Sekunden. Für Ferrari war es der 700. Grand Prix als Werksteam.
Start auf feuchter Strecke: Barrichello pokert mit Regenreifen
Am Morgen hatte es geregnet, und zum Start war die Strecke noch stellenweise nass. Barrichello startete als einziger der Spitzenfahrer auf Regenreifen, Schumacher hatte Trockenreifen aufgezogen. Der Brasilianer kam von Startplatz 1 sauber weg und lag nach der ersten Runde laut Atlas F1 bereits 6,9 Sekunden vorn. Fernando Alonso im Renault ging noch in der Startphase an Schumacher und an Juan Pablo Montoya vorbei, der im Williams von Startplatz 2 losgefahren war.
Für Schumacher wurde die erste Runde zum Albtraum. An der ersten Schikane konnte er nach eigener Aussage nicht rechtzeitig bremsen und kürzte ab. Weil er dadurch Plätze gewonnen hatte, musste er sie wieder hergeben. An der zweiten Schikane rutschte er dann neben Button über alle vier Räder, die beiden berührten sich, und Schumacher drehte sich. Am Ende der ersten Runde war er nur noch 15., rund 30 Sekunden hinter der Spitze.
Auch Olivier Panis erwischte es in der ersten Runde. Sein Toyota fuhr an der zweiten Schikane Antônio Pizzonia ins Heck und landete mit gebrochenem Frontflügel im Kies. Der offizielle Grund lautet „Collision“, Panis kam nicht über die erste Runde hinaus.
Führungswechsel: Alonso und Button übernehmen die Spitze
Als die Strecke abtrocknete, schmolz Barrichellos Vorsprung schnell. In Runde 5 holte Alonso ihn ein und übernahm die Führung, Barrichello bog daraufhin zum Wechsel auf Trockenreifen an die Box. Nach sechs Runden lag der Renault-Pilot laut Atlas F1 5,9 Sekunden vor Button. Dahinter folgten Montoya, Kimi Räikkönen, Takuma Sato und Christian Klien. Barrichello war nur noch Neunter, Schumacher Elfter.
Am Ende von Runde 10 kam Alonso zu seinem ersten Stopp. Ab Runde 11 führte Button und blieb auch nach seinem eigenen Halt vor dem Spanier. Weiter hinten fuhren die beiden Ferrari mit beeindruckendem Tempo nach vorn. Schumacher überholte unter anderem Giancarlo Fisichella und ging dann sogar an Barrichello vorbei. Nach seinem ersten Stopp fiel er vorübergehend wieder auf Platz 11 zurück.
Mitten im Rennen lag die Spitze lange auseinander, bis die zweite Runde der Boxenstopps die Reihenfolge noch einmal veränderte.
Die Entscheidung: Ferrari-Strategie schlägt BAR
Den Ausschlag gab die zweite Runde der Boxenstopps. Button verlor dabei Zeit und kam hinter Barrichello wieder auf die Strecke. Während der Stopps führte Schumacher ab Runde 35 kurz, ab Runde 37 lag Barrichello wieder vorn. Ferrari hatte dem Brasilianer nach dem frühen Reifenwechsel einen zusätzlichen Stopp verordnet, und mit dieser Taktik konnte er mit wenig Sprit voll attackieren. Laut Atlas F1 hatte er 22,3 Sekunden Vorsprung auf Button, als er am Ende von Runde 42 zum letzten Mal an die Box kam. Er kam vor dem BAR-Piloten wieder heraus, und Schumacher ging an Button vorbei auf Platz 2.
Danach nahmen die beiden Ferrari das Tempo heraus und fuhren den Doppelsieg sicher nach Hause. In Runde 41 hatte Barrichello mit 1:21,046 Minuten die schnellste Rennrunde gefahren. Zuvor hatte er im Qualifying in 1:20,089 Minuten die Pole geholt. Für ihn war es der erste Saisonsieg 2004.
Auch ein anderer Wert ging in die Geschichte ein: Pizzonia erreichte im Williams 369,9 km/h. Das war die bis dahin höchste in der Formel 1 gemessene Geschwindigkeit, obwohl er in Runde 2 noch durchs Kiesbett gefahren war.
Ausfälle in Monza: Feuer bei Minardi, Alonso im Kies
- Olivier Panis (Toyota): Er schied in der ersten Runde nach der Kollision mit Pizzonia aus.
- Kimi Räikkönen (McLaren): Er gab nach 13 Runden mit Motorschaden auf. Schon nach etwa zwei Runden hatte er Wasserdruck verloren. Die genaue Ursache war laut McLaren zunächst noch unklar.
- Gianmaria Bruni (Minardi): Nach 29 Runden fing sein Auto bei einem Boxenstopp Feuer. Kraftstoff war aus dem Tankschlauch auf die heiße Karosserie gelaufen. Der Brand war schnell gelöscht, und Bruni blieb unverletzt, atmete aber etwas Löschmittel ein. Minardi zog das Auto zurück.
- Giorgio Pantano (Jordan): Er verunglückte nach 33 Runden kurz nach seinem zweiten Stopp schwer in der Parabolica. Er vermutete, dass er auf Wasser oder etwas anderes auf der Strecke gekommen war. Es war sein letzter Grand Prix.
- Fernando Alonso (Renault): Nach 40 Runden lag er auf Platz 3, als er an der zweiten Schikane zu viel Randstein nahm, das Heck verlor und sich drehte. Sein Auto blieb im Kies stecken. In der Wertung landete er damit zwölf Plätze hinter seinem Startplatz, so weit zurück wie sonst nur Räikkönen.
Gewinner und Verlierer des GP Italien 2004
Gewinner: BAR holte mit Button auf Platz 3 und Sato auf Platz 4 elf Punkte. Am meisten Plätze machte Fisichella im Sauber gut: Er fuhr von Startplatz 15 auf Rang 8 und holte damit sieben Plätze und einen Punkt. Nick Heidfeld kam im Jordan von Startplatz 20 auf Rang 14, David Coulthard im McLaren von Startplatz 10 auf Rang 6.
Verlierer: Montoya startete aus der ersten Reihe, war am Ende aber nur Fünfter. Renault ging leer aus: Alonso drehte sich ins Aus, und Jarno Trulli kam von Startplatz 9 nur auf Rang 10. Auch Räikkönen ging nach seinem Motorschaden ohne Punkte nach Hause. Pizzonia holte als Siebter zwei Punkte für Williams, Mark Webber im Jaguar verpasste als Neunter knapp die Punkte.
WM-Stand nach Monza: BAR überholt Renault
Die Titel waren schon vergeben. Schumacher war seit dem Rennen in Belgien Weltmeister, Ferrari hatte den Konstrukteurstitel bereits in Ungarn gewonnen. Im WM-Stand 2004 führte Schumacher nach dem Rennen mit 136 Punkten vor Barrichello mit 98 und Button mit 71. Um Platz 4 kämpften Trulli mit 46 und Alonso mit 45 Punkten.
Spannend war der Kampf um Platz 2 bei den Teams. Ferrari lag mit 234 Punkten weit vorn. Dahinter zog BAR mit den elf Punkten aus Monza auf 94 Punkte an Renault (91) vorbei. Es folgten Williams mit 60 und McLaren mit 52 Punkten. Diesen Zweikampf mussten BAR und Renault in den letzten drei Rennen entscheiden.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Italien 2004 – formel-1-livestream.de
- 2004 Italian Grand Prix – Wikipedia
- Italian GP 2004 – Race notes: Barrichello wins Ferrari 1-2 – grandprix.com
- Italian Grand Prix Race Report – Atlas F1