Rückblick · erstellt am · Rennen vom 29. August 2004

GP Belgien 2004: Räikkönen siegt von Platz 10, Schumacher Weltmeister

Kimi Räikkönen gewann in Spa von Startplatz 10. Michael Schumacher wurde Zweiter und holte den siebten WM-Titel – nach drei Safety-Car-Phasen.

GP Belgien 2004 im Überblick: Räikkönen gewinnt, Schumacher ist Weltmeister

Der GP Belgien 2004 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps hatte zwei Hauptfiguren. Kimi Räikkönen gewann für McLaren von Startplatz 10 aus. Es war der erste Saisonsieg für ihn und für McLaren, und er sollte der einzige des Jahres bleiben. Hinter ihm wurde Michael Schumacher im Ferrari Zweiter und machte damit seinen siebten Weltmeistertitel perfekt. Rubens Barrichello kam nach einer Kollision in der ersten Kurve noch auf Platz 3.

Entschieden wurde das Rennen in Runde 12. Der führende Renault verlor Öl, und Räikkönen übernahm die Spitze. Ab Runde 17 gab er die Führung bis zur Zielflagge nur noch während der Boxenstopps ab, obwohl drei Safety-Car-Phasen das Feld immer wieder zusammenschoben.

Startchaos in La Source und Eau Rouge: Vier Autos nach wenigen Metern draußen

Jarno Trulli ging im Renault von der Pole Position ins Rennen. Im Qualifying auf abtrocknender Strecke hatte er die richtigen Intermediates gewählt. Neben ihm stand Schumacher, der beim Start aber gleich hinter Fernando Alonso und David Coulthard zurückfiel.

Dahinter wurde es chaotisch. In der Haarnadel La Source traf Mark Webber im Jaguar den Ferrari von Barrichello. Kurz darauf, in Eau Rouge, berührte Webber den BAR von Takuma Sato, und Sato drehte sich quer über die Strecke. Beim Ausweichen kollidierten die beiden Minardi-Piloten Zsolt Baumgartner und Gianmaria Bruni. Dann fuhr Giorgio Pantano im Jordan in Brunis Auto, das daraufhin kurz Feuer fing. Webber, Sato, Bruni und Pantano kamen nicht über die erste Runde hinaus. Laut grandprix.com berührte Räikkönen in La Source außerdem Felipe Massa, und Jenson Button verlor in dem Getümmel seinen Frontflügel.

Das Safety Car blieb bis zum Ende der vierten Runde draußen. Barrichello musste an die Box, um einen neuen Heckflügel zu holen, und lag beim Restart auf dem letzten Platz.

Rennverlauf: Alonsos Ölleck bringt Räikkönen an die Spitze

Nach dem Restart blieb Schumacher zunächst blass. In Runde 5 überholte ihn Juan Pablo Montoya im Williams außen an der Bus-Stop-Schikane. Räikkönen ging es ganz anders: In Runde 6 schnappte er sich Coulthard in Les Combes und war damit Dritter. Trulli führte bis zu seinem ersten Stopp in Runde 10. Danach übernahm Alonso.

In Runde 12 kam die Wende. Alonsos Renault verlor Öl, der Spanier drehte sich in Les Combes und kurz danach in Rivage noch einmal. Damit war sein Rennen vorbei. Offiziell steht ein Motorschaden nach 11 Runden in der Wertung. Räikkönen erbte die Führung. Coulthard hatte ebenfalls Pech: Laut den Rennberichten löste sich an seinem McLaren in derselben Phase ein Hinterreifen auf, er schleppte sich aber zurück an die Box.

Während der ersten Boxenstopps wechselte die Spitze mehrmals. Montoya, Schumacher und Antônio Pizzonia führten jeweils kurz. Ab Runde 17 lag wieder Räikkönen vorn. Weiter hinten ging Trulli unter: In Runde 20 krachte Montoya beim Überholversuch an der Schikane in ihn und drehte ihn um. Schumacher hatte den Renault-Piloten zuvor schon überholt.

Reifenschäden und drei Safety Cars: das hektische Finale in Spa

Vor der Schlussphase hatte Räikkönen laut grandprix.com etwa 12 Sekunden Vorsprung. Dann brachte eine Serie von Zwischenfällen das Feld wieder zusammen. Nach Räikkönens zweitem Stopp in Runde 29 führte Schumacher kurz, ehe es Button erwischte. Am Ende der Kemmel-Geraden platzte bei rund 330 km/h sein rechter Hinterreifen. Der BAR drehte sich und schlug in den Minardi von Baumgartner, der gerade überrundet wurde. Beide fielen aus, und das zweite Safety Car kam auf die Strecke. Schumacher, Pizzonia und Nick Heidfeld nutzten die Neutralisierung für ihren Stopp. Danach führte wieder Räikkönen.

Auch die Williams fielen aus: Pizzonia lag laut grandprix.com auf Platz 3, als sein Getriebe nach 31 Runden aufgab. Montoya schied nach 37 Runden ebenfalls mit einem Reifenschaden aus. Kurz danach berührten sich Coulthard und Christian Klien im Kampf um Platz 7. Coulthards Frontflügel brach ab und verfing sich am Heck, und wegen der Trümmer kam das dritte Safety Car heraus. Nach dem letzten Restart blieb Räikkönen vorn und gewann mit 3,1 Sekunden Vorsprung auf Schumacher. Nebenbei fuhr er mit 1:45,108 Minuten einen neuen Rundenrekord.

Gewinner und Verlierer des GP Belgien 2004

Gewinner:
- Kimi Räikkönen machte von Startplatz 10 aus neun Plätze gut, gewann das Rennen und fuhr die schnellste Runde.
- Christian Klien kam von Platz 13 auf Rang 6 und holte damit die ersten WM-Punkte seiner Karriere.
- Sauber brachte mit Massa auf Platz 4 und Giancarlo Fisichella auf Platz 5 beide Autos in die Punkte. Fisichella hatte zwischendurch nach einem Ausflug Teile seines Frontflügels verloren.
- Rubens Barrichello fiel nach dem Startunfall ans Ende des Feldes zurück und schaffte es trotzdem noch aufs Podium.

Verlierer:
- Fernando Alonso führte das Rennen an, als ihn das Ölleck stoppte. Er verlor damit 13 Positionen gegenüber seinem Startplatz.
- Jarno Trulli startete von der Pole Position und kam nach der Kollision mit Montoya nur als Neunter ins Ziel, ohne Punkte.
- Ricardo Zonta startete im Toyota als Letzter und lag kurz vor Schluss auf Platz 4, als nach 41 Runden der Motor streikte. In der Wertung steht er als Zehnter. Teamkollege Olivier Panis holte als Achter einen Punkt, nachdem Coulthard ihn in der vorletzten Runde noch überholt hatte.
- Williams verlor mit Pizzonia und Montoya beide Autos in aussichtsreicher Position.

WM-Stand nach Spa: Schumachers siebter Titel

Mit den 8 Punkten für Platz 2 kam Michael Schumacher auf 128 Punkte. Teamkollege Barrichello folgte mit 88 Punkten, Button blieb nach seinem Ausfall bei 65. Vier Rennen vor Schluss konnte Schumacher damit niemand mehr einholen, und der Titel war entschieden. Es war sein siebter. Laut grandprix.com sagte er, ein Titelgewinn ausgerechnet in Spa sei für ihn etwas ganz Besonderes. Dort hatte er 1991 sein Formel-1-Debüt gegeben und 1992 seinen ersten Sieg gefeiert.

Dahinter blieb es eng: Trulli hatte 46 Punkte, Alonso 45, Montoya 38. Räikkönen sprang mit 28 Punkten auf Platz 7 und zog an Coulthard (21) vorbei. In der Teamwertung lag Ferrari mit 216 Punkten weit vorn. Um Platz 2 kämpften Renault (91) und BAR (83). McLaren rückte mit 49 Punkten bis auf fünf Zähler an Williams (54) heran. Den vollständigen WM-Stand 2004 findest du in unserem Archiv.

Für McLaren war Spa ein Lichtblick in einer schwierigen Saison. Ein schwer kalkulierbares Rennen voller Reifenschäden und Neutralisierungen zeigte, was Räikkönen mit einem standfesten Auto möglich war.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Belgien 2004 – formel-1-livestream.de
  2. Belgian GP 2004 – Race notes: Raikkonen wins, Schumacher takes seventh title – grandprix.com
  3. 2004 Belgian Grand Prix: Schumacher's Seventh Drivers' World Championship – formulaonehistory.com
  4. 2004 Belgian Grand Prix – Wikipedia

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