GP Großbritannien 2004: Zwei-Stopp-Coup bringt Schumacher Sieg 80
Michael Schumacher gewann in Silverstone von Startplatz vier dank Zwei-Stopp-Strategie – sein 80. GP-Sieg. Räikkönen wurde nach Safety-Car-Phase Zweiter.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Großbritannien 2004: Schumacher siegt von Startplatz vier
Michael Schumacher gewann den GP Großbritannien 2004 in Silverstone für Ferrari, obwohl er nur von Startplatz vier losfuhr. Zweiter wurde Polesetter Kimi Räikkönen im McLaren, Dritter Rubens Barrichello. Entschieden hat das Rennen die Strategie: Ferrari schickte Schumacher mit nur zwei Stopps ins Rennen. Er blieb länger draußen als die Konkurrenz und zog mit schnellen Runden an ihr vorbei, während sie an der Box war. Für Schumacher war es laut Ferrari-Teamchef Jean Todt der 80. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere.
Rennverlauf in Silverstone: Räikkönen führt, Schumacher schlägt im Boxenfenster zu
Auf dem Silverstone Circuit behielt Räikkönen am Start die Führung vor Barrichello und Lokalmatador Jenson Button im BAR. Schumacher lag zunächst auf Platz vier.
Die Wende kam mit den ersten Boxenstopps. Räikkönen, Barrichello und Button kamen früh an die Box, Schumacher blieb draußen und fuhr mehrere schnelle Runden in Folge. Ab Runde 12 führte er das Rennen an. In Runde 14 fuhr er die schnellste Rennrunde in 1:18,739 Minuten. Als er laut Wikipedia in Runde 16 zum ersten Mal stoppte, kam er vor Räikkönen zurück auf die Strecke und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab.
Beim zweiten Stopp von Räikkönen blieb Schumacher wieder länger draußen und baute seinen Vorsprung weiter aus. Hinter den beiden gab es ein Duell um Platz drei: Button ging bei den ersten Stopps an Barrichello vorbei, beim zweiten Stopp holte sich der Brasilianer den Platz zurück.
Strategie: Zwei Stopps gegen drei
Ferrari setzte auf zwei verschiedene Pläne. Todt sagte nach dem Rennen: „We chose a two stop strategy for Michael and a three stop for Rubens.“ Als das Safety Car kam, hatte Schumacher seinen letzten Stopp schon hinter sich, die Fahrer mit drei Stopps aber noch nicht.
Räikkönen fuhr mit drei Stopps und musste deshalb einmal öfter an die Box als der Sieger. Bei der Strategiefrage gab Todt sich bescheiden: „We are not geniuses, we just try to do a good job.“ Nach dem Restart zahlten sich laut Crash.net auch Schumachers Bridgestone-Reifen aus.
Trulli-Crash und Safety Car: Spannung bis zum Schluss
Nach 39 Runden war das Rennen für Jarno Trulli vorbei. Er verlor ausgangs der Bridge-Kurve die Kontrolle, sein Renault überschlug sich und landete im Kiesbett. Der offizielle Status lautet „Unfall“. Wikipedia nennt als wahrscheinliche Ursache einen Defekt an der Hinterradaufhängung. Trulli blieb unverletzt. Weil die Reifenbarriere repariert werden musste, kam das Safety Car.
Damit war Schumachers großer Vorsprung weg. Räikkönen, Barrichello und Button nutzten die Neutralisierung für ihre letzten Stopps. Nach dem Restart überholte Räikkönen schnell die beiden Überrundeten zwischen sich und dem Ferrari und machte Druck. Laut Crash.net hatte er dabei die frischeren Reifen, doch Schumachers Reifen hielten besser durch und er setzte sich wieder ab. Im Ziel lag Schumacher 2,130 Sekunden vor Räikkönen, Barrichello kam 3,114 Sekunden hinter dem Sieger an.
Ausfälle beim GP Großbritannien 2004
Nur vier der 20 Starter kamen nicht ins Ziel:
- Olivier Panis (Toyota): Nach 16 Runden war Schluss, offizieller Status „Unfall“. Er war von Platz 17 gestartet, nachdem er in der Qualifikation laut Wikipedia eine Rückversetzung um fünf Plätze bekommen hatte, weil er Felipe Massa behindert hatte.
- Zsolt Baumgartner (Minardi): Motorschaden nach 29 Runden.
- Jarno Trulli (Renault): Unfall nach 39 Runden in der Bridge-Kurve, siehe oben.
- Giorgio Pantano (Jordan): Dreher nach 47 Runden.
Gewinner und Verlierer: Fisichella stürmt nach vorn, Trulli leer aus
Der große Aufsteiger des Tages war Giancarlo Fisichella. Im Sauber startete er vom letzten Platz 20, gewann 14 Plätze und holte als Sechster drei Punkte. Laut Carmag lag er schon vor seinem ersten Stopp in den Punkterängen. Am Ende setzte er Juan Pablo Montoya (Williams) unter Druck, der Platz fünf aber hielt.
Fernando Alonso wurde nach einem Motorwechsel laut Wikipedia um zehn Startplätze zurückversetzt. Er kämpfte sich von Platz 16 auf Platz zehn nach vorn, Punkte gab es dafür aber nicht. Button verpasste vor heimischem Publikum als Vierter das Podium. David Coulthard wurde Siebter, Mark Webber holte als Achter einen Punkt für Jaguar. Takuma Sato fiel von Startplatz acht auf Rang elf zurück.
Der größte Verlierer war Trulli. Er war von Startplatz fünf losgefahren und ging ohne Punkte nach Hause.
WM-Stand nach Silverstone: Schumacher knackt die 100 Punkte
Mit seinem Sieg kam Schumacher im WM-Stand 2004 auf genau 100 Punkte. Barrichello lag als Zweiter mit 74 Punkten schon 26 Zähler zurück, Button folgte mit 53 vor Trulli mit 46 Punkten. Räikkönen sprang mit seinen acht Punkten um vier Plätze nach vorn auf Rang sieben (18 Punkte).
Bei den Konstrukteuren hatte Ferrari mit 174 Punkten schon mehr als doppelt so viele wie Renault (79). Dahinter folgten BAR (67) und Williams (41). McLaren lag mit 32 Punkten auf Rang fünf. Für McLaren war Räikkönens zweiter Platz laut formulaonehistory.com das erste Podium der Saison, und es war auch seine erste Pole-Position des Jahres.
Das Rennen zeigte, wie stark Ferrari 2004 war: Schumacher holte seinen zehnten Sieg im elften Rennen, und der siebte WM-Titel schien nur noch eine Frage der Zeit.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Giancarlo Fisichella | 20 | 6 | +14 |
| Fernando Alonso | 16 | 10 | +6 |
| Michael Schumacher | 4 | 1 | +3 |
| Juan Pablo Montoya | 7 | 5 | +2 |
| Gianmaria Bruni | 18 | 16 | +2 |
| Mark Webber | 9 | 8 | +1 |
| Felipe Massa | 10 | 9 | +1 |
| Nick Heidfeld | 15 | 15 | 0 |
| Kimi Räikkönen | 1 | 2 | −1 |
| Rubens Barrichello | 2 | 3 | −1 |
| Jenson Button | 3 | 4 | −1 |
| David Coulthard | 6 | 7 | −1 |
| Marc Gené | 11 | 12 | −1 |
| Cristiano da Matta | 12 | 13 | −1 |
| Christian Klien | 13 | 14 | −1 |
| Takuma Sato | 8 | 11 | −3 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (90) | 100 |
| 2 | Rubens Barrichello | 2 (68) | 74 |
| 3 | Jenson Button | 3 (48) | 53 |
| 4 | Jarno Trulli | 4 (46) | 46 |
| 5 | Fernando Alonso | 5 (33) | 33 |
| 6 | Juan Pablo Montoya | 6 (25) | 29 |
| 7 | Kimi Räikkönen | 11 (10) | 18 |
| 8 | Takuma Sato | 7 (14) | 14 |
| 9 | David Coulthard | 9 (12) | 14 |
| 10 | Giancarlo Fisichella | 10 (10) | 13 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Großbritannien 2004 – formel-1-livestream.de
- 2004 British Grand Prix – Wikipedia
- 2004 British Grand Prix – Formula One History
- Todt: We are not geniuses – Crash.net
- Schumi storms to Silverstone win – CAR magazine


