GP Frankreich 2004: Schumachers Vier-Stopp-Coup schlägt Alonso
Michael Schumacher gewann in Magny-Cours mit vier Stopps gegen Polesetter Alonso. Barrichello holte sich Platz drei zwei Kurven vor dem Ziel.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Frankreich 2004 im Überblick: Sieg durch Strategie
Beim GP Frankreich 2004 auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours wurde der Sieg an der Boxenmauer entschieden. Michael Schumacher gewann für Ferrari vor Polesetter Fernando Alonso im Renault und Teamkollege Rubens Barrichello. Auf der Strecke kam Schumacher nicht an Alonso vorbei. Deshalb stellte Ferrari mitten im Rennen auf vier Boxenstopps um, und Renault fand darauf keine Antwort.
Start in Magny-Cours: Alonso führt, Schumacher hängt fest
Alonso stand auf der Pole und kam auch besser vom Start weg als Schumacher. Er hatte nach Angaben von formula1.com eine Viertelsekunde Vorsprung in der Qualifikation. Dahinter nutzte Jarno Trulli einen schwachen Start von David Coulthard. Er zog am McLaren und an Jenson Button im BAR vorbei und fuhr auf Platz drei. Kimi Räikkönen machte vom neunten Startplatz aus früh zwei Positionen gut. Bei Toyota klemmte dagegen bei Olivier Panis die Kupplung, der Anti-Stall-Schutz griff ein und Panis fiel ans Ende des Feldes zurück.
Schumacher klebte am Heck des Renault, fand aber keinen Weg vorbei. Laut formula1.com waren die Michelin-Reifen von Renault am Anfang eines Stints schneller. Die Bridgestones von Ferrari bauten dagegen weniger ab. Schumacher kam in Runde 11 zum ersten Stopp, Alonso drei Runden später. Danach lag der Spanier wieder rund drei Sekunden vorn.
Die Vier-Stopp-Strategie: Wie Ferrari Renault ausspielte
Um Runde 25 hing Schumacher erneut direkt hinter Alonso. Ferraris Chefstratege Luca Baldisserri hatte das Szenario schon vor dem Rennwochenende durchgespielt. Technikdirektor Ross Brawn legte das Team nun auf einen vierten Stopp fest. Das Risiko war überschaubar, denn hinter den beiden Spitzenreitern war der Abstand groß genug, um Platz zwei nicht zu gefährden (formula1.com). Schumacher selbst erklärte, man habe sich „nach dem zweiten Stopp“ für vier Stopps entschieden (Atlas F1).
In Runde 29 holte Ferrari Schumacher herein und tankte nur wenig nach. Renault reagierte und zog Alonsos zweiten Stopp in Runde 32 vor, früher als geplant. Mit diesem Stopp ging die Führung ab Runde 33 an Schumacher. Mit wenig Benzin im Tank fuhr der Ferrari-Pilot eine schnelle Runde nach der anderen. In Runde 32 stellte er mit 1:15,377 Minuten die schnellste Runde des Rennens auf.
In Runde 42 bog Schumacher zum dritten Mal ab und gab die Spitze nur kurz an Alonso ab. Erst Alonsos dritter und letzter Stopp in Runde 46 machte das Ausmaß sichtbar: Ab Runde 47 führte Schumacher wieder, mit so großem Vorsprung, dass der vierte Stopp in der Schlussphase kein Problem mehr war. Die Quellen nennen dafür unterschiedliche Runden. Schumacher kam am Ende 8,329 Sekunden vor Alonso ins Ziel. Der Spanier gab zu, Renault habe verloren, weil man „nicht schnell genug“ gewesen sei (formula1.com).
Barrichello gegen Trulli: Der Kampf um Platz drei
Den spannendsten Zweikampf gab es in den letzten Kurven. Barrichello hatte im ersten Qualifying-Durchgang ein Hydraulikproblem gehabt und ging deshalb nur als Zehnter ins Rennen. Danach arbeitete er sich nach vorne. In Runde 52 ging er an der Haarnadel an Button vorbei, der bei seinem letzten Stopp nach Angaben von Atlas F1 Probleme mit dem Anti-Stall-System hatte und seinen Motor fast abgewürgt hätte.
Trulli verteidigte Platz drei bis in die letzte Runde. Doch zwei Kurven vor dem Ziel, in der Lycée-Schikane, schob sich Barrichello am Renault vorbei. Im Ziel trennten die beiden 0,46 Sekunden, Button folgte nur 0,4 Sekunden dahinter. Mit sieben gutgemachten Plätzen war Barrichello der größte Aufsteiger des Tages.
Ausfälle und Pech: Sato, Baumgartner, Coulthard, Montoya
Nur zwei Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Takuma Sato (BAR) fiel nach 15 Runden mit Motorschaden aus. Laut Atlas F1 war es sein sechster Ausfall im zehnten Rennen. Vom siebten Startplatz aus war er damit der große Verlierer des Tages.
- Zsolt Baumgartner drehte sich nach 31 Runden mit seinem Minardi von der Strecke.
Auch andere hatten Probleme. Coulthard verlor nach seinem schlechten Start durch ein Problem mit dem Tankschlauch an der Box weitere Zeit und fiel auf Platz acht zurück. Am Ende kämpfte er sich noch auf Platz sechs vor Räikkönen. Juan Pablo Montoya fuhr nach einem Unfall am Freitag mit Nackenschmerzen. In Runde 18 drehte er sich über die Randsteine und fiel von Rang sechs auf neun zurück. Er wurde Achter. Bei Williams ersetzte Marc Gené den verletzten Ralf Schumacher. Gené kam als Zehnter ins Ziel. Die Jaguar-Piloten Mark Webber und Christian Klien wurden Neunter und Elfter, vor den Sauber-Fahrern Giancarlo Fisichella und Felipe Massa.
WM-Stand nach dem GP Frankreich 2004 und Einordnung
Schumacher holte in Frankreich seinen neunten Saisonsieg im zehnten Rennen und seinen 79. Grand-Prix-Erfolg insgesamt. Es war sein siebter Sieg beim GP Frankreich. Laut crash.net egalisierte er damit seine eigene Bestmarke aus Montreal. Im WM-Stand 2004 führte er mit 90 Punkten, 22 vor Barrichello (68). Dahinter lagen Button (48), Trulli (46) und Alonso (33) schon weit zurück. Bei den Konstrukteuren hatte Ferrari mit 158 Punkten doppelt so viele wie Renault (79).
Für Renault war das Heimrennen eine bittere Lektion: Das schnellere Auto im ersten Stint reichte gegen Ferraris Flexibilität an der Box nicht aus. Der Vier-Stopp-Sieg von Magny-Cours ist ein Paradebeispiel dafür, wie in der Nachtank-Ära ein Rennen ohne ein einziges Überholmanöver an der Spitze gewonnen werden konnte.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Rubens Barrichello | 10 | 3 | +7 |
| Mark Webber | 12 | 9 | +3 |
| Giancarlo Fisichella | 15 | 12 | +3 |
| Felipe Massa | 16 | 13 | +3 |
| Kimi Räikkönen | 9 | 7 | +2 |
| Christian Klien | 13 | 11 | +2 |
| Michael Schumacher | 2 | 1 | +1 |
| Jarno Trulli | 5 | 4 | +1 |
| Nick Heidfeld | 17 | 16 | +1 |
| Giorgio Pantano | 18 | 17 | +1 |
| Gianmaria Bruni | 19 | 18 | +1 |
| Fernando Alonso | 1 | 2 | −1 |
| Jenson Button | 4 | 5 | −1 |
| Olivier Panis | 14 | 15 | −1 |
| Juan Pablo Montoya | 6 | 8 | −2 |
| Marc Gené | 8 | 10 | −2 |
| David Coulthard | 3 | 6 | −3 |
| Cristiano da Matta | 11 | 14 | −3 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (80) | 90 |
| 2 | Rubens Barrichello | 2 (62) | 68 |
| 3 | Jenson Button | 3 (44) | 48 |
| 4 | Jarno Trulli | 4 (41) | 46 |
| 5 | Fernando Alonso | 5 (25) | 33 |
| 6 | Juan Pablo Montoya | 6 (24) | 25 |
| 7 | Takuma Sato | 7 (14) | 14 |
| 8 | Ralf Schumacher | 8 (12) | 12 |
| 9 | David Coulthard | 10 (9) | 12 |
| 10 | Giancarlo Fisichella | 9 (10) | 10 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Frankreich 2004 – formel-1-livestream.de
- 2004 French Grand Prix – Wikipedia
- France 2004: How Ferrari stole victory from Renault with a secret 4-stop plan – Formula 1
- French GP 2004 – Race notes: Schumacher wins French GP – grandprix.com
- France 2004: Schumacher dishes out the blues – Crash.net
- French GP 2004 Race Report – Atlas F1


