GP Spanien 2004: Schumacher siegt trotz Auspuffschaden
Michael Schumacher gewann in Barcelona sein 200. Rennen trotz gerissenem Auspuff. Trulli führte nach Blitzstart, Barrichello wurde Zweiter.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Spanien 2004: Ferrari-Doppelsieg in Barcelona
Michael Schumacher gewann den GP Spanien 2004 auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya von der Pole-Position aus. Hinter ihm kam sein Teamkollege Rubens Barrichello auf Platz zwei, sodass Ferrari einen Doppelsieg feierte. Jarno Trulli wurde für Renault Dritter. Entschieden wurde das Rennen in der ersten Boxenstopp-Phase. Danach brachte Schumacher seinen Ferrari trotz eines gerissenen Auspuffs ins Ziel.
Start: Trulli überrumpelt Schumacher und Montoya
Den Start gewann nicht der Pole-Setter. Trulli fuhr von Startplatz vier los und lag schon in der ersten Kurve vorne. Juan Pablo Montoya war im Williams von Platz zwei aus schlecht weggekommen und fiel auf Rang vier zurück. Schumacher blieb Zweiter und hielt in Kurve eins Takuma Sato hinter sich. Sato war im BAR als Dritter gestartet. Gegen Trulli wehrte sich Schumacher kaum: „I left open the door and let him do what he was obviously superbly doing“, sagte er später laut Autosport.
Trulli führte die ersten acht Runden an. Laut Crash.net fuhr er in dieser Phase zweimal die schnellste Runde. Weil man in Barcelona nur schwer überholen konnte, änderte sich die Reihenfolge bis zu den ersten Stopps kaum. Vor dem Start hatte noch ein Flitzer für Aufsehen gesorgt: Der als „Jimmy Jump“ bekannte Mann lief während der Einführungsrunde über die Startaufstellung und wurde von Ordnern festgehalten.
Boxenstopp-Strategie: Schumacher schlägt im ersten Stopp-Fenster zu
Trulli kam als Erster an die Box. Ab Runde 9 führte Schumacher. Nachdem auch er zum Reifenwechsel und Nachtanken gekommen war, übernahm ab Runde 11 Barrichello die Führung. Er war mit einer Zwei-Stopp-Strategie und einem langen ersten Stint unterwegs und hatte laut Crash.net und Autosport zeitweise rund zehn Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen.
Nach seinem Stopp verlor Barrichello mit frischen Reifen und vollem Tank an Tempo. Ab Runde 18 führte wieder Schumacher. Crash.net zufolge lag er sieben Runden nach den ersten Stopps der Ferraris schon 22 Sekunden vor Barrichello. Bei Barrichellos zweitem Stopp waren die Reifen nicht rechtzeitig bereit, was ihn weitere Sekunden kostete. Damit war das Rennen praktisch entschieden.
Schumachers Auspuffschaden und der Rekord im 200. Grand Prix
Ganz entspannt war der Nachmittag für Ferrari trotzdem nicht. Im Rennverlauf klang Schumachers Motor auffällig anders. Technikchef Ross Brawn stellte einen gerissenen Auspuff fest und funkte, man könne nicht viel tun und nur hoffen, dass das Teil hält. Schumacher nahm Tempo heraus, verwaltete seinen Vorsprung und gewann mit 13,290 Sekunden vor Barrichello. Die schnellste Runde des Rennens fuhr er ebenfalls.
Der Sieg hatte Gewicht: Es war Schumachers 75. Grand-Prix-Erfolg und sein 200. Rennstart. Außerdem gewann er die ersten fünf Saisonrennen. Damit stellte er laut Crash.net die Bestmarke von Nigel Mansell aus dem Jahr 1992 ein.
Renault-Duell um Platz drei, Montoya scheidet aus
Hinter den Ferraris kämpften die beiden Renault um das Podium. Fernando Alonso war beim Heimrennen nur von Startplatz acht ins Rennen gegangen. Während der Boxenstopps kam er an langsameren Autos vorbei und rückte in der Schlussphase eng an Trulli heran. Trulli hielt ihn aber hinter sich und kam 0,658 Sekunden vor seinem Teamkollegen ins Ziel. Laut Crash.net war er an diesem Wochenende angeschlagen. Sato fiel vom dritten Startplatz auf Rang fünf zurück, Ralf Schumacher wurde im Williams Sechster.
Für Montoya endete das Rennen nach 46 Runden mit Bremsproblemen. Beim letzten Boxenstopp fuhr er seinen vorderen Wagenheber-Mann um, nachdem die Bremsen komplett versagt hatten. „The brake pedal was very long all day“, sagte er laut Autosport. Die weiteren Ausfälle:
- Zsolt Baumgartner (Minardi): Dreher, nach 17 Runden
- Gianmaria Bruni (Minardi): Dreher, nach 31 Runden
- Olivier Panis (Toyota): Hydraulik, nach 33 Runden. Laut Crash.net hatte er vorher eine Durchfahrtsstrafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse bekommen.
- Nick Heidfeld (Jordan): Hydraulik, nach 33 Runden
- Christian Klien (Jaguar): Gaspedal, nach 43 Runden
- Giorgio Pantano (Jordan): Lenkung, nach 51 Runden
Gewinner und Verlierer: Massa und Button stark, McLaren ohne Punkte
Die meisten Plätze machte Felipe Massa gut. Er kam im Sauber von Startplatz 17 auf Rang neun, also acht Positionen weiter vorne. Jenson Button startete als 14. und holte als Achter mit einer Runde Rückstand noch einen Punkt. Laut Crash.net musste er in den letzten Runden wegen eines technischen Problems langsamer fahren. Giancarlo Fisichella fuhr von Platz zwölf auf Rang sieben und holte mit einer Zwei-Stopp-Strategie seine ersten Saisonpunkte und die ersten für Sauber.
Am meisten verlor Montoya: Er fiel von Startplatz zwei aus und kam nicht in die Wertung. Panis rutschte vor seinem Ausfall von Startplatz sieben weit nach hinten. Für McLaren war es ein enttäuschender Tag: David Coulthard und Kimi Räikkönen kamen als Zehnter und Elfter mit einer Runde Rückstand ins Ziel und holten keine Punkte. Auch Mark Webber (Platz zwölf von Startplatz neun) und Cristiano da Matta (Platz 13) gingen leer aus.
WM-Stand nach dem GP Spanien 2004: Schumacher davon
Nach fünf von 18 Rennen führte Schumacher die Fahrer-WM 2004 mit 50 Punkten an. Barrichello hatte 32 Punkte, Button 24. Alonso und Trulli lagen mit je 21 Punkten auf den Rängen vier und fünf. Montoya fiel durch den Ausfall mit 18 Punkten von Platz vier auf Platz sechs zurück. Bei den Konstrukteuren hatte Ferrari mit 82 Punkten schon fast doppelt so viele wie Renault (42). Dahinter folgten BAR mit 32 und Williams mit 30 Punkten. McLaren stand bei nur 5 Punkten.
In Barcelona zeigte sich, was die Saison 2004 prägte: Selbst mit einem beschädigten Auto und einem verlorenen Start war Schumacher nicht zu schlagen. Als Nächstes stand der GP Monaco 2004 an.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Felipe Massa | 17 | 9 | +8 |
| Jenson Button | 14 | 8 | +6 |
| Giancarlo Fisichella | 12 | 7 | +5 |
| Fernando Alonso | 8 | 4 | +4 |
| Rubens Barrichello | 5 | 2 | +3 |
| Kimi Räikkönen | 13 | 11 | +2 |
| Jarno Trulli | 4 | 3 | +1 |
| Michael Schumacher | 1 | 1 | 0 |
| Ralf Schumacher | 6 | 6 | 0 |
| David Coulthard | 10 | 10 | 0 |
| Takuma Sato | 3 | 5 | −2 |
| Cristiano da Matta | 11 | 13 | −2 |
| Mark Webber | 9 | 12 | −3 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (40) | 50 |
| 2 | Rubens Barrichello | 2 (24) | 32 |
| 3 | Jenson Button | 3 (23) | 24 |
| 4 | Fernando Alonso | 5 (16) | 21 |
| 5 | Jarno Trulli | 6 (15) | 21 |
| 6 | Juan Pablo Montoya | 4 (18) | 18 |
| 7 | Ralf Schumacher | 7 (9) | 12 |
| 8 | Takuma Sato | 8 (4) | 8 |
| 9 | David Coulthard | 9 (4) | 4 |
| 10 | Giancarlo Fisichella | 13 (0) | 2 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Spanien 2004 – formel-1-livestream.de
- Spanish GP 2004: No bull from Schumi – Crash.net
- Schumacher majestic in Spain – Autosport
- 2004 Spanish Grand Prix – Wikipedia
- 2004 Spanish Grand Prix – Formula One History


