Rückblick · erstellt am · Rennen vom 4. April 2004

GP Bahrain 2004: Ferrari-Doppelsieg bei der Wüsten-Premiere

Michael Schumacher gewinnt das erste Formel-1-Rennen im Nahen Osten vor Barrichello. Button erbt Platz drei, als Montoyas Getriebe streikt.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Bahrain 2004: Schumachers dritter Sieg im dritten Rennen

Die Formel 1 gastierte am 4. April 2004 zum ersten Mal im Nahen Osten, und Ferrari dominierte die Premiere auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir. Michael Schumacher gewann von der Pole-Position vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello, dazu fuhr er die schnellste Runde des Rennens. Jenson Button holte im BAR Platz drei. Entschieden wurde der Kampf um den letzten Podestplatz erst in der Schlussphase, als Juan Pablo Montoya mit einem technischen Problem zurückfiel. Alle Ergebnisse und Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Bahrain 2004.

Start in Sakhir: Schumacher verteidigt die Führung, Räikkönens Motor platzt

Am Sonntagmorgen hatte ein Wüstensturm erst Regen und dann Sand über die Strecke getragen. Die Fahrbahn war dadurch rutschiger, und die kühlere Luft kam laut Wikipedia den Bridgestone-Teams und vor allem Ferrari entgegen. Schumacher sagte nach dem Rennen, abseits der Ideallinie sei die Strecke schmutzig und rutschig gewesen.

Beim Start kam Barrichello etwas besser weg. Schumacher bremste die erste Kurve aber entschlossen an und blieb vorn. Beide Ferraris blockierten dabei die Räder, für Barrichello war das „a bit too close for comfort“ (Crash.net). Montoya hielt im Williams Platz drei. Dahinter fuhr Takuma Sato mit einem starken Start an Ralf Schumacher vorbei auf Rang vier.

Im Zweikampf kam es zwischen den beiden zur Berührung: Die Räder der beiden Autos berührten sich, und der Williams drehte sich. Laut Wikipedia bekam Ralf Schumacher dafür eine Verwarnung der Rennkommissare, weil er seinem Gegner zu wenig Platz gelassen hatte. Danach kollidierte er auch noch mit Giancarlo Fisichella im Sauber.

Für Kimi Räikkönen war der Tag schnell vorbei. Wegen eines Motorwechsels war er um zehn Plätze zurückversetzt worden und ging nur von Startplatz 19 ins Rennen. Nach sieben Runden platzte sein Mercedes-V10. Kurz zuvor hatte ihn Christian Klien bedrängt. Es war der dritte Ausfall des Finnen im dritten Rennen der Saison.

Boxenstopps und Führungswechsel: Ferrari kontrolliert das Rennen

Schumacher kam als Erster der Spitze zum Nachtanken an die Box. Deshalb wechselte die Führung während der Stopprunden mehrmals:

  • ab Runde 10: Barrichello
  • ab Runde 11: Button
  • ab Runde 12 wieder Schumacher, bis zur nächsten Stopprunde
  • ab Runde 25: Barrichello, ab Runde 28 erneut Schumacher
  • ab Runde 42: Barrichello, ab Runde 44 bis ins Ziel Schumacher

Barrichello konnte bei den Stopps nicht dagegenhalten. Laut Wikipedia und formulaonehistory.com würgte er beim Verlassen seiner Box kurz ab. Er selbst nannte ein Problem am rechten Hinterrad, das ihn fünf bis sechs Sekunden gekostet habe. Außerdem hätten seine Bremsen erst ab der zweiten Runde richtig funktioniert. Schumacher hatte bei seinem zweiten Stopp ebenfalls einen kleinen Zwischenfall, weil er mit Mechanikern zusammenstieß, die zu früh losgegangen waren (Crash.net). Seine Führung kostete das nicht.

Einfach war der Sieg trotzdem nicht. Schumacher sprach von grenzwertigen Bremsen und Reifen, auf die er achten musste. Sein Rezept: immer am Limit oder knapp darunter fahren und nichts überziehen. Am Ende lag er laut Crash.net 1,3 Sekunden vor Barrichello, nach einer Renndauer von 1:28:34,875 Stunden. Seine schnellste Runde von 1:30,252 Minuten fuhr er laut Wikipedia in Runde 7.

Kampf um das Podium: Button profitiert von Montoyas Getriebeproblem

Hinter den Ferraris kämpften Montoya, Jarno Trulli im Renault und die beiden BAR um die restlichen Spitzenplätze. Button war von Startplatz sechs ins Rennen gegangen. Im Qualifying hatte er laut eigener Aussage mit starkem Untersteuern Zeit verloren. Ein neuer Frontflügel beim ersten Stopp verbesserte das Auto deutlich, und Button lobte die Strategie seines Teams. Bei seinem ersten Stopp hakte es allerdings am hinteren Wagenheber (Crash.net), daher dauerte es, bis er an Trulli herankam. Bis zur letzten Stopprunde ging er dann an ihm vorbei. Dabei half ihm, dass Trulli während der Stopps hinter den beiden Jordan Zeit verlor.

Montoya sah lange wie der sichere Dritte aus. Dann bekam sein Williams ein Getriebeproblem, laut Wikipedia in Runde 47. Montoya klagte über Probleme beim Bremsen (Crash.net). Sein Vorsprung auf Button schmolz zusammen, und der Brite ging vorbei. Danach überholten ihn unter anderem auch Trulli, Sato, Fernando Alonso, Ralf Schumacher und in der letzten Runde noch Mark Webber. Montoya kam mit einer Runde Rückstand nur als 13. ins Ziel. Für Button war es der zweite Podestplatz in Folge.

Gewinner und Verlierer: Alonsos Aufholjagd, McLarens Debakel

Gewinner des Tages war Fernando Alonso. Er startete von Platz 16, beschädigte sich in der ersten Runde den Frontflügel und musste deshalb außerplanmäßig an die Box. Trotzdem arbeitete er sich nach vorn. In Kurve 1 überholte er Webber, als dieser sich verbremst hatte, und kam als Sechster ins Ziel. Das waren zehn gewonnene Plätze, mehr als bei jedem anderen Fahrer. Webber machte im Jaguar sechs Plätze gut und holte als Achter den ersten WM-Punkt seines Teams in dieser Saison. Sato wurde Fünfter und holte damit seine ersten Punkte des Jahres.

Verlierer waren Montoya, der von Startplatz drei auf Rang 13 zurückfiel, und vor allem McLaren. Nach Räikkönens Motorschaden fiel auch David Coulthard aus. Er kam ein viertes Mal an die Box, was so nicht geplant war, und stellte das Auto nach 50 Runden am Ende der Boxengasse ab. Offizieller Grund war ein Defekt an der Pneumatik. Crash.net kommentierte trocken: „Not a good day for Woking...“. Bei Minardi schied Zsolt Baumgartner nach 44 Runden mit Motorschaden aus. Sein Teamkollege Gianmaria Bruni wurde mit fünf Runden Rückstand als 17. gewertet.

Die beiden Toyota mit Olivier Panis und Cristiano da Matta blieben als Neunter und Zehnter knapp ohne Punkte. Dahinter folgten Fisichella und Felipe Massa im Sauber, Klien, Nick Heidfeld und Giorgio Pantano.

WM-Stand nach dem GP Bahrain 2004: Ferrari setzt sich ab

Nach den Siegen beim GP Australien und beim GP Malaysia gewann Michael Schumacher auch das dritte Saisonrennen. Mit der vollen Ausbeute von 30 Punkten führte er die Fahrer-WM vor Barrichello an, der 21 Punkte hatte. Button rückte mit 15 Punkten auf Rang drei vor, Montoya fiel mit 12 Zählern auf Platz vier zurück. Dahinter lagen Alonso und Trulli mit je 11 Punkten.

Noch deutlicher fiel die Führung in der Konstrukteurswertung aus. Ferrari hatte 51 Punkte und damit mehr als doppelt so viele wie Renault mit 22. Williams und BAR folgten mit je 19 Punkten, McLaren hatte nach drei Rennen nur 4 Zähler. Den vollständigen WM-Stand 2004 findest du in unserem Archiv.

Einordnung: Für die Formel 1 war der Sonntag in Sakhir eine Premiere, denn sie fuhr ihr erstes Rennen im Nahen Osten. Sportlich zeigte das Rennen ein bekanntes Bild: Ferrari und Bridgestone waren auch in der Wüste vorn. Dahinter meldete sich BAR-Honda mit Button als ernsthafte Kraft zurück, während McLaren mit Zuverlässigkeitsproblemen tief in der Krise steckte.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405057RundeMSCBARBUTTRUSATALOSCHWEBOlivier PanisCristiano da Matta

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (20)30
2Rubens Barrichello2 (13)21
3Jenson Button4 (9)15
4Juan Pablo Montoya3 (12)12
5Fernando Alonso5 (8)11
6Jarno Trulli6 (6)11
7Ralf Schumacher7 (5)7
8Takuma Sato11 (0)4
9David Coulthard8 (4)4
10Felipe Massa9 (1)1

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Bahrain 2004 – formel-1-livestream.de
  2. 2004 Bahrain Grand Prix – Wikipedia
  3. Bahrain GP 2004: Ferrari again – Crash.net
  4. Bahrain GP 2004 – Sunday Press Conference – grandprix.com
  5. 2004 Bahrain Grand Prix – Formula One History

Weitere News

Alle News