Rückblick · erstellt am · Rennen vom 21. März 2004

GP Malaysia 2004: Schumacher siegt, Button erstmals auf dem Podium

Michael Schumacher gewann in Sepang vor Juan Pablo Montoya. Jenson Button holte Platz drei und damit seinen ersten Formel-1-Podestplatz.

Start-Ziel-Gerade und Tribünen der Strecke Sepang International Circuit in unserer 3D-Umgebung, ohne Fahrzeuge
Bild: Szene aus unserer 3D-Wiedergabe

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Malaysia 2004: Schumacher gewinnt, Button holt sein erstes Podium

Michael Schumacher gewann den GP Malaysia 2004 im Ferrari von der Pole-Position aus. Zweiter wurde Juan Pablo Montoya im Williams, der auch die schnellste Runde fuhr. Dritter wurde Jenson Button im BAR, für ihn war es der erste Podestplatz in der Formel 1. Entschieden war das Rennen, als Schumacher nach einem kurzen Regenschauer in der Anfangsphase davonzog und Montoya danach nie nah genug herankam, um ihn ernsthaft anzugreifen. Auf dem Sepang International Circuit fuhren die Spitzenleute alle 56 Runden.

Start in Sepang: Webbers Startplatz zwei verpufft, ein Regenschauer bringt Unruhe

Die Überraschung des Qualifyings war Mark Webber. Er stellte seinen Jaguar als Zweiter in die erste Startreihe. Beim Start blieb er aber stecken und war am Ende der ersten Runde nur noch Neunter. Eine klare Erklärung dafür gab das Team nicht. Schon in der Einführungsrunde hatte sich Kimi Räikkönen im McLaren halb gedreht. Er durfte aber von seinem Startplatz losfahren.

Schumacher übernahm sofort die Führung. Gleich danach setzte leichter Regen ein, und alle Fahrer waren noch auf Trockenreifen unterwegs. Rubens Barrichello fuhr eine härtere Bridgestone-Mischung als sein Teamkollege. In der zweiten Runde kam er von der Ideallinie ab, und Montoya sowie Räikkönen gingen an ihm vorbei. Montoya nutzte die rutschige Strecke und kam bis auf etwa eine Sekunde an Schumacher heran. Als die Strecke wieder abtrocknete, fuhr Schumacher laut grandprix.com drei schnellste Runden in Folge. So baute er seinen Vorsprung von 1,1 auf 4,2 Sekunden aus. Schumacher sagte später, in den ersten Runden habe niemand gewusst, wie nass die Strecke in der nächsten Runde sein würde.

Weiter hinten lieferten sich Button und Jarno Trulli im Renault ein enges Duell. Dabei berührten sich die beiden leicht. Trulli kam kurz an Button vorbei, doch Button holte sich den Platz sofort zurück.

Rennverlauf und Strategie: Boxenstopps und die Führung

Ferrari setzte bei Schumacher auf einen kurzen ersten Stint. Laut grandprix.com kam er nach neun Runden an die Box. Schumacher sagte später, das sei die Strategie gewesen, mit der man ins Rennen gegangen sei. Montoya übernahm deshalb ab Runde 10 die Führung, bis er selbst an die Box kam. Ab Runde 13 lag Schumacher wieder vorne. Bei der nächsten Stopprunde führte Barrichello in Runde 27 kurz, danach übernahm Schumacher wieder bis ins Ziel.

Montoya blieb auf Schlagdistanz, kam aber nie richtig heran. Zwischendurch verkürzte er den Abstand auf weniger als vier Sekunden. Nach seinem letzten Stopp hing er aber hinter Barrichello fest. Montoya klagte, der Ferrari-Fahrer habe sofort die Tür zugemacht, sobald er einen Angriff versuchte. Am Ende fehlten ihm 5,022 Sekunden auf den Sieger. Mit der schnellsten Runde des Rennens (1:34,223 Minuten) zeigte er immerhin, dass der Williams schnell genug war. Er nahm es gelassen: „it's better to go home with eight points than out of the race“ (Pressekonferenz, grandprix.com).

Ausfälle: Webber, Ralf Schumacher, Heidfeld und Räikkönen

  • Mark Webber (Jaguar), Ausfall nach Runde 23, gedreht: Webber hatte im Mittelfeld einen harten Zweikampf mit Ralf Schumacher. Dabei drängte er den Williams-Fahrer auf das Gras. Kurz darauf traf Ralf Schumacher beim Versuch, den Platz zurückzuholen, das rechte Hinterrad des Jaguar. Webber fuhr fast eine ganze Runde mit einem platten Reifen. Er bekam außerdem eine Durchfahrtsstrafe, weil er in der Boxengasse zu schnell gefahren war. Später machte ihm der Verschleiß der Hinterreifen zu schaffen, und Webber drehte sich ins Aus. Den Fehler nahm er auf sich.
  • Ralf Schumacher (Williams), Ausfall nach Runde 27, Motor: Sein Williams blieb mit Rauch stehen. Laut Wikipedia war es für BMW der erste Motorschaden seit 17 Rennen.
  • Nick Heidfeld (Jordan), Ausfall nach Runde 34, Getriebe: Bei seinem ersten Stopp funktionierte die Tankanlage nicht, und er musste ein zweites Mal an die Box. Später blieben die Gänge hängen, und er musste aufgeben.
  • Kimi Räikkönen (McLaren), Ausfall nach Runde 40, Getriebe: Räikkönen war lange in den Top Fünf unterwegs. Bei seinem zweiten Stopp kostete ihn ein Problem mit dem Tankstutzen Zeit. Danach stoppte ihn ein Getriebeschaden.

Takuma Sato im zweiten BAR hatte sich früh ins Kiesbett gedreht. In der Schlussphase hatte er einen Motorschaden. Gewertet wurde er trotzdem als 15., mit vier Runden Rückstand.

Gewinner und Verlierer beim GP Malaysia 2004

Gewinner des Tages war Button. Er stand zum ersten Mal auf dem Podium. Von Startplatz sechs gewann er drei Plätze, setzte sich gegen Trulli durch und arbeitete sich an Barrichello und Räikkönen vorbei. Button sprach nach dem Rennen von einem „good step in the right direction“ (Pressekonferenz, grandprix.com).

Die meisten Plätze gewann Fernando Alonso. Er hatte sich im Qualifying gedreht und startete nur von Platz 19. Im ersten Stint kam er bis auf Platz acht nach vorn, blieb dann aber hinter David Coulthard im McLaren hängen. Renault stellte ihn auf eine andere Strategie um, doch das brachte nichts. Am Ende wurde er Siebter, zwölf Plätze besser als beim Start, und holte zwei Punkte. Trulli wurde Fünfter, Coulthard Sechster. Den letzten Punkt holte Felipe Massa im Sauber als Achter. Hinter ihm kamen Cristiano da Matta im Toyota und Neuling Christian Klien im Jaguar ins Ziel.

Verlierer des Tages war Webber. Er startete aus der ersten Reihe und verlor 18 Plätze bis zu seinem Ausfall. Räikkönen und Ralf Schumacher verloren durch ihre Ausfälle je zwölf Plätze. Auch Olivier Panis hatte einen schwierigen Tag. Nach einem Missverständnis am Funk fuhr er unnötig durch die Boxengasse, war dabei zu schnell und bekam eine Durchfahrtsstrafe. Er wurde nur Zwölfter. Giancarlo Fisichella im zweiten Sauber verlor durch abgewürgte Motoren bei den Boxenstopps Zeit und kam als Elfter ins Ziel.

WM-Stand nach dem GP Malaysia 2004: Ferrari baut die Führung aus

Nach zwei Rennen hatte Schumacher die volle Punktzahl. Wie schon beim GP Australien holte er zehn Punkte und führte den WM-Stand 2004 mit 20 Punkten an. Zweiter war Barrichello mit 13 Punkten, Montoya rückte mit 12 Punkten auf Platz drei vor. Button war nun Vierter mit 9 Punkten, vor Alonso (8) und Trulli (6). Ralf Schumacher fiel durch seinen Ausfall auf Platz sieben zurück (5 Punkte).

In der Konstrukteurswertung hatte Ferrari mit 33 Punkten schon fast doppelt so viele Punkte wie Williams (17). Dahinter folgten Renault (14) und BAR (9). McLaren hatte nach Räikkönens Ausfall in Malaysia erst 4 Punkte.

Einordnung: Ferrari wieder vorn, BAR im Aufwind

Ferrari hatte in Sepang in der Vergangenheit mit Reifenproblemen zu kämpfen. Doch auch dieses Rennen zeigte, dass Schumacher und Bridgestone 2004 das stärkste Paket hatten. Schumacher bedankte sich ausdrücklich beim Reifenhersteller. Williams-BMW mit Montoya blieb an diesem Tag der einzige echte Gegner. Für BAR-Honda und Button war das erste Podium ein Zeichen, dass das Team auf dem Weg nach oben war. McLaren dagegen erlebte mit Räikkönens Ausfall und Platz sechs für Coulthard einen weiteren schwachen Auftritt. Alle Ergebnisse der Saison findest du in der Ergebnisübersicht 2004.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405056RundeMSCMONBUTBARTRUCOUALOMASCristiano da MattaKLI

WM-Stand vorher und nachher

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Malaysia 2004 – formel-1-livestream.de
  2. 2004 Malaysian Grand Prix – Wikipedia
  3. Malaysian GP 2004 – Race Report – grandprix.com
  4. Malaysian GP 2004: Michael masters Malaysia – crash.net
  5. Malaysian GP 2004 – Sunday Press Conference – grandprix.com
  6. 2004 Malaysian Grand Prix – formulaonehistory.com

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