GP Australien 2004: Schumacher dominiert, Ferrari feiert Doppelsieg
Michael Schumacher gewann den Saisonauftakt 2004 in Melbourne von der Pole und führte jede Runde. Barrichello wurde Zweiter, Alonso holte Platz drei.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Australien 2004: Schumachers Grand Slam zum Saisonauftakt
Der Weltmeister machte da weiter, wo er 2003 aufgehört hatte. Michael Schumacher gewann den Großen Preis von Australien 2004 im Albert Park von der Pole-Position. Er führte alle 58 Runden an und fuhr auch die schnellste Rennrunde. Teamkollege Rubens Barrichello machte den Ferrari-Doppelsieg perfekt. Dritter wurde Fernando Alonso im Renault, der das Podium schon in der ersten Kurve sicherte.
Pole, Sieg, schnellste Runde und Führung in jeder Runde: Für Schumacher war das laut Wikipedia sein vierter Grand Slam und der zweite im Ferrari. Es war zugleich sein 71. Grand-Prix-Sieg (grandprix.com).
Start in Melbourne: Alonso überrumpelt Montoya
Es war das erste Rennen seit 2001 ohne Launch Control und vollautomatische Getriebe. Beides hatte die FIA nach der Saison 2003 verboten (Wikipedia). Die Starts lagen also wieder stärker in der Hand der Fahrer. Schumacher kam von der Pole am besten weg. Barrichello versuchte in der Anfangsphase kurz einen Angriff auf ihn, steckte dann aber zurück (grandprix.com).
Dahinter fiel die Entscheidung um Platz drei. Juan Pablo Montoya war im Williams von Startplatz 3 losgefahren und bremste vor Kurve 1 zu spät. Alonso kam von Platz 5 und musste mit den Rädern ins Gras ausweichen, ging aber an Montoya vorbei. Der Kolumbianer fiel auf Rang sieben zurück. Alonso sagte später, Montoya habe ihn „onto the grass“ gedrängt (grandprix.com). Jarno Trulli im zweiten Renault kam von Startplatz 9 hervorragend weg und lag in Kurve 1 kurzzeitig auf Platz fünf. Dann traf ihn Takuma Sato im BAR von hinten. Beide Autos wurden leicht beschädigt: Bei Trulli war der Diffusor beschädigt, Sato beschädigte seine Nase (Wikipedia, grandprix.com).
Rennverlauf und Boxenstopps: Ferrari fährt allen davon
Die beiden Ferrari setzten sich sofort ab. Nach vier Runden lagen sie zwei Sekunden vor Alonso, nach acht Runden schon fünf Sekunden (Wikipedia). Beide fuhren mit wenig Benzin los: Barrichello tankte in Runde 11 zum ersten Mal nach, Schumacher eine Runde später (crash.net). Barrichello musste in der Schlussphase mit Bremsproblemen kämpfen. Schumacher bekam gegen Ende den Funkspruch, langsamer zu fahren, und drehte nur noch Runden im 1:30er-Bereich (crash.net). Im Ziel lag er 13,605 Sekunden vor Barrichello, Alonso hatte 34,673 Sekunden Rückstand (Wikipedia). Die schnellste Runde, eine 1:24,125 in Runde 29, war zugleich neuer Rundenrekord (Wikipedia).
Alonso konnte das Tempo der Ferrari nicht halten. Den Verfolgern fuhr er aber davon und nannte das Podium hinterher „everything we could have hoped for“ (grandprix.com). Spannender war es um Platz vier. Jenson Button lag eine Zeit lang auf dieser Position. Beim zweiten Stopp klemmte der Tankstutzen, und Ralf Schumacher zog vorbei (grandprix.com, crash.net). Montoya kämpfte mit einem schlecht ausbalancierten Auto und körnenden Reifen. Bei seinen Boxenstopps lief wiederholt etwas schief, bei Stopp Nummer drei hakte es am rechten Hinterrad. Trotzdem ging er in Runde 38 an Button vorbei und wurde Fünfter (grandprix.com).
Ausfälle beim GP Australien 2004: Räikkönen, Webber, Massa
Sechs Fahrer kamen nicht in die Wertung:
- Kimi Räikkönen, McLaren: Er würgte den Motor am Start ab, holte aber die meisten verlorenen Plätze zurück (grandprix.com). Nach 9 Runden fiel er mit Motorschaden aus, als erster Ausfall der Saison.
- Zsolt Baumgartner, Minardi: Er schied nach 13 Runden mit einem Elektrikdefekt aus.
- Mark Webber, Jaguar: Von Startplatz 6 aus lag er auf Rang acht hinter Montoya, als der sechste und der siebte Gang ausfielen. Mit nur fünf Gängen ging es nicht weiter (grandprix.com). Er gab nach 29 Runden auf, offizieller Grund: Getriebe.
- Nick Heidfeld, Jordan: Bei einem Boxenstopp versagte die Kupplung, und sein Auto blieb im ersten Gang hängen (grandprix.com). Der Jordan erfasste zwei Mechaniker, die mit Prellungen davonkamen (Wikipedia). Offiziell schied Heidfeld nach 43 Runden mit einem Getriebedefekt aus.
- Gianmaria Bruni, Minardi: Er kämpfte ab etwa Runde 20 mit Fehlzündungen (grandprix.com) und wurde nach 43 Runden nicht gewertet.
- Felipe Massa, Sauber: Er lieferte sich ein packendes Duell mit Räikkönen und ging in Runde 10 an ihm vorbei (crash.net). In Runde 19 drehte er sich in Kurve 5 (grandprix.com). Nach 44 Runden war mit Motorschaden Schluss.
Gewinner und Verlierer des Tages in Melbourne
Gewinner: Am meisten Plätze machte ein Debütant gut. Christian Klien startete bei seinem ersten Formel-1-Rennen (Wikipedia) für Jaguar von Platz 19 und kam als Elfter ins Ziel. Das waren acht Positionen mehr. Ralf Schumacher fuhr von Startplatz 8 auf Rang vier, ebenfalls vier Plätze gewannen David Coulthard (von 12 auf 8) und Giancarlo Fisichella (von 14 auf 10). Fisichella war im Winter zu Sauber gewechselt und musste sich laut crash.net mit Rad-an-Rad-Kontakt an Heidfeld vorbeikämpfen, der seinen Platz bei Jordan übernommen hatte. Coulthards Punkt war der einzige für McLaren, für ihn nur „a very small consolation“ (grandprix.com).
Verlierer: Webber verlor durch seinen Ausfall zwölf Positionen gegenüber dem Startplatz, Räikkönen zehn. Bei McLaren ging der Saisonstart damit fast komplett daneben. Montoya und Button verloren je zwei Plätze, Trulli rettete trotz des beschädigten Autos Rang sieben. Die beiden Toyota von Cristiano da Matta und Olivier Panis kamen mit zwei Runden Rückstand auf den Plätzen 12 und 13 an, Giorgio Pantano wurde bei seinem Jordan-Debüt Vierzehnter.
WM-Stand nach dem Saisonauftakt 2004 und Einordnung
Nach dem ersten Rennen führte Michael Schumacher den WM-Stand 2004 mit 10 Punkten an, vor Barrichello mit 8 und Alonso mit 6. Dahinter folgten Ralf Schumacher (5), Montoya (4), Button (3), Trulli (2) und Coulthard (1). Bei den Konstrukteuren hatte Ferrari mit 18 Punkten schon doppelt so viele wie Williams (9). Renault lag mit 8 Punkten auf Platz drei vor BAR (3) und McLaren (1).
Für Ferrari war es der erste Doppelsieg seit dem GP Japan 2002 (Wikipedia, grandprix.com). Das war ein deutliches Signal nach der knappen Saison 2003. Die Konkurrenz hatte im Winter auf einen engeren Kampf gehofft. In Melbourne aber kam kein Gegner in die Nähe der roten Autos. Mit Renault und Alonso meldete sich zudem ein Team, das als einziges halbwegs mithalten konnte. Alle Ergebnisse und Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Australien 2004.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Christian Klien | 19 | 11 | +8 |
| Olivier Panis | 18 | 13 | +5 |
| Ralf Schumacher | 8 | 4 | +4 |
| David Coulthard | 12 | 8 | +4 |
| Giancarlo Fisichella | 14 | 10 | +4 |
| Fernando Alonso | 5 | 3 | +2 |
| Jarno Trulli | 9 | 7 | +2 |
| Giorgio Pantano | 16 | 14 | +2 |
| Cristiano da Matta | 13 | 12 | +1 |
| Michael Schumacher | 1 | 1 | 0 |
| Rubens Barrichello | 2 | 2 | 0 |
| Juan Pablo Montoya | 3 | 5 | −2 |
| Jenson Button | 4 | 6 | −2 |
| Takuma Sato | 7 | 9 | −2 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 10 |
| 2 | Rubens Barrichello | 8 |
| 3 | Fernando Alonso | 6 |
| 4 | Ralf Schumacher | 5 |
| 5 | Juan Pablo Montoya | 4 |
| 6 | Jenson Button | 3 |
| 7 | Jarno Trulli | 2 |
| 8 | David Coulthard | 1 |
| 9 | Takuma Sato | 0 |
| 10 | Giancarlo Fisichella | 0 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Australien 2004 – formel-1-livestream.de
- 2004 Australian Grand Prix – Wikipedia
- Australian GP 2004 – Race notes: Schumacher heads Ferrari 1-2 – grandprix.com
- Australian GP 2004: One too easy for Ferrari – crash.net


