Rückblick · erstellt am · Rennen vom 12. Oktober 2003

GP Japan 2003: Barrichello siegt, Schumacher holt sechsten Titel

Rubens Barrichello gewann in Suzuka von der Pole, Michael Schumacher reichte Platz acht zum sechsten WM-Titel – zwei Punkte vor Kimi Räikkönen.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Japan 2003 in Suzuka: Barrichello gewinnt, Schumacher ist Weltmeister

Beim GP Japan 2003, dem Saisonfinale auf dem Suzuka Circuit, siegte Rubens Barrichello für Ferrari von der Pole-Position. Hinter ihm kamen Kimi Räikkönen und David Coulthard für McLaren ins Ziel. Das Duell um die WM verlief dramatischer als das um den Sieg: Michael Schumacher startete nur von Platz 14, kollidierte zweimal und rettete Platz acht ins Ziel. Der eine Punkt reichte ihm zum sechsten WM-Titel.

Qualifying im Regen: Schumacher nur auf Startplatz 14

Den Grundstein für das spannende Finale legte das Wetter. Gegen Ende des entscheidenden Qualifyings setzte Regen ein. Wer früh fahren durfte, war klar im Vorteil, und so standen die beiden Toyota von Cristiano da Matta und Olivier Panis auf den Startplätzen 3 und 4. Mark Webber im Jaguar startete als Sechster. Barrichello holte die Pole in 1:31,713 Minuten, neben ihm stand Juan Pablo Montoya im Williams.

Schumacher ging nur von Platz 14 ins Rennen, Räikkönen immerhin von Platz 8. Noch schlimmer traf es Jarno Trulli (Renault) und Ralf Schumacher: Beide brachten ihre Runde im Nassen nicht zu Ende, Ralf drehte sich in der letzten Kurve. Sie standen auf den Startplätzen 20 und 19.

Auch abseits der Strecke gab es eine Änderung: Jacques Villeneuve trat vor dem Rennen nicht mehr für BAR an. Für ihn fuhr Testfahrer Takuma Sato, der schon als Stammfahrer für 2004 feststand, bei seinem Heimrennen.

Rennverlauf: Montoya stürmt vorbei, Barrichello übernimmt

Teile der Strecke waren nach dem nächtlichen Regen noch feucht. Barrichello behauptete beim Start zunächst die Führung, bekam seine Reifen aber nicht schnell genug auf Temperatur. Noch in der ersten Runde ging Montoya in der Spoon-Kurve an ihm vorbei. Laut crash.net lag der Kolumbianer nach zwei Runden schon rund vier Sekunden vorn. Fernando Alonso überholte beide Toyota und lag auf Rang drei.

Dann kam Montoyas Aus: In Runde 9 fiel die Hydraulik aus, und Barrichello erbte die Führung. Rund um die ersten Boxenstopps wechselte die Spitze kurz: In Runde 13 lag Räikkönen vorn, ab Runde 14 für drei Runden Jenson Button im BAR. Ab Runde 17 führte wieder Barrichello. Kurz darauf platzte Alonsos Motor, und der Brasilianer hatte nun die beiden McLaren im Nacken.

Die Strategien waren unterschiedlich. Barrichello und Coulthard hielten dreimal an der Box, Räikkönen und Trulli nur zweimal (laut grandprix.com). Räikkönen stand laut crash.net bei einem Stopp länger als nötig. In der letzten Runde der Stopps lag Coulthard in Runde 41 kurz vorn, danach war Barrichello wieder Erster. Er gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab und gewann mit 11,085 Sekunden Vorsprung auf Räikkönen. Coulthard kam nur knapp dahinter als Dritter ins Ziel.

Schumachers Zitterrennen zum WM-Titel

Für Schumacher wurde das Finale zur Nervenprobe. In Runde 7 wollte er an der Schikane innen an Sato vorbei. Der Japaner machte die Tür zu, und der Ferrari verlor den Frontflügel. Schumacher musste sofort an die Box und fiel laut crash.net auf Platz 19 zurück. Er selbst sagte später, er habe „in Runde sieben oder acht meine Nase verloren“ (grandprix.com).

In der Schlussphase kämpfte Schumacher mit da Matta um Platz sieben und Ralf hing dicht dahinter. Dann folgte die nächste brenzlige Szene. An der Schikane blockierten Michaels Räder, Ralf fuhr ihm ins Heck und beschädigte sich die Nase. Michael fuhr ohne Schaden weiter. Ralf, der sich an dieser Stelle schon zweimal gedreht hatte, musste einen neuen Frontflügel holen und landete mit einer Runde Rückstand auf Platz 12. Michael ging danach kein Risiko mehr ein: Laut crash.net gab er den Kampf gegen da Matta auf und ließ ihn auf Platz sieben ziehen. Platz acht reichte.

Ausfälle: Montoya, Alonso, Fisichella und Frentzen

Nur vier Fahrer kamen nicht ins Ziel:

  • Juan Pablo Montoya (Williams), nach Runde 9 – Hydraulik: Er lag in Führung, als die Hydraulik versagte. Er spürte nach eigenen Worten in Runde 9 einen „Verlust einiger Steuerfunktionen“ (grandprix.com).
  • Heinz-Harald Frentzen (Sauber), nach Runde 9 – Motor: Laut grandprix.com hatte ein Treffer von Ralf Schumacher das Heck beschädigt. Danach trat aus einem Kühler Öl aus, und der Motor ging kaputt.
  • Fernando Alonso (Renault), nach Runde 17 – Motor: Der Spanier fuhr im Kampf um den Sieg mit, dann platzte der Motor.
  • Giancarlo Fisichella (Jordan), nach Runde 33 – kein Benzin mehr: Laut grandprix.com hatte Jordan beim ersten Stopp zu wenig nachgetankt, und kurz vor dem zweiten Stopp ging ihm das Benzin aus.

Gewinner und Verlierer in Suzuka

Gewinner des Tages war neben Barrichello klar Trulli: Er startete als Letzter, gewann 15 Plätze und wurde Fünfter. Ohne den Verkehr nach seinem zweiten Stopp wäre er nach eigener Aussage Vierter geworden (grandprix.com). Auch BAR hatte allen Grund zur Freude. Button kam von Startplatz 9 auf Platz 4, und Sato machte bei seinem Heimrennen als Sechster sieben Plätze gut. Mit diesen Punkten sicherte sich BAR Platz fünf in der Konstrukteurswertung. Räikkönen machte sechs Plätze gut, Coulthard vier.

Verlierer waren vor allem die Fahrer, die vom Regen im Qualifying profitiert hatten. Panis fiel von Startplatz 4 auf Rang 10 zurück, Webber von 6 auf 11. Da Matta hielt sich als Siebter wenigstens in den Punkten. Die größten Pechvögel waren Montoya, der aus der Führung ausfiel, und Alonso, der 13 Plätze verlor.

WM-Stand 2003 und Einordnung: Schumacher übertrifft Fangio

Im WM-Stand 2003 blieb Schumacher mit 93 Punkten knapp vor Räikkönen mit 91. Der Finne hätte gewinnen müssen, und Schumacher hätte ohne Punkt bleiben müssen. Montoya wurde mit 82 Punkten Dritter. Barrichello rückte dank des Sieges mit 65 Punkten auf Platz vier vor Ralf Schumacher (58). Bei den Konstrukteuren holte Ferrari mit 158 Punkten vor Williams (144) und McLaren (142) seinen 13. Titel, den fünften in Folge.

Für die Geschichte der Formel 1 war Suzuka 2003 ein besonderer Tag. Mit seinem sechsten Titel übertraf Schumacher den Rekord von fünf WM-Titeln, den Juan Manuel Fangio seit 1957 gehalten hatte. Zugleich holte er seinen vierten Titel in Folge und zog damit mit Fangio gleich. Das Rennen war außerdem der letzte Grand Prix für Frentzen und Jos Verstappen (Minardi). Alle Daten zum Rennen findest du auf unserer Ergebnisseite zum GP Japan 2003.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405053RundeBARRAICOUBUTTRUSATCristiano da MattaMSCHEIOlivier Panis

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (92)93
2Kimi Räikkönen2 (83)91
3Juan Pablo Montoya3 (82)82
4Rubens Barrichello5 (55)65
5Ralf Schumacher4 (58)58
6Fernando Alonso6 (55)55
7David Coulthard7 (45)51
8Jarno Trulli8 (29)33
9Jenson Button12 (12)17
10Mark Webber9 (17)17

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Japan 2003 – formel-1-livestream.de
  2. 2003 Japanese Grand Prix – Wikipedia
  3. Japanese GP 2003 – Race notes: Schumacher takes historic sixth drivers' title – grandprix.com
  4. Japanese GP 2003: Rubens wins, title for Michael – Crash.net
  5. Villeneuve pulls out of Japan – grandprix.com

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