Rückblick · erstellt am · Rennen vom 15. Juni 2003

GP Kanada 2003: Schumacher siegt mit müden Bremsen vor Ralf

Michael Schumacher gewann den GP Kanada 2003 trotz Bremssorgen knapp vor Bruder Ralf und Montoya und übernahm die WM-Führung von Kimi Räikkönen.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Kanada 2003: Die Zusammenfassung

Michael Schumacher gewann am 15. Juni 2003 den GP Kanada auf dem Circuit Gilles Villeneuve in Montreal. Er war von Startplatz 3 losgefahren und siegte vor seinem Bruder Ralf Schumacher und dessen Teamkollegen Juan Pablo Montoya im Williams. Entschieden wurde das Rennen in der ersten Boxenstopp-Phase: Der Ferrari-Pilot fuhr länger als Ralf und kam vor ihm zurück auf die Strecke. Danach brachte er den Sieg trotz verschlissener Bremsen ins Ziel. Laut Atlas F1 lag er am Ende nur 0,784 Sekunden vor Ralf, und die ersten vier waren nicht einmal fünf Sekunden voneinander getrennt. Es war sein 68. Grand-Prix-Sieg, berichtete grandprix.com.

Start in Montreal: Ralf führt, Montoya dreht sich

Ralf Schumacher kam von der Pole Position gut weg und behielt die Führung. Montoya ging in der ersten Kurve außen herum und verteidigte Platz zwei gegen Michael Schumacher. Weiter hinten wurde es eng: Rubens Barrichello fuhr Fernando Alonso im Renault ins Heck und verlor dabei seinen Frontflügel. Antônio Pizzonia im Jaguar traf den zweiten Renault von Jarno Trulli. Barrichello und Pizzonia mussten an die Box und bekamen neue Frontflügel.

Schon in Runde 2 drehte sich Montoya in der Schlussschikane und fiel hinter Mark Webber auf Platz fünf zurück. Den Fehler nahm er später auf seine Kappe. Danach kämpfte er sich wieder nach vorn und überholte laut Atlas F1 in Runde 10 auch Alonso. Für Williams war der Dreher teuer: Montoya fiel als Puffer zwischen Ralf und Michael aus, und der Weltmeister saß seinem Bruder nun direkt im Nacken.

Boxenstopp-Strategie: Wie Michael Schumacher die Führung übernahm

Ralf führte die ersten 19 Runden an, dann begann die erste Stoppserie. Sein Stopp dauerte laut Atlas F1 nur 8,8 Sekunden, Michaels 10,6 Sekunden. Trotzdem kam der Ferrari vor dem Williams heraus, denn Michael hatte vor seinem Stopp mit freier Fahrt schnelle Runden gedreht. Ab Runde 20 führte er.

Alonso war noch länger draußen geblieben und lag deshalb ab Runde 21 vorn. Nach seinem Stopp übernahm Michael Schumacher ab Runde 26 wieder die Spitze. In der zweiten Stoppserie kamen die Spitzenfahrer erneut an die Box. Laut Atlas F1 ließ Ralf dabei sogar die Vorderreifen drauf, um Zeit zu gewinnen, kam aber trotzdem nicht an seinem Bruder vorbei. Alonso führte ab Runde 49 noch einmal sechs Runden lang. Nach seinem letzten Stopp gehörte die Spitze ab Runde 55 endgültig dem Ferrari.

Schlussphase: Vier Autos, Bremssorgen und kein Angriff

Leicht war der Sieg nicht. Laut grandprix.com hatte Michael Schumacher fast das ganze Rennen über mit Bremsverschleiß zu kämpfen und konnte nicht durchgehend attackieren. Nach den zweiten Stopps nahm er Tempo heraus, um die Bremsen zu schonen. So schlossen Ralf und Montoya zu ihm auf, und fünf Runden vor Schluss war auch Alonso in der Gruppe. Laut grandprix.com plagte sich auch Montoya mit Bremsen und Herunterschalten.

Vorbei kam trotzdem keiner. Ralf sagte, er sei nie nah genug dran gewesen, um es zu versuchen. Teamchef Frank Williams meinte dagegen, Montoya hätte wohl mehr riskiert: „possibly to probably Juan would have had a bigger go.“ (Atlas F1). Michael nannte den Sieg „the ideal result at the end of a very tough and tight race“ (grandprix.com). Ralf lag am Ende 0,784 Sekunden zurück, Montoya 1,355 Sekunden und Alonso 4,481 Sekunden. Barrichello kam nach seinem frühen Flügelwechsel noch auf Platz fünf, mehr als eine Minute hinter dem Sieger.

Ausfälle beim GP Kanada 2003

Nur elf Fahrer wurden gewertet, neun schieden aus. Die Runden in dieser Liste sind jeweils die zuletzt vollständig gefahrenen:

Auch zwei der gewerteten Fahrer kamen nicht ins Ziel. Pizzonia stellte seinen Jaguar laut Wikipedia und grandprix.com mit Bremsproblemen ab und wurde mit vier Runden Rückstand Zehnter. Cristiano da Matta (Toyota) hatte einen Defekt an der Aufhängung und wurde Elfter.

Gewinner und Verlierer: Räikkönens Aufholjagd

Der größte Aufsteiger des Tages war Kimi Räikkönen. Im Qualifying hatte er sich in der zweiten Kurve gedreht und ohne Zeit nur Startplatz 20 bekommen. McLaren schickte ihn mit frischen Reifen aus der Boxengasse ins Rennen und setzte auf einen einzigen Stopp. Laut Atlas F1 löste sich in Runde 33 die Lauffläche eines Reifens. Der vorgezogene Stopp warf ihn von Platz fünf auf Platz zehn zurück. Trotzdem fuhr er noch auf Rang sechs und machte damit 14 Plätze gut. Das brachte ihm drei wichtige Punkte, auch wenn er die WM-Führung verlor.

Auch Jos Verstappen sah mit dem Minardi die Zielflagge, gewann sechs Plätze und wurde Neunter. Webber holte als Siebter zwei Punkte für Jaguar, Olivier Panis als Achter einen Punkt für Toyota. Einen schwarzen Tag erlebte Sauber: Frentzen fiel von Startplatz 10 früh aus, Heidfeld später mit Motorschaden. Renault zeigte mit Alonsos Führungsrunden und Platz vier, wie konkurrenzfähig das Team inzwischen war.

WM-Stand nach dem GP Kanada 2003: Schumacher übernimmt die Spitze

Mit dem Sieg kletterte Michael Schumacher an die Spitze der Fahrerwertung. Nach acht von 16 Rennen hatte er 54 Punkte, drei mehr als Räikkönen mit 51. Dahinter lagen Alonso (34), Ralf Schumacher (33), Montoya und Barrichello (je 31). Laut Wikipedia war es Michaels vierter Saisonsieg, laut grandprix.com sein sechster Sieg in Montreal.

Auch bei den Konstrukteuren ging Ferrari in Führung: 85 Punkte gegen 76 für McLaren und 64 für Williams. Für Williams blieb nach der Pole Position und zwei Podestplätzen trotzdem ein bitterer Beigeschmack, denn Montoyas früher Dreher hatte die Ausgangslage im Kampf um den Sieg verschlechtert. Den vollständigen Stand findest du im WM-Stand 2003.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
110203040506070RundeMSCSCHMONALOBARRAIWEBOlivier PanisJos VerstappenPIZ

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher2 (44)54
2Kimi Räikkönen1 (48)51
3Fernando Alonso3 (29)34
4Ralf Schumacher7 (25)33
5Juan Pablo Montoya5 (25)31
6Rubens Barrichello4 (27)31
7David Coulthard6 (25)25
8Jarno Trulli8 (13)13
9Giancarlo Fisichella9 (10)10
10Jenson Button10 (8)8

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Kanada 2003 – formel-1-livestream.de
  2. 2003 Canadian Grand Prix – Wikipedia
  3. Canadian Grand Prix 2003 Review – Atlas F1
  4. Canadian GP 2003 Race Notes: Schumacher takes 68th victory in Montreal – grandprix.com

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