Rückblick · erstellt am · Rennen vom 29. Juli 2001

GP Deutschland 2001: Ralf Schumacher erbt Sieg von Montoya

Ralf Schumacher gewann 2001 in Hockenheim vor Barrichello und Villeneuve. Montoya verlor die Führung beim Tankstopp, nur zehn Autos kamen ins Ziel.

Illustration (KI-generiert): Hockenheimring um 2001 mit Rennwagen
KI-generierte Illustration

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Deutschland 2001: Ralf Schumacher gewinnt in Hockenheim

Ralf Schumacher gewann den Großen Preis von Deutschland 2001 auf dem Hockenheimring im Williams. Zweiter wurde Rubens Barrichello im Ferrari, Dritter Jacques Villeneuve im BAR. Entschieden wurde das Rennen in der Box. Teamkollege und Polesetter Juan Pablo Montoya führte souverän, verlor die Spitze aber durch Probleme an der Tankanlage und fiel kurz danach mit Motorschaden aus. Von 22 Autos sahen nur zehn die Zielflagge.

Startunfall in Hockenheim: Burti fliegt über den Ferrari

Schon der erste Start endete im Chaos. Michael Schumacher hatte im Ferrari ein Problem mit der Gangwahl und wurde mitten auf der Strecke langsamer. Hinter ihm konnte Luciano Burti im Prost den Ferrari nicht rechtzeitig sehen, weil ihm andere Autos die Sicht verdeckten. Burti fuhr auf das rechte Hinterrad des Ferrari auf, hob ab, flog über den Arrows von Enrique Bernoldi hinweg und landete wieder auf den Rädern. Burti und Michael Schumacher blieben unverletzt. Ihre Autos waren allerdings nicht mehr zu reparieren, deshalb gingen sie mit den Ersatzwagen ins neue Rennen.

Die Strecke war mit Karbonteilen übersät. Rennleiter Charlie Whiting schickte zuerst das Safety Car hinaus und brach das Rennen dann mit der roten Flagge ab. Bei den hohen Geschwindigkeiten in Hockenheim drohten sonst Reifenschäden. Laut Wikipedia sollte der Start ursprünglich um 14 Uhr erfolgen, der Neustart folgte um 14:24 Uhr. Die beiden Minardi von Fernando Alonso und Tarso Marques mussten aus der Boxengasse starten, weil Benzin aus den Tankventilen ausgetreten war.

Auch der Neustart ging nicht glatt. Pedro de la Rosa bremste im Jaguar an der ersten Schikane zu spät und räumte den Sauber von Nick Heidfeld ab. Für beide war das Rennen vorbei, bevor sie eine Runde absolviert hatten. Laut Atlas F1 nahm de la Rosa die Schuld auf sich. Barrichello war dagegen in Angriffslaune: Er ging außen an Mika Häkkinen von McLaren vorbei, und Michael Schumacher ließ ihn auf Anweisung durch. Später überholte er auch David Coulthard wieder.

Rennverlauf: Montoyas Führung endet beim Boxenstopp

Montoya hatte seine erste Pole-Position geholt und kontrollierte das Rennen von vorne. Ralf Schumacher folgte ihm als Zweiter und schonte nach eigener Aussage seinen Motor, als der Kolumbianer davonzog. Nach Wikipedia kämpfte Ralf zu Beginn außerdem mit Bremsproblemen. Zur Halbzeit führte Montoya laut grandprix.com mit rund zehn Sekunden Vorsprung.

In Runde 22 kam er zu seinem einzigen geplanten Stopp, und dort ging alles schief. Die Signallampen an seiner Box fielen aus. Die Crew wechselte deshalb zur Tankanlage, die eigentlich für Ralf Schumacher bereitstand. Montoya stand dadurch etwa 20 Sekunden länger als geplant und bekam deutlich mehr Benzin als vorgesehen. Ab Runde 23 führte Ralf Schumacher, Montoya fiel auf Platz vier zurück. Nach 24 Runden stieg Rauch aus dem Heck des Williams, der Motor war hinüber. Montoya sagte, er sei „so enttäuscht“, dass ihm die Worte fehlten. Technikchef Patrick Head kritisierte die von der FIA gestellten Tankanlagen. Bei der Untersuchung der Anlage durch den Hersteller wurde laut Wikipedia jedoch kein Fehler gefunden.

Ralf stoppte in Runde 24 und kam mit etwa zehn Sekunden Vorsprung zurück auf die Strecke. Ab etwa Runde 37 nahm er Tempo heraus, um den Motor zu schonen. Trotzdem gewann er mit mehr als 46 Sekunden Vorsprung.

Ferrari setzte bei Barrichello auf zwei Stopps mit wenig Benzin. Ein Tankschlauch schloss sich bei ihm von selbst, was ihn nach Wikipedia rund zwölf Sekunden kostete. Platz zwei war dennoch nicht gefährdet. Michael Schumacher fuhr mit einem Stopp, schied aber nach seinem Boxenbesuch mit zu niedrigem Benzindruck aus. Coulthard kam in Runde 28 zum Stopp, doch beim Verlassen der Box platzte sein Motor.

Ausfälle beim GP Deutschland 2001: Hitze und Technik dezimieren das Feld

Die Bedingungen waren hart: Laut Wikipedia hatte es in der Startaufstellung 28 Grad Lufttemperatur und 32 Grad auf dem Asphalt. Dazu kamen die langen Vollgasstücke durch den Wald. Zwölf Fahrer kamen nicht ins Ziel:

  • Pedro de la Rosa und Nick Heidfeld: 0 Runden, Kollision an der ersten Schikane nach dem Neustart
  • Ricardo Zonta (Jordan): 7 Runden, Kollision mit Jos Verstappen
  • Mika Häkkinen (McLaren): 13 Runden, Motor
  • Kimi Räikkönen (Sauber): 16 Runden, Antriebswelle
  • Eddie Irvine (Jaguar): 16 Runden, Benzindruck
  • Michael Schumacher (Ferrari): 23 Runden, Benzindruck
  • Luciano Burti (Prost): 23 Runden, Dreher ins Aus
  • Juan Pablo Montoya (Williams): 24 Runden, Motor
  • Tarso Marques (Minardi): 26 Runden, Getriebe
  • David Coulthard (McLaren): 27 Runden, Motor
  • Jarno Trulli (Jordan): 34 Runden, Hydraulik

Besonders bitter war der Tag für McLaren: Beide Autos fielen mit Motorschaden aus, und der Hauptkonkurrent Ferrari holte trotzdem Punkte.

Gewinner und Verlierer: Benetton punktet doppelt

Die meisten Plätze machten die beiden Benetton gut. Giancarlo Fisichella fuhr von Startplatz 17 auf Rang vier, Jenson Button von Startplatz 18 auf Rang fünf. Beide gewannen also 13 Plätze. Laut grandprix.com halfen dabei die Strategie und die Zuverlässigkeit des Renault-Motors, während bei anderen Teams reihenweise die Technik versagte. Nach Wikipedia holte Benetton zum ersten Mal in dieser Saison mit beiden Autos Punkte.

Auch Villeneuve war ein Gewinner. Er startete als Zwölfter und stand am Ende als Dritter auf dem Podium, obwohl er laut grandprix.com selbst kein konkurrenzfähiges Rennen erwartet hatte. Jean Alesi holte von Startplatz 14 den letzten Punkt für Prost. Olivier Panis wurde im zweiten BAR Siebter. Dahinter kamen Bernoldi und Verstappen mit den beiden Arrows sowie Alonso, der trotz der Probleme mit dem Tankventil als Zehnter ins Ziel kam.

Der große Verlierer war Montoya, der seinen ersten Sieg schon vor Augen hatte. Am weitesten fiel Häkkinen zurück: Er hatte von Startplatz drei aus 16 Plätze verloren. Heidfeld, der von Startplatz sieben ins Rennen gegangen war, kam keine Runde weit.

WM-Stand nach dem GP Deutschland und Einordnung

Weil sowohl Michael Schumacher als auch Coulthard ausfielen, blieb an der Spitze der WM alles beim Alten. Michael führte mit 84 Punkten vor Coulthard mit 47. Ralf Schumacher schob sich mit 41 Punkten auf Platz drei vor, einen Punkt vor Barrichello mit 40. Dahinter folgten Häkkinen mit 19, Montoya mit 15 und Villeneuve mit 11 Punkten. Bei den Konstrukteuren baute Ferrari mit 124 Punkten den Vorsprung auf McLaren aus, das auf 66 Punkte kam. Williams lag mit 56 Punkten auf Platz drei. Den vollständigen WM-Stand 2001 findest du in unserem Archiv.

Für Ralf Schumacher war es der dritte Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, alle drei hatte er in dieser Saison geholt. Zugleich war es sein erster Sieg beim Heimrennen. Er sprach laut grandprix.com von einem „perfekten Szenario“. Für Williams und BMW war Hockenheim ein weiterer Beleg, dass sie Ferrari und McLaren inzwischen Siege abnehmen konnten. Montoya bewies mit seiner ersten Pole-Position und der souveränen Führung, wie schnell er war, ging aber erneut leer aus.

Rückblickend war das Rennen ein Abschied: Es war das letzte Rennen auf der langen Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Hockenheimer Wald, die für 2002 deutlich gekürzt wurde. Auch für Villeneuve war der Tag besonders: Es sollte sein letzter Podestplatz in der Formel 1 bleiben.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
11020304045RundeSCHBARVILFISBUTJean AlesiOlivier PanisEnrique BernoldiJos VerstappenALO

Gewonnene und verlorene Plätze

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (84)84
2David Coulthard2 (47)47
3Ralf Schumacher4 (31)41
4Rubens Barrichello3 (34)40
5Mika Häkkinen5 (19)19
6Juan Pablo Montoya6 (15)15
7Jacques Villeneuve10 (7)11
8Nick Heidfeld7 (10)10
9Kimi Räikkönen8 (9)9
10Jarno Trulli9 (9)9

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Deutschland 2001 – formel-1-livestream.de
  2. 2001 German Grand Prix – Wikipedia
  3. German GP 2001 – grandprix.com
  4. The 2001 German GP Review – Atlas F1

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