GP Kanada 2001: Ralf schlägt Michael – erste Brüder-Eins-Zwei
Ralf Schumacher gewann 2001 in Montreal vor Bruder Michael: die erste Eins-Zwei zweier Brüder in der Formel 1. Den Ausschlag gab der spätere Boxenstopp.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Kanada 2001: Zusammenfassung des Brüder-Duells
Beim GP Kanada 2001 auf dem Circuit Gilles Villeneuve in Montreal gewann Ralf Schumacher im Williams vor seinem Bruder Michael Schumacher im Ferrari. Dritter wurde Mika Häkkinen im McLaren. Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 belegten zwei Brüder die ersten beiden Plätze. Entschieden wurde das Rennen nicht durch ein Überholmanöver auf der Strecke. Den Ausschlag gab die Boxenstrategie: Michael musste früher tanken, Ralf blieb länger draußen und kam nach seinem Stopp vor ihm wieder auf die Strecke.
Start in Montreal: Chaos im Mittelfeld
Michael Schumacher ging von der Pole-Position ins Rennen und behielt die Führung, Ralf folgte ihm von Startplatz zwei. Dahinter überholte Rubens Barrichello von Startplatz fünf aus schnell Jarno Trulli (Jordan) und David Coulthard und lag damit auf Platz drei. Coulthard war laut Wikipedia schwer betankt auf eine Ein-Stopp-Strategie unterwegs.
Weiter hinten krachte es gleich mehrfach:
- Giancarlo Fisichella (Benetton) fuhr in der Haarnadel Enrique Bernoldi (Arrows) ins Heck und prallte danach auf der Geraden auf seinen Teamkollegen Jenson Button. Mit gebrochener Aufhängung war für Fisichella das Rennen beendet, bevor er eine Runde absolviert hatte.
- In der zweiten Runde traf Eddie Irvine (Jaguar) den Sauber von Nick Heidfeld. Beide drehten sich ins Gras und schieden aus. Laut crash.net räumte Irvine ein, schuld gewesen zu sein.
Button bekam außerdem eine Stop-and-Go-Strafe wegen eines Frühstarts und stellte seinen Benetton nach 17 Runden mit einem Ölleck ab.
Barrichello, Montoya und das Safety Car
Für Barrichello wurde es ein gebrauchter Tag. Seine Traktionskontrolle löste Fehlzündungen aus, deshalb schaltete er sie ab. Kurz darauf drehte er sich in der Haarnadel, laut Wikipedia und grandprix.com in Runde 6, und fiel auf Platz 14 zurück. Danach kämpfte er sich wieder nach vorne.
Nach 19 Runden war dann für zwei Fahrer Schluss. Juan Pablo Montoya verlor an einem Randstein das Heck seines Williams und schlug in die Mauer ein. Barrichello war direkt hinter ihm, wich aus und landete selbst in der Begrenzung. Daraufhin kam das Safety Car auf die Strecke, das laut Wikipedia nach Runde 23 wieder hereinfuhr. Vorher war schon Fernando Alonso im Minardi nach 7 Runden mit einem Getriebeschaden ausgefallen. Er war von Startplatz 22 losgefahren, nachdem seine Qualifying-Zeiten wegen eines zu tief montierten Frontflügels gestrichen worden waren.
Ralf gegen Michael: Entscheidung beim Boxenstopp
Nach dem Neustart rückte Ralf seinem Bruder immer dichter auf den Leib. Laut Wikipedia schrumpfte der Abstand zwischen den Runden 30 und 32 auf 0,521 Sekunden. Laut crash.net fuhren die beiden ungefähr von Runde 26 bis 45 Stoßstange an Stoßstange. Mehrere Überholversuche Ralfs scheiterten. Später sagte er laut grandprix.com: „I was following him quite easily.“
Die Entscheidung brachte der Ferrari-Durst. Michael verbrauchte mehr Sprit und musste in Runde 46 als Erster an die Box. Er kam als Zweiter zurück, und Ralf übernahm die Führung. Dann gab der Williams-Pilot mit leichtem Auto alles. Laut Wikipedia stoppte er am Ende von Runde 51 und kam 6,4 Sekunden vor Michael wieder heraus. Michael fuhr zwar noch einmal heran, fand aber keinen Weg vorbei. Ralf gewann mit gut 20 Sekunden Vorsprung, wie grandprix.com und crash.net übereinstimmend berichten. Es war sein zweiter Saisonsieg nach dem GP San Marino 2001.
Ausfälle: Coulthard, BAR und die Bremsen
Nur neun der 22 Starter kamen ins Ziel. Die wichtigsten Ausfälle:
- David Coulthard (McLaren) war schon mit einem Problem an der Vorderradaufhängung ins Rennen gegangen. Nach 54 Runden ging sein Motor kaputt. Laut Wikipedia war die Wassertemperatur zu stark gestiegen. Es war Coulthards erstes Rennen dieser Saison ohne Punkte. Kämpferisch blieb er trotzdem: „I can still win the World Championship“, sagte er laut grandprix.com.
- Bei BAR fielen beide Autos aus. Jacques Villeneuve hatte beim Heimrennen nach 34 Runden einen Antriebswellenschaden, Olivier Panis gab nach 38 Runden mit Bremsproblemen auf.
- Enrique Bernoldi (Arrows) musste nach 24 Runden mit Motorschaden aufgeben. Laut grandprix.com hatte Papier den Kühler verstopft und der Motor überhitzte.
- Jarno Trulli lag lange in den Punkten. Ein Defekt am Hauptbremszylinder kostete ihn kurz vor Schluss seine Position, nach 63 Runden war Schluss.
- Jos Verstappen (Arrows) war laut crash.net auf zwei Stopps unterwegs. Er schied nach 65 Runden wegen Bremsversagens aus, wurde aber noch als Zehnter gewertet.
Gewinner und Verlierer des GP Kanada 2001
Gewinner: Mika Häkkinen startete nur als Achter. Im Qualifying hatte er sein Einsatzauto am Randstein beschädigt und musste ins Ersatzauto wechseln. Im Rennen ging er an Ricardo Zonta und Kimi Räikkönen vorbei, nachdem die beiden kollidiert waren. So holte er seinen ersten Podestplatz der Saison. Der junge Räikkönen fuhr trotz eines beschädigten Diffusors für Sauber auf Platz vier. Stark nach vorne ging es für Jean Alesi: Er fuhr im Prost von Startplatz 16 auf Platz fünf, also 11 Positionen nach vorne. Sein Teamkollege Luciano Burti holte ebenfalls 11 Plätze auf und wurde Achter. Pedro de la Rosa holte als Sechster laut crash.net seinen ersten Punkt für Jaguar. Zonta fuhr als Ersatz für Heinz-Harald Frentzen auf Platz sieben. Tarso Marques wurde im Minardi von Startplatz 21 aus Neunter und machte damit die meisten Plätze gut.
Verlierer: Barrichello verlor gegenüber seinem Startplatz 12 Positionen und mehr als jeder andere. Coulthard und Heidfeld fielen je 9 Plätze zurück. Für Williams war der Tag nur halb gelungen, weil Montoya nach seinem Unfall ohne Punkte blieb.
WM-Stand nach Kanada und Einordnung
In der WM-Wertung 2001 baute Michael Schumacher seinen Vorsprung aus. Er hatte nun 58 Punkte, Coulthard blieb ohne Ausbeute bei 40. Dahinter folgten Barrichello mit 24 und Ralf Schumacher mit 22 Punkten. Häkkinen sprang mit 8 Punkten von Platz 13 auf Platz sechs. Bei den Teams führte Ferrari mit 82 Punkten vor McLaren mit 48 und Williams mit 28.
In die Geschichte ging der Tag aber wegen des Familienduells ein. Noch nie hatten zwei Brüder einen Grand Prix auf den Plätzen eins und zwei beendet. Später kamen noch mehrere Schumacher-Doppelerfolge dazu. ESPN zufolge lag Ralf aber nur in Montreal vor Michael. Für den Moment zeigte das Rennen vor allem, dass Williams-BMW mit Michelin-Reifen Ferrari herausfordern konnte. Alle Ergebnisse der Saison findest du in unserer Ergebnisübersicht 2001.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Tarso Marques | 21 | 9 | +12 |
| Jean Alesi | 16 | 5 | +11 |
| Luciano Burti | 19 | 8 | +11 |
| Pedro de la Rosa | 14 | 6 | +8 |
| Mika Häkkinen | 8 | 3 | +5 |
| Ricardo Zonta | 12 | 7 | +5 |
| Kimi Räikkönen | 7 | 4 | +3 |
| Jos Verstappen | 13 | 10 | +3 |
| Ralf Schumacher | 2 | 1 | +1 |
| Michael Schumacher | 1 | 2 | −1 |
| Jarno Trulli | 4 | 11 | −7 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (52) | 58 |
| 2 | David Coulthard | 2 (40) | 40 |
| 3 | Rubens Barrichello | 3 (24) | 24 |
| 4 | Ralf Schumacher | 4 (12) | 22 |
| 5 | Nick Heidfeld | 5 (8) | 8 |
| 6 | Mika Häkkinen | 13 (4) | 8 |
| 7 | Jacques Villeneuve | 6 (7) | 7 |
| 8 | Kimi Räikkönen | 12 (4) | 7 |
| 9 | Jarno Trulli | 7 (7) | 7 |
| 10 | Juan Pablo Montoya | 8 (6) | 6 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Kanada 2001 – formel-1-livestream.de
- 2001 Canadian Grand Prix – Wikipedia
- Canadian GP 2001 – Race Report – grandprix.com
- Canadian GP 2001: Schumacher family affair – crash.net
- Ask Steven: How often did the Schumacher brothers finish first and second? – ESPN


