Rückblick · erstellt am · Rennen vom 27. Mai 2001

GP Monaco 2001: Schumacher siegt, Coulthard hängt hinter Bernoldi

Michael Schumacher gewann 2001 in Monaco vor Barrichello. Polesetter Coulthard blieb vor dem Start stehen und steckte lange hinter Bernoldis Arrows fest.

Start-Ziel-Gerade und Tribünen der Strecke Circuit de Monaco in unserer 3D-Umgebung, ohne Fahrzeuge
Bild: Szene aus unserer 3D-Wiedergabe

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Monaco 2001 im Überblick: Ferrari-Doppelsieg im Fürstentum

Beim GP Monaco 2001 holte Michael Schumacher einen souveränen Sieg für Ferrari. Er gewann vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello und Eddie Irvine, der Jaguar den ersten Podestplatz bescherte. Entschieden war das Rennen schon vor dem Start: Polesetter David Coulthard blieb mit seinem McLaren stehen und musste vom Ende des Feldes ins Rennen gehen.

Auf dem engen Circuit de Monaco kamen nur 10 der 22 Starter ins Ziel. Schumacher führte bis auf fünf Runden während der Boxenstopps das gesamte Rennen an. Ins Ziel kam er nur 0,431 Sekunden vor Barrichello, weil Ferrari am Ende das Tempo herausgenommen hatte.

Start in Monte Carlo: Coulthards Launch Control versagt

Coulthard hatte die Pole erobert, Schumacher stand neben ihm auf Startplatz 2. Doch als das Feld zur letzten Runde vor dem Start losfuhr, bewegte sich der McLaren nicht. Ein Fehler in der Launch Control hatte den Motor abgewürgt. Bis die Mechaniker das Auto wieder gestartet hatten, war das Feld weg, und Coulthard musste vom Ende des Feldes starten.

Auch Mika Häkkinen im zweiten McLaren hatte Probleme mit dem Startsystem. Er stand hinter Coulthard fest, durfte aber von seinem dritten Startplatz aus losfahren. Schumacher kam sauber weg und lag in Sainte Dévote vorn. Dahinter folgten Häkkinen und Barrichello, der von Platz 4 gestartet war.

Noch in der ersten Runde war das Rennen für Nick Heidfeld zu Ende. Sein Sauber berührte in Portier einen Arrows und schlug in die Leitplanke ein. Die Quellen sind sich nicht einig, welches der beiden Arrows-Autos es war. Juan Pablo Montoya war mit seinem Williams stark gestartet und setzte Ralf Schumacher unter Druck. Dabei machte er selbst einen Fehler: Er schob im Bereich des Schwimmbads geradeaus in die Barriere und schied nach zwei Runden aus.

Häkkinens Lenkungsproblem und Schumachers einsame Fahrt

Häkkinen blieb zunächst an Schumacher dran. Dann zog sein McLaren immer stärker nach rechts. In Runde 13 ließ er Barrichello vorbei und kam an die Box. Die Mechaniker fanden keinen Schaden, aber das Problem kam sofort zurück. Nach 15 Runden gab der Weltmeister von 1998 und 1999 auf, offiziell wegen eines Lenkungsdefekts. Mit demselben Ausfallgrund war schon Olivier Panis im BAR nach 13 Runden ausgeschieden.

Danach hatte Schumacher keinen Gegner mehr. Barrichello kam als Zweiter nicht an ihn heran, denn er litt laut grandprix.com schon früh unter einem Krampf im rechten Fuß. Es gab nur eine Runde von Boxenstopps. Schumacher stoppte als Erster, der Stopp dauerte laut crash.net sieben Sekunden. Barrichello übernahm ab Runde 55 für fünf Runden die Führung, bis er selbst stoppte. Ab Runde 60 lag Schumacher wieder vorn und fuhr den Sieg nach Hause.

Coulthard gegen Bernoldi: das Duell des Tages

Die prägende Geschichte des Rennens spielte sich weiter hinten ab. Coulthard war mit viel Benzin losgefahren und arbeitete sich nach vorn. Ab etwa Runde 8 hing er dann hinter dem Arrows von Enrique Bernoldi fest. Der Brasilianer war mit wenig Sprit unterwegs und hatte keinen Grund, Platz zu machen. Auf den engen Straßen fand Coulthard trotz mehrerer Versuche keinen Weg vorbei. Laut grandprix.com verlor er durch den Unterschied beim Benzin etwa 1,5 bis 2 Sekunden pro Runde.

Erst als Bernoldi nach etwa 43 bis 44 Runden an die Box kam (die Quellen nennen leicht unterschiedliche Runden), hatte Coulthard freie Fahrt. Seine Rundenzeiten fielen sofort von 1:24 und 1:25 auf 1:21 und 1:20 Minuten. Er stoppte erst gut zehn Runden vor Schluss. Am Ende wurde er Fünfter mit einer Runde Rückstand.

Das Duell hatte ein Nachspiel: Bernoldi gab an, McLaren-Chef Ron Dennis und Mercedes-Sportchef Norbert Haug hätten ihm nach dem Rennen Konsequenzen für seine Karriere angedroht. Dennis bestritt das.

Ausfälle in Monaco: Technik und Leitplanken

Zwölf Fahrer kamen nicht ins Ziel. Die wichtigsten Ausfälle:

  • Pedro de la Rosa (Pedro de la Rosa, Jaguar): nach 18 Runden, Hydraulik.
  • Luciano Burti (Luciano Burti, Prost): nach 24 Runden, Getriebe.
  • Jarno Trulli (Jarno Trulli, Jordan): nach 30 Runden, Hydraulik. Sein Auto fing Feuer und blieb an der Rascasse stehen.
  • Giancarlo Fisichella (Giancarlo Fisichella, Benetton): nach 43 Runden, offiziell Getriebe. Vorher hatte er bereits die Mauer in Sainte Dévote berührt. Die Berichte nennen für seinen endgültigen Ausfall unterschiedliche Runden.
  • Heinz-Harald Frentzen (Heinz-Harald Frentzen, Jordan): nach 49 Runden, Unfall. Laut grandprix.com schlug er bei hohem Tempo hinter dem Tunnel in die Barrieren ein, blieb aber unverletzt.
  • Fernando Alonso (Fernando Alonso, Minardi): nach 54 Runden, Getriebe.
  • Tarso Marques (Tarso Marques, Minardi): nach 56 Runden, Kraftübertragung.
  • Ralf Schumacher (Williams): nach 57 Runden, offiziell Elektrik. Laut grandprix.com lag er zu dem Zeitpunkt auf Rang 3. Er kam an die Box, wo das Team das Auto nicht mehr reparieren konnte. Für Williams endete der Tag damit ohne Punkte.

Gewinner und Verlierer: Irvine, Villeneuve und Alesi punkten

Eddie Irvine war einer der großen Gewinner des Tages. Er startete von Platz 6, profitierte von den Ausfällen von Montoya, Häkkinen und Ralf Schumacher und fuhr mit rund 30 Sekunden Rückstand auf Platz 3. Es war das erste Podium für Jaguar, und es waren gleichzeitig die ersten Punkte des Teams in dieser Saison. Irvine lobte das neue Aerodynamikpaket.

Direkt dahinter kam Jacques Villeneuve im BAR von Startplatz 9 auf Rang 4 und machte damit fünf Plätze gut. Jean Alesi gewann ebenfalls fünf Plätze und holte als Sechster den ersten Punkt der Saison für Prost. Dabei hatte er Platz 5 vor Augen, doch ein Reifenschaden kurz vor Schluss zwang ihn zu einem zusätzlichen Stopp, und Coulthard zog vorbei.

Die meisten Plätze machten die Arrows-Fahrer gut: Jos Verstappen kam von Startplatz 19 auf Rang 8, Bernoldi von Startplatz 20 auf Rang 9, je elf Positionen. Jenson Button fuhr im Benetton von Platz 17 auf Platz 7. Kimi Räikkönen kam im Sauber mit fünf Runden Rückstand als Zehnter ins Ziel. Die großen Verlierer waren Häkkinen (16 Plätze verloren), Montoya (14) und natürlich Polesetter Coulthard.

WM-Stand nach Monaco 2001: Schumacher setzt sich ab

Nach dem siebten Lauf der Saison sah die Weltmeisterschaft deutlich nach Ferrari aus. Im WM-Stand 2001 führte Michael Schumacher mit 52 Punkten, zwölf mehr als Coulthard mit 40. Dahinter folgten Barrichello (24), Ralf Schumacher (12) und Heidfeld (8). Villeneuve sprang mit nun 7 Punkten vier Plätze nach vorn auf Rang 6.

Bei den Konstrukteuren lag Ferrari mit 76 Punkten weit vor McLaren mit 44. Williams folgte mit 18 Punkten auf Rang 3.

Für Schumacher war es der 48. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere und sein fünfter in Monaco. Für McLaren war es ein bitterer Tag: Coulthard hatte die schnellste Runde im Qualifying geholt, doch zwei technische Probleme kosteten das Team die Chance auf den Sieg. Coulthard verlor so wertvollen Boden im Titelkampf. Ein späterer Rückblick: Für Ferrari sollte es bis 2017 der letzte Sieg im Fürstentum bleiben.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
11020304050607078RundeMSCBAREddie IrvineVILCOUJean AlesiBUTJos VerstappenEnrique BernoldiRAI

Gewonnene und verlorene Plätze

WM-Stand vorher und nachher

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Monaco 2001 – formel-1-livestream.de
  2. Monaco GP 2001 – Race Report – grandprix.com
  3. Monaco GP 2001: Ferrari streets ahead – crash.net
  4. 2001 Monaco Grand Prix – Wikipedia

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