GP Japan 1999: Häkkinen siegt und holt zweiten WM-Titel
Mika Häkkinen gewann in Suzuka vor Michael Schumacher und wurde erneut Weltmeister. Eddie Irvine fehlten zwei Punkte, Ferrari holte den Konstrukteurstitel.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Japan 1999 in Suzuka: Häkkinen entscheidet das WM-Finale
Beim Saisonfinale auf dem Suzuka Circuit gewann Mika Häkkinen im McLaren vor Michael Schumacher und Eddie Irvine, beide im Ferrari. Entschieden war das Rennen praktisch schon auf den ersten Metern: Häkkinen startete von Platz 2, zog am Polesetter Schumacher vorbei und gab die Führung nur während der ersten Boxenstopps kurz ab. Mit dem Sieg verteidigte der Finne seinen Titel. Alle Zeiten und Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Japan 1999.
Die Ausgangslage: Irvine gegen Häkkinen im Titelkampf
Vor dem 16. und letzten Lauf der Saison lag Irvine in der WM vor Häkkinen. Der McLaren-Pilot musste also handeln: Ein Sieg hätte ihm in jedem Fall den Titel gebracht. Mit Platz 2 hätte er Weltmeister werden können, wenn Irvine höchstens Fünfter geworden wäre. Mit Platz 3 hätte es nur gereicht, wenn Irvine keine Punkte geholt hätte. Kurz vor dem Wochenende hatte das FIA-Berufungsgericht die Ferraris für legal erklärt, die in Malaysia nach dem Rennen zunächst disqualifiziert worden waren. Damit blieb Irvine vor dem Finale in Führung.
Im Qualifying holte Schumacher die Pole, Häkkinen startete daneben, David Coulthard von Platz 3. Für Irvine lief der Samstag schlecht: Er verunglückte schwer in der Haarnadel und musste von Startplatz 5 ins Rennen gehen. Laut Atlas F1 fuhr er am Sonntag mit einem steifen Nacken.
Rennverlauf: Häkkinens Start und zwei Boxenstopps
Der Start entschied über den Sieg. Schumacher kam schlecht weg, laut McLaren lag Häkkinen schon beim Schalten in den zweiten Gang vorn. Häkkinen sagte später, er habe gewusst, dass er diese Position nur noch halten musste. Dahinter überraschte Olivier Panis im Prost, der von Startplatz 6 auf Rang 3 vorfuhr, vor Irvine, Coulthard und Heinz-Harald Frentzen. Nach Angaben von Atlas F1 war Panis auf drei Stopps eingestellt.
Die Spitzenfahrer planten zwei Stopps. McLaren nennt für Häkkinen die Runden 19 und 38. Während der ersten Stopps führte Schumacher ab Runde 20 für drei Runden, danach übernahm Häkkinen ab Runde 23 wieder die Spitze und gab sie bis zum Ende nicht mehr ab. Laut Häkkinen konnte der Ferrari nicht mit dem McLaren mithalten, er habe seinen Vorsprung immer weiter ausbauen können. Im Ziel lag er laut Atlas F1 5,015 Sekunden vor Schumacher. Irvine hatte als Dritter schon 1:35,688 Minuten Rückstand und nannte die letzten Runden selbst „boring“.
Coulthard im Fokus: Ausrutscher, Überrundung und Ausfall
Bei den ersten Stopps ging Coulthard an Irvine vorbei auf Rang 3. Später unterlief ihm ein Fehler: Laut Wikipedia drehte er sich in Runde 34 und schlug mit der Nase in die Mauer. McLaren führt für diese Runde einen Boxenstopp. Coulthard kam mit einer Runde Rückstand wieder auf die Strecke, und zwar direkt vor Schumacher, der Häkkinen jagte. Der Vorwurf, der Schotte habe den Ferrari absichtlich aufgehalten, sorgte nach dem Rennen für Streit, und Schumacher kritisierte ihn öffentlich. Nach 39 Runden war für Coulthard Schluss, offiziell wegen eines Hydraulikschadens. Laut McLaren-Teamchef Ron Dennis holte das Team ihn herein, weil ein Defekt das Auto kaum noch fahrbar machte.
Ausfälle beim GP Japan 1999: Hills letztes Rennen
Neun Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Alessandro Zanardi (Williams) fuhr ohne eine gewertete Runde wegen eines elektrischen Defekts an die Box.
- Jarno Trulli (Prost) fiel nach 3 Runden mit Motorschaden aus.
- Panis schied nach 19 Runden aus, als er auf Podiumskurs lag. Der offizielle Grund war die Lichtmaschine.
- Damon Hill (Jordan) kam nach einem Ausritt zurück an die Box und stellte nach 21 Runden ab. Als Grund nannte er mentale Erschöpfung. Er erklärte: „I decided there was little to gain and too much to lose by carrying on.“ (Atlas F1). Es war das letzte Formel-1-Rennen des Weltmeisters von 1996.
- Marc Gené (Minardi) gab nach 31 Runden mit Getriebeschaden auf.
- Coulthard (McLaren) fiel nach 39 Runden mit Hydraulikschaden aus.
- Toranosuke Takagi (Arrows) blieb nach 43 Runden mit Getriebeschaden stehen. Luca Badoer (Minardi) schied nach ebenfalls 43 Runden mit Motorschaden aus.
- Giancarlo Fisichella (Benetton) hatte nach 47 Runden einen Motorschaden, wurde aber noch als 14. gewertet.
Auch für das Stewart-Team war Suzuka die Abschiedsvorstellung. Johnny Herbert und Rubens Barrichello kamen auf den Rängen 7 und 8 ins Ziel. Für Zanardi und Takagi war es ebenfalls das letzte Formel-1-Rennen.
Gewinner und Verlierer in Suzuka
Hinter dem Podium holte Frentzen von Startplatz 4 aus Rang 4, Jordan beendete die Saison auf Platz 3 der Konstrukteurswertung. Ralf Schumacher im Williams fuhr von Startplatz 9 auf Rang 5 vor. Mit Platz 6 holte Jean Alesi für Sauber von Startplatz 10 aus den letzten Punkt.
Die meisten Plätze gewann Pedro de la Rosa im Arrows, der von Startplatz 21 auf Rang 13 vorfuhr, also acht Positionen gutmachte. Je sechs Plätze holten Pedro Diniz (Sauber, Rang 11) und Ricardo Zonta (BAR, Rang 12). Alexander Wurz wurde mit fünf gewonnenen Plätzen Zehnter, Jacques Villeneuve Neunter. Damit beendete BAR seine erste Saison ohne einen einzigen Punkt. Zu den Verlierern zählten Coulthard, Panis und Trulli, die nach ihren Ausfällen auf dem Papier jeweils 14 Plätze verloren.
WM-Stand 1999: Häkkinen Weltmeister, Ferrari holt den Konstrukteurstitel
Mit dem Sieg zog Häkkinen in der WM wieder an Irvine vorbei. Er beendete die Saison mit 76 Punkten, Irvine kam auf 74. Frentzen wurde mit 54 Punkten Dritter vor Coulthard (48) und Michael Schumacher (44), der nach seinem Beinbruch in Silverstone sechs Rennen verpasst hatte. Häkkinen sagte, ein Titel, der erst im letzten Rennen fällt, sei nervenaufreibend, und er könne das niemandem empfehlen.
Trotzdem gab es auch für Ferrari etwas zu feiern: Irvines dritter Platz sicherte der Scuderia mit 128 zu 124 Punkten den Konstrukteurstitel vor McLaren. Es war Ferraris erster Titel in dieser Wertung seit 1983. Irvine lobte den Weltmeister: „Mika won it in great style.“ (Atlas F1). Die komplette Tabelle findest du im WM-Stand 1999.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Pedro de la Rosa | 21 | 13 | +8 |
| Pedro Diniz | 17 | 11 | +6 |
| Ricardo Zonta | 18 | 12 | +6 |
| Rubens Barrichello | 13 | 8 | +5 |
| Alexander Wurz | 15 | 10 | +5 |
| Ralf Schumacher | 9 | 5 | +4 |
| Jean Alesi | 10 | 6 | +4 |
| Eddie Irvine | 5 | 3 | +2 |
| Jacques Villeneuve | 11 | 9 | +2 |
| Mika Häkkinen | 2 | 1 | +1 |
| Johnny Herbert | 8 | 7 | +1 |
| Heinz-Harald Frentzen | 4 | 4 | 0 |
| Giancarlo Fisichella | 14 | 14 | 0 |
| Michael Schumacher | 1 | 2 | −1 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Mika Häkkinen | 2 (66) | 76 |
| 2 | Eddie Irvine | 1 (70) | 74 |
| 3 | Heinz-Harald Frentzen | 3 (51) | 54 |
| 4 | David Coulthard | 4 (48) | 48 |
| 5 | Michael Schumacher | 5 (38) | 44 |
| 6 | Ralf Schumacher | 6 (33) | 35 |
| 7 | Rubens Barrichello | 7 (21) | 21 |
| 8 | Johnny Herbert | 8 (15) | 15 |
| 9 | Giancarlo Fisichella | 9 (13) | 13 |
| 10 | Mika Salo | 10 (10) | 10 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Japan 1999 – formel-1-livestream.de
- 1999 Japanese Grand Prix – Wikipedia
- Sunday October 31st, 1999 – Japanese GP – Atlas F1 / Autosport
- Mika 99: 1999 Japanese Grand Prix – McLaren


