Rückblick · erstellt am · Rennen vom 10. Juli 2016

GP Großbritannien 2016: Hamilton-Hattrick, Funkstrafe für Rosberg

Lewis Hamilton gewann im Regen von Silverstone zum dritten Mal in Folge. Max Verstappen erbte Platz 2, weil Nico Rosberg wegen Funkhilfe bestraft wurde.

GP Großbritannien 2016: Hamilton siegt in Silverstone

Lewis Hamilton gewann den GP Großbritannien 2016 auf dem Silverstone Circuit von der Pole-Position aus. Er führte bis auf eine einzige Runde das ganze Rennen an. Sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg kam auf der Strecke als Zweiter ins Ziel. Wegen unerlaubter Funkhilfe bei einem Getriebeproblem bekam er aber nachträglich eine Zeitstrafe von zehn Sekunden und fiel hinter Max Verstappen im Red Bull auf Platz 3 zurück.

Den Grundstein für den Sieg legte Hamilton in der nassen Anfangsphase: Er setzte sich vorne ab, während Rosberg die Hälfte des Rennens hinter Verstappen festhing.

Regenstart hinter dem Safety Car und früher Wechsel auf Intermediates

Kurz vor dem Start ging ein heftiger Regenguss über Silverstone nieder. Alle Fahrer starteten deshalb auf Regenreifen, und die ersten fünf Runden fuhr das Feld hinter dem Safety Car. Als das Rennen freigegeben wurde, war die Strecke schon reif für Intermediates. Viele Fahrer aus dem Mittelfeld wechselten sofort, darunter Kimi Räikkönen im Ferrari und Valtteri Bottas im Williams.

Dann rutschte Pascal Wehrlein mit seinem Manor Marussia durch Aquaplaning ins Kiesbett, und es gab ein kurzes virtuelles Safety Car. Hamilton, Rosberg und Verstappen nutzten die Phase für ihren Wechsel auf Intermediates, und die Reihenfolge an der Spitze blieb gleich. Nach dem Neustart lag Hamilton laut formula1.com 4,8 Sekunden vor Rosberg.

Am meisten profitierte vom frühen Durcheinander Sergio Pérez im Force India: Er kam von Startplatz 10 bis auf Rang 4 nach vorn. Esteban Gutiérrez erwischte es dagegen hart. Laut unseren Daten dauerte sein erster Stopp ungewöhnlich lange 41,5 Sekunden in der Boxengasse, und er fiel von Platz 14 auf Platz 21 zurück. Bottas drehte sich in Runde 11 und fiel auf Platz 13 zurück.

Verstappen gegen Rosberg: das Duell um Platz 2

Mit Intermediates war Verstappen auf der abtrocknenden Strecke stark und setzte Rosberg ständig unter Druck. In Runde 16 ging der 18-Jährige in der Kurve Chapel außen an dem Mercedes vorbei. Es war das spektakulärste Überholmanöver des Tages. Etwa zur gleichen Zeit wechselte Sebastian Vettel als Erster auf Slicks, und die Spitze folgte bald.

Hamilton und Rosberg kamen in Runde 17 an die Box, Verstappen eine Runde später. So führte der Red-Bull-Pilot für eine Runde das Rennen an, bevor Hamilton wieder vorne lag. Alle Spitzenfahrer fuhren nun auf Medium-Reifen. Fehlerlos blieb dabei niemand: Verstappen hatte in Runde 22 einen großen Rutscher, und Hamilton verlor in Runde 26 laut grandprix.com bei einem Ausflug in Abbey rund drei Sekunden.

Rosberg biss sich an Verstappen lange die Zähne aus, denn der Niederländer verteidigte die Stowe-Kurve immer wieder geschickt. Ab Runde 33 griff Rosberg ernsthaft an, in Runde 38 klappte es: Mit DRS auf der Hangar-Geraden ging er vor Stowe an Verstappen vorbei.

Getriebeproblem und Funkstrafe: Darum wurde Rosberg nur Dritter

Auf Platz 2 jagte Rosberg mit schnellen Runden Hamilton. Laut formula1.com verkürzte er den Abstand bis Runde 45 von 8,7 auf 6,1 Sekunden. Die schnellste Runde des Rennens fuhr am Ende tatsächlich Rosberg. In Runde 46 meldete er dann Probleme mit dem Getriebe. Das Team riet ihm per Funk, den siebten Gang zu meiden. Rosberg rettete Platz 2 vor Verstappen ins Ziel, Hamilton gewann auf der Strecke mit 6,9 Sekunden Vorsprung.

Nach dem Rennen werteten die Rennkommissare die Funksprüche als Anleitung zum Fahren des Autos. Das verstieß gegen die Regel, dass ein Fahrer das Auto allein und ohne Hilfe fahren muss. Die Strafe von zehn Sekunden schob Rosberg hinter Verstappen zurück. Offiziell lag Verstappen 8,250 Sekunden hinter Hamilton, Rosberg 16,911 Sekunden. Mercedes kündigte an, gegen die Strafe Berufung einzulegen. Daniel Ricciardo wurde im zweiten Red Bull Vierter und hatte keine Chance auf das Podium.

Ausfälle beim GP Großbritannien 2016

Sechs Fahrer schieden aus. Einer davon, Magnussen, wurde trotzdem gewertet:

  • Pascal Wehrlein (Manor Marussia): Er rutschte nach Runde 6 durch Aquaplaning ins Kiesbett, was das virtuelle Safety Car auslöste.
  • Marcus Ericsson (Sauber): Nach seinem Unfall im dritten Training bekam er ein neues Chassis und musste aus der Boxengasse starten. Nach Runde 11 war wegen eines Defekts an der Antriebseinheit Schluss.
  • Romain Grosjean (Haas F1 Team): Er schied nach Runde 17 aus. Die offizielle Wertung nennt nur „Retired“, die Ergebnisübersicht bei Wikipedia ein Problem mit der Kraftübertragung.
  • Rio Haryanto (Manor Marussia): Er drehte sich nach Runde 24 von der Strecke. Damit flogen beide Manor-Fahrer ab.
  • Jolyon Palmer (Renault): Seine Crew hatte ihn mit nicht richtig befestigtem rechten Hinterrad losgeschickt, dafür bekam er eine Stop-and-Go-Strafe. Nach Runde 37 fiel er mit einem Getriebeschaden aus.
  • Kevin Magnussen (Renault): Ihn stoppte ebenfalls das Getriebe, nach Runde 49. Er hatte genug Runden zurückgelegt, um als 17. gewertet zu werden.

Gewinner und Verlierer: Pérez, Nasr, Bottas und Vettel

Pérez war lange die Überraschung des Rennens. Nach seinem Sprung auf Platz 4 verlor er diesen Rang in Runde 21 an Ricciardo und sechs Runden vor Schluss den fünften Platz an Räikkönen. Mit Platz 6 und Nico Hülkenberg auf Platz 7 holte Force India 14 Punkte. Zahlenmäßig machte Felipe Nasr im Sauber die meisten Plätze gut: Er fuhr von Startplatz 21 auf Rang 15. Je fünf Plätze gewannen Daniil Kvyat, der als Zehnter für Toro Rosso einen Punkt holte, und Jenson Button im McLaren. Button war im Qualifying mit beschädigtem Heckflügel nur 17. geworden.

Auf der Verliererseite stand vor allem Bottas: Von Startplatz 6 fiel er nach seinem Dreher auf Rang 14 zurück, eine Runde zurück. Auch Fernando Alonso drehte sich heftig in Abbey und wurde von Startplatz 9 aus nur 13. Vettel musste nach einem außerplanmäßigen Getriebewechsel fünf Plätze in der Startaufstellung zurück und startete von Platz 11. Im Duell mit Felipe Massa drängte er den Williams von der Strecke und bekam fünf Strafsekunden. Am Ende reichte es nur zu Platz 9, knapp vor Kvyat. Räikkönen verlor in Runde 23 nach einem Fehler Platz 6 an Carlos Sainz, holte sich die Position aber zurück und wurde Fünfter. Sainz wurde Achter.

WM-Stand nach dem GP Großbritannien: Rosberg nur noch einen Punkt vorn

Für Hamilton war es laut formula1.com und grandprix.com der 47. Sieg seiner Karriere und sein vierter beim Heimrennen. Außerdem war es sein dritter Sieg in Silverstone in Folge, so etwas hatte zuletzt Jim Clark geschafft.

Im WM-Stand 2016 schrumpfte Rosbergs Vorsprung damit auf einen einzigen Punkt: Er hatte 168 Punkte, Hamilton 167. Dahinter rückte Räikkönen mit 106 Punkten auf Platz 3 vor, vor Ricciardo mit 100. Vettel fiel mit 98 Punkten um zwei Plätze auf Rang 5 zurück, Verstappen blieb mit 90 Punkten Sechster. Bei den Teams baute Mercedes mit 335 Punkten den Vorsprung auf Ferrari (204) aus, Red Bull lag mit 198 Punkten in Schlagdistanz zu Ferrari. Nach zehn von 21 Rennen war das Titelduell der Mercedes-Fahrer damit völlig offen.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Großbritannien 2016 – formel-1-livestream.de
  2. Hamilton wins wet-dry Silverstone thriller – Formula 1
  3. British GP 2016 – Race notes: Hamilton wins third British GP in a row – grandprix.com
  4. 2016 British Grand Prix – Wikipedia

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