GP Europa 2016: Rosberg siegt souverän bei der Baku-Premiere
Nico Rosberg gewann die Premiere in Baku von der Pole bis ins Ziel. Lewis Hamilton kämpfte mit einem falschen Motormodus und wurde nur Fünfter.
GP Europa 2016 in Baku: Rosbergs Start-Ziel-Sieg im Überblick
Nico Rosberg beherrschte die Formel-1-Premiere in Baku nach Belieben. Der Pilot von Mercedes startete von der Pole-Position, führte alle 51 Runden an und fuhr auch die schnellste Rennrunde. Mit ihm standen Sebastian Vettel im Ferrari und Sergio Pérez im Force India auf dem Podium. Pérez holte sich Platz drei erst in der letzten Runde. Sein Teamkollege Lewis Hamilton wurde nach einem verpatzten Qualifying und einem hartnäckigen Problem mit dem Motormodus nur Fünfter. Das komplette Ergebnis und alle Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Europa 2016.
Startaufstellung in Baku: Hamilton Zehnter, Strafe für Pérez
Der Baku City Circuit war neu im Kalender. Zum ersten Mal fuhr die Formel 1 in Aserbaidschan, auch wenn das Rennen offiziell noch Großer Preis von Europa hieß.
Schon am Samstag geriet das Kräfteverhältnis durcheinander. Hamilton unterlief im dritten Qualifying-Abschnitt ein Fehler. Er beschädigte sich die Radaufhängung, löste eine rote Flagge aus und kam nicht über Platz zehn hinaus. Pérez fuhr eigentlich die zweitschnellste Zeit. Nach seinem Unfall im dritten freien Training musste Force India aber das Getriebe wechseln, und die Strafe von fünf Startplätzen schob ihn auf Rang sieben zurück. Davon profitierte Daniel Ricciardo von Red Bull, der neben Rosberg in die erste Reihe rückte. Dahinter standen Vettel, Kimi Räikkönen, Felipe Massa von Williams und Daniil Kvyat von Toro Rosso.
Rennverlauf: Reifenprobleme bei Red Bull, Vettel erbt Platz zwei
Rosberg behielt beim Start die Führung. Ricciardo hing nach der ersten Runde zunächst noch an ihm dran, doch schon ab Runde drei körnten an seinem Red Bull die Hinterreifen. Laut Motorsport Magazine war die Hitze schuld: Gegen Ende des Rennens lag die Asphalttemperatur bei über 50 Grad. Red Bull reagierte früh. Max Verstappen kam in Runde 5 an die Box, Ricciardo eine Runde später. Damit war für beide eine Zweistoppstrategie nötig. Vettel war bereits an dem Australier vorbeigegangen und lag nun auf Platz zwei.
Ferrari bot Vettel an, ebenfalls früh zu stoppen und den Undercut von Red Bull zu kontern. Der Deutsche wollte aber draußen bleiben. Deshalb holte das Team stattdessen Räikkönen in Runde 8 herein. Vettel kam erst in Runde 20, Rosberg eine Runde später. Beide kamen mit einem einzigen Stopp durch, genau wie Pérez, Hamilton, Valtteri Bottas und Nico Hülkenberg. Ein Safety-Car gab es nicht. Rosberg sah sich deshalb nie in Gefahr und kam laut Sky Sports 16,696 Sekunden vor Vettel ins Ziel.
Hamilton und der falsche Motormodus: Funkverbot sorgt für Ärger
Von Startplatz zehn kämpfte sich Hamilton zunächst gut nach vorn. Vor seinem Boxenstopp in Runde 15 lag er schon auf Platz vier. Doch nach Berichten von Autosport und Motorsport Magazine bekam sein Mercedes schon ab etwa Runde 4 auf den Geraden zu wenig elektrische Energie. Der Grund war ein falsch voreingestellter Motormodus. Nach dem damals verschärften Funkreglement mussten die Fahrer das Auto „allein und ohne Hilfe“ fahren. Mercedes durfte Hamilton deshalb nur sagen, dass etwas nicht stimmte, aber nicht, welchen Schalter er umlegen sollte. Nach Angaben von Teamchef Toto Wolff brauchte Hamilton rund zwölf Runden, um die richtige Einstellung zu finden. Da war das Rennen nach vorn schon gelaufen.
Pikant: Rosberg geriet laut Autosport im Lauf des Rennens in denselben falschen Modus. Er hatte versehentlich selbst umgeschaltet, korrigierte den Fehler aber innerhalb einer Runde. Hamilton beendete das Rennen als Fünfter mit 56,335 Sekunden Rückstand auf den Sieger.
Kampf um das Podium: Pérez schnappt sich Räikkönen in der letzten Runde
Der spannendste Kampf des Tages ging um Platz drei. Räikkönen war zum Reifenwechsel in Ricciardos Windschatten an die Box gefahren und hatte dabei die markierte Linie an der Boxeneinfahrt überquert. Dafür bekam er eine Zeitstrafe von fünf Sekunden. Nach dem frühen Stopp arbeitete sich der Finne wieder auf Rang drei nach vorn. Pérez wusste aber von der Strafe und ließ nicht locker. In der letzten Runde ging er auf der Strecke an Räikkönen vorbei.
Der Mexikaner kam laut Sky Sports mit 25,241 Sekunden Rückstand auf Rosberg ins Ziel, Räikkönen mit 33,102 Sekunden. Für Pérez war das die perfekte Antwort auf die Strafe aus dem Training: Von Startplatz sieben fuhr er aufs Podium.
Ausfälle, Gewinner und Verlierer beim GP Europa 2016
Das Rennen in Baku hatten alle gefürchtet, doch es fielen nur vier Fahrer aus:
- Daniil Kvyat (Toro Rosso): nach 6 Runden, Aufhängung. Ein bitterer Tag, denn er war von Startplatz sechs losgefahren.
- Carlos Sainz (Toro Rosso): nach 31 Runden, ebenfalls Aufhängung. Damit kam keiner der beiden Toro Rosso ins Ziel.
- Pascal Wehrlein (Manor Marussia): nach 39 Runden, Bremsen.
- Fernando Alonso (McLaren): nach 42 Runden, Getriebe.
Die meisten Plätze gewannen Jenson Button im McLaren (von 19 auf 11) und Kevin Magnussen im Renault (von 22 auf 14), jeweils acht. Jolyon Palmer machte im zweiten Renault sechs Plätze gut und wurde 15. Hülkenberg fuhr von Startplatz zwölf auf Rang neun und holte damit noch zwei Punkte für Force India.
Zu den Verlierern zählten neben Kvyat die beiden Fahrer aus der zweiten Startreihe. Ricciardo fiel nach seinen zwei Stopps von Startplatz zwei auf Rang sieben zurück. Massa, ebenfalls zweimal an der Box, verlor fünf Plätze und rettete als Zehnter gerade noch einen Punkt. Verstappen wurde Achter. Für Haas F1 Team (Romain Grosjean 13., Esteban Gutiérrez 16.) und Sauber (Felipe Nasr 12., Marcus Ericsson 17.) gab es nichts zu holen. Rio Haryanto war schon nach der ersten Runde an der Box und kam als 18. ins Ziel.
WM-Stand nach dem GP Europa 2016: Rosberg baut Führung aus
Für Rosberg war es der 19. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Weil er von der Pole aus jede Runde anführte und auch die schnellste Runde fuhr, gelang ihm der zweite Grand Slam seiner Laufbahn. Es war sein erster Sieg seit dem GP Russland. In der Fahrer-WM wuchs sein Vorsprung auf Hamilton von 9 auf 24 Punkte: Rosberg hatte nun 141 Punkte, Hamilton 117. Vettel blieb mit 96 Zählern Dritter. Räikkönen (81) zog an Ricciardo (78) vorbei auf Platz vier, Pérez kletterte mit 39 Punkten vor Massa (38) auf Rang acht.
Bei den Konstrukteuren führte Mercedes mit 258 Punkten klar vor Ferrari (177) und Red Bull (140). Den vollständigen Stand findest du im WM-Stand 2016. Nach zwei Rennen, in denen Hamilton aufgeholt hatte, setzte Rosberg in Baku ein deutliches Zeichen im Titelduell der Silberpfeile.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Europa 2016 – formel-1-livestream.de
- 2016 European Grand Prix report – Motor Sport Magazine
- European GP 2016: Victory for Nico Rosberg as Lewis Hamilton's computer says no – Sky Sports
- F1 - Rosberg on pole as Hamilton crashes out of thrilling Baku qualifying – FIA
- How Hamilton's Baku weekend fell apart – Autosport
- 2016 European Grand Prix – Wikipedia
- Rosberg wins European GP to extend F1 title lead – Sports Illustrated / AP