GP Monaco 2016: Hamilton siegt, Red-Bull-Boxenpanne kostet Ricciardo
Lewis Hamilton gewann in Monaco 2016 ohne Intermediates. Ricciardo verlor den Sieg beim Boxenstopp, weil seine Reifen nicht bereitlagen.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Monaco 2016: Hamilton gewinnt das Regenrennen
Lewis Hamilton gewann den Großen Preis von Monaco 2016 für Mercedes vor Polesetter Daniel Ricciardo (Red Bull) und Sergio Pérez (Force India). Zwei Dinge entschieden das Rennen auf dem nassen Circuit de Monaco: Hamilton blieb lange auf Regenreifen und wechselte direkt auf Slicks. Bei Ricciardo lagen beim entscheidenden Boxenstopp die Reifen nicht bereit. Für Hamilton war es der erste Sieg der Saison und nach 2008 sein zweiter Erfolg im Fürstentum.
Safety-Car-Start im Regen und Stallorder bei Mercedes
Kurz vor dem Start setzte Regen ein, also schickte die Rennleitung das Feld hinter dem Safety Car und auf Regenreifen los. Erst nach sieben Runden ging das Safety Car an die Box und gab das Rennen frei. Ricciardo nutzte seine erste Pole-Position seiner Karriere sofort: Nach der ersten echten Rennrunde lag er schon 3,3 Sekunden vorn (Quelle: Motorsport Magazine).
Dahinter steckte Nico Rosberg fest. Er bekam weder Reifen noch Bremsen auf Temperatur und hielt Hamilton auf, während Ricciardo davonzog. Mercedes reagierte: In Runde 15 forderte das Team Rosberg auf, schneller zu fahren, sonst würden die Plätze getauscht. In Runde 16 ließ er Hamilton vorbei. Der Rückstand auf Ricciardo betrug da etwa 13 Sekunden (Quellen: Motorsport Magazine, Wikipedia). Hamilton fuhr danach pro Runde etwa 2 bis 2,5 Sekunden schneller als sein Teamkollege.
Strategie: Hamiltons Sprung auf Slicks und die Boxenpanne bei Red Bull
Als die Strecke abtrocknete, wechselten die meisten auf Intermediates. Sebastian Vettel war am Ende von Runde 13 der erste Spitzenfahrer. Ricciardo kam in Runde 23 an die Box, und Hamilton übernahm die Führung. Mercedes ließ Hamilton auf den Regenreifen draußen. Der Plan: die Intermediates ganz auslassen und direkt auf Slicks wechseln. Auf Intermediates holte Ricciardo auf, laut Wikipedia bis auf etwa eine halbe Sekunde in Runde 28.
In Runde 31 bog Hamilton ab und holte sich Ultrasofts, der Stopp lief sauber. Ricciardo fuhr kurz wieder vorn und kam eine Runde später herein. Seine Inlap war 3,5 Sekunden schneller als Hamiltons (Quelle: Motorsport Magazine). Ein normaler Stopp hätte ihn also wieder vor Hamilton gebracht. Doch zwischen Kommandostand und Boxencrew war etwas schiefgelaufen: Die Ingenieure wollten Supersofts, die Mechaniker hatten andere Reifen bereitgelegt. Die richtigen mussten erst aus der Garage geholt werden, und Ricciardo stand über 13 Sekunden (Quellen: Motorsport Magazine, Wikipedia, grandprix.com). Laut unseren Daten brauchte er 35,3 Sekunden durch die Boxengasse, beim ersten Stopp waren es 25,1 gewesen.
Ab Runde 33 führte Hamilton und gab die Spitze nicht mehr ab. In Runde 34 stach Ricciardo an der Hafenschikane innen hinein. Hamilton bremste spät, kürzte beim Herausfahren ab und blieb vorn. Die Kommissare sahen sich die Szene an, bestraften aber nicht. Auch nach einer späteren VSC-Phase fand Ricciardo keinen Weg vorbei. Hamilton gewann mit 7,252 Sekunden Vorsprung und fuhr in Runde 71 mit 1:17,939 Minuten die schnellste Runde (Quelle: Wikipedia). Nach dem Rennen sagte Ricciardo, er sei zwei Wochenenden hintereinander um den Sieg gebracht worden. Er meinte damit auch den GP Spanien.
Ausfälle und Unfälle in Monte Carlo
Sieben Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Jolyon Palmer (Renault) verlor kurz nach der Freigabe auf der Start-Ziel-Geraden die Kontrolle. Laut Wikipedia rutschte er auf einem nassen Zebrastreifen weg. Er schied nach 7 Runden aus.
- Kimi Räikkönen (Ferrari) startete nach einem Getriebewechsel fünf Plätze weiter hinten. An der Loews-Haarnadel blockierten seine Hinterräder, er schlug in die Leitplanke und beschädigte den Frontflügel. Der Flügel klemmte unter dem Auto, dabei wurde Romain Grosjean (Haas F1 Team) behindert. Räikkönen fuhr Funken sprühend weiter und gab nach 10 Runden auf.
- Daniil Kvyat (Toro Rosso) fiel durch ein elektrisches Problem und ein neues Lenkrad früh Runden zurück. Danach kollidierte er an der Rascasse mit Kevin Magnussen und schied nach 18 Runden aus. Magnussen kam mit beschädigtem Auto noch bis Runde 32.
- Max Verstappen war nach seinem Qualifying-Unfall aus der Boxengasse gestartet. Auf Intermediates war er zeitweise der Schnellste im Feld. Einige Runden nach dem Wechsel auf Slicks krachte er in Runde 35 bei Massenet in die Mauer (Quelle: Motorsport Magazine).
- Sauber schied doppelt aus. Felipe Nasr ignorierte laut Wikipedia die Anweisung, Marcus Ericsson vorbeizulassen. Ericsson versuchte es daraufhin an der Rascasse selbst und kollidierte mit Nasr. Beide Autos mussten aufgeben. Ericsson bekam drei Startplätze Strafe für den nächsten Grand Prix in Kanada.
Gewinner und Verlierer: Pérez auf dem Podium, Rosberg nur Siebter
Pérez machte von Startplatz 7 vier Plätze gut. Er blieb lange auf Regenreifen, wechselte in Runde 21 auf Intermediates und kam in Runde 30 als einer der Ersten für Slicks herein, eine Runde vor Rosberg und Vettel. So überholte er in der Box Vettel und seinen Teamkollegen Nico Hülkenberg und holte den dritten Platz. Für Force India war es das erste Podium der Saison. Carlos Sainz war mit Pérez in Runde 21 zum Stopp gekommen, verlor aber durch eine klemmende Radmutter vorne rechts Zeit und wurde Achter.
Fernando Alonso brachte den McLaren von Startplatz 9 auf Rang 5, Jenson Button wurde Neunter. Die meisten Plätze machte Pascal Wehrlein gut: Im Manor Marussia fuhr er vom letzten Startplatz auf Rang 14 und gewann sechs Positionen. Auf dem Weg dorthin kassierte er laut Wikipedia allerdings zwei Zehn-Sekunden-Strafen.
Der große Verlierer neben Ricciardo war Rosberg. Bei seinem Slick-Stopp in Runde 31 hielt ihn Verkehr in der Boxengasse auf, und er fiel von Platz 3 auf Platz 6 zurück. In der letzten Runde überholte ihn auch noch Hülkenberg. Rosberg wurde nur Siebter, fünf Plätze hinter seinem Startplatz. Damit verpasste er seinen vierten Monaco-Sieg in Folge.
WM-Stand nach dem GP Monaco 2016 und Einordnung
Der Sieg brachte Hamilton im WM-Stand auf Platz 2. Er hatte jetzt 82 Punkte, Rosberg führte mit 106 nur noch mit 24 Punkten Vorsprung. Ricciardo kletterte mit 66 Punkten auf Rang 3, vor Räikkönen (61) und Vettel (60). Bei den Teams baute Mercedes seinen Vorsprung mit 188 Punkten aus, dahinter lagen Ferrari mit 121 und Red Bull mit 112.
Das Rennen zeigte, dass Red Bull auf der richtigen Strecke um Siege mitfahren konnte. Es zeigte aber auch, wie schnell ein Fehler in der Box alles zunichtemacht. Für Hamilton begann nach dem schwachen Saisonstart die Aufholjagd. Für Ricciardo blieb vor allem die Pole-Position seiner Karriere, das erste Monaco-Ergebnis mit Siegchance.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Pascal Wehrlein | 20 | 14 | +6 |
| Sergio Pérez | 7 | 3 | +4 |
| Fernando Alonso | 9 | 5 | +4 |
| Jenson Button | 13 | 9 | +4 |
| Felipe Massa | 14 | 10 | +4 |
| Rio Haryanto | 19 | 15 | +4 |
| Lewis Hamilton | 3 | 1 | +2 |
| Romain Grosjean | 15 | 13 | +2 |
| Esteban Gutiérrez | 12 | 11 | +1 |
| Sebastian Vettel | 4 | 4 | 0 |
| Daniel Ricciardo | 1 | 2 | −1 |
| Nico Hülkenberg | 5 | 6 | −1 |
| Carlos Sainz | 6 | 8 | −2 |
| Valtteri Bottas | 10 | 12 | −2 |
| Nico Rosberg | 2 | 7 | −5 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Nico Rosberg | 1 (100) | 106 |
| 2 | Lewis Hamilton | 3 (57) | 82 |
| 3 | Daniel Ricciardo | 5 (48) | 66 |
| 4 | Kimi Räikkönen | 2 (61) | 61 |
| 5 | Sebastian Vettel | 4 (48) | 60 |
| 6 | Max Verstappen | 6 (38) | 38 |
| 7 | Felipe Massa | 7 (36) | 37 |
| 8 | Valtteri Bottas | 8 (29) | 29 |
| 9 | Sergio Pérez | 13 (8) | 23 |
| 10 | Daniil Kvyat | 9 (22) | 22 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Monaco 2016 – formel-1-livestream.de
- 2016 Monaco Grand Prix – Wikipedia
- 2016 Monaco Grand Prix report – Motor Sport Magazine
- Monaco GP 2016 – Race report: When things go wrong – grandprix.com


