Rückblick · erstellt am · Rennen vom 20. September 2015

GP Singapur 2015: Vettel siegt, Hamilton scheidet aus

Sebastian Vettel gewann in Singapur 2015 von der Pole vor Ricciardo und Räikkönen. Mercedes litt, Hamilton fiel aus, ein Zuschauer lief auf die Strecke.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Singapur 2015: Vettels Start-Ziel-Sieg im Überblick

Sebastian Vettel gewann den Großen Preis von Singapur 2015 für Ferrari von der Pole-Position und lag alle 61 Runden vorn. Hinter ihm kamen Daniel Ricciardo im Red Bull und Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen ins Ziel. Den Grundstein legte Vettel mit einem starken Start und den ersten Runden auf dem Marina Bay Street Circuit. Zwei Safety-Car-Phasen kosteten ihn zwar jeden Vorsprung, er gab die Führung aber nie ab. Für Mercedes wurde das 13. Rennen der Saison zum seltenen Fehlschlag: Lewis Hamilton fiel aus.

Mercedes im Qualifying ohne Chance: Reifenrätsel in Marina Bay

Schon am Samstag war klar, dass dieses Wochenende anders verlief als sonst. Vettel holte die Pole mit rund sechs Zehnteln Vorsprung, die beiden Silberpfeile lagen etwa 1,5 Sekunden zurück. Hamilton startete nur von Platz 5, Nico Rosberg von Platz 6. Laut Motor Sport Magazine hatte Hamilton ein ausgewogenes Auto, aber keinen Grip. Teamchef Toto Wolff sah die Ursache darin, dass die Reifen nicht in ihr Arbeitsfenster kamen. Der temperaturempfindliche Supersoft überhitzte in den langsamen Kurven an der Oberfläche, während der Kern zu kalt blieb.

Die Pole hatte historisches Gewicht: Sie beendete eine Serie von 23 Mercedes-Poles in Folge. Seit Anfang 2014 war es das erste Mal, dass kein Auto mit Mercedes-Motor vorn stand (laut Wikipedia).

Rennverlauf: Vettel gegen Ricciardo und zwei Safety-Car-Phasen

Alle Fahrer starteten auf Supersoft-Reifen. Vettel kam sauber weg und lag nach der ersten Runde etwa drei Sekunden vorn, nach Runde 4 schon gut fünf Sekunden. Danach kam Ricciardo näher und lag in Runde 12 noch 3,6 Sekunden zurück (Motor Sport Magazine).

In Runde 13 kam es zur ersten Unterbrechung. Felipe Massa kam nach seinem Boxenstopp aus der Boxengasse, als Nico Hülkenberg ihm in die Seite fuhr. Für den Force India-Piloten war das Rennen damit vorbei. Erst kam ein virtuelles Safety Car, wegen der Trümmer dann in Runde 15 das echte. Am Ende von Runde 18 ging das Rennen weiter. Vettels Vorsprung war weg, doch er behielt die Kontrolle. Die Kommissare gaben Hülkenberg für den GP Japan eine Rückversetzung um drei Startplätze.

In Runde 37 kam der kurioseste Moment des Abends: Ein Zuschauer lief bei der Anderson Bridge auf die Strecke. Vettel funkte: „there is a man on the track“ (grandprix.com). Das zweite Safety Car kam raus, und fast alle Spitzenfahrer wechselten auf Soft-Reifen. Nach dem Restart am Ende von Runde 40 fuhr Vettel wieder davon. Ricciardo, der die schnellste Runde des Rennens fuhr, kam bis auf 1,478 Sekunden heran. Räikkönen sicherte als Dritter den Doppelerfolg für Ferrari auf dem Podium ab.

Ausfälle: Hamilton mit Leistungsverlust, Doppel-Aus für McLaren

Die Ausfälle, die das Rennen am stärksten prägten:

  • Lewis Hamilton (Mercedes): Er meldete um die Runde 25 einen Leistungsverlust (die Quellen nennen leicht unterschiedliche Runden). Rosberg und Daniil Kvyat überholten ihn, Hamilton fiel weit zurück. Neue Einstellungen halfen nicht, und nach 32 Runden stellte das Team das Auto ab. Offiziell ist das Gaspedal als Grund vermerkt. Es war sein erster Ausfall der Saison.
  • Felipe Massa (Williams): Nach der Kollision mit Hülkenberg fuhr er weiter. Später sprang sein Getriebe in den Leerlauf, und nach 30 Runden war Schluss. Offizieller Grund: Getriebe.
  • Fernando Alonso (McLaren): Nach 33 Runden fiel Fernando Alonso mit Getriebeschaden aus.
  • Jenson Button (McLaren): Jenson Button hatte erst einen langsamen Boxenstopp mit Problemen am rechten Vorderrad. Nach dem zweiten Restart verlor er beim Kampf mit Pastor Maldonado seinen Frontflügel. Nach 52 Runden war auch bei ihm das Getriebe kaputt.
  • Romain Grosjean (Lotus F1): Romain Grosjean fuhr lange auf Punktekurs. Kurz vor Schluss überholte ihn Felipe Nasr im Kampf um Platz 10, danach stellte er das Auto nach 59 Runden ab. Offiziell lautet der Grund „Reifen“. Er wurde trotzdem als 13. gewertet.

Verstappens Aufholjagd und die Teamorder bei Toro Rosso

Laut Faktenpaket fuhr Max Verstappen von Startplatz 8 auf Platz 8, also ohne Platzgewinn. Hinter dieser Zahl steckt aber eine der spannendsten Geschichten des Abends. Sein Toro Rosso blieb am Start stehen und wurde in die Boxengasse geschoben. Der 17-Jährige ging mit mehr als einer Runde Rückstand ins Rennen. Während des ersten Safety Cars durfte er sich zurückrunden. Danach fuhr er die bis dahin schnellste Rennrunde und arbeitete sich nach vorn. In Runde 47 überholte er Grosjean, sein Teamkollege Carlos Sainz folgte direkt dahinter.

In den letzten Runden sollte Verstappen Sainz vorbeilassen, damit dieser Sergio Pérez angreifen konnte. Verstappen weigerte sich und behielt Platz 8. Teamchef Franz Tost gab ihm danach recht.

Gewinner und Verlierer des GP Singapur 2015

Gewinner: Vor allem Vettel. Sein 42. Grand-Prix-Sieg brachte ihn auf Rang 3 der ewigen Bestenliste, einen Sieg vor Ayrton Senna (grandprix.com). Es war außerdem sein vierter Sieg in Singapur (FIA). Die meisten Plätze gewannen Sergio Pérez (von 13 auf 7) und Felipe Nasr (von 16 auf 10), jeweils sechs. Ebenfalls sechs Plätze machten Marcus Ericsson, Pastor Maldonado und Alexander Rossi gut, die jedoch keine Punkte holten. Rossi war im Manor Marussia als 14. vor seinem Teamkollegen Will Stevens. Nasr holte für Sauber den letzten Punkt.

Verlierer: Hamilton verlor nach Startplatz 5 durch den Ausfall 13 Positionen. Auch Daniil Kvyat hatte Pech. Er war in Runde 12 früh zum Reifenwechsel gekommen, um Mercedes zuvorzukommen, und verlor durch beide Safety-Car-Phasen Plätze. Dazu kam ein langsamer zweiter Stopp. Statt Platz 4 vom Start sprang nur Rang 6 heraus, hinter Valtteri Bottas.

WM-Stand nach Singapur 2015: Rosberg und Vettel kommen näher

Hamilton führte im WM-Stand 2015 weiter mit 252 Punkten. Rosberg holte mit Platz 4 zwölf Punkte und verkürzte auf 211 Punkte. Vettel lag mit 203 Punkten nur noch acht Zähler hinter Rosberg. Räikkönen ging mit 107 Punkten auf Platz 4 vorbei an Bottas (101) und Massa (97). Bei den Teams blieb Mercedes mit 463 Punkten klar vor Ferrari (310) und Williams (198).

Einordnung: Singapur zeigte zum ersten Mal in dieser Saison, dass Mercedes zu schlagen war, wenn die Reifen nicht mitspielten. Für Ferrari war es der dritte Saisonsieg nach Malaysia und Ungarn. Vettel war damit klar der Herausforderer hinter dem Mercedes-Duo.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
110203040506061RundeVETRICRAIROSBOTKVYPERVERSAINAS

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Lewis Hamilton1 (252)252
2Nico Rosberg2 (199)211
3Sebastian Vettel3 (178)203
4Kimi Räikkönen5 (92)107
5Valtteri Bottas6 (91)101
6Felipe Massa4 (97)97
7Daniel Ricciardo8 (55)73
8Daniil Kvyat7 (58)66
9Sergio Pérez10 (33)39
10Romain Grosjean9 (38)38

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Singapur 2015 – formel-1-livestream.de
  2. 2015 Singapore GP report – Motor Sport Magazine
  3. Vettel wins incident-packed Singapore Grand Prix – FIA
  4. Singapore GP 2015 – Race notes: Vettel wins Singapore GP – grandprix.com
  5. 2015 Singapore Grand Prix – Wikipedia

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