Rückblick · erstellt am · Rennen vom 24. Mai 2015

GP Monaco 2015: Mercedes-Patzer schenkt Rosberg den Hattrick

Nico Rosberg gewann in Monaco zum dritten Mal in Folge, weil Mercedes den führenden Hamilton unnötig an die Box holte. Vettel wurde Zweiter.

GP Monaco 2015 im Überblick: Rosberg siegt, Hamilton verliert an der Box

Beim GP Monaco 2015 gewann Nico Rosberg im Mercedes vor Sebastian Vettel im Ferrari. Polesetter Lewis Hamilton wurde Dritter. Hamilton hatte das Rennen auf dem Circuit de Monaco bis zur Schlussphase klar im Griff. Dann holte ihn Mercedes während der Safety-Car-Phase an die Box, und er fiel hinter Rosberg und Vettel zurück. Für Rosberg war es der dritte Monaco-Sieg in Folge.

Start und erste Runde: Hamilton führt, Chaos im Mittelfeld

Hamilton verteidigte am Start seine Pole-Position, dahinter blieben Rosberg und Vettel auf ihren Plätzen. Daniil Kvyat kam bei der ersten Kurve an seinem Red Bull-Teamkollegen Daniel Ricciardo vorbei und lag damit auf Platz vier.

Weiter hinten ging es in der ersten Runde ruppig zu. Fernando Alonso im McLaren traf Nico Hülkenberg und schob dessen Force India bei Mirabeau in die Mauer. Hülkenberg musste an die Box und fuhr danach am Ende des Feldes weiter. Alonso bekam dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe, die er beim Boxenstopp absaß. Auch Felipe Massa im Williams musste nach einer Berührung mit Hülkenberg sofort einen neuen Frontflügel holen. Beide kamen schon nach der ersten Runde an die Box.

Carlos Sainz startete im Toro Rosso aus der Boxengasse. Er hatte im ersten Qualifying-Abschnitt einen Aufruf zur FIA-Waage übersehen.

Rennverlauf: Hamilton dominiert, Ausfälle von Maldonado und Alonso

Danach baute Hamilton seinen Vorsprung Runde für Runde aus. Laut grandprix.com lag er in Runde 20 rund 4,1 Sekunden vor Rosberg, in Runde 30 schon 9,0 Sekunden. Die Spitze fuhr eine Ein-Stopp-Strategie: Vettel kam in Runde 36 an die Box, Rosberg in Runde 37 und Hamilton in Runde 38. An den Positionen änderte das nichts.

Als Erster schied Pastor Maldonado aus. Sein Lotus hatte von Beginn an Bremsprobleme, das Team stellte das Auto nach 5 Runden ab. Alonso fiel nach 41 Runden mit Getriebeschaden aus. Damit endete ein schwieriges Wochenende für ihn.

Pech hatte auch Max Verstappen. Er lag auf Platz sieben, als er in Runde 29 zum Reifenwechsel kam. Ein Problem am rechten Hinterrad kostete ihn 52,8 Sekunden in der Boxengasse und warf ihn auf Platz 13 zurück. Danach kämpfte er sich mit frischen Reifen wieder nach vorn.

Verstappens Unfall, Safety Car und der Strategiefehler von Mercedes

Die Entscheidung fiel in der Schlussphase. Verstappen versuchte auf der Start-Ziel-Geraden, Romain Grosjean anzugreifen. Er fuhr dem Lotus vor Sainte Dévote ins Heck und schlug mit seinem Toro Rosso in die Reifenstapel ein. Verstappen blieb unverletzt. Nach 62 gewerteten Runden war sein Rennen vorbei. Die Rennleitung schickte zum ersten Mal in der Formel 1 das Virtual Safety Car auf die Strecke und kurz danach das richtige Safety Car.

Hamilton lag zu diesem Zeitpunkt laut formula1.com rund 25 Sekunden vorn. Mercedes hielt den Vorsprung für groß genug, um ihm in Runde 65 noch einmal frische Supersoft-Reifen zu geben. Rosberg und Vettel blieben aber draußen, und Hamilton kam knapp hinter Vettel aus der Boxengasse. Rosberg übernahm die Führung. Teamchef Toto Wolff erklärte die Panne laut grandprix.com so: „we thought the gap was different to what it was.“

Nach Ende der Safety-Car-Phase gab es in den letzten Runden keinen Weg an Vettel vorbei, trotz Hamiltons frischerer Reifen. Rosberg gewann vor Vettel und Hamilton.

Die Rennkommissare gaben Verstappen die Schuld am Unfall. Er wurde für das nächste Rennen, den GP Kanada, um fünf Startplätze zurückversetzt.

Gewinner und Verlierer in Monaco: Kvyat, Button, Nasr und Sainz

Zu den Gewinnern gehörte Kvyat. Er wurde Vierter, das beste Red-Bull-Ergebnis der Saison bis dahin. Ricciardo hatte unter dem Safety Car frische Reifen geholt und ging in Runde 72 an Kimi Räikkönen vorbei. Die Rennkommissare werteten die Berührung dabei als Rennunfall. Kvyat ließ den Teamkollegen vorbei, damit dieser Hamilton angreifen konnte. Als das nicht klappte, gab Ricciardo Platz vier zurück. Ihm blieben Rang fünf und die schnellste Rennrunde.

Jenson Button holte als Achter die ersten Punkte für das neue Duo McLaren-Honda. Fünf Plätze gewann Felipe Nasr im Sauber: Er startete als 14. und kam als Neunter ins Ziel. Sainz fuhr aus der Boxengasse noch auf Platz zehn und holte einen Punkt.

Die größten Verlierer waren Hamilton, der einen sicheren Sieg verlor, und Maldonado, der von Startplatz acht nach nur fünf Runden ausfiel. Bei Williams lief wenig zusammen: Valtteri Bottas wurde 14., Massa 15. Hinter ihnen kamen die beiden Manor Marussia von Roberto Merhi und Will Stevens mit zwei Runden Rückstand ins Ziel.

WM-Stand nach dem GP Monaco 2015 und Einordnung

Im WM-Stand 2015 führte Hamilton nach dem sechsten Saisonrennen mit 126 Punkten weiter. Rosberg verkürzte mit 116 Punkten aber auf zehn Zähler. Vettel blieb mit 98 Punkten Dritter. Kvyat sprang um sieben Plätze auf Rang acht. Bei den Teams baute Mercedes mit 242 Punkten den Vorsprung auf Ferrari (158) aus.

Das Rennen ging als einer der bekanntesten Strategiefehler der Mercedes-Ära in die Geschichte ein. Hamilton hatte Monaco das ganze Wochenende über bestimmt und verlor den Sieg durch eine Fehlkalkulation am Kommandostand. Rosberg schaffte dagegen den Monaco-Hattrick. Mit dem Unfall von Verstappen kam außerdem das Virtual Safety Car zum ersten Mal in einem Rennen zum Einsatz.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Monaco 2015 – formel-1-livestream.de
  2. Rosberg scores Monaco hat-trick after late race drama – Formula 1
  3. Monaco GP 2015 – Race notes: Rosberg wins Monaco GP again – GrandPrix.com
  4. 2015 Monaco Grand Prix – Wikipedia

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