GP Spanien 2015: Rosberg siegt souverän, Hamilton jagt vergeblich
Nico Rosberg gewann in Barcelona von der Pole. Hamilton verpatzte den Start, steckte hinter Vettel fest und wich vergeblich auf drei Stopps aus.
GP Spanien 2015 im Überblick: Rosbergs erster Saisonsieg
Nico Rosberg gewann den Großen Preis von Spanien 2015 auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya von der Pole-Position aus. Er lag 17,551 Sekunden vor seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton, Sebastian Vettel wurde im Ferrari Dritter. Entschieden wurde das Rennen schon in der ersten Kurve: Rosberg kam perfekt weg, Hamilton fiel hinter Vettel zurück und kam an ihm auf der Strecke nicht vorbei.
Für Rosberg war es der erste Sieg der Saison, sein erster in Spanien und der neunte seiner Karriere. Zuvor hatte er auch seine erste Pole-Position des Jahres geholt. Damit stand Hamilton 2015 zum ersten Mal nicht ganz vorn in der Startaufstellung.
Start und erster Stint: Hamilton steckt hinter Vettel fest
Hamilton sprach selbst von einem „poor start“. Vettel zog vorbei, und Hamilton musste aufpassen, nicht auch noch auf Platz vier zu fallen. Vorn baute Rosberg seinen Vorsprung auf: Nach zehn Runden führte er laut den Rennnotizen von grandprix.com mit 7,0 Sekunden vor Vettel.
Im ersten Durchgang an der Box ging Hamilton in Runde 13 als Erster der Spitzengruppe zum Reifenwechsel. Er klagte später über einen sehr langen ersten Stopp. Vettel kam eine Runde später herein und blieb vor ihm. Als Mercedes ihm per Funk sagte, er müsse Vettel auf der Strecke überholen, nannte Hamilton das unmöglich. Rosberg stoppte in Runde 15 und blieb in Führung. Nur Kimi Räikkönen übernahm die Spitze für eine Runde (Runde 16), weil er erst in Runde 17 wechselte. Laut grandprix.com war er außer den beiden Mercedes-Fahrern der einzige, der überhaupt eine Runde anführte.
Strategie: Mercedes stellt Hamilton auf drei Boxenstopps um
Mercedes reagierte und stellte Hamilton auf drei Stopps um, während Rosberg und Vettel bei zwei Stopps blieben. Hamilton kam in Runde 32 zum zweiten Mal herein, Vettel erst in Runde 40. In dieser Phase verlor Vettel nach eigener Aussage nach dem zweiten Stopp zwei bis drei Sekunden im Verkehr. Das hätte ihm vielleicht gereicht, um Hamilton hinter sich zu halten. So aber ging Hamilton über die Boxenstopps an ihm vorbei.
Nach Rosbergs zweitem Stopp in Runde 45 führte Hamilton von Runde 46 bis 50. Laut grandprix.com lag er nach 50 Runden 1,8 Sekunden vorn. Weil er aber noch einmal an die Box musste, war das nur eine Führung auf Zeit. Nach seinem dritten Stopp in Runde 51 war Rosberg wieder vorn. Zehn Runden später betrug der Abstand bereits 13,0 Sekunden. Hamilton fuhr in Runde 54 mit 1:28,270 Minuten die schnellste Runde des Rennens, ernsthaft angreifen konnte er Rosberg aber nicht mehr. Am Ende sprach er von Schadensbegrenzung und nannte Barcelona die schlechteste Strecke zum Überholen.
Ferrari-Update, Bottas gegen Räikkönen und das Mittelfeld
Ferrari hatte für Barcelona ein Update mitgebracht, mit dem das Team näher an Mercedes heranrücken wollte. Daraus wurde nichts: Vettel kam 45,342 Sekunden hinter Rosberg ins Ziel. Räikkönen fuhr mit dem alten Aerodynamikpaket. Der Finne kam von Startplatz sieben, fuhr im Mittelteil einen langen Stint auf harten Reifen und machte am Ende Jagd auf Valtteri Bottas. Der Williams-Pilot hielt stand und rettete Platz vier mit 0,785 Sekunden Vorsprung. Weil die Reifen länger hielten als erwartet, war Williams laut Bottas von drei auf zwei Stopps umgestiegen. Genau das habe Räikkönen hinter ihm gehalten.
Felipe Massa machte im zweiten Williams drei Plätze gut, von Startplatz neun auf Rang sechs. Dahinter kam Daniel Ricciardo mit einer Runde Rückstand als Siebter für Red Bull ins Ziel. Er sagte, die neuen Teile hätten nicht so viel gebracht wie erhofft.
Für Toro Rosso lief es zäh. Carlos Sainz und Max Verstappen waren von den Startplätzen fünf und sechs ins Rennen gegangen, fielen aber zurück. Sainz rettete in seinem Heimrennen als Neunter noch zwei Punkte, nachdem er Daniil Kvyat in der letzten Runde vor Kurve 1 überholt hatte. Dabei berührten sich die beiden. Die Stewards untersuchten die Szene und werteten sie als Rennunfall. Kvyat wurde Zehnter, Verstappen verpasste als Elfter die Punkte.
Ausfälle beim GP Spanien 2015: Alonso und Maldonado
Fernando Alonso (McLaren) stellte nach 26 Runden mit Bremsproblemen ab. Er war zwischenzeitlich bis auf Platz sieben vorgefahren. Dann bremste er sich in Kurve 1 weit über den Punkt hinaus, kam sofort an die Box und schoss über seinen Stellplatz hinaus. Die Mechaniker mussten zur Seite springen. Später fand McLaren die Ursache: Ein abgerissener Visierstreifen hatte den Kühlschacht der rechten Hinterradbremse verstopft. Alonso sprach von einem „scary moment“, verletzt wurde niemand.
Pastor Maldonado (Lotus F1) schied nach 45 Runden aus, offiziell als Unfall gewertet. Früh im Rennen hatten sich in Kurve 3 seine Räder und die seines Teamkollegen Romain Grosjean berührt. Danach löste sich Maldonados Heckflügel nach und nach auf. Die FIA meldete sich per Funk, weil sie mit dem flatternden Teil nicht einverstanden war. Lotus entfernte es bei einem zusätzlichen Stopp, gab das Auto nach dem nächsten Halt aber auf. Teammanager Alan Permane wollte keinem der beiden Fahrer die Schuld geben.
Grosjean holte trotz eines eigenen Zwischenfalls in der Box Platz acht. Wegen stark abgefahrener Hinterreifen rutschte er über seine Markierung und hätte beinahe einen Mechaniker erwischt.
Gewinner und Verlierer des Tages
- Sergio Pérez (Force India) machte die meisten Plätze gut: von Startplatz 18 auf Rang 13 (+5). Er führte eine enge Vierergruppe an, zu der auch Marcus Ericsson (Sauber), Nico Hülkenberg und Jenson Button gehörten. Laut formula1.com lagen die vier im Ziel nur 1,9 Sekunden auseinander.
- Massa, Ricciardo, Grosjean und Felipe Nasr gewannen jeweils drei Plätze.
- Verlierer: Verstappen verlor fünf Plätze, Sainz vier. Am bittersten war der Tag für Alonso und Maldonado, die beide ausfielen. McLaren stand auch nach dem fünften Saisonrennen ohne Punkt da.
- Manor Marussia brachte mit Will Stevens und Roberto Merhi beide Autos auf den Plätzen 17 und 18 ins Ziel.
WM-Stand nach dem GP Spanien 2015 und Einordnung
Hamilton führte im WM-Stand 2015 weiter mit 111 Punkten, Rosberg verkürzte als Zweiter auf 91 Zähler. Der Abstand schrumpfte damit auf 20 Punkte. Vettel folgte mit 80 Punkten, dahinter lagen Räikkönen (52), Bottas (42) und Massa (39). Bottas und Massa tauschten damit die Plätze.
In der Konstrukteurswertung lag Mercedes mit 202 Punkten klar vor Ferrari (132) und Williams (81). Barcelona bestätigte, was sich nach fünf Rennen abzeichnete: Mercedes war das Maß der Dinge und hatte vier dieser fünf Rennen gewonnen. Auch das Ferrari-Update änderte daran nichts. Für Rosberg war der Sieg nach einem schwierigen Saisonstart ein wichtiges Signal im Stallduell. Alle Ergebnisse und Daten findest du auf unserer Rennseite.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Spanien 2015 – formel-1-livestream.de
- Faultless Rosberg takes commanding victory in Barcelona – formula1.com
- Spanish GP 2015 – Race report: Rebound – grandprix.com
- Spanish GP 2015 – Race notes: Rosberg wins, Mercedes 1-2 at Barcelona – grandprix.com
- Lotus won't blame drivers for clash – autosport.com
- Alonso brake issues caused by visor tear-off – formula1.com
- 2015 Spanish Grand Prix – Wikipedia
- 2015 Spanish GP: Nico wins at last – Wheels24