Rückblick · erstellt am · Rennen vom 23. November 2014

GP Abu Dhabi 2014: Hamilton holt den Titel, Rosberg strandet

Lewis Hamilton gewann in Abu Dhabi 2014 und wurde zum zweiten Mal Weltmeister. Rosbergs ERS fiel aus, Massa jagte den Briten bis ins Ziel.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Abu Dhabi 2014: Hamilton gewinnt Rennen und WM-Titel

Im Saisonfinale 2014 auf dem Yas Marina Circuit gewann Lewis Hamilton im Mercedes den Grand Prix von Abu Dhabi und sicherte sich damit seinen zweiten WM-Titel. Hinter ihm fuhren Felipe Massa und Valtteri Bottas für Williams aufs Podium. Die Entscheidung fiel schon am Start, als Hamilton an seinem Teamkollegen vorbeizog. Endgültig gelaufen war das Duell, als bei Nico Rosberg das Energierückgewinnungssystem ERS ausfiel.

Ausgangslage: Doppelte Punkte und Red Bull am Ende des Feldes

Für den Sieg gab es in diesem Finale doppelte Punkte, also 50 statt 25. Hamilton reiste mit 17 Punkten Vorsprung an. Rosberg brauchte deshalb den Sieg und gleichzeitig einen schwachen Tag seines Teamkollegen. Im Qualifying holte Rosberg die Pole-Position, Hamilton startete als Zweiter, Bottas als Dritter und Massa als Vierter.

Am Samstag hatte es außerdem einen Paukenschlag gegeben: Die Rennkommissare strichen die Qualifying-Zeiten beider Red Bull. Laut FIA-Technikdelegiertem Jo Bauer bogen sich die Flaps an den Frontflügeln unter aerodynamischer Last und verstießen damit gegen das Verbot beweglicher Aerodynamik. Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel stehen im Ergebnis mit den Startplätzen 20 und 19. Tatsächlich starteten sie aus der Boxengasse, weil Red Bull die Flügel austauschte. Davon profitierte unter anderem Daniil Kvyat, der im Toro Rosso von Platz 5 losfuhr.

Am Start fehlte Marussia. Dafür kehrte Caterham nach der Insolvenz mit Geld aus einer Crowdfunding-Aktion zurück. Neben Kamui Kobayashi gab Will Stevens sein Debüt in der Formel 1.

Rennverlauf: Hamiltons Start, Rosbergs ERS-Defekt

Hamilton kam beim Start deutlich besser weg als Rosberg und ging sofort in Führung. Formula1.com urteilte, das Rennen habe Hamilton gehört, „vom Moment an, als die Lichter ausgingen“. Bottas hatte dagegen Pech: Seine Kupplung rutschte durch, und er fiel bis auf Platz 8 zurück.

In der ersten Phase blieb Rosberg in Schlagdistanz. Nach den ersten Boxenstopps (Hamilton in Runde 10, Rosberg in Runde 11) führte Massa für kurze Zeit, weil er erst in Runde 13 wechselte. Ab Runde 14 lag Hamilton wieder vorn. Dann kam die Wende: In Runde 24 (laut Formula1.com) bzw. Runde 25 (laut FIA) meldete Rosberg Leistungsverlust. Mercedes bestätigte ihm einen ERS-Ausfall. Laut FIA kamen später noch Probleme mit Bremsen und Gaspedal hinzu. Rosberg wurde Runde um Runde nach hinten durchgereicht. Das Team bot ihm an, das Auto abzustellen, aber er wollte unbedingt ins Ziel fahren. Am Ende kam er als 14. mit einer Runde Rückstand an.

Sobald Hamilton von Rosbergs Problem erfuhr, nahm er Motorleistung zurück, schonte die Reifen und blieb von den Randsteinen weg. Ein technischer Defekt war jetzt das Einzige, was ihn noch hätte stoppen können.

Strategie: Massas Supersoft-Angriff auf Hamilton

Spannend wurde es am Ende noch einmal wegen Williams. Hamilton machte seinen zweiten Stopp in Runde 31, Massa fuhr weiter und führte von Runde 32 bis 43. Sein Mittelstint auf den Soft-Reifen dauerte rund 30 Runden. In Runde 43 holte Massa sich frische Supersofts für die letzten zwölf Runden. Damit war er laut Formula1.com zeitweise etwa eine Sekunde pro Runde schneller als Hamilton.

Ab Runde 44 führte wieder Hamilton, und Massa kam immer näher. Vier Runden vor Schluss ließen seine Supersofts aber nach. Hamilton gewann laut FIA mit 2,5 Sekunden Vorsprung. Bottas kämpfte sich nach seinem verpatzten Start bis auf Platz 3 vor. Für Williams war es der erste Doppel-Podestplatz seit fast zehn Jahren und das beste Ergebnis der Saison.

Gewinner und Verlierer: Ricciardo stürmt von hinten auf Platz 4

Der große Gewinner des Tages war Ricciardo. Er kam von ganz hinten bis auf Platz 4, gewann 16 Plätze und fuhr die schnellste Runde des Rennens. Seinen ersten Stopp machte er erst in Runde 27. Ins Ziel kam er laut Formula1.com 8,3 Sekunden hinter Bottas. Vettel arbeitete sich im zweiten Red Bull um elf Positionen auf Platz 8 vor, kam aber nicht an Sergio Pérez vorbei.

Jenson Button wurde im McLaren Fünfter. Dahinter holte Force India mit Nico Hülkenberg (Platz 6, sechs Plätze gutgemacht) und Pérez (Platz 7) viele Punkte. Pérez fand nach dem Rennen, sein letzter Stopp sei zu spät gekommen. Ein enttäuschendes Wochenende hatte Ferrari: Fernando Alonso wurde Neunter, Kimi Räikkönen Zehnter. Kevin Magnussen verpasste als Elfter knapp die Punkte.

Die Verlierer des Tages waren Rosberg, der 13 Plätze verlor, und Kvyat. Der Russe hatte seinen guten Startplatz 5 schon vor dem Ausfall verloren.

Ausfälle beim GP Abu Dhabi 2014

Drei Fahrer kamen nicht ins Ziel:

  • Daniil Kvyat (Toro Rosso): Ausfall nach 14 Runden mit einem Defekt an der Antriebseinheit.
  • Pastor Maldonado (Lotus F1): Ausfall nach 26 Runden mit einem Schaden an der Antriebseinheit. Laut Formula1.com brach ein Kolben, und das Auto fing Feuer.
  • Kamui Kobayashi (Caterham): Ausfall nach 42 Runden. Laut Formula1.com waren Vibrationen der Grund.

Debütant Stevens kam als 17. mit einer Runde Rückstand ins Ziel. Romain Grosjean wurde im zweiten Lotus 13., Esteban Gutiérrez und Adrian Sutil belegten für Sauber die Plätze 15 und 16.

WM-Stand 2014 und Einordnung: Hamiltons zweiter Titel

Im WM-Stand 2014 lag Hamilton am Ende mit 384 Punkten vor Rosberg (317) und Ricciardo (238). Bottas zog mit 186 Punkten noch an Vettel (167) vorbei und wurde Vierter. Massa verbesserte sich auf Platz 7. Bei den Teams holte Mercedes mit 701 Punkten klar den Titel vor Red Bull (405) und Williams (320).

Hamilton gewann 2014 elf Rennen, Rosberg fünf. Für Hamilton war es nach 2008 der zweite WM-Titel. Laut Formula1.com war es für Mercedes der erste Fahrertitel seit Juan Manuel Fangio 1955. Außerdem stellte das Team Rekorde mit 16 Siegen und elf Doppelsiegen in einer Saison auf. Mit dem neuen Hybrid-Reglement war Mercedes das Maß der Dinge geworden. Abu Dhabi zeigte aber auch, wie anfällig die komplexe Technik noch war: Rosbergs Titelhoffnung scheiterte am ERS, nicht an seinem Teamkollegen.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405055RundeHAMMASBOTRICBUTHULPERVETALORAI

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Lewis Hamilton1 (334)384
2Nico Rosberg2 (317)317
3Daniel Ricciardo3 (214)238
4Valtteri Bottas6 (156)186
5Sebastian Vettel4 (159)167
6Fernando Alonso5 (157)161
7Felipe Massa8 (98)134
8Jenson Button7 (106)126
9Nico Hülkenberg9 (80)96
10Sergio Pérez12 (47)59

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Abu Dhabi 2014 – formel-1-livestream.de
  2. Abu Dhabi GP 2014 – Race report: Ham's the man – grandprix.com
  3. Abu Dhabi analysis – Hamilton keeps his cool in desert showdown – Formula1.com
  4. Hamilton wins in Abu Dhabi to take 2014 F1 title – FIA
  5. Red Bull excluded from qualifying for front wing infringement – Formula1.com
  6. Stevens to race second Caterham – RACER

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