GP Singapur 2014: Hamilton siegt, Rosberg fällt aus, WM-Führung
Lewis Hamilton gewann in Marina Bay vor Vettel und Ricciardo. Rosberg schied mit Elektrikdefekt aus, Hamilton übernahm die WM-Führung mit drei Punkten.
GP Singapur 2014: Hamilton gewinnt und übernimmt die WM-Führung
Lewis Hamilton gewann den Großen Preis von Singapur 2014 von der Pole-Position aus vor den beiden Red Bull-Piloten Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo. Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss: Nach seinem letzten Boxenstopp kam Hamilton hinter Vettel zurück auf die Strecke, überholte ihn aber nur eine Runde später. Weil sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg früh mit einem Elektrikdefekt ausfiel, ging Hamilton als WM-Führender aus dem Nachtrennen auf dem Marina Bay Street Circuit.
Rosbergs Drama: Kabelbaum-Defekt schon vor dem Start
Rosbergs Pech begann schon vor dem Start. Laut Teamchef Toto Wolff war ein Kabelbaum in der Lenksäule defekt, der Fehler trat schon beim Anlassen in der Garage auf. Das Team tauschte erst das Lenkrad und dann die gesamte Lenkeinheit, doch der Defekt steckte in der Verkabelung und blieb. Der Deutsche, eigentlich als Zweiter qualifiziert, musste aus der Boxengasse starten. Laut Motor Sport fehlte ihm fast die gesamte elektrische Leistung, und das Getriebe schaltete teilweise zwei Gänge auf einmal hoch.
Als Rosberg zu seinem ersten Reifenwechsel an die Box kam, ließ sich der Wagen erneut nicht anfahren. Mercedes stellte das Auto ab. Im Ergebnis steht nach 13 Runden der Ausfallgrund Elektrik. Teamchef Toto Wolff haderte danach mit der Zuverlässigkeit seines eigentlich überlegenen Autos.
Rennverlauf: Alonsos Ausflug und Hamiltons Vorsprung
Weil Rosbergs Startplatz leer blieb, hatte Hamilton freie Fahrt und kam als Erster weg. Dahinter kämpften Vettel und Ricciardo Rad an Rad um die erste Kurve. Fernando Alonso versuchte es außen herum, bremste zu spät und kürzte über die Auslaufzone ab. Er lag damit zunächst auf Platz zwei, gab die Position aber an Vettel zurück.
An der Spitze kontrollierte Hamilton das Tempo. Laut Motor Sport lag er nach zehn Runden mehr als fünf Sekunden vorn und hatte nach sieben Runden weniger Sprit verbraucht als Vettel. Seine Stopps in Runde 13 und 26 kosteten ihn die Führung nur kurz: In Runde 27 lag Ricciardo für eine Runde vorn, danach war wieder Hamilton an der Spitze. Bei seinem zweiten Stopp entfernte die Crew laut Motor Sport auch Gummireste aus den Schlitzen seines Frontflügels.
Safety-Car und Strategie: Red Bull wagte einen Stopp weniger
Zur Rennmitte kollidierten Adrian Sutil (Sauber) und Sergio Pérez (Force India) im Kampf um die Position. Pérez' Frontflügel brach, und die Trümmer lagen über die Strecke verteilt. Das Safety-Car kam heraus und blieb laut Motor Sport bis zum Ende von Runde 37 auf der Strecke.
Diese Phase veränderte die Taktik. Die Red-Bull-Piloten waren bereits auf der härteren Mischung unterwegs und wollten damit bis ins Ziel fahren. Ferrari holte Alonso und Räikkönen unter dem Safety-Car für die härteren Reifen herein, damit auch sie bis zum Ende durchfahren konnten. Hamilton fuhr auf den weicheren Supersoft-Reifen und musste noch einmal an die Box, um die vorgeschriebene zweite Mischung zu nutzen. Er musste also einen Vorsprung herausfahren, der für den Stopp reichte. Laut Motor Sport lag er in Runde 50 rund 24 Sekunden vorn, gebraucht hätte er etwa 27. Danach ließen seine Reifen nach.
Ferrari wählte bei Alonso also einen anderen Weg als Mercedes bei Hamilton, den das Team unter dem Safety-Car draußen ließ. Alonso machte drei Stopps und wurde Vierter, direkt hinter den beiden Red Bulls.
Die Entscheidung: Hamilton überholt Vettel
In Runde 52 kam Hamilton zum letzten Mal an die Box und holte sich die weichen Reifen. Er kam hinter Vettel wieder auf die Strecke, der in Runde 53 kurz das Rennen anführte. Auf deutlich frischeren Reifen und mit DRS ging Hamilton im schnellen Knick von Kurve sechs an dem Red Bull vorbei. Danach fuhr er ungefährdet zu seinem siebten Saisonsieg und dem 29. Sieg seiner Karriere. Im Ziel lag er laut grandprix.com 13,5 Sekunden vor Vettel. Ricciardo folgte knapp dahinter, und Hamilton fuhr auch die schnellste Runde.
Das Rennen endete nach 60 statt 61 Runden: Die Safety-Car-Phase hatte es so in die Länge gezogen, dass die Zwei-Stunden-Grenze erreicht war.
Gewinner, Verlierer und Ausfälle in Marina Bay
Gewinner des Tages war neben Hamilton Jean-Éric Vergne. Der Toro Rosso-Pilot fuhr von Startplatz 12 auf Rang sechs, obwohl er laut Motor Sport wegen Überschreitens der Streckenbegrenzungen Zeitstrafen bekam. Die meisten Plätze machte Pérez gut: Er startete als 15. und wurde Siebter. Dabei half ihm ein später vierter Stopp für frische Supersoft-Reifen. Auch Marcus Ericsson (Caterham) gewann sieben Plätze, vom 22. auf den 15. Rang. Felipe Massa holte als Fünfter wichtige Punkte für Williams. Dahinter kamen Kimi Räikkönen als Achter, Nico Hülkenberg als Neunter und Kevin Magnussen (McLaren) als Zehnter.
Verlierer war neben Rosberg auch Valtteri Bottas. Seine Reifen bauten am Ende stark ab, und er fiel von Startplatz acht auf Rang elf zurück, knapp aus den Punkten.
Die Ausfälle im Überblick:
- Kamui Kobayashi (Caterham): Defekt an der Antriebseinheit in der Einführungsrunde, kein Start
- Nico Rosberg (Mercedes): Elektrik, nach 13 Runden
- Esteban Gutiérrez (Sauber): Elektrik, nach 17 Runden
- Adrian Sutil (Sauber): Wasserdruck, nach 40 Runden
- Jenson Button (McLaren): Laut Motor Sport fiel die gesamte Elektrik aus, nach 52 Runden
WM-Stand nach Singapur: Hamilton drei Punkte vor Rosberg
In der Fahrer-WM zog Hamilton mit 241 Punkten an Rosberg (238) vorbei. Bei noch fünf ausstehenden Rennen ging das Mercedes-Duell damit völlig offen in die Schlussphase. Ricciardo blieb mit 181 Punkten Dritter. Alonso (133) und Vettel (124) verbesserten sich auf die Plätze vier und fünf, Bottas (122) fiel auf Rang sechs zurück.
Bei den Teams führte Mercedes mit 479 Punkten weiter deutlich. Red Bull folgte mit 305 Zählern, dahinter lagen Williams (187) und Ferrari (178). Für Rosberg war der Ausfall ein bitterer Rückschlag. Hamilton dagegen zeigte in Singapur, wie souverän er die Silberpfeile in diesem Jahr ausnutzen konnte, auch wenn eine zusätzliche Safety-Car-Phase seine Taktik hätte durchkreuzen können. Weiter ging es mit dem GP Japan.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Singapur 2014 – formel-1-livestream.de
- 2014 Singapore GP report (Mark Hughes) – Motor Sport Magazine
- Singapore GP 2014 – Race notes: Hamilton wins Singapore GP – grandprix.com
- 2014 Singapore Grand Prix – Wikipedia