GP Deutschland 2014: Rosberg siegt daheim, Hamilton von 20 auf 3
Nico Rosberg gewann 2014 in Hockenheim von der Pole bis ins Ziel. Bottas wurde Zweiter, Hamilton fuhr nach Bremsdefekt von Startplatz 20 aufs Podium.

GP Deutschland 2014: Rosbergs Start-Ziel-Sieg in Hockenheim
Nico Rosberg gewann den Großen Preis von Deutschland 2014 auf dem Hockenheimring von der Pole-Position aus. Er führte alle 67 Runden an. Mit seinem Mercedes ließ er sich am Heimrennen von niemandem gefährden. Zweiter wurde Valtteri Bottas im Williams, Dritter Lewis Hamilton. Für die Geschichte des Tages sorgte Hamilton: Er startete nach einem Unfall im Qualifying nur von Platz 20 und gewann im Rennen 17 Plätze.
Nach Angaben von Motor Sport Magazine hatte Rosberg eine ereignisreiche Woche hinter sich. Er hatte seinen Vertrag bei Mercedes verlängert und geheiratet, außerdem war Deutschland Fußball-Weltmeister geworden. Am Sonntag folgte der Heimsieg.
Hamiltons Qualifying-Unfall und der Start: Massa überschlägt sich
Schon der Samstag stellte das Wochenende auf den Kopf. In Q1 versagte an Hamiltons Mercedes die rechte vordere Bremsscheibe, und er schlug in die Reifenstapel ein. Mercedes bestätigte den Defekt als Ursache. Weil auch das Getriebe gewechselt werden musste, kam eine Strafe von fünf Startplätzen hinzu. Rosberg holte die Pole, Bottas stand neben ihm in Reihe eins. Dahinter folgten Felipe Massa und Kevin Magnussen im McLaren.
Rosberg kam sauber vom Start weg. Hinter ihm krachte es in der ersten Kurve: Massa wich vor seinem Teamkollegen Bottas zurück und zog zum Scheitelpunkt. Dabei übersah er offenbar Magnussen, der innen neben ihm fuhr. Die Räder verhakten sich, der Williams überschlug sich und landete wieder auf den Rädern. Massa blieb unverletzt, schied aber ohne gefahrene Runde aus. Laut formula1.com war es bereits sein dritter Ausfall in der ersten Runde in dieser Saison. Massa gab Magnussen die Schuld, der Däne sah sich chancenlos. Wegen der Trümmer kam das Safety Car auf die Strecke.
Magnussen holte sich nach der ersten Runde eine neue Nase und fiel ans Ende des Feldes zurück. Trotzdem fuhr er als Neunter noch in die Punkte. Daniel Ricciardo musste dem Unfall ausweichen und fiel auf Platz 14 zurück.
Hamiltons Aufholjagd: von Startplatz 20 aufs Podium
Hamilton startete als einer der wenigen Fahrer auf den härteren Soft-Reifen und arbeitete sich zügig durch das Feld. Nach Wikipedia lag er nach vier Runden auf Platz 13. Etwa in Runde 13 überholte er an der Spitzkehre in einem Zug Kimi Räikkönen und Ricciardo. Dabei blockierte ein Rad, und er berührte den Ferrari leicht. Als die Spitze ihre ersten Stopps einlegte, lag Hamilton zeitweise auf Platz zwei, bis Bottas ihn wieder überholte.
Rund um Runde 30 kostete ihn ein Fehler viel Zeit. An der Spitzkehre stach er innen neben Jenson Button, doch der Brite holte für einen besseren Ausgang weit aus und zog wieder nach innen. Hamiltons Frontflügel traf den Seitenkasten des McLaren, und ein Teil der Endplatte brach ab. Hamilton nahm die Schuld auf sich: „Ich dachte, er lässt mich vorbei.“ Der beschädigte Flügel nutzte die Reifen stärker ab. Deshalb stellte Mercedes von zwei auf drei Stopps um. Er kam in den Runden 26, 42 und 50 an die Box.
Auf frischen Supersoft-Reifen ging Hamilton nach Wikipedia in Runde 56 an Fernando Alonso vorbei und fuhr die schnellste Rennrunde. Danach rückte er Bottas immer näher. Doch der Finne verteidigte sich laut Motor Sport Magazine ruhig und fehlerlos: Er bremste spät in die Spitzkehre und kam gut aus Kurve drei heraus. Hamiltons Reifen waren am Ende zu abgenutzt für einen letzten Angriff. Am Ende stand Platz drei, laut formula1.com erst sein zweites Podium nach einem Start außerhalb der Top Ten.
Strategie und Reifen: Sutils Dreher und das ausgebliebene Safety Car
Pirelli brachte Soft und Supersoft nach Hockenheim. Laut Pirelli war die weiche Mischung etwa eine Sekunde pro Runde schneller. Die Strecke war am Sonntag um mehr als 20 Grad kühler als an den Vortagen, und der erwartete Regen blieb aus. Rosberg fuhr zwei Stopps in den Runden 15 und 41 und kam beide Male als Führender zurück auf die Strecke. Bottas hielt ebenfalls bei zwei Stopps und fuhr die letzten Runden auf Soft-Reifen zu Ende.
In der Schlussphase sorgte Adrian Sutil für Diskussionen. Kurz nach seinem letzten Stopp drehte sich sein Sauber in der letzten Kurve und blieb auf der Strecke stehen. Die Teams rechneten mit einem Safety Car, und Mercedes holte Hamilton deshalb früher als geplant zu seinem dritten Stopp. Die Streckenposten bargen das Auto aber unter gelben Flaggen, und das Safety Car kam nicht. Hamiltons letzter Satz Supersoft-Reifen musste dadurch deutlich länger halten als geplant. Laut Wikipedia wunderten sich Hamilton, Rosberg und Alonso, dass kein Safety Car kam. Hamilton sorgte sich vor allem um die Streckenposten.
Auch Ferrari stellte während des Rennens um. Alonso wechselte von zwei auf drei Stopps und kam in Runde 55 ein letztes Mal an die Box. Danach jagte er auf frischen Supersofts Ricciardo. Im Ziel lag Alonso als Fünfter nur 0,082 Sekunden vor dem Australier. Davor wurde Sebastian Vettel Vierter. Laut formula1.com lag er damit in dieser Saison zum ersten Mal vor seinem Red Bull-Teamkollegen, wenn beide ins Ziel kamen.
Ausfälle, Gewinner und Verlierer in Hockenheim
Vier Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Felipe Massa (Williams): Kollision mit Magnussen in der ersten Kurve, keine Runde gefahren.
- Romain Grosjean (Lotus F1): Wasserleck, Aus nach 26 Runden.
- Daniil Kvyat (Toro Rosso): Schon früh drehte er sich nach einer Berührung mit Sergio Pérez. Nach 44 Runden war Schluss, offiziell wegen eines Öllecks. Laut grandprix.com fing sein Auto Feuer, nachdem sich unverbrannter Kraftstoff im Auspuff entzündet hatte.
- Adrian Sutil (Sauber): Dreher in der letzten Kurve, Aus nach 47 Runden. Offiziell wurde ein Bremsdefekt als Grund notiert.
Der große Gewinner des Tages war Hamilton mit 17 gutgemachten Plätzen. Auch Bottas überzeugte: Er stand zum dritten Mal in Folge auf dem Podium und holte für Williams laut Pirelli und formula1.com den 300. Podestplatz der Teamgeschichte. Mit sechs gewonnenen Plätzen war Pastor Maldonado im Lotus der zweitbeste Aufholer, er blieb als Zwölfter aber ohne Punkte. Nico Hülkenberg wurde im Force India Siebter und punktete damit in jedem Saisonrennen. Button wurde Achter, Pérez holte als Zehnter den letzten Punkt.
Pech hatte Räikkönen: Laut grandprix.com wurde er zweimal zwischen anderen Autos eingeklemmt und beschädigte sich den Frontflügel. Er verpasste die Punkte als Elfter um einen Platz. Größter Verlierer war Massa, der 19 Plätze verlor. Kvyat fiel von Startplatz acht aus und büßte zwölf Positionen ein.
WM-Stand nach dem GP Deutschland 2014 und Einordnung
Im WM-Stand 2014 baute Rosberg seine Führung aus. Er hatte jetzt 190 Punkte, Hamilton 176. Laut Wikipedia wuchs der Abstand damit von vier auf 14 Punkte. Ricciardo blieb mit 106 Punkten Dritter vor Alonso mit 97 und Bottas mit 91. Bei den Teams lag Mercedes mit 366 Punkten weit vor Red Bull mit 188. Williams überholte mit 121 Punkten Ferrari mit 116 und lag laut formula1.com so weit vorn wie zuletzt 2008.
Für den deutschen Motorsport war der Tag historisch. Laut Eurosport war es der erste Heimsieg eines Deutschen in einem deutschen Werkswagen seit Rudolf Caracciola, der 1939 mit Mercedes-Benz am Nürburgring gewann. Formula1.com nannte Rosberg außerdem den ersten deutschen Sieger in Hockenheim seit Michael Schumacher im Jahr 2006. Für Rosberg selbst war es sein erstes Podium beim Großen Preis von Deutschland und sein vierter Saisonsieg. Er hatte inzwischen mehr Führungsrunden gesammelt als sein Vater Keke.
Die Saison hatte im Kalender 2014 noch neun Rennen vor sich. Hockenheim zeigte, wie das Titelduell der beiden Mercedes-Fahrer lief: Rosberg gewann mit fehlerfreien Rennen, Hamilton hielt mit großem Tempo dagegen, auch nach Rückschlägen. Alle Ergebnisse findest du in der Ergebnisübersicht 2014.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Deutschland 2014 – formel-1-livestream.de
- 2014 German Grand Prix – Wikipedia
- German GP 2014 – Race report: Rosberg rules – grandprix.com
- 2014 German Grand Prix – Race – Pirelli
- 2014 German GP report – Motor Sport Magazine
- Hockenheim stats – Rosberg makes history on home turf – formula1.com
- Rosberg all set to keep Germany celebrating – Eurosport
- Front disc failure behind Hamilton’s crash – The New Daily