Rückblick · erstellt am · Rennen vom 25. Mai 2014

GP Monaco 2014: Rosberg siegt nach Qualifying-Zoff mit Hamilton

Nico Rosberg gewann in Monaco von Start bis Ziel und holte die WM-Führung zurück. Hamilton kämpfte mit Staub im Auge, Bianchi holte Marussias erste Punkte.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Monaco 2014: Rosberg gewinnt von der Pole

Nico Rosberg gewann den Großen Preis von Monaco 2014 von der Pole-Position aus und führte alle Runden an. Sein Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton wurde Zweiter, Daniel Ricciardo fuhr im Red Bull auf Platz drei. Entschieden war das Rennen eigentlich schon am Samstag: Auf dem engen Circuit de Monaco ist der Startplatz fast alles. Hamilton blieb dran, bis ihm in der Schlussphase Schmutz ins Auge geriet.

Qualifying-Streit an der Mirabeau als Vorgeschichte

Die Stimmung bei Mercedes war schon vor dem Start angespannt. Bei seinem letzten schnellen Versuch im Q3 bremste Rosberg vor der Mirabeau-Kurve zu spät, rutschte in die Notausfahrt und setzte zurück. Die gelben Flaggen zwangen Hamilton, der direkt dahinter auf schneller Runde war, vom Gas zu gehen. So blieb Rosberg auf der Pole. Die Rennkommissare untersuchten den Vorfall, konnten Rosberg aber kein Fehlverhalten nachweisen. Hamilton glaubte, sein Teamkollege habe ihn absichtlich behindert. Laut Wikipedia sprachen die beiden auch nach dem Rennen auf dem Podium nicht miteinander.

Dazu kam die sportliche Lage: Hamilton hatte die vier Rennen vor Monaco gewonnen, zuletzt den GP Spanien, und Rosberg die WM-Führung abgenommen.

Start und Chaos in Runde 1: Pérez raus, Vettel mit Turbo-Defekt

Rosberg kam sauber vom Start weg und bog vor Hamilton in die erste Kurve ein. Ricciardo dagegen erwischte keinen guten Start und fiel hinter Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen im Ferrari zurück.

Dahinter krachte es schon in der ersten Runde: Jenson Button im McLaren berührte das Hinterrad von Sergio Pérez, und der Force India landete in den Leitplanken. Für Pérez war das Rennen damit vorbei, das Safety-Car kam heraus. Pastor Maldonado war da schon nicht mehr dabei: Sein Lotus blieb mit einem Defekt an der Benzinpumpe vor dem Start stehen.

Auch Weltmeister Vettel hatte einen schwarzen Tag. Ein Turbo-Problem kostete ihm die Leistung und warf ihn ans Ende des Feldes. Nach einem Boxenstopp versuchte er es noch einmal kurz, nach 5 Runden war aber Schluss. Räikkönen rückte dadurch auf Platz drei vor. Nach 10 Runden fiel auch Daniil Kvyat im Toro Rosso aus. Laut formula1.com war der Auspuff schuld.

Safety-Car nach Sutil-Unfall: Boxenstopps und Räikkönens Pech

In Runde 24 verlor Adrian Sutil seinen Sauber an der Hafenschikane nach dem Tunnel und schlug in die Leitplanke ein. Das zweite Safety-Car öffnete das Boxenfenster, und fast das ganze Feld kam zum Reifenwechsel. Mercedes holte beide Autos in Runde 26 nacheinander herein. Rosberg blieb vorn. Laut grandprix.com war Hamilton verärgert, dass er nicht eine Runde früher stoppen durfte. Damit hätte er an Rosberg vorbeikommen können.

Für Räikkönen kostete die Safety-Car-Phase das Podium. An der Mirabeau traf der Frontflügel von Max Chilton im Marussia sein Hinterrad. Der Ferrari bekam einen Reifenschaden, und Räikkönen musste in Runde 28 ein zweites Mal an die Box. Er fiel von Platz drei weit zurück, Ricciardo übernahm den dritten Platz. Nur Felipe Massa im Williams verzichtete auf einen Stopp und blieb draußen.

Schlussphase: Hamiltons Auge, Ricciardos Angriff, späte Ausfälle

Nach dem Neustart fuhren die beiden Mercedes lange dicht hintereinander. Laut Wikipedia sollte Rosberg Sprit sparen, Hamilton dagegen nicht. Überholen konnte Hamilton trotzdem nicht. In Runde 65 bekam Hamilton laut formula1.com Schmutz ins Auge. Er konnte schlechter sehen und fiel zurück. Ricciardo kam schnell näher und setzte ihn bis zum Schluss unter Druck, fand am Mercedes aber keinen Weg vorbei. Am Ende fehlten Hamilton laut Wikipedia 9,210 Sekunden auf Rosberg.

Dahinter wurde das Feld immer kleiner:

  • Jean-Éric Vergne (Toro Rosso) bekam laut Wikipedia eine Durchfahrtsstrafe wegen eines unsicheren Boxenstopps und schied nach 50 Runden mit Motorschaden aus.
  • Valtteri Bottas (Williams) stellte seinen rauchenden Wagen nach 55 Runden mit Motorschaden ab.
  • Esteban Gutiérrez (Sauber) verunfallte nach 59 Runden in der Rascasse. Damit hatte Sauber beide Autos durch Unfälle verloren.

Räikkönen fuhr derweil mit frischen Reifen aggressiv nach vorn. Kurz vor Schluss bremste er sich an der Loews-Haarnadel neben Kevin Magnussen und schob den McLaren von der Strecke. Die Rennkommissare verwarnten ihn offiziell. Nach seinem dritten Stopp in Runde 73 kam Räikkönen nur als Zwölfter ins Ziel, fuhr aber die schnellste Rennrunde. Magnussen rettete als Zehnter noch einen Punkt.

Gewinner des Tages: Bianchi holt erste Marussia-Punkte

Der eigentliche Held des Tages fuhr ganz hinten los. Jules Bianchi startete von Platz 21 und wurde Neunter. Damit holte er die ersten WM-Punkte in der Geschichte von Marussia. Gerechnet waren das 12 gutgemachte Plätze, mehr als bei allen anderen. Leicht war es nicht: Bianchi hatte nicht auf seinem Startplatz gestanden und bekam dafür eine Stop-and-go-Strafe von fünf Sekunden. Weil er diese während der Safety-Car-Phase absaß, was nicht erlaubt war, kamen nach dem Rennen noch einmal fünf Sekunden auf seine Zeit. Er fiel dadurch von Rang acht auf neun zurück, die Punkte blieben ihm aber.

Auch andere machten viele Plätze gut:

  • Felipe Massa fuhr von Startplatz 16 auf Rang sieben (9 Plätze gewonnen). Laut formula1.com hielten seine Supersoft-Reifen bis Runde 45, zwischenzeitlich lag er auf Platz fünf.
  • Nico Hülkenberg kam von Platz 11 auf Rang fünf, sein bestes Ergebnis des Tages für Force India. Laut grandprix.com überholte er Magnussen an der Mirabeau. Am Ende hielt er Button knapp hinter sich.
  • Jenson Button (von 12 auf 6) und Romain Grosjean (von 14 auf 8, trotz eines Boxenstopps nach der ersten Runde) gewannen je sechs Plätze.
  • Marcus Ericsson brachte den Caterham von ganz hinten als Elfter ins Ziel, Kamui Kobayashi wurde 13.

Fernando Alonso nutzte die Probleme von Vettel und Räikkönen und machte aus Startplatz fünf einen vierten Rang. Die großen Verlierer waren Vettel (16 Plätze verloren) und das Ferrari-Pech von Räikkönen.

WM-Stand nach Monaco 2014: Rosberg wieder vorn

Mit seinem Sieg holte sich Rosberg die WM-Führung zurück. Laut WM-Stand 2014 lag er mit 122 Punkten vor Hamilton (118). Dahinter folgten Alonso (61), Ricciardo (54) und Hülkenberg (47), dann Vettel als Sechster mit 45 Punkten. Bei den Konstrukteuren hatte Mercedes mit 240 Punkten schon mehr als doppelt so viel wie Red Bull (99), Ferrari folgte mit 78 Punkten.

Es war Rosbergs zweiter Sieg in Folge im Fürstentum. Für Mercedes war es laut formula1.com der fünfte Doppelsieg der Saison. Durch Räikkönens schnellste Runde verpasste Rosberg aber den Grand Slam aus Pole, Sieg, Führung in jeder Runde und schnellster Runde. Monaco 2014 ist vor allem wegen des Streits bei Mercedes in Erinnerung geblieben: Nach dem Mirabeau-Vorfall war die Stimmung zwischen den beiden früheren Jugendfreunden offen vergiftet. Alle Ergebnisse und Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Monaco 2014.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
11020304050607078RundeROSHAMRICALOHULBUTMASGROBIAMAG

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Nico Rosberg2 (97)122
2Lewis Hamilton1 (100)118
3Fernando Alonso3 (49)61
4Daniel Ricciardo5 (39)54
5Nico Hülkenberg6 (37)47
6Sebastian Vettel4 (45)45
7Valtteri Bottas7 (34)34
8Jenson Button8 (23)31
9Kevin Magnussen9 (20)21
10Sergio Pérez10 (20)20

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Monaco 2014 – formel-1-livestream.de
  2. Monaco GP 2014 – Race report: Rosberg rules, Hamilton fumes – grandprix.com
  3. Monaco analysis – Rosberg keeps his eye on the prize – formula1.com
  4. 2014 Monaco Grand Prix – Wikipedia
  5. Rosberg takes second consecutive Monaco win – FIA

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