GP China 2014: Hamilton siegt souverän, Alonso holt Ferrari-Podium
Lewis Hamilton gewann den GP China 2014 von der Pole vor Rosberg und Alonso. Kurios: Die Zielflagge kam eine Runde zu früh, gewertet wurden 54 Runden.
GP China 2014: Hamilton gewinnt in Shanghai vor Rosberg und Alonso
Lewis Hamilton startete im Mercedes von der Pole und gab die Führung beim GP China 2014 nie ab. Mit rund 18 Sekunden Vorsprung gewann er vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg, der sich trotz eines missratenen Starts von Platz 4 auf Rang 2 vorkämpfte. Fernando Alonso wurde Dritter und holte damit den ersten Podestplatz der Saison für Ferrari.
Entschieden war das Rennen auf dem Shanghai International Circuit schon in der ersten Kurve. Für Gesprächsstoff sorgten danach vor allem eine Teamorder bei Red Bull und eine Panne mit der Zielflagge.
Der Start: Rosberg ohne Telemetrie, Ricciardo mit Wheelspin
Hamilton kam von der Pole sauber weg. Laut grandprix.com war es seine 34. Pole-Position in der Formel 1. Dahinter ging es drunter und drüber. Daniel Ricciardo war im Red Bull Zweiter gewesen, kam aber auf der rutschigen Seite der Startaufstellung mit durchdrehenden Rädern nur schlecht vom Fleck. Sebastian Vettel und Alonso gingen an ihm vorbei.
Rosberg hatte es noch schwerer. Seinem Auto fehlte die Telemetrie, deshalb konnten seine Ingenieure die Kupplung nicht richtig für den Start einstellen. Rosberg fiel weit zurück und berührte in Kurve 1 den Williams von Valtteri Bottas. Auch Alonso und Felipe Massa gerieten in der ersten Kurve aneinander und schlugen mit den Rädern zusammen. Beide konnten weiterfahren.
Vorne zog Hamilton danach ungefährdet davon. Laut grandprix.com war er zeitweise eine Sekunde pro Runde schneller als die Konkurrenz. Rosberg arbeitete sich trotz der fehlenden Daten nach vorn. Ricciardo überholte er dabei laut grandprix.com schon in Runde 4.
Teamorder bei Red Bull: Vettels „Tough luck“
Kurz vor Rennhalbzeit lief Ricciardo auf frischeren Reifen auf Vettel auf. Der Kommandostand bat den Weltmeister, seinen neuen Teamkollegen vorbeizulassen. Vettels Antwort am Funk ging um die Welt: „Tough luck“ („Pech gehabt“, laut FIA). Erst nachdem ihm das Team die unterschiedlichen Reifenstrategien erklärt hatte, machte er Platz. Teamchef Christian Horner begründete den Tausch mit Vettels höherem Reifenverschleiß. Deshalb habe man erwogen, ihn auf eine Drei-Stopp-Strategie umzustellen (laut grandprix.com). Vettel sagte, er habe Platz gemacht, sobald er wusste, dass beide auf unterschiedlichen Strategien unterwegs waren.
Ricciardo machte danach Jagd auf Alonso, kam aber nicht mehr vorbei. Am Ende lag er knapp hinter dem Ferrari auf Rang 4, Vettel wurde Fünfter. Beide Red Bull verloren damit gegenüber ihren Startplätzen 2 und 3 je zwei Positionen.
Strategie und Boxenstopps: Rosbergs Aufholjagd, Massas Desaster
Fast das ganze Feld fuhr zwei Stopps. Hamilton kam erst in Runde 17 und Runde 38 an die Box und blieb dabei jeweils in Führung. Laut FIA hielt er von den Spitzenfahrern am längsten durch. Alonso stoppte schon in Runde 11 und Runde 33. Laut FIA ging er beim ersten Reifenwechsel an Vettel vorbei. Vettel war in Runde 12 von Platz 2 an die Box gekommen und fand sich drei Runden später auf Rang 4 wieder.
Rosberg stoppte in Runde 13 und Runde 37 und schob sich danach Stück für Stück an die Spitzengruppe heran. In der Schlussphase überholte er Alonso und sicherte damit den Mercedes-Doppelsieg. Mit 1:40.402 Minuten in Runde 39 fuhr er außerdem die schnellste Runde des Rennens (Rundenzeit laut Wikipedia).
Den bittersten Nachmittag erlebte Massa. Bei seinem ersten Stopp in Runde 10 klemmte das linke Hinterrad. Laut unseren Daten brauchte er 78,3 Sekunden durch die Boxengasse, die anderen nur rund 23 Sekunden. Vor dem Stopp lag er auf Platz 6, drei Runden später nur noch auf Rang 21. Mehr als Platz 15 war danach nicht mehr drin.
Ausfälle und die verfrühte Zielflagge
Es gab nur zwei Ausfälle:
- Adrian Sutil (Sauber) war nach 5 Runden mit einem Motorschaden draußen.
- Romain Grosjean (Lotus F1) war von Platz 10 gestartet und musste nach 28 Runden mit einem Getriebeschaden aufgeben.
Kurios wurde es am Ende. Geplant waren 56 Runden, doch Hamilton bekam die Zielflagge laut Autosport schon nach Runde 55 gezeigt, eine Runde zu früh. Für diesen Fall schreibt das Sportliche Reglement der FIA vor, dass der Stand gilt, als der Führende zuletzt vor dem Flaggensignal die Ziellinie überquert hat. Gewertet wurde deshalb nach 54 Runden. An der Spitze änderte das nichts. Pech hatte aber Kamui Kobayashi im Caterham. Sein spätes Überholmanöver gegen Jules Bianchi im Marussia zählte nicht mehr. Damit blieb Bianchi Siebzehnter, Kobayashi wurde Achtzehnter.
Gewinner und Verlierer des GP China 2014
Gewinner:
- Pastor Maldonado: Pastor Maldonado gewann die meisten Plätze. Er startete als Letzter von Platz 22 und kam als Vierzehnter ins Ziel, acht Plätze besser.
- Sergio Pérez: Sergio Pérez fuhr im Force India von Startplatz 16 auf Rang 9 und holte zwei Punkte.
- Nico Hülkenberg: Nico Hülkenberg gewann ein enges Duell mit Bottas und wurde Sechster. Damit lag Force India in der Teamwertung vor Ferrari.
- Daniil Kvyat: Der Rookie Daniil Kvyat setzte sich im Toro Rosso gegen Jean-Éric Vergne durch und holte als Zehnter in seinem vierten Rennen zum dritten Mal Punkte.
- Kimi Räikkönen: Kimi Räikkönen fuhr von Startplatz 11 auf Rang 8, sprach aber selbst von einem schwierigen Wochenende.
Verlierer:
- Romain Grosjean: Er verlor durch den Ausfall elf Plätze. Lotus stand nach vier Rennen weiter ohne Punkte da.
- Felipe Massa: Nach dem verpatzten Boxenstopp beendete er das Rennen neun Plätze hinter seinem Startplatz.
- McLaren: McLaren erlebte einen schwachen Tag. Jenson Button wurde Elfter, Kevin Magnussen Dreizehnter. Beide hatten eine Runde Rückstand.
WM-Stand nach dem GP China 2014 und Einordnung
Trotz Hamiltons Sieg führte Rosberg die Fahrer-WM 2014 weiter an. Er hatte 79 Punkte, Hamilton 75. Alonso schob sich mit 41 Punkten auf Rang 3 vor Hülkenberg (36) und Vettel (33). Ricciardo machte vier Plätze gut und war mit 24 Punkten Sechster. In der Teamwertung lag Mercedes mit 154 Punkten schon fast dreimal so hoch wie Red Bull (57). Dahinter folgten Force India (54) und Ferrari (52).
Das Rennen bestätigte, was sich seit Saisonbeginn abzeichnete: In der ersten Saison der V6-Turbo-Hybride waren die Silberpfeile das Maß aller Dinge. Für Mercedes war es der dritte Doppelsieg in Folge. Hamilton gewann nach dem GP Malaysia und dem GP Bahrain zum ersten Mal in seiner Karriere drei Rennen in Serie. Bei Ferrari war der Podestplatz ein kleiner Lichtblick in unruhigen Tagen. Alonso widmete ihn Stefano Domenicali, der kurz zuvor als Teamchef zurückgetreten war. Und bei Red Bull sorgte das Funkduell zwischen dem viermaligen Weltmeister und seinem neuen Teamkollegen für Gesprächsstoff.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP China 2014 – formel-1-livestream.de
- Hamilton leads home another Mercedes 1-2 – FIA
- Chinese GP 2014 – Race report: Tough luck – GrandPrix.com
- Chinese GP: Chequered flag error means race declared on lap 54 – Autosport
- Race – Hamilton dominates, Alonso beats Red Bulls in China – Formula1.com
- 2014 Chinese Grand Prix – Wikipedia