Rückblick · erstellt am · Rennen vom 6. April 2014

GP Bahrain 2014: Hamilton gewinnt das Wüstenduell gegen Rosberg

Lewis Hamilton gewann das Mercedes-Duell in Bahrain gegen Nico Rosberg, Sergio Pérez wurde Dritter. Nach dem Safety Car wehrte er ihn zehn Runden lang ab.

GP Bahrain 2014 im Überblick: Mercedes-Doppelsieg nach Rad-an-Rad-Duell

Beim GP Bahrain 2014 gewann Lewis Hamilton vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg und holte damit einen Doppelsieg für Mercedes. Sergio Pérez brachte den Force India als Dritter aufs Podium. Entschieden wurde das Rennen in den letzten zehn Runden: Ein Safety Car hatte Hamiltons Vorsprung von rund zehn Sekunden aufgezehrt. Danach hielt er Rosberg, der die schnelleren Reifen hatte, mit beinharter Verteidigung hinter sich. Im Ziel lagen laut Rennbericht nur 1,085 Sekunden zwischen den beiden.

Es war der erste Große Preis von Bahrain unter Flutlicht. Damit feierten die Veranstalter auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir das zehnjährige Bestehen des Rennens.

Start und Duell: Hamilton gegen Rosberg um die Führung

Rosberg stand auf der Pole-Position, doch Hamilton startete besser und ging schon in der ersten Kurve vorbei. Rosberg versuchte es in Kurve 4 außen, kam aber nicht durch. Am besten erwischte Felipe Massa den Start: Mit dem Williams fuhr er von Startplatz 7 bis auf Rang 3 nach vorn. Sein Teamkollege Valtteri Bottas dagegen fiel wegen durchdrehender Räder von Startplatz 3 zurück. Weiter hinten zog Fernando Alonso an Kimi Räikkönen vorbei, und der Ferrari des Finnen geriet mit Kevin Magnussen aneinander.

Die beiden Mercedes fuhren dem Feld schnell davon, aber ruhig blieb es zwischen ihnen nicht. Mercedes setzte auf zwei Strategien: Hamilton kam in Runde 19 zum ersten Stopp und holte sich die weichen Reifen. Rosberg blieb bis Runde 21 draußen und wechselte auf Medium. In dieser Phase lag Rosberg kurz in Führung. Ab Runde 22 war Hamilton wieder vorn. Rosberg bremste sich zweimal innen in Kurve 1 an ihm vorbei, und beide Male holte sich Hamilton die Führung sofort zurück. Motorsport Magazine schrieb dazu: „This was no formation flying.“

Danach baute Hamilton seinen Vorsprung aus. Laut Rennbericht lag er rund zehn Sekunden vor Rosberg, und das Rennen schien gelaufen zu sein.

Safety Car nach Überschlag von Gutiérrez: der Showdown in Bahrain

Dann krachte es in Kurve 1. Pastor Maldonado kam mit seinem Lotus aus der Box und traf das rechte Heck des Sauber von Esteban Gutiérrez. Der Mexikaner hob ab, überschlug sich und landete wieder auf den Rädern. Er stieg unverletzt aus, wurde aber zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Maldonado sagte, er sei auf kalten Reifen aus der Box gekommen und habe nicht mehr ausweichen können. Die Rennkommissare sahen das anders: Er bekam eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe und eine Rückversetzung um fünf Startplätze für den GP China.

Das Safety Car blieb bis zum Ende von Runde 46 auf der Strecke. Beide Mercedes nutzten die Neutralisierung in Runde 41 zum zweiten Stopp. Jetzt griff der Strategieplan: Hamilton bekam für den letzten Abschnitt die härteren Medium-Reifen, Rosberg die weichen Reifen, die laut Wikipedia rund eine Sekunde pro Runde schneller waren. Der Vorsprung war weg, und es blieben zehn Runden.

Gleich beim Neustart griff Rosberg an. Hamilton verteidigte konsequent die Innenbahn und konterte jeden Vorstoß. Motorsport Magazine nannte das „pure street-fighting tenacity“. Die Teamleitung gab beiden nur die Anweisung, die Autos heil ins Ziel zu bringen. Rosberg fuhr in der Schlussphase zwar die schnellste Runde des Rennens, kam aber nicht vorbei.

Pérez auf dem Podium, Ricciardo stürmt von Startplatz 13 nach vorn

Hinter den Silberpfeilen holte Pérez seinen ersten Podestplatz seit dem GP Italien 2012. Für Force India war es der erste seit dem GP Belgien 2009. Bis ins Ziel musste der Mexikaner sich gegen Daniel Ricciardo wehren und lag am Ende laut grandprix.com nur 0,442 Sekunden vor ihm.

Ricciardos Leistung war mindestens genauso stark. Im Qualifying war er Dritter geworden, musste aber von Startplatz 13 losfahren. Grund war eine Rückversetzung um zehn Plätze, weil sein Team ihn beim GP Malaysia unsicher aus der Box geschickt hatte. Mit dem Red Bull kämpfte er sich bis auf Rang 4 nach vorn und fuhr am Ende auch vor seinem Teamkollegen und Weltmeister Sebastian Vettel ins Ziel. Vettel klagte danach, sein Auto sei auf den Geraden zu langsam gewesen.

Auch Nico Hülkenberg im zweiten Force India fuhr stark nach vorn: Von Startplatz 11 kam er als Fünfter ins Ziel. Williams und Ferrari kamen dagegen mit dem Reifenverschleiß nicht zurecht und mussten dreimal stoppen. Massa wurde Siebter, Bottas Achter, Alonso Neunter und Räikkönen Zehnter.

Ausfälle beim GP Bahrain 2014: Kupplung, Kollisionen, Ölleck

Sechs Fahrer kamen nicht in die Wertung. Hier sind die Ausfälle im Überblick:

  • Jean-Éric Vergne, Toro Rosso: In der ersten Runde kollidierte er mit Maldonado. Er bekam einen Reifenschaden, auch Heckflügel und Unterboden waren beschädigt. Nach 18 Runden gab er auf.
  • Adrian Sutil, Sauber: Er geriet in Kurve 1 mit Jules Bianchi im Marussia aneinander und schied nach 17 Runden mit einem Reifenschaden aus.
  • Marcus Ericsson, Caterham: Er verlor Motorleistung, weil Öl austrat, und stellte nach 33 Runden ab.
  • Esteban Gutiérrez, Sauber: Nach 39 Runden war für ihn Schluss, nach dem Überschlag durch den Unfall mit Maldonado.
  • Kevin Magnussen, McLaren: Er fiel nach 40 Runden mit einem Kupplungsschaden aus.
  • Jenson Button, McLaren: Ihn erwischte dasselbe Problem kurz vor Schluss. Nach 55 Runden rollte er mit defekter Kupplung in die Box. Weil er genug Runden gefahren war, wurde er trotzdem als 17. gewertet.

Für McLaren war es ein bitterer Abend, denn das Team blieb ohne Punkte.

Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Bahrain 2014

Gewinner des Tages war neben Hamilton vor allem Ricciardo: Er machte neun Plätze gut, mehr als jeder andere. Am Ende des Feldes legte Max Chilton im Marussia acht Positionen zu, von Startplatz 21 auf Rang 13. Hülkenberg gewann sechs Plätze. Romain Grosjean und Daniil Kvyat landeten als Zwölfter und Elfter knapp außerhalb der Punkte.

Verlierer waren die McLaren-Piloten: Button verlor elf Plätze, Magnussen zehn, beide durch Kupplungsdefekte. Bottas und Räikkönen fielen jeweils um fünf Positionen zurück.

In der WM-Wertung 2014 lag Rosberg weiter vorn, mit 61 Punkten vor Hamilton mit 50. Hülkenberg sprang mit 28 Punkten auf Rang 3, vor Alonso (26) sowie Button und Vettel (je 23). Bei den Teams baute Mercedes seine Führung auf 111 Punkte aus. Dahinter rückte Force India mit 44 Punkten auf Platz 2 vor, knapp vor McLaren (43) und Red Bull (35).

Einordnung: Das Rennen, das die neue Hybrid-Formel 1 verteidigte

Bahrain 2014 kam genau zur richtigen Zeit. Die neuen V6-Turbo-Hybridmotoren standen in der Kritik: zu leise, zu langsam, zu viel Sparen bei Sprit und Reifen. Bernie Ecclestone nannte das neue Produkt unzumutbar für die Fans, und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo verglich die Fahrer mit Taxifahrern. Das Duell der beiden Mercedes-Piloten im Flutlicht war die passende Antwort darauf. Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda kommentierte trocken: „anyone who complains that this is boring is an idiot“.

Für Hamilton war es der zweite Sieg in Folge und laut Wikipedia sein 24. Grand-Prix-Erfolg. Damit zog er mit Juan Manuel Fangio gleich. Zugleich war klar, dass die WM 2014 ein Zweikampf im eigenen Team werden würde. Bahrain zeigte, wie hart Hamilton und Rosberg gegeneinander fahren würden.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Bahrain 2014 – formel-1-livestream.de
  2. 2014 Bahrain Grand Prix – Wikipedia
  3. Bahrain GP 2014 – Race report: Fabulous fight – GrandPrix.com
  4. Hamilton v Rosberg in Bahrain, 2014: The grand prix that saved F1 as we know it – Motor Sport Magazine
  5. Hamilton wins thrilling Bahrain GP – FIA

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