Rückblick · erstellt am · Rennen vom 30. März 2014

GP Malaysia 2014: Hamilton siegt souverän, Mercedes-Doppelsieg

Lewis Hamilton gewann den GP Malaysia 2014 von Start bis Ziel vor Nico Rosberg – der erste Mercedes-Doppelsieg seit 1955. Ricciardo scheiterte an der Box.

GP Malaysia 2014: Hamiltons Start-Ziel-Sieg in Sepang

Lewis Hamilton startete beim GP Malaysia 2014 auf dem Sepang International Circuit von der Pole-Position. Er führte alle 56 Runden an, fuhr die schnellste Runde und gewann vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg und Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull. Entschieden war das Rennen schon in der ersten Kurve: Hamilton setzte sich sofort ab, und danach kam ihm niemand mehr nahe. Für Mercedes war es der erste Doppelsieg seit dem GP Italien 1955.

Rennverlauf: Rosberg schnappt sich Vettel, Ricciardo mischt mit

Rosberg war von Startplatz drei losgefahren. Laut FIA ging er beim Start an Vettel vorbei, obwohl der Red-Bull-Pilot noch die Tür zumachen wollte. Dahinter kämpfte sich Daniel Ricciardo von Startplatz fünf zuerst an Fernando Alonso vorbei. Als Rosberg in Kurve drei einen Fehler machte, schlüpfte Ricciardo auch an seinem Teamkollegen Vettel vorbei. Vettel holte sich den dritten Platz aber bald zurück.

Danach fuhr das Spitzenquartett aus Hamilton, Rosberg, Vettel und Ricciardo dem Rest davon. In Runde 9 lag Hamilton laut FIA 5,4 Sekunden vor Rosberg, und Vettel folgte 3,8 Sekunden dahinter. Spannend wurde es nur im Kampf um Platz zwei: Um Runde 35 kam Vettel bis auf eine halbe Sekunde an Rosberg heran. Der Mercedes-Pilot konterte jedoch und fuhr innerhalb von zwei Runden wieder 1,2 Sekunden Vorsprung heraus. Später nahm Vettel laut formula1.com Tempo heraus, um Sprit zu sparen.

Alle drei Podiumsfahrer kamen dreimal an die Box. Hamilton stoppte in den Runden 15, 33 und 51 und blieb dabei jedes Mal in Führung. Im Ziel hatte er laut formula1.com 17,313 Sekunden Vorsprung auf Rosberg, Vettel lag 24,534 Sekunden zurück. Hamilton sagte danach laut FIA: „It's my eighth year here and I finally got that win.“ Es war sein erster Sieg in Malaysia, sein erster der Saison und sein 23. in der Formel 1.

Hülkenberg gegen Alonso: Zwei Stopps gegen frische Reifen

Den besten Zweikampf im Mittelfeld lieferte Nico Hülkenberg. Er hatte von Startplatz sieben einen starken Start erwischt. Force India setzte als einziges Team unter den Top 5 auf zwei Stopps (Runden 16 und 34), während die Konkurrenz dreimal stoppte. Deshalb lag Hülkenberg vor seinen Boxenstopps jeweils sogar auf Platz zwei.

Im letzten Stint wurde es eng: Alonso im Ferrari war in Runde 42 zum dritten Mal an der Box und hatte die deutlich frischeren Reifen. Er halbierte laut FIA seinen Rückstand von über zehn Sekunden, während Hülkenbergs Reifen nachließen. In Runde 53 ging Alonso am Ausgang von Kurve zwei vorbei und wurde Vierter. Hülkenberg holte als Fünfter trotzdem 10 Punkte. Sein Teamkollege Sergio Pérez konnte gar nicht erst starten: Sein Auto hatte schon auf dem Weg aus der Boxengasse zur Startaufstellung ein technisches Problem, laut Wikipedia am Getriebe.

Ricciardo: Drama an der Box und Strafe für Bahrain

Lange sah es für Ricciardo nach einem starken vierten Platz aus. Dann kam sein dritter Stopp in Runde 40: Die Crew hatte das linke Vorderrad nicht richtig befestigt. Ricciardo blieb in der Boxengasse stehen und musste zurück an die Box geschoben werden. Insgesamt verbrachte er bei diesem Besuch 109,3 Sekunden in der Boxengasse. Dabei beschädigte laut FIA auch noch ein Wagenheber seinen Frontflügel. Der Flügel brach später, schlitzte den rechten Vorderreifen auf und erzwang einen weiteren Stopp. Außerdem bekam Ricciardo eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe wegen unsicherer Freigabe aus der Box und fiel auf Platz 16 zurück. Red Bull stellte das Auto nach 49 Runden ab, laut formula1.com, um den Antrieb zu schonen.

Damit war die Sache noch nicht vorbei: Nach dem Rennen strafte die Rennleitung Ricciardo mit zehn Startplätzen für den GP Bahrain ab. Mit 11 verlorenen Plätzen gegenüber seinem Startplatz war er der große Verlierer des Tages.

Ausfälle, Unfälle und Strafen beim GP Malaysia

Gleich in der ersten Runde krachte es: Jules Bianchi im Marussia stieß mit Pastor Maldonado im Lotus F1 zusammen. Laut formula1.com begann die Szene damit, dass Bianchis Hinterreifen den Frontflügel von Jean-Éric Vergne berührte. Bianchi bekam als Erster überhaupt die neue Fünf-Sekunden-Strafe und zwei Strafpunkte. Beim Start beschädigte außerdem Kevin Magnussen im McLaren den rechten Hinterreifen von Kimi Räikkönen und sich selbst den Frontflügel. Räikkönen musste schon in Runde 2 an die Box und fiel ans Ende des Feldes zurück. Magnussen bekam eine Fünf-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe und zwei Strafpunkte. Er wurde trotzdem Neunter. Räikkönen kam als Zwölfter ins Ziel, laut formula1.com nur eine Zehntelsekunde hinter Romain Grosjean.

Die Ausfälle im Überblick (offizieller Grund):

  • Pastor Maldonado (Lotus F1): nach 7 Runden, Motor
  • Jules Bianchi (Marussia): nach 8 Runden, Bremsen
  • Jean-Éric Vergne (Toro Rosso): nach 18 Runden, Antriebseinheit
  • Adrian Sutil (Sauber): nach 32 Runden, Elektrik
  • Esteban Gutiérrez (Sauber): nach 35 Runden, Getriebe
  • Daniel Ricciardo (Red Bull): nach 49 Runden, technischer Defekt
  • Sergio Pérez (Force India): nicht gestartet

Gewinner und Verlierer: Bottas holt auf, Massa ignoriert die Stallregie

Die meisten Plätze machte Valtteri Bottas gut. Er war nach einer Strafe von drei Startplätzen nur von Platz 18 gestartet, weil er im Qualifying Ricciardo behindert hatte. Am Ende wurde er Achter, zehn Plätze besser. Für Gesprächsstoff sorgte aber sein Teamkollege Felipe Massa. Die beiden Williams-Piloten kämpften mit Jenson Button um Platz sechs, und Massa bekam den Funkspruch „Felipe, Valtteri is faster than you“ (laut Wikipedia). Der erinnerte an den GP Deutschland 2010, als Massa bei Ferrari für Alonso Platz machen musste. Diesmal weigerte er sich und blieb vor Bottas. Button kam als Sechster ins Ziel, laut formula1.com nur rund 1,3 Sekunden vor Massa.

Auch hinten gab es Aufsteiger: Marcus Ericsson machte acht Plätze gut, Kamui Kobayashi sieben. Beide fuhren für Caterham. Kobayashi lag dank seiner Zwei-Stopp-Strategie zwischenzeitlich sogar auf Platz neun. Max Chilton wurde als einziger Marussia-Fahrer im Ziel Fünfzehnter. Den letzten Punkt holte Daniil Kvyat für Toro Rosso. Neben Ricciardo verloren Vergne (zehn Plätze) und Räikkönen (sechs Plätze) am meisten.

WM-Stand nach dem GP Malaysia 2014 und Einordnung

Im WM-Stand 2014 blieb Rosberg mit 43 Punkten vorn. Hamilton war nach seinem Ausfall beim Auftakt in Australien jetzt Zweiter mit 25 Punkten, knapp vor Alonso (24), Button (23) und Magnussen (20). Bei den Teams führte Mercedes mit 68 Punkten deutlich vor McLaren (43) und Ferrari (30). Red Bull lag nach zwei Rennen mit 15 Punkten nur auf Platz sechs.

Sepang machte klar, was sich mit der neuen Turbo-Hybrid-Ära angedeutet hatte: Mercedes war das Maß der Dinge. Hamilton holte mit Pole-Position, Führung in jeder Runde und schnellster Runde seinen ersten Grand Chelem. Und nach 2013 gab es in Malaysia schon zum zweiten Mal in Folge Ärger um eine Stallregie – diesmal bei Williams.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Malaysia 2014 – formel-1-livestream.de
  2. Race - dominant Hamilton leads Mercedes one-two in Malaysia – Formula 1
  3. Hamilton leads Mercedes one-two finish in Malaysia – FIA
  4. 2014 Malaysian Grand Prix – Wikipedia

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