GP Korea 2013: Vettel siegt souverän, Räikkönen stürmt auf P2
Sebastian Vettel gewann den GP Korea 2013 von der Pole mit schnellster Runde. Räikkönen fuhr von Platz neun auf zwei, Webbers Red Bull ging in Flammen auf.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Korea 2013: Vettels vierter Sieg in Folge
Sebastian Vettel gewann den GP Korea 2013 für Red Bull von der Pole-Position. Er führte jede Runde an und fuhr auch die schnellste Rennrunde. Dahinter kamen die beiden Lotus F1-Piloten ins Ziel: Kimi Räikkönen war von Startplatz 9 auf Rang 2 vorgefahren, Romain Grosjean wurde Dritter. Entschieden wurde das Rennen um Platz zwei bei einem Restart nach dem Safety Car. Das Rennen auf dem Korean International Circuit in Yeongam bot außerdem einen brennenden Red Bull und ein Feuerwehrauto mitten auf der Strecke.
Für Vettel war es laut grandprix.com der vierte Grand-Prix-Sieg in Folge und der dritte Korea-Sieg nacheinander.
Start in Yeongam: Grosjean überholt Hamilton, Ferrari-Kollision
Neben Vettel stand Lewis Hamilton im Mercedes in der ersten Reihe, Grosjean startete als Dritter. Vettel kam sauber weg. Grosjean ging in Kurve 3 an Hamilton vorbei und lag damit auf Platz zwei. Laut grandprix.com hatte Vettel nach der ersten Runde schon 2,1 Sekunden Vorsprung.
Weiter hinten berührten sich die beiden Ferrari. Felipe Massa traf in Kurve 3 seinen Teamkollegen Fernando Alonso und drehte sich. Bei den Folgeberührungen beschädigte sich Adrian Sutil im Force India den Frontflügel. Auch Jenson Button im McLaren hatte früh Schaden am Frontflügel und kam schon in Runde 4 an die Box.
Mark Webber startete im zweiten Red Bull nur von Platz 13. In der Qualifikation war er Dritter geworden, bekam aber eine Rückversetzung um zehn Plätze. Grund war seine dritte Verwarnung der Saison: Nach dem GP Singapur war er auf Alonsos Ferrari zurück an die Box getrampt.
Reifenstrategie: Supersoft zum Start, Medium im Rennen
Fast das ganze Feld startete auf dem Pirelli-Supersoft. Nur Daniel Ricciardo im Toro Rosso begann auf dem Medium. Laut Pirelli war die härtere Mischung der eigentliche Rennreifen, deshalb wechselten die meisten so früh wie möglich darauf. Vettel kam in Runde 11 zum ersten Mal an die Box und behielt die Führung. Ricciardo fuhr mit seiner anderen Strategie zwischenzeitlich bis auf Rang 4 nach vorn und stoppte erst in Runde 18.
Viele hatten Probleme mit Körnung am rechten Vorderreifen. Das traf vor allem Hamilton, der den Kontakt nach vorn verlor. Sein Teamkollege Nico Rosberg holte auf ihn auf, bis sich sein Frontflügel löste. Laut unseren Daten dauerte Rosbergs zweiter Stopp in Runde 28 insgesamt 42,4 Sekunden in der Boxengasse, weil die Nase gewechselt werden musste. Dabei fiel er von Platz 4 auf Platz 10 zurück.
Pirelli zufolge kamen alle Fahrer im Ziel bis auf einen mit zwei Stopps aus. Ohne die beiden Safety-Car-Phasen hätten wohl mehr Teams dreimal gestoppt.
Safety Car, Feuer und ein Feuerwehrauto auf der Strecke
Bei Sergio Pérez im McLaren löste sich die Lauffläche des rechten Vorderreifens. Pirelli führte das auf einen Bremsplatten zurück, den Pérez sich beim harten Anbremsen eingefangen hatte. Webber war gerade von seinem zweiten Stopp zurückgekommen. Er wich den großen Teilen aus, fuhr aber über kleinere Trümmer und hatte einen Reifenschaden. Das Safety Car kam auf die Strecke. Vettel und Grosjean nutzten die Phase für ihren zweiten Stopp in Runde 31. Webber hatte keine Medium-Reifen mehr und musste Supersofts nehmen.
Beim Restart verlor Sutil in Kurve 3 das Heck und prallte gegen Webber. Ein Ölkühler am Red Bull platzte, und der Wagen brannte. Webber war nach 36 Runden draußen. Die Streckenposten bekamen das Feuer zunächst nicht in den Griff. Rennleiter Charlie Whiting forderte ein Löschfahrzeug an. Er erwartete es am Posten an Kurve 3, doch ein Fahrzeug von Kurve 1 fuhr auf die Strecke, und zwar vor den Führenden. Das Safety Car hatte das Feld zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingebremst. Die FIA gab zu, das Fahrzeug angefordert zu haben. Sanktionen sah sie aber keine vor, weil die Streckenposten weiße Flaggen geschwenkt hatten. Red-Bull-Teamchef Christian Horner sagte, die lange Gerade nach Kurve 1 habe den Fahrern genug Vorwarnung gegeben.
Räikkönen gegen Grosjean: Lotus verzichtet auf Stallorder
Bis zur ersten Safety-Car-Phase war Räikkönen kaum aufgefallen. Er hatte sich aber stetig nach vorn gearbeitet. Am Ende der Restart-Runde kam Grosjean in Kurve 15 von der Linie ab und rutschte auf den glatten Kunstrasen. Räikkönen kam so mit Schwung aus der letzten Kurve und ging in Kurve 1 an ihm vorbei auf Platz zwei. Laut RaceFans passierte das in Runde 38. Räikkönen sagte nach dem Rennen, Grosjean habe wegen der gelben Flaggen kein DRS nutzen können, und das habe ihm geholfen.
Grosjean hatte frischere Reifen und bat über Funk, das Team solle die Plätze tauschen lassen. Bei Lotus lehnte man ab. Teamchef Eric Boullier gab die Anweisung, das Rennen so weiterzufahren. Später erklärte er, die Fahrer sollten ihre Positionen auf der Strecke ausmachen. Früher in der Saison hatte Lotus Grosjean noch in Silverstone und auf dem Nürburgring angewiesen, Räikkönen vorbeizulassen. Nach dem Rennen akzeptierte Grosjean die Entscheidung und gab zu, dass ihn sein eigener Fehler den Platz gekostet hatte. Vorn ließ sich Vettel von all dem nicht stören.
Hülkenberg auf Platz 4: Gewinner und Verlierer des Tages
Ein Held des Tages war Nico Hülkenberg. Kurz vor dem Unfall von Webber war er im Sauber an Hamilton vorbeigegangen. Danach hielt er Platz 4 bis ins Ziel und hatte dabei Hamilton, Alonso, Rosberg und Button im Rückspiegel. Hamilton lobte über Funk die „unreal“ gute Traktion des Sauber. Es war Hülkenbergs bestes Saisonergebnis und laut Wikipedia eine Einstellung seines bisherigen Karriere-Bestwerts. Button blieb während der Safety-Car-Phasen draußen, fuhr 33 Runden auf einem Satz Medium und kam von Startplatz 11 als Achter ins Ziel. Massa kämpfte sich nach seinem Dreher bis auf Rang 9 vor, Pérez holte als Zehnter noch einen Punkt.
Die meisten gutgemachten Plätze:
- Kimi Räikkönen: +7 (von 9 auf 2)
- Jules Bianchi, Marussia: +6 (von 22 auf 16)
- Valtteri Bottas und Pastor Maldonado, Williams, sowie Charles Pic und Giedo van der Garde, Caterham: je +5
Ausfälle und Pech:
- Paul di Resta, Force India: drehte sich und schlug in die Begrenzung ein, Aus nach 24 Runden
- Mark Webber, Red Bull: Kollision mit Sutil und Feuer, Aus nach 36 Runden (−8 Plätze)
- Adrian Sutil, Force India: Kollision, bekam außerdem eine Durchfahrtsstrafe wegen zu hohen Tempos in der Boxengasse; nach 50 Runden als 20. gewertet
- Daniel Ricciardo und Jean-Éric Vergne, Toro Rosso: Beide hatten laut Wikipedia Bremsprobleme kurz vor Schluss und wurden mit Rückstand als 19. und 18. gewertet
Van der Garde bekam eine Durchfahrtsstrafe, weil er Bianchi von der Strecke gedrängt hatte. Rosberg fiel nach seinem Flügelschaden vom vierten Startplatz auf Rang 7 zurück. Hamilton kam von Startplatz 2 nur als Fünfter ins Ziel. Er meinte, sein Reifen sei nach der Körnung „dead“ gewesen.
WM-Stand nach dem GP Korea 2013: Vettel greift nach Titel Nummer vier
Im WM-Stand 2013 führte Vettel jetzt mit 272 Punkten, 77 Punkte vor Alonso (195). Räikkönen (167) zog an Hamilton (161) vorbei auf Platz drei. Webber blieb mit 130 Punkten Fünfter. Laut FIA konnte Vettel schon beim nächsten Rennen, dem GP Japan, Weltmeister werden: Er musste dafür gewinnen, und Alonso durfte nicht besser als Neunter werden.
In der Konstrukteurswertung hatte Red Bull mit 402 Punkten einen großen Vorsprung. Dahinter wurde es eng: Ferrari lag mit 284 Punkten nur einen Zähler vor Mercedes (283). Lotus folgte mit 239 Punkten. Sauber und Toro Rosso hatten jeweils 31 Punkte.
Einordnung: Vettel startete von der Pole, führte jede Runde an, fuhr die schnellste Runde und gewann. Das war nach Singapur sein zweiter Grand Slam in Folge. Laut Wikipedia war das zuletzt Jim Clark 1963 an zwei aufeinanderfolgenden Rennwochenenden gelungen. Rückblickend war es das letzte Formel-1-Rennen in Korea, denn danach verschwand der Grand Prix aus dem Kalender. Alle Zahlen findest du auf unserer Rennseite zum GP Korea 2013.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Kimi Räikkönen | 9 | 2 | +7 |
| Jules Bianchi | 22 | 16 | +6 |
| Valtteri Bottas | 17 | 12 | +5 |
| Pastor Maldonado | 18 | 13 | +5 |
| Charles Pic | 19 | 14 | +5 |
| Giedo van der Garde | 20 | 15 | +5 |
| Max Chilton | 21 | 17 | +4 |
| Nico Hülkenberg | 7 | 4 | +3 |
| Jenson Button | 11 | 8 | +3 |
| Sebastian Vettel | 1 | 1 | 0 |
| Romain Grosjean | 3 | 3 | 0 |
| Sergio Pérez | 10 | 10 | 0 |
| Fernando Alonso | 5 | 6 | −1 |
| Jean-Éric Vergne | 16 | 18 | −2 |
| Lewis Hamilton | 2 | 5 | −3 |
| Nico Rosberg | 4 | 7 | −3 |
| Felipe Massa | 6 | 9 | −3 |
| Esteban Gutiérrez | 8 | 11 | −3 |
| Adrian Sutil | 14 | 20 | −6 |
| Daniel Ricciardo | 12 | 19 | −7 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Sebastian Vettel | 1 (247) | 272 |
| 2 | Fernando Alonso | 2 (187) | 195 |
| 3 | Kimi Räikkönen | 4 (149) | 167 |
| 4 | Lewis Hamilton | 3 (151) | 161 |
| 5 | Mark Webber | 5 (130) | 130 |
| 6 | Nico Rosberg | 6 (116) | 122 |
| 7 | Felipe Massa | 7 (87) | 89 |
| 8 | Romain Grosjean | 8 (57) | 72 |
| 9 | Jenson Button | 9 (54) | 58 |
| 10 | Paul di Resta | 10 (36) | 36 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Korea 2013 – formel-1-livestream.de
- Korean GP 2013 – Race report: Korean barbeque – grandprix.com
- Vettel wins again in Korea – FIA
- 2013 Korean Grand Prix – Race – Pirelli
- Korean GP 2013 – Race notes: Vettel wins in Korea, taking four in a row – grandprix.com
- 2013 Korean Grand Prix – Wikipedia
- Korean GP: FIA admits it made Mark Webber fire truck call – Autosport
- No team orders at Lotus in Korea, says Boullier – RaceFans


