GP Singapur 2013: Vettel enteilt, Alonso und Räikkönen pokern
Vettel gewann in Singapur von der Pole bis ins Ziel. Alonso und Räikkönen nutzten das Safety Car und fuhren von weit hinten auf das Podium.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Singapur 2013: Vettel siegt von Start bis Ziel
Beim GP Singapur 2013 war der Sieger früh klar. Sebastian Vettel gewann für Red Bull von der Pole-Position, führte alle 61 Runden an und fuhr außerdem die schnellste Rennrunde. Hinter ihm wurde es spannender: Fernando Alonso im Ferrari kam von Startplatz 7 auf Platz 2. Kimi Räikkönen im Lotus F1 fuhr trotz Rückenschmerzen von Startplatz 13 auf das Podium. Den Ausschlag gab ein Boxenstopp beim Safety Car in der Rennmitte.
Auf dem Marina Bay Street Circuit lag Vettel im Ziel 32,6 Sekunden vor Alonso und 43,9 Sekunden vor Räikkönen.
Start in Marina Bay: Rosberg greift an, Vettel enteilt
Nico Rosberg startete im Mercedes von Platz 2 und kam besser weg als Vettel. Er zog in der ersten Kurve vorbei, bremste aber zu spät und kam am Ausgang von der Ideallinie ab. Vettel holte sich die Führung sofort zurück. Alonso startete noch stärker: Er sprang gleich in der ersten Kurve von Platz 7 auf Platz 3. Lewis Hamilton musste dort Mark Webber ausweichen und fiel hinter beide Ferrari zurück. Laut Wikipedia überholte er danach Felipe Massa, allerdings neben der Strecke. Deshalb musste er den Platz zurückgeben.
Danach fuhr Vettel allen davon. Bis zu seinem ersten Stopp in Runde 17 hatte er rund acht Sekunden Vorsprung. Räikkönen war mit seinen Rückenproblemen schon im Q2 ausgeschieden. Er kam früh an mehreren Gegnern vorbei und holte sich bereits in Runde 10 als einer der Ersten neue Reifen. Paul di Resta blieb im Force India dagegen lange draußen und kam erst in Runde 20 an die Box. Bis dahin hielt er als Dritter Alonso, Webber, Romain Grosjean und Rosberg auf.
Safety Car nach Ricciardo-Unfall: der Strategie-Poker
In Runde 24 schlug Daniel Ricciardo im Toro Rosso in Kurve 18 in die Barrieren ein. Das Safety Car kam auf die Strecke, so wie bis dahin bei jedem GP Singapur. An dieser Stelle trennten sich die Strategien:
- Vettel, Rosberg, Webber und Hamilton hatten erst kurz vorher Medium-Reifen bekommen und blieben draußen. Sie mussten also später noch einmal an die Box.
- Alonso und Räikkönen waren früher gestoppt und holten sich in Runde 25 frische Medium-Reifen. Damit mussten sie die restlichen 36 Runden durchfahren. Weil man in Marina Bay kaum überholen kann, war die Position auf der Strecke wichtiger als frische Reifen.
Alonso sagte danach, Ferrari habe „nothing to lose“ gehabt (Quelle 4). Red Bull nutzte die Lage anders. Als das Safety Car am Ende von Runde 30 an die Box fuhr, bekam Vettel die Anweisung, Vollgas zu geben. Er war etwa zwei Sekunden pro Runde schneller als alle anderen und baute rund 30 Sekunden Vorsprung auf. So konnte er in Runde 44 zum zweiten Mal an die Box fahren und blieb trotzdem klar vorn.
Schlussphase: Räikkönen gegen Button, Drama um Webber
Die Fahrer, die noch einmal stoppen mussten, fielen weit zurück. Rosberg fuhr in Runde 41 an die Box und lag drei Runden später nur noch auf Platz 9. Hamilton stoppte in Runde 43 und war danach Zehnter. Mit frischen Reifen fuhren sie, Webber und Massa durch das Feld. Sie überholten Fahrer auf alten Reifen wie Sergio Pérez, Nico Hülkenberg und Adrian Sutil. Rosberg hatte zusätzlich ein Stück Gummi im Frontflügel stecken. Das kostete ihn Tempo und belastete die Reifen.
Alonso hielt sich auf seinen alten Reifen auf Platz 2. Um Platz 3 kämpfte Räikkönen gegen Jenson Button, dessen Reifen im McLaren immer mehr nachließen. In Runde 55 setzte sich der Finne außen neben Button und holte sich den Podestplatz. „I could see that his tyres were going off“, sagte Räikkönen danach (Quelle 4).
In denselben Runden ging es mit Webber bergab. Sein Red Bull verlor Wasser. In den letzten Runden musste er früh hochschalten und mit wenig Drehzahl fahren. In Runde 60 überholten ihn Rosberg und Hamilton, aus dem Heck stieg schon Rauch auf. In der letzten Runde fing das Auto Feuer und Webber stellte es ab. Gewertet wurde er trotzdem als 15.
Ausfälle, Unfälle und Strafen beim GP Singapur 2013
- Daniel Ricciardo (Toro Rosso), Unfall nach 23 Runden: Er war nach einem schwachen Start zurückgefallen und schlug dann in Kurve 18 ein. Das löste das einzige Safety Car des Rennens aus.
- Romain Grosjean (Lotus F1), Pneumatik nach 37 Runden: Der Startdritte lag auf Podiumskurs, als sein Renault-Motor Luftdruck im Pneumatiksystem verlor. Lotus versuchte in Runde 33, den Fehler mit einem langen Stopp zu beheben. Laut unseren Daten stand Grosjean 73 Sekunden in der Boxengasse und lag danach auf Platz 21. Kurz darauf gab er auf.
- Paul di Resta (Force India), Unfall nach 54 Runden: Er lag auf Platz 10, als er in Runde 55 in Kurve 7 in die Mauer fuhr.
- Mark Webber (Red Bull), Wasserdruck nach 60 Runden: Er fiel in der letzten Runde aus, kam aber trotzdem in die Wertung.
Nachspiel: Alonso hielt auf der Auslaufrunde mitten in Kurve 7 an und nahm Webber auf seinem Ferrari mit zurück zur Box. Die Rennkommissare verwarnten beide. Bei Alonso ging es um die gefährliche Stelle, an der er angehalten hatte. Webber war auf die Strecke gelaufen, bevor alle Autos im Parc fermé waren. Für ihn war es die dritte Verwarnung der Saison. Deshalb bekam er automatisch eine Rückversetzung um zehn Startplätze beim GP Korea.
Gewinner und Verlierer des Tages
Gewinner: Räikkönen machte die meisten Plätze gut, nämlich zehn, und das trotz seiner Rückenprobleme. Alonso gewann fünf Plätze und holte das Maximum aus seiner Strategie heraus. Unter den Fahrern in den Punkten machte Pérez sechs Plätze gut und wurde Achter. Pastor Maldonado gewann im Williams sogar sieben Plätze, wurde aber nur Elfter und blieb ohne Punkte. Hülkenberg im Sauber und Sutil im Force India holten als Neunter und Zehnter Punkte für die deutschen Fans.
Verlierer: Am schlimmsten traf es Grosjean. Er startete als Dritter und verlor durch seinen Ausfall 18 Plätze. Webber verlor elf Plätze und fuhr wegen der Strafe mit einer schweren Hypothek nach Korea. Auch Mercedes war unzufrieden: Rosberg und Hamilton fuhren mit der gleichen Strategie wie Vettel, wurden aber nur Vierter und Fünfter.
WM-Stand nach Singapur 2013 und Einordnung
Mit dem Sieg baute Vettel seinen Vorsprung im WM-Stand 2013 aus. Er hatte jetzt 247 Punkte und lag 60 Punkte vor Alonso mit 187. Dahinter folgten Hamilton mit 151 und Räikkönen mit 149 Punkten. Bei den Teams führte Red Bull mit 377 Punkten vor Ferrari mit 274 und Mercedes mit 267. Ferrari ging damit knapp an Mercedes vorbei auf Platz 2. Sechs Rennen vor Schluss sah Vettels vierter WM-Titel in Folge schon sehr wahrscheinlich aus.
Auch statistisch war das Rennen besonders. Es war Vettels siebter Saisonsieg, sein dritter Sieg in Folge und sein dritter Sieg in Singapur hintereinander. Mit 33 Siegen überholte er Alonso, der auf 32 kam. Pole, Führung in jeder Runde und schnellste Runde: Das ergab einen Grand Slam. Die schnellste Runde fuhr Vettel in Runde 47 mit 1:48,5 Minuten. Bei der Siegerehrung gab es trotzdem einzelne Buhrufe. Teile des Publikums hatten offenbar genug von seiner Überlegenheit. Teamchef Christian Horner und Hamilton nahmen Vettel danach ausdrücklich in Schutz.
Alle Rundenzeiten, Stopps und Platzierungen findest du auf unserer Rennseite zum GP Singapur 2013.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Kimi Räikkönen | 13 | 3 | +10 |
| Pastor Maldonado | 18 | 11 | +7 |
| Sergio Pérez | 14 | 8 | +6 |
| Fernando Alonso | 7 | 2 | +5 |
| Adrian Sutil | 15 | 10 | +5 |
| Max Chilton | 22 | 17 | +5 |
| Giedo van der Garde | 20 | 16 | +4 |
| Valtteri Bottas | 16 | 13 | +3 |
| Jules Bianchi | 21 | 18 | +3 |
| Nico Hülkenberg | 11 | 9 | +2 |
| Jenson Button | 8 | 7 | +1 |
| Sebastian Vettel | 1 | 1 | 0 |
| Lewis Hamilton | 5 | 5 | 0 |
| Felipe Massa | 6 | 6 | 0 |
| Charles Pic | 19 | 19 | 0 |
| Nico Rosberg | 2 | 4 | −2 |
| Esteban Gutiérrez | 10 | 12 | −2 |
| Jean-Éric Vergne | 12 | 14 | −2 |
| Paul di Resta | 17 | 20 | −3 |
| Mark Webber | 4 | 15 | −11 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Sebastian Vettel | 1 (222) | 247 |
| 2 | Fernando Alonso | 2 (169) | 187 |
| 3 | Lewis Hamilton | 3 (141) | 151 |
| 4 | Kimi Räikkönen | 4 (134) | 149 |
| 5 | Mark Webber | 5 (130) | 130 |
| 6 | Nico Rosberg | 6 (104) | 116 |
| 7 | Felipe Massa | 7 (79) | 87 |
| 8 | Romain Grosjean | 8 (57) | 57 |
| 9 | Jenson Button | 9 (48) | 54 |
| 10 | Paul di Resta | 10 (36) | 36 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Singapur 2013 – formel-1-livestream.de
- Singapore GP 2013 – Race report: Singapore night massacre – GrandPrix.com
- Singapore GP 2013 – Race notes: Vettel crushes the field to win at Singapore – GrandPrix.com
- Victorious Vettel untouchable in Singapore – FIA
- 2013 Singapore Grand Prix – Wikipedia


