Rückblick · erstellt am · Rennen vom 24. März 2013

GP Malaysia 2013: Vettel ignoriert Multi 21 und schlägt Webber

Sebastian Vettel gewann in Sepang gegen die Stallregie von Red Bull und überholte Mark Webber. Alonso schied nach einem Startkontakt früh aus.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Malaysia 2013 im Überblick: Red-Bull-Doppelsieg mit Beigeschmack

Sebastian Vettel gewann den Großen Preis von Malaysia 2013 vor seinem Teamkollegen Mark Webber und holte damit einen Doppelsieg für Red Bull. Lewis Hamilton wurde Dritter für Mercedes. Entschieden wurde das Rennen nach dem letzten Boxenstopp: Red Bull hatte beide Fahrer angewiesen, die Plätze zu halten. Vettel griff trotzdem an und überholte Webber. Die Funkbotschaft „Multi 21“ machte dieses Rennen auf dem Sepang International Circuit zu einem der umstrittensten der Saison.

Start in Sepang: Feuchte Strecke und Alonsos frühes Aus

Vor dem Start hatte es geregnet. Alle Fahrer gingen deshalb auf Intermediates ins Rennen. Vettel startete von der Pole Position, neben ihm Felipe Massa im Ferrari. Dahinter stand Fernando Alonso auf Startplatz 3. Alonso griff Vettel auf dem Weg in die erste Kurve an und berührte dabei den Red Bull. Sein Frontflügel wurde beschädigt.

Ferrari holte Alonso nicht an die Box, und das rächte sich sofort. Zu Beginn der zweiten Runde brach der Flügel auf der Start-Ziel-Geraden ab und geriet unter die Vorderräder. Alonso konnte nicht mehr lenken und rutschte in Kurve 1 ins Kiesbett. Das Faktenpaket nennt als Ausfallgrund „Collision“ nach einer Runde. Damit verlor Ferrari einen seiner Topfavoriten schon in der Anfangsphase.

Vorne setzte sich Vettel vor Webber, Hamilton und Nico Rosberg ab. Rosberg hatte zuvor Jenson Button im McLaren überholt.

Reifenpoker und Boxenstopps: Webber übernimmt die Führung

Die Strecke trocknete schnell ab. Vettel und Massa wechselten in Runde 5 als Erste auf Trockenreifen. Für Vettel kam der Wechsel aber zu früh, denn auf der noch feuchten Piste verlor er Zeit. Red Bull ließ Webber bis Runde 7 draußen, und so ging der Australier in Führung. Hamilton erlebte in derselben Runde einen kuriosen Moment: Er bog zuerst in die Box von McLaren ein, seinem ehemaligen Team, und fuhr dann weiter zur Mercedes-Crew. Sein Stopp in der Boxengasse dauerte laut unseren Daten 24,9 Sekunden. Weiter hinten stießen Jean-Éric Vergne (Toro Rosso) und Charles Pic (Caterham) in der Boxengasse zusammen. Die Rennkommissare untersuchten den Vorfall.

Webber führte das Rennen danach lange an, während Vettel per Funk verlangte, das Team solle ihn an Webber vorbeilassen. Die Spitzenfahrer stoppten insgesamt viermal. Webber kam in den Runden 7, 19, 31 und 43 an die Box, Vettel in den Runden 5, 22, 32 und 42. Zwischendurch führte kurz Button, der nur auf zwei Stopps setzte.

Multi 21: Vettels Angriff gegen die Stallorder

Nach den letzten Stopps lag Webber knapp vor Vettel. Red Bull wollte den Doppelsieg sichern und gab beiden Fahrern die Anweisung, die Motoren herunterzudrehen und die Positionen zu halten. „Multi 21“ war der Code dafür, dass das Auto mit der Nummer 2 vor dem Auto mit der Nummer 1 ins Ziel kommen sollte. Damit war Webber vor Vettel gemeint.

Vettel hielt sich nicht daran. Er griff Webber an, und die beiden Red Bull fuhren von der Start-Ziel-Geraden bis zu Kurve 4 Rad an Rad. Webber gab nicht nach, und die Autos kamen sich gefährlich nahe. Am Ende ging Vettel vorbei und fuhr seinen ersten Saisonsieg nach Hause, laut grandprix.com seinen 27. Grand-Prix-Sieg. Webber kam 4,2 Sekunden dahinter ins Ziel. Er hatte sich auf die Anweisung verlassen und den Motor zurückgedreht.

Renningenieur Guillaume Rocquelin kündigte Vettel per Funk an: „You'll have some explaining to do.“ Webber zeigte seinem Teamkollegen nach dem Manöver den Mittelfinger und sprach ihn im Raum vor der Siegerehrung mit „Multi 21, Seb“ an.

Stallorder auch bei Mercedes: Rosberg muss hinter Hamilton bleiben

Auch Mercedes griff in das Rennen ein. Hamilton musste in der Schlussphase immer wieder Sprit sparen, weil die Spritmenge knapp war. Rosberg fuhr hinter ihm und meldete sich mehrfach per Funk, weil er schneller war und vorbei wollte. Teamchef Ross Brawn ließ beide Fahrer die Plätze halten. Rosberg gehorchte und wurde Vierter, direkt hinter Hamilton auf Platz 3.

Am selben Nachmittag gingen die beiden Topteams also ganz unterschiedlich mit Stallorder um. Bei Mercedes hielt sich der Fahrer an die Anweisung, bei Red Bull nicht.

Ausfälle und Pannen: Force India und McLaren scheitern in der Box

Für Force India wurde das Rennen zum Debakel. Beide Fahrer schieden wegen Problemen mit dem neuen Radmuttersystem aus. Bei Paul di Resta dauerte der zweite Stopp in Runde 20 laut unseren Daten 123,1 Sekunden, danach war nach 22 Runden Schluss. Adrian Sutil erging es kaum besser: Nach einem Stopp von 89,4 Sekunden in Runde 22 gab er nach 27 Runden auf. Die Vorderräder ließen sich nicht richtig befestigen. Der offizielle Ausfallgrund lautet bei beiden „Wheel nut“.

Auch Button verlor ein starkes Ergebnis in der Box. Bei seinem dritten Stopp in Runde 35 war das rechte Vorderrad nicht richtig befestigt. Er blieb in der Boxengasse stehen und musste zurückgeschoben werden. Dieser Stopp kostete ihn 104,8 Sekunden. Kurz vor Schluss holte McLaren ihn nach 53 Runden an die Box und stellte das Auto ab, offiziell als „Withdrew“ gewertet.

Pastor Maldonado (Williams) brauchte nach einem Ausritt früh eine neue Nase und schied nach 45 Runden aus ungeklärter Ursache aus. Daniel Ricciardo im zweiten Toro Rosso kam nach 51 Runden ebenfalls aus ungeklärter Ursache nicht ins Ziel.

Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Malaysia

Gewinner des Tages waren neben Vettel vor allem die Fahrer, die von weit hinten nach vorn kamen. Vergne, Valtteri Bottas und Giedo van der Garde machten jeweils sieben Plätze gut. Vergne holte als Zehnter den letzten WM-Punkt, obwohl er beim ersten Stopp nach dem Zusammenstoß in der Boxengasse viel Zeit verloren hatte. Romain Grosjean fuhr für Lotus F1 von Startplatz 11 auf Rang 6, also fünf Plätze nach vorn. Kimi Räikkönen kam als Siebter vor Nico Hülkenberg (Sauber) ins Ziel. Sergio Pérez wurde Neunter und fuhr die schnellste Runde. Bei Marussia kam Jules Bianchi als 13. vor Pic, van der Garde und Max Chilton ins Ziel. Esteban Gutiérrez wurde Zwölfter.

Verlierer waren Alonso, der vom dritten Startplatz ohne Punkte blieb, und Force India mit zwei Ausfällen. Auch Massa fiel von Startplatz 2 auf Rang 5 zurück.

Im WM-Stand 2013 übernahm Vettel mit 40 Punkten die Führung vor Räikkönen mit 31 Punkten. Dahinter folgten Webber (26), Hamilton (25), Massa (22) und Alonso (18). Bei den Konstrukteuren lag Red Bull mit 66 Punkten vorn. Lotus und Ferrari hatten je 40 Punkte, Mercedes 37.

Einordnung: Ein Rennen, das Red Bull spaltete

Sportlich war es für Red Bull ein perfekter Tag. Doch erst das zweite Rennen der Saison 2013 offenbarte einen offenen Bruch zwischen den beiden Fahrern. Vettel setzte seinen eigenen Siegeswillen über die Anweisung des Teams. Webber fühlte sich um den Sieg betrogen. Gleichzeitig zeigte Mercedes mit Platz 3 und 4, dass das Team in dieser Saison vorne mitfahren konnte.

Im Rückblick bekam das Rennen noch mehr Gewicht: Webber gewann danach kein Formel-1-Rennen mehr und trat am Ende der Saison zurück. „Multi 21“ wurde in der Formel 1 zu einem bekannten Begriff für Stallorder. Wenn du alle Zeiten und Daten zu diesem Rennen sehen willst, findest du sie auf unserer Rennseite zum GP Malaysia 2013.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405056RundeVETWEBHAMROSMASGRORAIHULPERVER

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Sebastian Vettel3 (15)40
2Kimi Räikkönen1 (25)31
3Mark Webber6 (8)26
4Lewis Hamilton5 (10)25
5Felipe Massa4 (12)22
6Fernando Alonso2 (18)18
7Nico Rosberg–12
8Romain Grosjean10 (1)9
9Adrian Sutil7 (6)6
10Paul di Resta8 (4)4

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Malaysia 2013 – formel-1-livestream.de
  2. Malaysian GP 2013 – Race notes: Red Bull 1-2 as Vettel wins the Malaysian GP – grandprix.com
  3. Sebastian Vettel wins the 2013 Malaysian Grand Prix – RaceFans
  4. Multi 21 – Classic Onboard, Malaysia 2013 – formula1.com

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