GP Deutschland 2012: Alonso siegt, Strafe kostet Vettel das Podium
Fernando Alonso gewann in Hockenheim von der Pole vor Button und Räikkönen. Vettel verlor Platz zwei durch eine 20-Sekunden-Strafe in der vorletzten Runde.
GP Deutschland 2012 im Überblick: Alonso siegt von der Pole
Fernando Alonso gewann den Großen Preis von Deutschland 2012 auf dem Hockenheimring von der Pole-Position aus und holte damit für Ferrari seinen dritten Saisonsieg. Neben ihm standen Jenson Button (McLaren) und Kimi Räikkönen (Lotus F1) auf dem Podium. Die Entscheidung über Platz zwei fiel erst nach der Zielflagge: Sebastian Vettel hatte Button in der vorletzten Runde außerhalb der Strecke überholt. Die Rennkommissare brummten ihm dafür 20 Sekunden auf, und er rutschte auf Rang fünf zurück.
Startaufstellung und Chaos in der ersten Runde in Hockenheim
Die Startaufstellung hatten mehrere Strafen durcheinandergewirbelt. Mark Webber (Red Bull), Nico Rosberg (Mercedes) und Romain Grosjean wurden wegen Getriebewechseln um je fünf Plätze zurückversetzt. Sergio Pérez (Sauber) erhielt die gleiche Strafe, weil er im zweiten Qualifying Alonso und Räikkönen behindert hatte. So ging Webber nur als Achter ins Rennen, Rosberg als 21. und Pérez als 17. Hinter Alonso und Vettel standen Michael Schumacher auf Platz drei und Nico Hülkenberg (Force India) auf Platz vier.
Alonso kam am Start gut weg und behielt die Führung. Vettel verteidigte in der Haarnadel seinen zweiten Platz gegen Schumacher. Weiter hinten krachte es: Felipe Massa verlor nach einer Berührung seinen Frontflügel, und Grosjean war ebenfalls in den Kontakt verwickelt. Beide mussten schon nach der ersten Runde zum Flügelwechsel an die Box, genau wie Bruno Senna (Williams). Die Trümmer lagen auf der Ideallinie, und das bekam Lewis Hamilton zu spüren. In seinem 100. Grand Prix fing er sich einen Reifenschaden hinten links ein, schleppte sich an die Box und fiel ans Ende des Feldes zurück. Laut unseren Daten lag er drei Runden nach dem Stopp in Runde 3 auf Platz 22.
Rennverlauf: Alonso gegen Vettel und Button
Fast das ganze Feld startete auf den weichen Reifen. Nur Kamui Kobayashi, Rosberg, Jean-Éric Vergne, Timo Glock und Charles Pic gingen auf den Medium-Reifen ins Rennen (Quelle 3). Alonso konnte sich nie richtig absetzen: Vettel hing ihm in der ersten Rennphase dicht im Getriebe. Bei den ersten Boxenstopps kam der Ferrari in Runde 18 herein, und Vettel lag drei Runden lang vorn, bevor er selbst stoppte. Ab Runde 21 führte wieder Alonso, und diese Führung gab er bis ins Ziel nicht mehr ab.
Dahinter arbeitete sich Button nach vorn. Er überholte erst Hülkenberg und dann Schumacher und war damit Dritter. Beim zweiten Stopp nutzte McLaren den Undercut. Button kam in Runde 40 an die Box, eine Runde vor Alonso und Vettel. Grandprix.com zufolge stand er nur 2,31 Sekunden, ein Rekordwert. Als Vettel aus der Box kam, war Button schon an ihm vorbei. In der Schlussphase machte der McLaren-Pilot Druck auf Alonso und fuhr phasenweise im DRS-Fenster. Der Spanier verteidigte sich aber konsequent, auch vor der Haarnadel.
Hamiltons Überrundung, Vettels Manöver und die 20-Sekunden-Strafe
Für Gesprächsstoff sorgte Hamilton. Auf frischen Reifen war er schneller als die Spitze und holte sich etwa zur Rennmitte in der Haarnadel per Bremsmanöver gegen Vettel seine Runde zurück. Vettel kritisierte das nach dem Rennen, weil es Red Bull aus seiner Sicht den Platz vor Button gekostet habe. McLaren-Sportdirektor Sam Michael hielt dagegen, das Regelwerk verbiete das Zurückrunden nicht (Quelle 2).
In der vorletzten Runde holte Vettel dann zum Gegenschlag gegen Button aus. Am Ausgang der Haarnadel zog er vorbei, hatte dabei aber alle vier Räder neben der Strecke. Button beschwerte sich sofort per Funk. Die Rennkommissare sahen einen unerlaubten Vorteil und rechneten Vettel 20 Sekunden auf seine Rennzeit auf. Auf der Straße war er noch als Zweiter ins Ziel gekommen, nach der Strafe war er nur noch Fünfter. Red-Bull-Teamchef Christian Horner nannte die Entscheidung zu hart. Button rückte auf Platz zwei vor, Räikkönen auf das Podium und Kobayashi auf Rang vier.
Ausfälle: Hamilton als einziger Fahrer ohne Zielankunft
Es gab nur einen Ausfall. Hamilton gab nach 56 Runden auf, laut offiziellem Status wegen eines Reifenschadens. Die Folgen des Defekts aus der Anfangsphase hatten sein Rennen ruiniert. Alle anderen 23 Fahrer kamen ins Ziel. Pastor Maldonado, Vitaly Petrov (Caterham), Senna und Grosjean wurden einmal überrundet. Heikki Kovalainen und Pic (Marussia) lagen zwei Runden zurück, Pedro de la Rosa, Glock und Narain Karthikeyan (HRT) drei Runden.
Gewinner und Verlierer des GP Deutschland 2012
- Sauber: Kobayashi fuhr vom zwölften Startplatz auf Rang vier, sein bis dahin bestes Formel-1-Ergebnis, und das in seinem 50. Grand Prix. Pérez machte als Sechster elf Plätze gut.
- Nico Rosberg: Er startete als 21. und holte mit einer Drei-Stopp-Strategie noch den letzten WM-Punkt. Auch er gewann elf Plätze.
- Kimi Räikkönen: Vom zehnten Startplatz fuhr er auf das Podium, sieben Plätze nach vorn.
- Michael Schumacher: Er startete als Dritter und wurde nur Siebter, nachdem er dreimal an der Box war. Dafür fuhr er die schnellste Runde des Rennens.
- Pastor Maldonado: Er startete als Fünfter und kam nur als 15. ins Ziel, eine Runde zurück. Mit zehn verlorenen Plätzen war er nach Hamilton der größte Verlierer.
- Nico Hülkenberg: Er brauchte drei Stopps und fiel vom vierten Startplatz auf Rang neun zurück.
- Paul di Resta: Mit zwei Stopps verpasste Paul di Resta als Elfter die Punkte knapp. Massa wurde nach dem frühen Flügelwechsel Zwölfter, Daniel Ricciardo (Toro Rosso) Dreizehnter.
WM-Stand 2012 und Einordnung: Alonsos 30. Sieg
Nach dem zehnten WM-Lauf führte Alonso den WM-Stand 2012 mit 154 Punkten an, 34 Zähler vor Webber (120). Vettel blieb mit 110 Punkten Dritter. Räikkönen schob sich mit 98 Punkten auf Platz vier vor, Hamilton fiel mit 92 Punkten auf Rang fünf zurück. Button verbesserte sich auf Platz sieben, Kobayashi um vier Ränge auf Platz zehn. Bei den Konstrukteuren lag Red Bull mit 230 Punkten vor Ferrari (177). Dahinter war es eng: McLaren hatte mit 160 Punkten nur einen Zähler Vorsprung auf Lotus (159).
Für Alonso war es der 30. Grand-Prix-Sieg. Vor ihm hatten nur Alain Prost, Ayrton Senna, Nigel Mansell und Michael Schumacher diese Marke erreicht. Außerdem war er der erste Fahrer, der 2012 drei Rennen gewonnen hatte. Schumachers schnellste Runde war die 77. seiner Karriere. Einordnung aus heutiger Sicht: Es sollte seine letzte bleiben. Alle Ergebnisse der Saison findest du in unserer Ergebnisübersicht 2012.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Deutschland 2012 – formel-1-livestream.de
- German GP 2012 – Race report: Alonso wins tight Hockenheim battle – grandprix.com
- German GP 2012 – Race notes: Fernando Alonso cruises to German GP win – grandprix.com
- 2012 German Grand Prix – Wikipedia