Rückblick · erstellt am · Rennen vom 24. Juni 2012

GP Europa 2012: Alonso siegt von Platz 11 zum Heimtriumph

Fernando Alonso gewann in Valencia von Startplatz 11. Vettel und Grosjean schieden aus, Michael Schumacher fuhr als Dritter aufs Podium.

Illustration (KI-generiert): Valencia Street Circuit um 2012 mit Rennwagen
KI-generierte Illustration

GP Europa 2012 in Valencia: Alonsos Heimsieg aus dem Mittelfeld

Beim GP Europa 2012 auf dem Valencia Street Circuit gewann Fernando Alonso im Ferrari, obwohl er nur von Startplatz 11 losgefahren war. Hinter ihm kamen Kimi Räikkönen (Lotus F1) und Michael Schumacher (Mercedes) ins Ziel. Entschieden wurde das Rennen in der Phase rund um das Safety Car: Danach blieb der überlegen führende Sebastian Vettel liegen, und Alonso übernahm die Spitze.

Rennverlauf: Vettel enteilt, Alonso arbeitet sich nach vorn

Von der Pole Position zog Vettel im Red Bull sofort davon. Laut Wikipedia hatte er nach zwei Runden schon rund vier Sekunden Vorsprung und baute ihn danach um etwa eine Sekunde pro Runde aus. Hinter ihm setzte sich Romain Grosjean im zweiten Lotus noch in der Startphase an Pastor Maldonado (Williams) vorbei. Im ersten Rennviertel schnappte er sich mithilfe von DRS auch Lewis Hamilton (McLaren) und lag damit auf Platz zwei.

Alonso hatte im Qualifying im zweiten Abschnitt die Top 10 verpasst. Laut grandprix.com machte er in der ersten Runde auf neuen weicheren Reifen drei Plätze gut. Danach biss er sich eine Weile an Nico Hülkenberg (Force India) fest, bevor er an ihm vorbeikam. Seine Boxenstopps legte er in Runde 15 und Runde 28 ein. Laut Wikipedia ging er nach den ersten Stopps im dichten Verkehr an weiteren Gegnern vorbei, unter anderem an Mark Webber und Bruno Senna.

Safety Car, Wagenheber-Panne und Vettels Ausfall

Etwa zur Rennhälfte (die Quellen nennen Runde 27 bzw. 29) versuchte Jean-Éric Vergne (Toro Rosso), mit DRS an Heikki Kovalainen (Caterham) vorbeizugehen. Er zog jedoch zu früh herüber, und die beiden Autos berührten sich. Wegen der Trümmer auf der Strecke kam das Safety Car heraus, und Vettels großer Vorsprung war weg. Vergne gab nach 26 Runden auf, Kovalainen fuhr weiter. Die Rennkommissare bestraften Vergne mit zehn Startplätzen für das nächste Rennen und 25.000 Euro Geldstrafe.

Fast alle Spitzenfahrer nutzten die Neutralisierung für ihren zweiten Stopp. Bei Hamilton klemmte dabei der vordere Wagenheber. Laut unseren Daten brauchte er 31,1 Sekunden durch die Boxengasse, beim ersten Stopp waren es nur 19,4 Sekunden. So fiel er hinter Alonso und Räikkönen zurück.

Kurz nach dem Restart ging dann Vettels Red Bull aus. Er schied nach 33 Runden aus, offiziell lautet der Grund „Gearbox“, also Getriebe. Laut Motor Sport Magazine sagte Vettel selbst, der Motor sei einfach ausgegangen.

Die Entscheidung: Alonso überholt Grosjean beim Restart

Beim Restart zeigte Alonso, warum er an diesem Tag der stärkste Mann im Feld war. Er ging außen um Grosjean herum und schnappte sich Platz zwei. Laut grandprix.com gab es dabei eine leichte Berührung, die folgenlos blieb. Weil Vettel kurz darauf ausrollte, führte der Spanier ab Runde 34 das Rennen an und gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab.

Grosjean blieb lange in Schlagdistanz. Nach 40 Runden war für ihn aber Schluss, offiziell wegen „Electronics“. Motor Sport Magazine und Wikipedia nennen eine defekte Lichtmaschine als Ursache. Damit verlor er den zweiten Platz.

In der Schlussphase bauten Hamiltons Reifen stark ab. Laut Motor Sport Magazine zog Räikkönen drei Runden vor Schluss an ihm vorbei auf Platz zwei. Eine Runde später griff Maldonado ihn an, kam dabei von der Strecke ab und fuhr beim Zurückkommen in die Seite des McLaren. Hamilton landete in der Mauer und schied nach 55 Runden aus (Status: Kollision). Maldonado fuhr mit gebrochenem Frontflügel als Zehnter ins Ziel. Für das unsichere Zurückkehren auf die Strecke bekam er aber 20 Sekunden aufgebrummt und fiel auf Platz 12 zurück. Dadurch erbte Senna den letzten Punkt.

Schumacher auf dem Podium, Webber stürmt nach vorn

Auf den letzten Runden profitierten vor allem die Fahrer mit frischen Reifen. Schumacher war erst in Runde 41 zum zweiten Mal an der Box, Webber in Runde 38. Beide überholten in der Schlussphase die beiden Force India. Laut grandprix.com wurde zwar geprüft, ob Schumacher DRS in einer Zone mit geschwenkter gelber Flagge benutzt hatte. Die Kommissare akzeptierten aber, dass er deutlich verlangsamt hatte. Für Schumacher war es der erste Podestplatz seit seinem Comeback. Laut Wikipedia war er mit 43 Jahren und 173 Tagen der älteste Fahrer auf dem Podium seit Jack Brabham 1970. Wie sich später zeigte, war es sein letzter Podestplatz in der Formel 1.

Webber war nach einem DRS-Defekt im Qualifying nur von Platz 19 gestartet und wurde noch Vierter. Hülkenberg kam als Fünfter ins Ziel, laut grandprix.com sein bis dahin bestes Formel-1-Ergebnis. Dahinter folgten Nico Rosberg, der die schnellste Runde fuhr, sowie Paul di Resta, Jenson Button, Sergio Pérez (Sauber) und Senna.

Pérez' Teamkollege Kamui Kobayashi kollidierte im Kampf um Platz 13 mit Felipe Massa. Kobayashi schied nach 33 Runden mit beschädigter Aufhängung aus und bekam fünf Startplätze Strafe für das nächste Rennen. Massa fuhr mit einem Reifenschaden an die Box und kam als 16. mit einer Runde Rückstand ins Ziel. Timo Glock (Marussia) war gar nicht erst angetreten. Laut seinem Team hatte er eine Darminfektion und bekam keine medizinische Freigabe.

Gewinner und Verlierer des GP Europa 2012

Gewinner:
- Mark Webber: 15 Plätze gutgemacht, von Startplatz 19 auf Rang vier, mehr als jeder andere.
- Fernando Alonso: zehn Plätze gutgemacht und Sieg beim Heimrennen. Laut grandprix.com war er nach dem Rennen sichtlich gerührt.
- Michael Schumacher: neun Plätze gutgemacht, von Startplatz 12 auf das Podium.

Verlierer:
- Sebastian Vettel: Ausfall in Führung liegend, 20 Plätze verloren.
- Lewis Hamilton: von Startplatz 2 auf Rang 19 (−17), ohne Punkte nach der Kollision in der vorletzten Runde.
- Romain Grosjean: als Zweiter durch den Defekt gestoppt (−16).
- Pastor Maldonado: von Startplatz 3 wegen der Zeitstrafe auf Platz 12 zurückgefallen, ohne Punkte.

WM-Stand nach dem GP Europa 2012 und Einordnung

Mit dem Sieg übernahm Alonso die Führung im WM-Stand 2012: Er hatte nun 111 Punkte, 20 mehr als Webber mit 91. Hamilton fiel mit 88 Punkten auf Platz drei zurück, Vettel lag mit 85 auf Rang vier. Rosberg (75) und Räikkönen (73) folgten. In der Teamwertung blieb Red Bull mit 176 Punkten vor McLaren (137), Lotus F1 (126) und Ferrari (122).

In einer Saison, in der die ersten sieben Rennen sieben verschiedene Sieger hatten, gewann Alonso als Erster zum zweiten Mal. Den ersten Sieg hatte er in Malaysia geholt. Dazu kam ein besonderer Rekord: Laut Wikipedia hatten Alonso (zwei Titel), Räikkönen (einen) und Schumacher (sieben) zusammen zehn WM-Titel, so viele wie noch nie auf einem Podium. Wie sich später herausstellte, war es auch der letzte Grand Prix in Valencia.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Europa 2012 – formel-1-livestream.de
  2. 2012 European Grand Prix – Wikipedia
  3. 2012 European Grand Prix report – Motor Sport Magazine
  4. European GP 2012 – Race report: One for the fans from Fernando – grandprix.com

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