Rückblick · erstellt am · Rennen vom 22. April 2012

GP Bahrain 2012: Vettel hält Räikkönen und Lotus auf Distanz

Vettel siegte von der Pole und übernahm die WM-Führung. Räikkönen stürmte von Startplatz 11 auf Rang 2, Grosjean holte sein erstes Podium.

GP Bahrain 2012: Vettel gewinnt, Lotus mit Doppelpodium

Sebastian Vettel gewann den GP Bahrain 2012 auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir. Er startete von der Pole-Position und fuhr im Red Bull auch die schnellste Runde. Dahinter jubelte Lotus F1 über zwei Pokale: Kimi Räikkönen kam von Startplatz 11 auf Rang 2, Romain Grosjean von Startplatz 7 auf Rang 3.

Die Entscheidung fiel in Runde 35. Räikkönen setzte zu seinem einzigen echten Angriff auf die Führung an, doch Vettel wehrte ihn ab. Am Ende lagen 3,3 Sekunden zwischen den beiden.

Start in Sakhir: Grosjean stürmt nach vorn, Ricciardo fällt zurück

Beim Start behielten die ersten drei der Startaufstellung ihre Plätze. Vettel führte vor Lewis Hamilton im McLaren und seinem Teamkollegen Mark Webber. Schon nach der ersten Runde hatte der Red-Bull-Pilot mehr als zwei Sekunden Vorsprung. Grosjean erwischte einen starken Start. Mithilfe von DRS überholte er in Runde 4 Webber und in Runde 7 Hamilton und lag damit auf Platz 2.

Räikkönen war nach der ersten Runde schon Siebter. In Runde 3 musste er nach einem Rad-an-Rad-Duell Felipe Massa im Ferrari vorbeilassen, wenig später holte sich der Finne den Platz zurück. Weniger gut lief der Start für Daniel Ricciardo. Der Toro Rosso-Fahrer hatte als Sechster ein Topergebnis vor Augen, fiel aber nach der ersten Kurve auf Platz 11 zurück. Danach berührte er offenbar Heikki Kovalainen, wobei sein Frontflügel beschädigt wurde. Ricciardo musste in Runde 7 zum Flügelwechsel an die Box. Kovalainen kam im Caterham mit einem Reifenschaden schon nach der ersten Runde herein.

Strategie und Boxenstopps: Räikkönens Jagd, Hamiltons Radmuttern

Vettel stoppte dreimal, in den Runden 11, 25 und 39, und lag drei Runden danach jeweils wieder vorn. Nur während seiner Stopps übernahmen andere kurz die Führung. In Runde 12 führte Paul di Resta das Rennen an. Für Force India war es die erste Führungsrunde seit 2009. In Runde 40 lag Grosjean für eine Runde vorn.

Räikkönen hatte im Qualifying Reifen gespart und besaß deshalb im Rennen frischere Sätze. Ungefähr zur Rennhälfte überholte er Grosjean mit DRS und war damit Zweiter. In Runde 35 hatte er seine erste echte Chance gegen Vettel. Red Bull wies Vettel per Funk an, zur Verteidigung auf der Geraden die volle Motordrehzahl abzurufen, und er hielt Platz 1. Räikkönen sagte später, er habe sich für die falsche Seite entschieden. Danach hätten seine Reifen nachgelassen, und er sei nicht mehr nahe genug herangekommen. Räikkönen stoppte zum letzten Mal in Runde 39, also gleichzeitig mit Vettel. grandprix.com stellte danach die Frage, warum Lotus ihn nicht eine Runde früher an die Box geholt hatte.

Völlig anders lief das Rennen für Hamilton. Bei seinen ersten beiden Stopps klemmte jeweils die linke hintere Radmutter. Ein normaler Durchgang durch die Boxengasse dauerte etwa 22 Sekunden, Hamilton brauchte dagegen 28,3 und 30,6 Sekunden. Insgesamt kostete ihn das rund 15 Sekunden. Nach dem ersten Stopp war er von Platz 3 auf Platz 9 zurückgefallen. Er kämpfte sich zwar wieder nach vorn, kam aber nur als Achter ins Ziel.

Di Resta fuhr als einer der wenigen Piloten an der Spitze eine Zwei-Stopp-Strategie mit Stopps in den Runden 14 und 33. Damit wurde er Sechster und egalisierte sein bisher bestes Karriereergebnis. Nico Rosberg im Mercedes zog fünf Runden vor Schluss an ihm vorbei und wurde Fünfter. Und das, obwohl ihm sein Team per Funk einen Auspuffschaden gemeldet hatte.

Rosberg gegen Hamilton und Alonso: Stewards sprechen keine Strafe aus

Für Diskussionen sorgten zwei Zweikämpfe auf der Geraden vor Kurve 4. Rosberg zog dort jeweils nach außen und drängte erst Hamilton, später auch Fernando Alonso neben die Strecke. Alonso beschwerte sich über Funk. Die Rennkommissare untersuchten beide Vorfälle nach dem Rennen. Sie kamen zu dem Schluss, dass Rosberg nicht gefährlich gefahren war. Er bekam keine Strafe, und das Ergebnis blieb unverändert.

Ausfälle beim GP Bahrain 2012: Pech für Button und Williams

Insgesamt schieden vier Fahrer aus:

  • Charles Pic (Marussia) stellte seinen Wagen nach 24 Runden mit Motorschaden ab.
  • Pastor Maldonado (Williams) gab nach 25 Runden auf. Ein Reifenschaden hinten links hatte ihn zuvor in einen Dreher geschickt. Wegen eines Getriebewechsels war er schon mit einer Rückversetzung um fünf Plätze von Rang 21 gestartet.
  • Bruno Senna (Williams) hörte nach 54 Runden wegen Vibrationen auf. Damit fielen beide Williams aus.
  • Jenson Button (McLaren) hatte kurz vor Schluss einen Reifenschaden hinten links und fiel aus den Punkterängen. Danach meldete sich die Technik: Offiziell gab ein defekter Auspuff den Ausschlag, die Quellen nennen außerdem Probleme mit dem Differenzial. Weil er 55 Runden absolviert hatte, wurde er noch als 18. gewertet.

Die Hinterbänkler kamen alle ins Ziel. Timo Glock im Marussia sowie Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan bei HRT hatten zwei Runden Rückstand.

Gewinner und Verlierer des Tages

Gewinner: Kein Fahrer machte mehr Plätze gut als Michael Schumacher. Im Qualifying hatte ihn ein Problem mit der DRS-Klappe schon in Q1 scheitern lassen. Wegen eines Getriebewechsels musste er dann sogar von Rang 22 starten. Er kam als Zehnter ins Ziel, zwölf Plätze weiter vorn, und holte noch einen Punkt. Räikkönen machte neun Plätze gut, Massa fünf. Für den Brasilianer war Platz 9 der erste Punktgewinn der Saison. Lotus war mit beiden Fahrern auf dem Podium klar das Team des Tages.

Verlierer: Button verlor 14 Plätze und Ricciardo neun. Senna fiel sieben Plätze zurück, Hamilton sechs. Webber wurde zum vierten Mal in Folge Vierter. Er lag fast 30 Sekunden hinter Grosjean. Bei Sauber ging Sergio Pérez leer aus und wurde von Startplatz 8 nur Elfter. Teamkollege Kamui Kobayashi kam als 13. ins Ziel, direkt hinter Nico Hülkenberg. Jean-Éric Vergne wurde 14., Vitaly Petrov 16.

WM-Stand nach Bahrain und Einordnung des Rennens

Mit dem Sieg übernahm Vettel die Führung im WM-Stand 2012. Er hatte jetzt 53 Punkte, vier mehr als Hamilton (49). Dahinter folgten Webber mit 48 sowie Button und Alonso mit je 43 Punkten. Räikkönen (34) lag auf Platz 7, Grosjean (23) auf Platz 8. Bei den Teams führte Red Bull mit 101 Punkten vor McLaren (92) und Lotus (57).

Vettel feierte seinen ersten Saisonsieg und den 22. Sieg seiner Karriere. Gleichzeitig war es Red Bulls erster Erfolg im Jahr 2012. Damit hatte jedes der ersten vier Rennen einen anderen Sieger aus einem anderen Team. Die ersten vier Plätze gingen alle an Autos mit Renault-Motor, zum ersten Mal seit 1997. Grosjean stand zum ersten Mal in der Formel 1 auf dem Podium. Räikkönen schaffte das erstmals seit seiner Rückkehr. Sein letzter Podestplatz lag zurück im Jahr 2009, beim GP Italien mit Ferrari.

Über dem Wochenende lag ein politischer Schatten. Der Grand Prix fand statt, obwohl es im Land Proteste und gewaltsame Auseinandersetzungen gab, und die Entscheidung war heftig umstritten. Force India hatte aus Sicherheitsgründen auf das zweite freie Training verzichtet.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Bahrain 2012 – formel-1-livestream.de
  2. Bahrain GP 2012 – Race report: Vettel and Red Bull back on form – grandprix.com
  3. Bahrain GP 2012 – Race notes: Vettel wins Bahrain GP ahead of Raikkonen and Grosjean – grandprix.com
  4. 2012 Bahrain Grand Prix – Wikipedia

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