GP Australien 2012: Button siegt, Safety-Car hilft Vettel
Jenson Button gewann den WM-Auftakt 2012 in Melbourne von Startplatz zwei. Ein Safety-Car brachte Vettel an Pole-Mann Hamilton vorbei auf Rang zwei.
GP Australien 2012: Button gewinnt den Saisonauftakt in Melbourne
Jenson Button gewann den GP Australien 2012 im Albert Park vor Sebastian Vettel und seinem McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton. Das Rennen entschied sich in der ersten Kurve: Button kam vom zweiten Startplatz besser weg als Hamilton auf der Pole und behielt die Führung bis ins Ziel, abgesehen von den Boxenstopps. Spät im Rennen kam ein Safety-Car, und davon profitierte vor allem Vettel. Er schob sich damit zwischen die beiden McLaren.
Start und erste Runde: Button vorn, Chaos dahinter
Hamilton hatte die Pole Position geholt, aber beim Start war Button schneller und bog als Erster in Kurve 1 ein. Danach fuhr er schnell rund drei Sekunden Vorsprung heraus. Dahinter überraschte Mercedes mit guten Starts: Michael Schumacher und Nico Rosberg lagen auf den Plätzen drei und vier. Romain Grosjean erwischte für Lotus F1 von Startplatz drei einen schwachen Start und fiel in der ersten Runde auf Platz sechs zurück. Mark Webber kam schlecht weg, weil die Kupplung zu stark griff (laut grandprix.com).
In der ersten Kurve wurde es eng. Webber geriet zwischen Jean-Éric Vergne und Nico Hülkenberg. Für Hülkenberg und Force India war das Rennen damit vorbei, bevor er auch nur eine Runde beendet hatte. Bruno Senna und Daniel Ricciardo berührten sich ebenfalls, und beide mussten schon nach der ersten Runde an die Box. Bei Sauber fuhr Sergio Pérez seinem Teamkollegen Kamui Kobayashi auf den Heckflügel. Kobayashi fuhr danach mit einem beschädigten Flügel weiter (laut Wikipedia).
In Runde 2 endete Grosjeans starkes Wochenende. In Kurve 13 kollidierte er mit Pastor Maldonado, dabei brach eine Spurstange vorne rechts, und er musste aufgeben. Kurz darauf ging Vettel an Rosberg vorbei auf Platz vier.
Rennverlauf: Schumacher fällt aus, Pérez hält Hamilton auf
Vettel hing in der Anfangsphase hinter Schumacher fest. Nach zehn Runden war das Problem gelöst, allerdings nicht durch ein Überholmanöver: Schumacher fiel mit einem Getriebeschaden aus. Vor seinem Ausfall war er noch über die Auslaufzone von Kurve 1 gerollt. Vettel war jetzt Dritter, lag aber laut Autosport rund zwölf Sekunden hinter den beiden McLaren.
Die erste Stoppwelle entschied das Duell der McLaren-Piloten. Button kam in Runde 16 als Führender herein, Hamilton übernahm für eine Runde die Spitze und stoppte eine Runde später. Das zahlte sich nicht aus: Hamilton hatte vor seinem Stopp mit nachlassenden Reifen zu kämpfen und kam hinter Pérez wieder heraus, der auf den härteren Reifen einen langen ersten Stint fuhr. Auch Kimi Räikkönen blieb lange draußen und lag vor seinem ersten Stopp in Runde 19 sogar auf Platz zwei. Pérez war wegen eines Getriebewechsels um fünf Plätze zurückversetzt worden und von Startplatz 22 losgefahren. Er setzte als einer der wenigen auf nur einen einzigen Boxenstopp und kam erst in Runde 24 herein. Laut grandprix.com war Buttons Vorsprung bis zur Rennmitte auf rund zehn Sekunden gewachsen.
Safety-Car durch Petrov: Vettel springt an Hamilton vorbei
Die entscheidende Szene für das Podium kam in der zweiten Stoppwelle. Vitaly Petrov blieb mit seinem Caterham nach 34 Runden mit einem Lenkungsdefekt auf der Start-Ziel-Geraden stehen. Laut Wikipedia und grandprix.com kam daraufhin in Runde 37 das Safety-Car auf die Strecke, damit sein Auto geborgen werden konnte.
Das Timing war für McLaren ungünstig. Button und Hamilton hatten beide in Runde 36 schon gestoppt, Vettel noch nicht. Er übernahm für eine Runde die Führung, kam dann unter dem Safety-Car in Runde 37 an die Box und fuhr zwischen Button und Hamilton wieder auf die Strecke. Auch Webber stoppte in dieser Phase und kam dabei laut Autosport vor Fernando Alonso zurück.
Buttons komfortabler Vorsprung war damit weg, aber nach dem Neustart setzte er sich wieder von Vettel ab. Am Ende lagen 2,139 Sekunden zwischen den beiden (laut Autosport). Hamilton kam in den letzten Runden nicht mehr an Vettel vorbei. Vettel räumte nach dem Rennen ein, Button sei an diesem Tag „simply too quick“ gewesen (zitiert nach grandprix.com). Für den Weltmeister von Red Bull war es trotzdem ein starker Auftakt: Er kam von Startplatz sechs auf Platz zwei.
Ausfälle und Dramen in der letzten Runde
Nach dem Neustart setzte Maldonado den Ferrari von Alonso im Kampf um Platz fünf lange unter Druck. In der letzten Runde kam sein Williams über einen Randstein aus dem Gleichgewicht und schlug hart in die Mauer ein. Maldonado blieb unverletzt und wurde als Dreizehnter gewertet, weil er 57 Runden geschafft hatte. Laut grandprix.com sagte er hinterher, er habe Alonso gar nicht mehr angreifen wollen und Platz sechs schon akzeptiert.
Dahinter ging es in der letzten Runde drunter und drüber. Rosberg griff den siebtplatzierten Pérez an, vor der schnellen Schikane (Kurven 11 und 12) berührten sich beide, und Rosberg bekam einen Reifenschaden und fiel auf Platz zwölf zurück. Kobayashi und Räikkönen gingen an Pérez vorbei. Vergne leistete sich gegen Ende der Runde einen Fehler, sodass Ricciardo und Paul di Resta noch an ihm vorbeizogen. Laut Wikipedia lagen zwischen Platz acht und elf weniger als 0,4 Sekunden.
Die übrigen Ausfälle in der Übersicht:
- Nico Hülkenberg (Force India): Kollision in der ersten Kurve, keine Runde beendet
- Romain Grosjean (Lotus F1): Kollision mit Maldonado, nach 1 Runde
- Michael Schumacher (Mercedes): Getriebe, nach 10 Runden
- Vitaly Petrov (Caterham): Lenkung, nach 34 Runden
- Heikki Kovalainen (Caterham): Aufhängung, nach 38 Runden
- Felipe Massa (Ferrari): Kollision mit Senna, nach 46 Runden
- Bruno Senna (Williams): Folgen derselben Kollision, nach 52 Runden, als 16. gewertet
Felipe Massa hatte das ganze Rennen über mit Pace und Reifenverschleiß zu kämpfen und war mit drei Stopps auf Platz 13 zurückgefallen, bevor er mit Senna zusammenstieß. Heikki Kovalainen bekam laut Wikipedia eine Rückversetzung um fünf Startplätze für das nächste Rennen in Malaysia, weil er bei einer Safety-Car-Phase verbotenerweise überholt hatte. Das Team HRT war mit Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan an der 107-Prozent-Hürde im Qualifying gescheitert und durfte nicht starten.
Gewinner und Verlierer des GP Australien 2012
Gewinner:
- Sergio Pérez machte die meisten Plätze gut: Von Startplatz 22 kam er dank seiner Ein-Stopp-Strategie auf Platz acht, also 14 Positionen nach vorn.
- Kimi Räikkönen fuhr bei seiner Rückkehr in die Formel 1 von Startplatz 17 auf Platz sieben, zehn Plätze besser.
- Kamui Kobayashi holte trotz beschädigtem Heckflügel Platz sechs. Mit 12 Punkten lag Sauber danach auf Platz drei der Konstrukteurswertung.
- Fernando Alonso kam von Startplatz zwölf auf Platz fünf. Ferrari hatte sich im Qualifying schwergetan.
- Daniel Ricciardo holte als Neunter bei seinem ersten Heimrennen seine ersten WM-Punkte (laut Autosport und grandprix.com).
- Mark Webber wurde Vierter. Laut Wikipedia war das sein bestes Ergebnis beim Heim-Grand-Prix.
Verlierer:
- Romain Grosjean verlor 18 Plätze: Von Startplatz drei aus war nach der ersten Runde Schluss.
- Michael Schumacher schied mit Getriebeschaden aus, nachdem er von Startplatz vier aus zunächst Dritter gewesen war.
- Nico Rosberg stürzte in der letzten Runde von Platz acht auf Platz zwölf und ging leer aus. Mercedes blieb damit ohne Punkte.
- Lewis Hamilton verlor von der Pole Position aus zwei Plätze, zuerst beim Start und dann durch das Safety-Car.
WM-Stand nach dem Auftakt und Einordnung
Nach dem ersten Rennen führte Button die Fahrer-WM 2012 mit 25 Punkten an, vor Vettel (18), Hamilton (15), Webber (12) und Alonso (10). Bei den Teams lag McLaren mit 40 Punkten vor Red Bull (30), Sauber (12) und Ferrari (10).
Für Button war es laut Wikipedia der dritte Sieg im Albert Park innerhalb von vier Jahren. Hamilton und Button bildeten die erste rein britische erste Startreihe seit dem GP Australien 1995. Aus Sicht des Saisonauftakts zeigte das Rennen eine klare Rangordnung: McLaren war in Melbourne das schnellste Paket, Red Bull folgte knapp dahinter. Ferrari musste sich dagegen auf viel Arbeit einstellen, Alonsos fünfter Platz war vor allem seiner Aufholjagd zu verdanken. Als Nächstes stand der GP Malaysia auf dem Programm. Alle Zeiten und Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Australien 2012.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Australien 2012 – formel-1-livestream.de
- 2012 Australian Grand Prix – Wikipedia
- Australian GP 2012 – Race report: Dream start for Button in Melbourne – grandprix.com
- Jenson Button storms to Australian Grand Prix victory – Autosport