GP Monaco 2010: Webber siegt souverän, Strafe für Schumacher
Mark Webber gewann den GP Monaco 2010 von der Pole vor Vettel und Kubica. Vier Safety-Car-Phasen, Alonso fuhr aus der Boxengasse auf Platz sechs.
GP Monaco 2010: Webbers Start-Ziel-Sieg im Überblick
Mark Webber gewann den GP Monaco 2010 von der Pole-Position und führte alle 78 Runden an. Sebastian Vettel machte den Doppelsieg für Red Bull perfekt, Robert Kubica wurde im Renault Dritter. Entschieden war das Rennen eigentlich schon in der ersten Kurve. Für Gesprächsstoff sorgte danach vor allem die Schlusskurve: Dort kostete ein Überholmanöver in der letzten Runde Michael Schumacher seine Punkte.
Rennverlauf in Monte Carlo: Vettel schnappt sich Kubica am Start
Auf dem Circuit de Monaco zählt der Start oft mehr als alles andere, und so kam es auch diesmal. Webber kam von Platz eins sauber weg. Hinter ihm erwischte Vettel von Startplatz drei den besseren Start als Kubica. Laut grandprix.com drehten beim Polen auf der schmutzigeren Seite der Startaufstellung die Räder durch. Kubica versuchte noch, die Innenbahn vor Sainte Dévote zuzumachen, aber Vettel blieb auf seiner Linie und ging an ihm vorbei.
Im ersten Stint hatte Webber alles im Griff. Nach Vettels Aussage lag der Australier zeitweise rund zehn Sekunden vorn. grandprix.com zufolge war der Vorsprung bis zur zweiten Safety-Car-Phase auf etwa zwölf Sekunden angewachsen. Vier Safety-Car-Einsätze machten diesen Polster immer wieder zunichte, doch Webber leistete sich bei keinem Restart einen Fehler. Am Ende lag er 0,448 Sekunden vor Vettel und 1,675 Sekunden vor Kubica (laut grandprix.com). Kubica hatte sich einen Bremsplatten eingefangen. Die Vibrationen machten es ihm nach eigener Schilderung schwer, die Boxentafel zu lesen und die Bremspunkte zu treffen, und an Vettel kam er nicht mehr vorbei. Vettel fuhr in Runde 71 mit 1:15,192 Minuten die schnellste Runde des Rennens.
Dahinter wurde Felipe Massa im Ferrari von Startplatz vier aus Vierter. Lewis Hamilton brachte seinen McLaren als Fünfter ins Ziel, ebenfalls auf seiner Startposition.
Vier Safety-Car-Phasen: Ausfälle und Unfälle beim Monaco GP
Das Rennen war gleich nach dem Start neutralisiert, bevor es richtig losging. Nico Hülkenberg verlor seinen Williams im Tunnel, weil der Frontflügel versagte. Er schlug heftig ein und kam nicht einmal durch die erste Runde. Danach kam das erste Safety Car auf die Strecke.
Wichtige Ausfälle und Vorfälle:
- Jenson Button (McLaren) stellte den Wagen nach 2 Runden mit Motorschaden ab. Laut grandprix.com und Wikipedia war ein Abdeckteil am linken Seitenkasten in der Startaufstellung nicht entfernt worden, deshalb überhitzte der Motor. Ein bitterer Nachmittag für Jenson Button.
- Pedro de la Rosa (Sauber) fiel nach 21 Runden mit einem Hydraulikproblem aus, Teamkollege Kamui Kobayashi nach 26 Runden mit Getriebeschaden. Damit waren beide Sauber raus (Pedro de la Rosa, Kamui Kobayashi).
- Auch beide Virgin schieden aus: Timo Glock nach 22 Runden mit Defekt an der Spurstange, Lucas di Grassi nach 25 Runden mit einem Radproblem.
- Rubens Barrichello flog nach 30 Runden mit gebrochener Aufhängung ab. Sein Williams schlug an Massenet ein und blieb dort entgegen der Fahrtrichtung stehen. Das brachte das zweite Safety Car auf die Strecke. Laut Wikipedia warf Rubens Barrichello sein Lenkrad auf die Fahrbahn.
- Die dritte Safety-Car-Phase gab es laut grandprix.com um Runde 43 wegen eines losen Gullydeckels an Massenet.
- Bruno Senna (HRT, Hydraulik) und Heikki Kovalainen (Lotus, Lenkung) schieden beide nach 58 Runden aus. Vitaly Petrov gab nach 73 Runden mit Bremsproblemen auf.
- Drei Runden vor Schluss versuchte Jarno Trulli an der Rascasse innen an Karun Chandhok vorbeizugehen. Der Lotus stieg dabei auf den HRT. Laut Wikipedia verfehlte ein Rad Chandhoks Kopf nur knapp, doch beide Fahrer blieben unverletzt. Das Ganze passierte direkt vor dem Spitzenreiter Webber, der ausweichen konnte. Es folgte das vierte und letzte Safety Car. Trulli und Chandhok wurden mit je 70 Runden gewertet.
Strategie: Alonsos früher Stopp und die Schumacher-Strafe
Der Mann des Tages hinter den Red Bull war Fernando Alonso. Nach einem schweren Unfall im dritten freien Training konnte Ferrari seinen Wagen nicht rechtzeitig für das Qualifying reparieren. Alonso musste deshalb als 24. aus der Boxengasse starten. Ferrari nutzte das erste Safety Car geschickt: Alonso kam am Ende der ersten Runde an die Box und wechselte von den superweichen auf die harten Reifen. Mit diesem einen Satz fuhr er bis ins Ziel. Er hängte sich also mit bereits erledigtem Pflichtstopp an das Feld. Laut Wikipedia richteten danach viele Teams ihre Stopps darauf aus, vor dem Spanier wieder auf die Strecke zu kommen. Nico Rosberg blieb länger draußen, um sich Luft zu verschaffen. Die Rechnung ging aber nicht auf, und der Mercedes-Pilot kam hinter Alonso und einer ganzen Gruppe von Autos wieder heraus.
In der letzten Runde kam das Safety Car herein, und Schumacher ging in der letzten Kurve an Alonso vorbei auf Platz sechs. Mercedes hielt das Manöver für erlaubt, Ferrari protestierte. Die Rennkommissare, unter ihnen Damon Hill, bestraften Schumacher mit 20 Sekunden. Er fiel von Platz sechs auf Rang zwölf zurück und verlor alle Punkte. Mercedes kündigte zunächst Berufung an, verzichtete aber darauf, nachdem die FIA Gespräche über die Safety-Car-Regeln zugesagt hatte (laut Wikipedia). Alonso holte so Platz sechs zurück, Rosberg wurde Siebter.
Gewinner und Verlierer des Großen Preises von Monaco
Gewinner:
- Fernando Alonso machte von Startplatz 24 auf Rang sechs 18 Plätze gut, mehr als jeder andere im Feld.
- Force India holte mit Adrian Sutil auf Platz acht (von 12) und Vitantonio Liuzzi auf Platz neun (von 10) eine starke Doppelwertung für das Team Force India.
- Toro Rosso jubelte über den Punkt von Sébastien Buemi, der von Startplatz 13 auf Rang zehn fuhr und dabei von Schumachers Strafe profitierte. Jaime Alguersuari machte als Elfter sechs Plätze gut (Toro Rosso).
Verlierer:
- Michael Schumacher verlor durch die Strafe Platz sechs und landete fünf Plätze hinter seiner Startposition.
- Jenson Button schied als Titelverteidiger schon nach zwei Runden aus, offenbar wegen eines vermeidbaren Fehlers in der Startaufstellung.
- Williams kam mit keinem Auto ins Ziel. Hülkenberg und Barrichello fielen beide nach technischen Defekten durch Unfälle aus.
WM-Stand 2010 nach Monaco: Webber und Vettel punktgleich vorn
Mit dem Doppelsieg übernahm Red Bull die WM-Führung. Webber und Vettel haben jetzt beide 78 Punkte. Webber liegt vorn, weil er zwei Siege hat und Vettel einen. Er sprang damit drei Plätze nach oben. Alonso fiel mit 75 Punkten auf Rang drei zurück. Button rutschte nach dem Nuller von Platz eins auf Platz vier (70). Dahinter folgen Massa (61), Kubica (59) und Hamilton (59).
Bei den Konstrukteuren führt Red Bull jetzt mit 156 Punkten vor Ferrari (136) und McLaren (129). Alle Zahlen findest du im WM-Stand 2010.
Einordnung: Webbers großer Tag in Monte Carlo
Für Webber war es der zweite Sieg von der Pole innerhalb einer Woche, nach dem GP Spanien 2010. Nach dem Rennen sprach er laut grandprix.com vom „greatest day of my life“. Er ist der erste Australier seit Jack Brabham 1959, der den Großen Preis von Monaco gewonnen hat. Für Red Bull war es schon die sechste Pole-Position in Folge in dieser Saison (laut Wikipedia), und der Doppelsieg zeigte deutlich, wie stark das Auto war. Die Diskussion über Schumachers Manöver hatte ein Nachspiel: Laut Wikipedia räumte die FIA später ein, dass die Safety-Car-Regeln nicht klar genug formuliert waren.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Monaco 2010 – formel-1-livestream.de
- Monaco GP 2010 – grandprix.com
- 2010 Monaco Grand Prix – Wikipedia
- 2010 Monaco Grand Prix – Formula One History