Rückblick · erstellt am · Rennen vom 9. Mai 2010

GP Spanien 2010: Webber siegt souverän, Hamilton crasht spät

Mark Webber gewann den GP Spanien 2010 von der Pole und führte jede Runde. Hamilton verlor Platz zwei in der vorletzten Runde, Alonso erbte ihn.

Die Strecke Circuit de Barcelona-Catalunya in unserer 3D-Umgebung, ohne Fahrzeuge
Bild: Szene aus unserer 3D-Wiedergabe

GP Spanien 2010: Webbers Start-Ziel-Sieg in Barcelona

Mark Webber beherrschte den GP Spanien 2010 auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya von der ersten bis zur letzten Runde. Er gewann für Red Bull von der Pole-Position vor Fernando Alonso (Ferrari) und seinem Teamkollegen Sebastian Vettel. Am Ende war es aber ein Drama in der vorletzten Runde, über das alle sprachen: Lewis Hamilton lag sicher auf Platz zwei, als ein Reifen an seinem McLaren versagte und er in die Reifenstapel rutschte.

Für Webber war es laut Grandprix.com der dritte Sieg seiner Karriere und der erste der Saison. Außerdem war es der zehnte Sieg in Folge, der in Barcelona von der Pole-Position aus gelang.

Rennverlauf: Red Bull enteilt, Boxenstopps verändern das Feld

In der ersten Startreihe standen beide Red Bull, dahinter Hamilton und Alonso. Auf dem langen Weg zur ersten Kurve versuchten Hamilton und Alonso, an Vettel vorbeizukommen. Das gelang nicht, und die ersten sechs hielten ihre Startpositionen. Webber setzte sich danach Runde für Runde vom Feld ab. In der ersten Runde berührten sich weiter hinten Robert Kubica (Renault) und Kamui Kobayashi (Sauber). Nico Rosberg (Mercedes) musste über das Gras ausweichen.

Der einzige richtige Wechsel an der Spitze fand an der Box statt. Kurz nach der 15. Runde machte das Feld seinen einzigen planmäßigen Reifenwechsel. Red Bull verlor dabei rund vier Sekunden mit Vettel. Hamilton war zu diesem Zeitpunkt noch draußen und kam nach seinem Stopp vor dem Deutschen zurück auf die Strecke. Danach lag Hamilton auf Platz zwei, aber Webber war ihm weit voraus. Der Australier gewann am Ende mit rund 24 Sekunden Vorsprung.

Schumacher gegen Button: das Duell um Platz vier

Hinter den Spitzenfahrern lieferten sich Michael Schumacher und Weltmeister Jenson Button das spannendste Duell des Nachmittags. Schumacher wechselte zwei Runden vor Button auf die härteren Reifen. McLaren nannte als Grund für Buttons langsamen Stopp eine schleifende Kupplung. Button kam so hinter dem Mercedes zurück auf die Strecke, und Schumacher schob sich am Ende von Kurve eins vor ihn.

Der Engländer hatte über weite Strecken das schnellere Auto, kam aber nicht vorbei. Schumacher deckte in Kurve eins immer die Innenbahn ab, und Buttons Versuche außen herum brachten nichts. Schumacher startete von Platz sechs und wurde Vierter. Laut Motor Sport war er an diesem Wochenende zum ersten Mal in der Saison in allen Sessions schneller als sein Teamkollege Rosberg. Rosberg musste schon am Start ins Gras ausweichen und wurde mit einer Runde Rückstand nur 13.

Vettels Bremsprobleme und Hamiltons Reifenschaden

In den letzten Runden geriet das Rennen noch einmal durcheinander. Etwa zwölf Runden vor Schluss verlor Vettel beim Anbremsen einer Kurve seine Bremsen. Laut Wikipedia geschah das in Runde 54. Er rutschte ins Kiesbett und beschädigte dabei seine Reifen. An der Box bekam er neue Reifen und wurde untersucht. Zunächst sollte er aufgeben, fuhr dann aber weiter, um Punkte zu retten. Dabei fiel er hinter Alonso zurück. Das Team fand später eine delaminierte Bremsscheibe. Den Rest des Rennens schonte Vettel die Bremsen und fuhr vorsichtig ins Ziel.

Damit schien Hamilton Platz zwei sicher zu haben. Er fuhr in Runde 59 auch die schnellste Runde des Rennens. In der vorletzten Runde verlor sein linker Vorderreifen beim Anbremsen von Kurve drei plötzlich Luft. Der McLaren schoss durch das Kiesbett in die Reifenstapel. Laut Grandprix.com deuteten erste Untersuchungen auf eine durch Trümmerteile beschädigte Felge als Ursache hin. Weil Hamilton mehr als 90 Prozent der Distanz geschafft hatte, wurde er noch als 14. gewertet. Er verlor elf Plätze auf seinen Startplatz und war damit der große Verlierer des Tages. Alonso erbte Platz zwei und begeisterte das spanische Publikum. Vettel rückte trotz seiner Probleme wieder auf das Podium.

Ausfälle beim GP Spanien 2010: HRT, Sauber und Toro Rosso

  • Heikki Kovalainen (Lotus) startete gar nicht. Die Software seines Getriebes versuchte, zwei Gänge gleichzeitig einzulegen.
  • Bruno Senna (HRT) verunfallte schon in der ersten Runde und schlug in die Begrenzung ein.
  • Pedro de la Rosa (Sauber) bekam in der ersten Runde nach einer Berührung mit Sébastien Buemi einen Reifenschaden. Nach 18 Runden gab er mit den Folgen der Kollision auf.
  • Karun Chandhok (HRT) wurde beim Überrunden zuerst von Felipe Massa getroffen, danach verlor er nach einem Kontakt mit Jaime Alguersuari seinen Frontflügel. Nach 27 Runden war wegen Schäden an der Aufhängung Schluss.
  • Buemi (Toro Rosso) wurde zuerst wegen einer unsicheren Rückkehr auf die Strecke bestraft. Nach 42 Runden fiel er mit einem Hydraulikdefekt aus.
  • Vitantonio Liuzzi (Force India) stellte sein Auto nach 64 Runden mit einem Motorschaden ab und wurde noch als 15. gewertet.

Gewinner und Verlierer: Barrichello und Petrov holen am meisten auf

Die meisten Plätze machten Rubens Barrichello (Williams) und Vitaly Petrov (Renault) gut, jeweils acht. Barrichello fuhr von Startplatz 17 auf Rang neun und holte zwei Punkte. Petrov kam von Startplatz 19 auf Rang elf und verpasste die Punkte nur knapp. Alguersuari gewann fünf Plätze und holte als Zehnter einen Punkt.

Adrian Sutil brachte seinen Force India von Startplatz elf auf Rang sieben. Massa wurde trotz des Flügelschadens beim Überrunden Sechster, Kubica Achter. Bei den neuen Teams kamen Jarno Trulli (Lotus), Timo Glock und Lucas di Grassi (Virgin) mit mehreren Runden Rückstand ins Ziel. Nico Hülkenberg wurde mit zwei Runden Rückstand 16. Neben Hamilton gehörten de la Rosa, der zehn Plätze verlor, und Rosberg zu den Verlierern. Rosberg fiel um fünf Plätze zurück.

WM-Stand nach dem GP Spanien 2010: Button vorn, Alonso rückt heran

Nach fünf Rennen ging es an der Spitze sehr eng zu. Button blieb mit 70 Punkten vorn, Alonso kam als neuer Zweiter auf 67 Punkte heran. Vettel war mit 60 Punkten Dritter. Webber machte vier Plätze gut und lag mit 53 Punkten auf Rang vier. Dahinter folgten Rosberg mit 50 Punkten, Hamilton und Massa mit je 49 Punkten. Im WM-Stand 2010 der Teams trennten McLaren (119), Ferrari (116) und Red Bull (113) nur sechs Punkte.

Grandprix.com hob hervor, dass Webber der vierte verschiedene Sieger im fünften Rennen war. Das Rennen zeigte vor allem eines: Red Bull hatte in Barcelona das klar schnellste Auto. Motor Sport schrieb, die Konkurrenz müsse dringend einen Weg finden, diesen Rückstand aufzuholen. Ohne Bremsdefekt und verpatzten Boxenstopp wäre ein Doppelsieg für das Team durchaus möglich gewesen.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Spanien 2010 – formel-1-livestream.de
  2. 2010 Spanish Grand Prix – Wikipedia
  3. Spanish GP 2010 – Race report: Webber makes it four winners in five races – GrandPrix.com
  4. 2010 Spanish Grand Prix report – Motor Sport Magazine
  5. Spanish GP 2010 – Race notes: Mark Webber wins Spanish GP – GrandPrix.com

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