Rückblick · erstellt am · Rennen vom 24. August 2008

GP Europa 2008: Massa siegt in Valencia trotz Boxen-Ärger

Felipe Massa siegte beim Valencia-Debüt 2008 von der Pole. Ein heikler Boxenstopp brachte Ferrari Ärger, Räikkönen fiel mit Motorschaden aus.

GP Europa 2008 in Valencia: Massa gewinnt von der Pole

Felipe Massa gewann im Ferrari den ersten Grand Prix auf dem neuen Valencia Street Circuit. Er startete von der Pole, fuhr die schnellste Runde und lag im Ziel 5,611 Sekunden vor Lewis Hamilton im McLaren. Dritter wurde Robert Kubica im BMW Sauber. Entschieden hat Massa das Rennen im zweiten Stint, als er davonzog. Spannend wurde es danach nur noch am grünen Tisch: Nach einem riskanten Boxenstopp bangte er bis nach dem Rennen um seinen Sieg. Alle Zeiten und Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Europa 2008.

Start und erste Runde: Alonso früh draußen

Die ersten drei kamen sauber vom Start weg. Massa bog als Erster in die erste Kurve ein, Hamilton musste dort seinen zweiten Platz gegen Kubica verteidigen. Dahinter schnappte sich Heikki Kovalainen im zweiten McLaren den vierten Platz von Kimi Räikkönen. Laut grandprix.com war Nico Rosberg (Williams) der Einzige, der auf der weicheren Reifenmischung startete. Rubens Barrichello (Honda) und Adrian Sutil (Force India) gingen aus der Boxengasse ins Rennen.

Dahinter gab es Ärger. Kazuki Nakajima fuhr dem Renault von Fernando Alonso ins Heck und riss ihm den Heckflügel ab. Renault versuchte noch, den Wagen zu reparieren, doch Alonso musste aufgeben. In der Ergebnisliste steht er mit null Runden und dem Status Kollision. Nakajima holte sich eine neue Nase und fuhr weiter. Auch David Coulthard (Red Bull) drehte sich in der Startphase. Laut grandprix.com berührte er in Runde 8 im Kampf um Platz 14 außerdem Sutil und drehte sich ein zweites Mal.

Rennverlauf und Boxenstopps: Massa zieht im zweiten Stint davon

Massa fuhr vorn einen stetig wachsenden Vorsprung heraus. grandprix.com hat ihn mitgeschrieben: 3,6 Sekunden in Runde 10, 4,4 Sekunden in Runde 23, 8,4 Sekunden in Runde 31. Kubica kam im ersten Stint nicht ganz an die Spitze heran, denn laut grandprix.com hatten sich Trümmerteile an seinem Auto verfangen, die das Team beim ersten Stopp entfernen wollte. Seinen Platz behielt er trotzdem.

In der ersten Runde der Stopps wechselte die Führung mehrmals. Massa kam als Erster der Spitzengruppe an die Box. Danach lag Hamilton ab Runde 15 vorn, ab Runde 17 Kubica und ab Runde 18 Kovalainen, der länger draußen blieb. Ab Runde 20 führte wieder Massa. Laut Autosport war er im mittleren Stint bis zu 0,7 Sekunden pro Runde schneller als Hamilton und baute so einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf.

In der zweiten Runde der Stopps führte Hamilton ab Runde 37 noch einmal kurz, ab Runde 39 lag aber wieder Massa vorn. Bis zum Ende ließ er sich nicht mehr gefährden. Hamilton kam bis auf 5,611 Sekunden heran, Kubica hatte als Dritter schon 37,353 Sekunden Rückstand.

Ferrari-Boxenchaos: Unsicherer Massa-Stopp und Räikkönens Tankschlauch

Fast hätte Ferrari den Sieg in der Boxengasse verspielt. Beim zweiten Stopp ließ das Team Massa direkt vor den Force India von Sutil losfahren. In der engen Boxenausfahrt ging Massa vom Gas, eine Berührung gab es nicht. Die Rennkommissare verlegten die Untersuchung auf die Zeit nach dem Rennen. So drohte Massa keine Durchfahrtsstrafe mehr, der Sieg war aber noch in Gefahr. Am Ende belegten sie Ferrari laut Wikipedia mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro. Massa durfte den Sieg behalten, weil er durch die unsichere Freigabe keinen sportlichen Vorteil gewonnen hatte.

Noch schlimmer erwischte es Räikkönen. Bei seinem zweiten Stopp fuhr er los, während der Tankschlauch noch steckte. Ein Hinterrad traf seinen Tankwart, der ins Medical Center gebracht wurde. Laut Wikipedia zog sich der Mechaniker Pietro Timpini einen leichten Bruch zu. Räikkönen fuhr weiter, doch kurz darauf platzte sein Motor auf der Start-Ziel-Geraden. Offiziell ist er nach 45 Runden mit Motorschaden ausgeschieden. grandprix.com vermutet, dass der Motor beim langen Stopp überhitzt war. Auch Räikkönens Stopp sahen sich die Kommissare noch an.

Ausfälle, Gewinner und Verlierer des Tages

Insgesamt schieden nur drei Fahrer aus:

  • Fernando Alonso (Renault): Kollision mit Nakajima in der ersten Runde, null Runden gefahren.
  • Adrian Sutil (Force India): Unfall nach 41 Runden. Laut grandprix.com verbremste er sich, streifte beim Ausweichen die Mauer und brach sich die rechte Vorderradaufhängung.
  • Kimi Räikkönen (Ferrari): Motorschaden nach 45 Runden.

Der größte Gewinner im Feld war Timo Glock. Mit einer Ein-Stopp-Strategie fuhr er im Toyota von Startplatz 13 auf Rang sieben vor und machte damit sechs Plätze gut. Sein Teamkollege Jarno Trulli gewann zwei Plätze und wurde Fünfter. Sebastian Vettel hatte den Toro Rosso auf Startplatz sechs gestellt, laut Wikipedia die bis dahin beste Startposition des Teams. Im Ziel holte er als Sechster drei Punkte. Rosberg sicherte sich als Achter den letzten Punkt vor Nick Heidfeld im zweiten BMW Sauber.

Dahinter holten Nelson Piquet Jr. auf Platz elf und Giancarlo Fisichella auf Platz 14 jeweils vier Plätze auf. Für Punkte reichte das nicht. Der große Verlierer war Räikkönen, der als Titelverteidiger komplett leer ausging. Nakajima fiel nach dem Unfall mit Alonso vom elften Startplatz auf Rang 15 zurück.

WM-Stand 2008 nach dem GP Europa: Massa rückt an Hamilton heran

In der WM war das Rennen ein wichtiger Schritt für Massa. Er schob sich auf Platz zwei und hatte mit 64 Punkten nur noch sechs Zähler Rückstand auf Hamilton, der mit 70 Punkten weiter führte. Räikkönen fiel mit 57 Punkten auf Rang drei zurück, knapp vor Kubica mit 55 Punkten. Bei den Teams baute Ferrari mit 121 Punkten die Führung vor McLaren (113) aus, BMW Sauber folgte mit 96 Punkten. Alle Tabellen findest du im WM-Stand 2008.

Für Massa war es der vierte Saisonsieg und der neunte Sieg seiner Karriere. Zugleich endete eine Serie von drei McLaren-Siegen in Folge. Mit Pole, Sieg und schnellster Runde, einer 1:38,708 Minuten in Runde 36, schaffte er in Valencia den perfekten Tag. Mit dem ersten Formel-1-Rennen auf dem Stadtkurs am Hafen hatte die WM eine neue Strecke bekommen. Für Reifenlieferant Bridgestone war es laut Wikipedia der 200. Grand Prix seit 1997.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Europa 2008 – formel-1-livestream.de
  2. 2008 European Grand Prix – Wikipedia
  3. European GP 2008 – Race notes: Massa dominates European GP – grandprix.com
  4. Massa wins, but under investigation – Autosport
  5. 2008 European Grand Prix – Formula One History
  6. Massa wins in Valencia amid pitstop controversy – Mail & Guardian

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