GP Australien 2008: Hamilton siegt im Chaos von Melbourne
Lewis Hamilton gewann den Saisonauftakt 2008 souverän vor Nick Heidfeld. Nur sieben Autos kamen ins Ziel, dazu kamen drei Safety-Car-Phasen.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Australien 2008: Hamilton gewinnt den Saisonauftakt
Lewis Hamilton gewann den Großen Preis von Australien 2008 für McLaren vom ersten Startplatz aus. Zweiter wurde Nick Heidfeld im BMW Sauber, Dritter Nico Rosberg im Williams. Für Rosberg war es der erste Podestplatz seiner Karriere. Auf dem Albert Park Circuit in Melbourne gab es drei Safety-Car-Phasen und reihenweise Ausfälle. Hamilton blieb davon unberührt und hatte die Spitze nur während seiner beiden Boxenstopps abgegeben.
Start in Melbourne: Massenkarambolage in der ersten Runde
Es war das erste Rennen seit sieben Jahren ohne Traktionskontrolle, denn die FIA hatte sie zur Saison 2008 verboten. Schon in der ersten Runde sah man, wie schwer die Autos zu bändigen waren. Hamilton verteidigte die Führung in der ersten Kurve gegen Robert Kubica im zweiten BMW Sauber. Dahinter drehte sich Felipe Massa im Duell mit Heikki Kovalainen und brauchte eine neue Nase für seinen Ferrari. Massa war von Startplatz 4 losgefahren.
Im Mittelfeld krachte es mehrfach. Für Mark Webber (Red Bull), Jenson Button (Honda), Anthony Davidson (Super Aguri), Sebastian Vettel (Toro Rosso) und Giancarlo Fisichella (Force India) war das Rennen nach Kollisionen vorbei, bevor die erste Runde zu Ende war. Fünf Autos waren damit schon ausgefallen. Danach kam das erste Safety Car auf die Strecke.
Ganz anders verlief der Start für Weltmeister Kimi Räikkönen. Nach Problemen im Qualifying stand er nur auf Startplatz 15, fuhr in der ersten Kurve außen herum und lag nach der ersten Runde laut grandprix.com schon auf Rang 8.
Rennverlauf: Hamilton kontrolliert, Kovalainen führt kurz
Nach dem Restart fuhr Hamilton schnell davon. Laut grandprix.com führte er nach zehn Runden schon mit 7,6 Sekunden. Als er zu seinem ersten Stopp abbog, übernahm Kovalainen ab Runde 18 die Führung. Es war sein erstes Rennen für McLaren. Nach seinem eigenen Stopp war ab Runde 22 wieder Hamilton vorn.
Während der Spitzenreiter sein Rennen kontrollierte, ging dahinter viel durcheinander. Kubica fiel nach seinem frühen Stopp zurück ins Mittelfeld. Heidfeld dagegen nutzte geschickt gewählte Boxenstopps. Laut grandprix.com kam er nach seinem ersten Stopp vor Rosberg auf die Strecke zurück. Den zweiten Platz gab er bis zum Ende nicht mehr ab. In der letzten Phase führte Kovalainen noch einmal von Runde 43 bis 46, während Hamilton zum zweiten Mal an der Box war. Danach war Hamilton wieder vorn und brachte den Sieg nach Hause. Im Ziel lag er laut grandprix.com 5,4 Sekunden vor Heidfeld und 8,1 Sekunden vor Rosberg.
Safety-Car-Phasen und Ausfälle: Massa, Glock, Kubica und Räikkönen
In Runde 26 kam das zweite Safety Car. Massa hatte versucht, innen an David Coulthard vorbeizugehen, und die beiden waren kollidiert. Für Coulthard war das Rennen sofort vorbei, und beide Fahrer gaben dem anderen die Schuld. Massa kam nur noch wenige Runden weit: Nach 29 Runden stellte er den Ferrari mit Motorschaden ab.
Das dritte Safety Car folgte nach einem schweren Unfall von Timo Glock. Glock war von Startplatz 18 aus bis in die Punkteränge vorgefahren. Dann kam sein Toyota neben die Strecke, setzte nach Bodenwellen hart auf und schlug ein. Er wurde mit 43 Runden gewertet. Kurz nach dem folgenden Restart fuhr Kazuki Nakajima im Williams Kubica ins Heck. Kubica musste den BMW Sauber nach 47 Runden abstellen. Wegen dieser Kollision wurde Nakajima für den nächsten Grand Prix in Malaysia um zehn Startplätze zurückversetzt.
Räikkönen fuhr ein wildes Rennen. Bei einem Angriff auf Kovalainen landete er im Kies, beim Versuch, Glock zu überholen, drehte er sich. Nach 53 Runden streikte auch sein Ferrari-Motor. Weitere Ausfälle mit technischen Ursachen:
- Adrian Sutil (Force India): Hydraulik, nach 8 Runden
- Jarno Trulli (Toyota): Elektrik, nach 19 Runden
- Nelson Piquet Jr. (Renault): Kupplung, nach 30 Runden
- Takuma Sato (Super Aguri): Getriebe, nach 32 Runden
- Sébastien Bourdais (Toro Rosso): Motor, nach 55 Runden
Barrichello disqualifiziert, Kovalainens Limiter-Panne
Ausgerechnet in der Safety-Car-Phase, als die Boxengasse gesperrt war, rief Honda Rubens Barrichello zum Stopp herein. Dafür bekam er eine Stop-and-go-Strafe. Laut Wikipedia fuhr er außerdem los, bevor der Tankschlauch abgezogen war. Schwerer wog aber etwas anderes: Barrichello verließ die Boxengasse, obwohl an der Ausfahrt die rote Ampel leuchtete. Auf der Strecke kam er als Sechster ins Ziel, wurde aber laut grandprix.com etwa eine Stunde nach dem Rennen disqualifiziert. Dadurch rückte Nakajima auf Platz 6 vor, und Räikkönen bekam für Rang 8 noch einen Punkt.
Bis zur letzten Runde kämpften Kovalainen und Fernando Alonso um Platz 4. Kovalainen war nach seinem zweiten Stopp zurückgefallen. In der vorletzten Runde überholte er Alonso, drückte dann aber auf der Start-Ziel-Geraden aus Versehen den Begrenzer für das Tempolimit in der Boxengasse. Laut crash.net wollte er gerade einen Abreißstreifen von seinem Visier entfernen. Alonso ging sofort wieder vorbei und wurde Vierter. Kovalainen blieb als kleiner Trost die schnellste Rennrunde.
Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Australien
Den größten Sprung nach vorn machte Bourdais. Bei seinem Debüt in der Formel 1 fuhr er von Startplatz 17 auf Rang 7 und gewann damit zehn Plätze. Laut crash.net lag er zwischenzeitlich sogar auf Platz 4, bevor kurz vor Schluss sein Motor aufgab. Weil er genug von der Distanz zurückgelegt hatte, wurde er trotzdem gewertet und bekam zwei Punkte. Je sieben Plätze gewannen Alonso (von 11 auf 4), Nakajima (von 13 auf 6) und Räikkönen (von 15 auf 8). Ebenfalls zu den Gewinnern zählte Williams: Rosberg holte sein erstes Podium, und zusammen mit Nakajima sammelte das Team 9 Punkte.
Bei den Verlierern steht Ferrari ganz oben. Der Weltmeister holte gerade einen Punkt, Massa keinen. Vettel verlor durch das Aus in der ersten Runde rechnerisch elf Plätze, Massa und Trulli je neun.
Im WM-Stand 2008 führte Hamilton nach dem ersten Rennen mit 10 Punkten vor Heidfeld (8) und Rosberg (6). Es folgten Alonso (5), Kovalainen (4), Nakajima (3), Bourdais (2) und Räikkönen (1). In der Teamwertung lag McLaren mit 14 Punkten vorn, vor Williams (9) und BMW Sauber (8). Renault hatte 5 Punkte, Toro Rosso 2 und Ferrari 1. Nach einem Saisonauftakt mit so vielen Ausfällen war McLaren die klare Nummer eins, und Ferrari musste beim nächsten Rennen in Malaysia schon Boden gutmachen.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Sébastien Bourdais | 17 | 7 | +10 |
| Fernando Alonso | 11 | 4 | +7 |
| Kazuki Nakajima | 13 | 6 | +7 |
| Kimi Räikkönen | 15 | 8 | +7 |
| Nico Rosberg | 7 | 3 | +4 |
| Nick Heidfeld | 5 | 2 | +3 |
| Lewis Hamilton | 1 | 1 | 0 |
| Heikki Kovalainen | 3 | 5 | −2 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Lewis Hamilton | 10 |
| 2 | Nick Heidfeld | 8 |
| 3 | Nico Rosberg | 6 |
| 4 | Fernando Alonso | 5 |
| 5 | Heikki Kovalainen | 4 |
| 6 | Kazuki Nakajima | 3 |
| 7 | Sébastien Bourdais | 2 |
| 8 | Kimi Räikkönen | 1 |
| – | Sebastian Vettel | 0 |
| – | Robert Kubica | 0 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Australien 2008 – formel-1-livestream.de
- Australian GP 2008 – Race notes: Hamilton dominates Australian GP – grandprix.com
- Australia 2008: Lewis' gain, Kimi's pain – crash.net
- 2008 Australian Grand Prix – Wikipedia


