Rückblick · erstellt am · Rennen vom 30. September 2007

GP Japan 2007: Hamilton meistert die Regenschlacht von Fuji

Lewis Hamilton gewann den verregneten GP Japan 2007 in Fuji, Alonso crashte. Kovalainen holte sein erstes Podium, Sutil Spykers ersten Punkt.

GP Japan 2007: Hamilton siegt im Regen von Fuji

Lewis Hamilton gewann den GP Japan 2007 am Fuji Speedway von der Pole-Position aus. Im Ziel lag er vor Heikki Kovalainen im Renault und Kimi Räikkönen im Ferrari. Entschieden wurde das Rennen in Runde 42: Hamilton fuhr für McLaren, und genau dort flog sein Teamkollege und WM-Rivale Fernando Alonso im Dauerregen ab. Hamilton holte außerdem die schnellste Runde des Rennens.

Start hinter dem Safety Car und Ferraris Reifenpanne

Weil es in Strömen regnete und Nebel über der Strecke hing, startete das Rennen hinter dem Safety Car. Bernd Mayländer führte das Feld 19 Runden lang an. Gefahren wurde laut Vorgabe der Rennleitung auf Extrem-Regenreifen. Nur Ferrari schickte Räikkönen und Felipe Massa auf weicheren Regenreifen ins Rennen. Ferrari-Chef Jean Todt sagte später, man sei über die Reifenvorgabe nicht wie die anderen Teams informiert worden. Beide Ferraris mussten früh an die Box und fielen ans Ende des Feldes zurück. Massa kassierte dazu eine Durchfahrtsstrafe, weil er unter Gelb überholt hatte.

Direkt beim Restart gab es Ärger: Nick Heidfeld im BMW Sauber und Jenson Button im Honda kollidierten. Button verlor dabei seinen Frontflügel. Davon profitierte Sebastian Vettel: Der Toro Rosso war mit Startplatz 8 schon das beste Qualifying des Teams und lag nun auf Rang drei hinter den beiden McLaren. Gleich in der ersten Kurve nach dem Restart drehte sich Alexander Wurz im Williams, prallte in Massa und war nach 19 Runden draußen.

Rennverlauf: Vettel und Webber übernehmen die Führung

Hamilton führte bis einschließlich Runde 28. Als die Spitze an die Box ging, rückten Fahrer mit anderer Strategie nach vorn. Ab Runde 29 lag Vettel in Führung, damit war er mit 20 Jahren und 89 Tagen der jüngste Führende in der Geschichte der Formel 1. Nach Vettels einzigem Stopp übernahm ab Runde 32 Mark Webber im Red Bull. Webber hatte noch mit den Nachwirkungen einer Lebensmittelvergiftung zu kämpfen. Danach führten kurz Kovalainen (ab Runde 37) und Giancarlo Fisichella (ab Runde 40), bevor Hamilton ab Runde 41 wieder vorn lag.

In dieser Phase ging es hektisch zu. Laut grandprix.com kollidierten Robert Kubica und Hamilton in Runde 34, und beide drehten sich. Kubica bekam dafür eine Durchfahrtsstrafe. Eine Runde später berührten sich Alonso und Vettel, der Spanier drehte sich ebenfalls, konnte aber weiterfahren.

Alonsos Unfall und der Crash von Vettel und Webber

Ein Fehler von Alonso entschied dann das Rennen. Laut crash.net verlor er in Runde 42 in Kurve fünf die Kontrolle und schlug heftig in die Mauer ein. Alonso selbst nannte Aquaplaning als Ursache. Er stieg unverletzt aus, doch zum ersten Mal in dieser Saison sah ein McLaren das Ziel nicht. Das Safety Car kam wieder auf die Strecke.

Hinter dem Safety Car folgte der zweite Schock. Webber lag auf Platz zwei, Vettel direkt dahinter. In Runde 46 fuhr Vettel auf der nassen Strecke dem Red Bull ins Heck. Webber war sofort raus, Vettel schleppte sich an die Box und gab ebenfalls auf. Für beide war ein möglicher Podestplatz verloren. Vettel nahm die Schuld auf sich und erhielt zunächst eine Rückversetzung um zehn Plätze für den GP China. Nach neuen Beweisen wandelte die FIA die Strafe später in eine Verwarnung um. Danach prüfte die FIA Hamiltons Fahrweise hinter dem Safety Car, weil er plötzlich gebremst und Webber damit zum Bremsen gezwungen haben soll. Hamilton wurde nicht bestraft.

Schlussphase: Kovalainen hält Räikkönen, Massa schlägt Kubica

Durch den Crash rückte Kovalainen auf Platz zwei vor. Räikkönen hatte sich nach Ferraris Fehlstart durchs ganze Feld nach vorn gekämpft und überholte in Runde 57 David Coulthard. Danach machte er Jagd auf Kovalainen und griff ihn in den letzten Runden immer wieder an. Kovalainen konterte jedes Mal und kam laut grandprix.com rund 1,1 Sekunden vor seinem Landsmann ins Ziel. Für Kovalainen war es das erste Podium der Karriere. Gleichzeitig standen zum ersten Mal zwei Finnen zusammen auf dem Podium. Hamilton gewann mit 8,377 Sekunden Vorsprung, seine schnellste Runde war eine 1:28,193 in Runde 27.

Dahinter gab es ein Duell bis zur letzten Kurve: Massa und Kubica tauschten in der letzten Runde mehrmals die Plätze. Am Ende war Massa laut crash.net zwei Zehntel vorn und wurde Sechster.

Ausfälle, Gewinner und Verlierer in Fuji

Die meisten Plätze machte Adrian Sutil gut. Er startete von Platz 20 und kam auf Rang acht. Vitantonio Liuzzi war eigentlich vor ihm ins Ziel gekommen, bekam aber 25 Sekunden Zeitstrafe, weil er Sutil unter gelber Flagge überholt hatte. So holte Sutil seinen ersten WM-Punkt und den ersten für Spyker. *Einordnung: Es sollte der einzige Punkt des Teams bleiben.* Weitere Gewinner waren Kovalainen (von 11 auf 2), Coulthard (von 12 auf 4) und Rubens Barrichello, der von Platz 17 auf Rang zehn fuhr.

Die Ausfälle laut offizieller Wertung:

  • Alexander Wurz (Williams): nach 19 Runden, Kollision
  • Fernando Alonso (McLaren): nach 41 Runden, Unfall
  • Mark Webber (Red Bull): nach 45 Runden, Kollision
  • Sebastian Vettel (Toro Rosso): nach 46 Runden, Kollision
  • Nico Rosberg (Williams): nach 49 Runden, Elektronik
  • Anthony Davidson (Super Aguri): nach 54 Runden, Gaspedal
  • Ralf Schumacher (Toyota): nach 55 Runden, Reifenschaden
  • Takuma Sato (Super Aguri): nach 65 Runden, Kollision, als 15. gewertet
  • Nick Heidfeld (BMW Sauber): nach 65 Runden, technischer Defekt, als 14. gewertet
  • Jenson Button (Honda): nach 66 Runden, Aufhängung, als 11. gewertet

Der größte Verlierer war Alonso. Er fiel von Startplatz 2 aus und büßte damit wertvollen Boden im Titelkampf ein.

WM-Stand nach dem GP Japan 2007

Zwei Rennen vor Schluss führte Hamilton den WM-Stand 2007 mit 107 Punkten an. Er lag damit 12 Punkte vor Alonso (95) und 17 vor Räikkönen (90). Dank seines dritten Platzes hatte der Ferrari-Pilot noch rechnerische Titelchancen. Massa folgte mit 80 Punkten vor Heidfeld (56) und Kubica (35). In der Konstrukteurswertung lag Ferrari mit 170 Punkten klar vor BMW Sauber (92) und Renault (51).

Für Hamilton war es der vierte Saisonsieg. Er hatte das Chaos von Fuji trotz seines Drehers nach der Berührung mit Kubica überstanden, und nach dieser Regenschlacht schien der WM-Titel schon im Rookie-Jahr greifbar. Weiter ging es mit dem GP China.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Japan 2007 – formel-1-livestream.de
  2. 2007 Japanese Grand Prix – Wikipedia
  3. Japanese GP 2007 – Race notes: Hamilton wins action-packed Japanese GP – grandprix.com
  4. Japan 2007: Fuji opens floodgates for Lewis – crash.net

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